Archiv der Kategorie 'Kultur'

Kleine Anfrage: Benennung von öffentlichem Straßen und Plätzen sowie bezirklichen Einrichtungen

Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 050 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

1.) Welche öffentlichen Straßen und Nummernstraßen sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
Nicht benannte, aber bereits hergestellte öffentliche Straßen und Plätze mit eigener Erschließungsfunktion existieren im Bezirk nicht.
In 11 Fällen (Stand: Juni 2012) sind öffentliche Straßen lediglich mit einer Nummer bezeichnet. Es handelt sich dabei um:
1. Straße 7 (OT Mdf.)
2. Straße 9 (OT Li)
3. Straße 17 (OT Schbg.; ehem. Privatstraße; künftig eher Charakter eines Kolonieweges wg. Sportplatzbau im Umfeld)
4. Straße 20a (OT Te.)
5. Straße 40 (OT Li)
6. Straße 229 (OT Md.)
7. Straße 427 (OT Mf.)
8. Straße 432 (OT Li.)
9. Straße 435 (OT Mf.)
10. Straße 478 (OT Mf.)
11. Straße 483 (OT Md.).
Die zuletzt benannte Nummernstraße im Bezirk war die ehem. Straße 490, die nunmehr den Namen Friedenfelser Straße trägt, da sie unmittelbar an den Verlauf der schon zuvor benannten Friedenfelser Straße anschließt. Diese Benennung erfolgte im Jahr 2009.

2.) Welche öffentlichen Plätze sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
In Einzelfällen mag es mehr oder weniger platzartige Straßenausformungen geben, die allerdings keine eigene Erschließungsfunktion und somit keine Anlieger haben.
Als solche eventuell benennbare Platzfläche (ohne Anlieger) käme vielleicht die neu entstandene Straßenausbuchtung („Straßen-Nase“), welche durch den Anschluss der Wilhelm-Kabus-Straße an der Kreuzung Naumannstr./ Wilhelm-Kabus-Straße/ Torgauer Straße entstanden ist, in Frage.
Eine Auflistung weiterer derartiger Stellen existiert jedoch nicht.

3.) Welche bezirklichen Einrichtungen sind noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
Nach § 76 Schulgesetz obliegen Schulgebäude und Sporthallennamen der Schulkonferenz und den vorgesetzten Dienststellen.
Diverse Einrichtungen sind nach den Stadtgebieten benannt, in denen sie sich befinden.
Schule 7. ISS
Schule 8. ISS
Sporthalle Baußnernweg
Sportanlage Matthäifriedhofsweg
Diverse Sporthallen auf Schulgrundstücken
Medienhaus Marienfelde
Dienstgebäude Rathausstraße/ Königstraße
Dienstgebäude Strelitzstraße

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Krüger

GEDOK – Künstlerinnen mit Qualität

Von Melanie Kühnemann
Gedok
Die GEDOK ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten und hat sein Büro im Kulturhaus Kyffhäuser Straße.
Die GEDOK wurde 1926 als Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Ihr Anliegen war die Förderung künstlerischer Talente von Frauen.
Die GEDOK ist vielen natürlich ein Begriff, dennoch wollten wir mehr über die Akteurinnen und ihre Engagement herausfinden und freuten uns, dass uns am 14. August 2012 die Vorsitzende der GEDOK Berlin Frau Erika Großmann und die erste Schriftführerin Frau Dr. Anne Meckel empfingen.
Wir erfuhren, dass die GEDOK heute rund 3.600 Mitglieder in 24 deutschen Städten und Regionen hat und sich derzeitig eine neue Gruppe in Wien im Aufbau befindet. Darüber hinaus ist die vorderste Aufgabe das Werk und die Leistung von Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu bringen und die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Dabei setzt sich die GEDOK für die geschlechtergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens ein und engagiert sich über nationale und internationale Kultureinrichtungen, politische Gremien, Verbände und Multiplikatoren für ihre Mitglieder. Die GEDOK bietet ihren Mitgliedern ideelle und finanzielle Hilfe durch das Engagement ihrer Kunstförderer, Männer und Frauen.

Die GEDOK unterstützt die Künstlerinnen durch aktive Mitarbeit bei allen Veranstaltungen und präsentiert sich der Öffentlichkeit durch interdisziplinäre Kunstprojekte, internationale Wettbewerbe, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Symposien. Es werden zudem Kataloge, Dokumentationen sowie Anthologien, CDs und DVDs publiziert.

Da die GEDOK sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen finanziert, sind Förderinnen und Förderer jeder Zeit willkommen.
Bei unserem Gespräch erfuhren wir, dass die Aufnahme in die GEDOK über die Regionalgruppen erfolgt und hohe Hürden dabei genommen werden müssen. Im Durchschnitt schaffen dies nur zwei bis drei Künstlerinnen pro Jahr.
Im Moment sucht die GEDOK Berlin neue Räumlichkeit, die auch kleinere Ausstellungen und Vernissagen ermöglichen. Besonders gefreut hat es uns, zu hören, dass die GEDOK Berlin in jedem Fall in Schöneberg bleiben will.
Bei der Suche nach einem passenden Ladengeschäft sind wir natürlich gerne behilflich.

Bücherfrauen – Interessensvertretung rund ums Buch

Bücherfrauen
Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk für Frauen, die in der Buchbranche arbeiten. Mit Ziel von Austausch und Vernetzung treffen sich Bundesweit 900 in Berlin 160 Lektorinnen, Autorinnen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen, Verlegerinnen, usw.
Vernetzt wird sich regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, aber auch auf regelmäßigen internen und öffentlichen Veranstaltungen. Auch frauenpolitische Themen heben die Bücherfrauen auf das Tableau. So befasst sich die hauseigene Studie „Mehr.Wert in der Bücherbranche“ mit der Gleichbehandlung von Frauen in der Bücherbranche. Zwar stellen Frauen mit 80 % der Mitarbeiterinnen, die Mehrheit in der Bücherbranche, jedoch erhalten Männer noch 28 % mehr Gehalt als Frauen. Die Studie bot mit dieser und vieler anderer Erkenntnisse den Grundstock für das politische Handeln des Frauenvereins. So begeht der Verein den Equal Pay Day und unterstützt Frauen bei Gehaltsverhandlungen. In Entscheidungsgremien fordern die Bücherfrauen 40% Frauen innerhalb von 5 Jahren.
Am 13. August 2012 trafen sich auf Einladung von Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Melanie Kühnemann (Vorsitzende des Kulturausschuss), Gudrun Blankenburg (Sprecherin für Kulturpolitik) und Dr. Gisela Pravda (Stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit Stefanie Lembke und Frau Henze und Frau Seehofer von den Bücherfrauen.

Seit 20 Jahren interkulturelle Mädchenarbeit

von Dr. Gisela Pravda
Cafe Pink [v.l.n.r. Angelika Schöttler, Dr. Gisela Pravda, Elisabeth Wagner, Marijke Höppner]
Angelika Schöttler (Bürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion und Initiatorin), Dr. Gisela Pravda (für die AsF Tempelhof-Schöneberg) haben am 13. August 2012 das Cafe PINK besucht. Das Cafe PINK ist seit 20 Jahren ein Interkultureller Treffpunkt für Mädchen ab 10 und junge Frauen der Region Schö-neberg – Nord auf der Rechtsgrundlage des § 11 und § 13 (1) des Jugendhilfegesetzes
Die Arbeit des Café PINK lässt sich beschreiben mit den Vokabeln
parteilich,
interkulturell,
feministischen und
partizipativ.

Hier können sich Mädchen ab 10 mit Freundinnen treffen, Spiele spielen, Musik hören, an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, Hilfe bei Hausaufgaben bekommen, Theater spielen, ihre Probleme besprechen. Außerdem gibt es eine Computerwerkstatt, eine KreativWerkstatt und eine Kochgruppe.
Wir wurden sehr offen und liebenswürdig empfangen, haben die zum Teil von den Besuche-rinnen gestalteten – mal coolen, mal kuscheligen – Räume kennengelernt und befanden uns schnell in einer professionellen und vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre. Herzlichen Dank an Elisabeth Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin und an Ulrike Dietrich, Diplompädagogin.

Das Cafe Pink befindet sich in der Goltzstraße 40.

Reinigen der »Stolpersteine«

Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg Elke Ahlhoff, Oliver Fey, Marijke Höppner und Gudrun Blankenburg, rufen dazu auf, am Sonntag, den 12. August 2012 um 14.00 Uhr an der Freizeitstätte Stierstraße 20 in Berlin-Friedenau beim Putzen der in der Stierstraße verlegten »Stolpersteine« zu helfen.

Die kurze Stierstraße hat nur 20 Hausnummern, weist aber über 50 Stolpersteine auf. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Friedenauer Initiativen wie die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße oder Brünnhildestraße sorgen dafür, dass das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird.

Jedesmal sind die Recherchen zu den deportierten und ermordeten Menschen verbunden mit tiefgehenden, schmerzlichen Recherchen zu jedem einzelnen Schicksal. Die Stolpersteine finden ihren Platz vor dem Haus, in dem die Opfer der Nazi-Willkür ihren letzten Wohnort hatten, bevor sie von dort aus in die Todeslager deportiert wurden.

Vandalismus an einer betreffenden Informationstafel in der Stierstraße 18/19 begegnete die Initiativgruppe Stolpersteine Friedenau mit überzeugenden Erneuerung der Schautafel.

Damit die Stolpersteine mit den Namen der Opfer leuchten, soll durch diese Putzaktion ein Zeichen gesetzt werden, dass diese Stolpersteine ein lebendiger Gedenkort sind und zur aktiven Gedenkarbeit auffordern.

Die Initiatoren freuen sich über Ihre Hilfe – machen Sie mit! Für Putzmaterial ist gesorgt.

‚Mit Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘ – Gedenkort für Hilde Radusch wurde eingeweiht

„Das ist ein toller Bezirk, dieses Schöneberg, in dem eine Lesbin und eine Kommunistin geehrt werden kann“, sagte Dr. Gabriele Wohlauf, eine Weggefährtin Hilde Raduschs, während der Eröffnung des Gedenkortes in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldstraße. Tatsächlich wurde an diesem 23. Juni der erste Berliner Gedenkort für eine lesbische Frau, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde eingeweiht.
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[Gedenkort Hilde Radusch mit Miss Marples Schwestern]
Um die 60 Menschen, vor allem Frauen, versammelten sich, um der Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch in Schöneberg beizuwohnen. Darunter auch Weggefährtinnen und Freundinnen von Radusch, wie Wohlauf, die sich durch Hilde Radusch haben bewegen lassen in ihrem Leben. Radusch war Dichterin, Politikerin, Kommunistin, Frauen-und Lesbenbewegte und vor allem eine Kämpferin. Sie gab nicht auf, als sie von den Nazis verfolgt wurde und auch nicht als sie ihre Arbeit als Leiterin des Schöneberger Büros der „Opfer des Faschismus“ verlor, da sie als „lesbisch“ denunziert wurde.
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[Gedenkort Hilde Radusch]
Als Miss Marples Schwestern an die SPD Fraktion in Tempelhof-Schöneberg herantraten, war klar, dass es politischer Wille sein musste diese Ausnahmeperson zu ehren. Der Antrag wurde 2009 eingebracht. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler beschrieb in ihrer Eröffnungsrede den Werdegang: Der Antrag wurde 2010 konsensual beschlossen, 2011 unterstützte die Bezirksverordnetenversammlung den Gedenkort mit Sondermitteln. Der mangelnde Kooperationswillen des Vermieters führte dazu, dass nicht eine unauffällige Gedenkplatte am ehemaligen Wohnhaus Raduschs zu finden ist, sondern statt dessen ein auffälliger Gedenkort in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldplatz entstand. Zwei Sitzgelegenheiten, stehen vor den Tafeln. Sie laden ein mehr über Hilde Radusch zu erfahren, die die/den Betrachter*in von einer der Tafel keck anschaut.
Ilona Scheidle, eine Mitstreiterin von Miss Marples Schwestern“ und Mitgestalterin der Inhalte auf der Tafel verlas einen persönlichen Brief an Hilde, den sie vor Ort verlas und beschrieb Radusch so: „Du warst Macherin und Kämpferin in Wort und Schrift, warst eine verletzbare Agitatorin der Ersten und Zweiten Frauenbewegung, hemmungslos leidenschaftliche Demokratin mit dem ‚Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘..“. Und in Anbetracht der gerade statt findenden Pride Week führte sie aus: „Frauen zu vergessen ist gesellschaftlich nicht mehr konsensfähig, konsensfähig ist, dass Lesben zur NS-Gedenkformation, dem Nadelöhr deutscher Geschichtsbewusstheit gehören. Gut so.“
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[Gedenkort Hilde Radusch mit Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin]

TSaktuell: Frauen sind aller Ehren wert

Die TSaktuell ist erschienen!

In der Juni-Ausgabe findet Ihr den Artikel Frauen sind aller Ehren wert
, denn bei der Benennung von Straßen spielen Frauen kaum eine Rolle. Das soll sich ändern. In den Artikel könnt Ihr hier reinschmulen.
Frauenstra�ennamen
Hast Du auch einen Vorschlag? Dann schick uns mit einer kurzen Begründung, warum gerade die von Ihnen vorgeschlagene Frau, geehrte werden soll. Wir reichen Deinen Vorschlag dann weiter.

TSaktuell: Eröffnung des Gedenkortes Hilde Radusch

Die TSaktuell ist erschienen.

In der Juni-Ausgabe findet Ihr einen Artikel zur Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch.

    Gern möchte ich Euch auf diesen Termin aufmerksam machen:
    am Freitag, den 22. Juni wird um 17 Uhr in der Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldstraße.

Mehr zur Kämpferin Hilde Radusch könnt Ihr hier lesen.
TSaktuell-HildeRadusch

Antrag: Frauen haben Vorrang – reloaded

Die Bezirksverordnetenversammlung bestätigt ihren Beschluss vom 16.2.2005 Drs. 1088/XVII Frauen haben Vorrang und ersucht das Bezirksamt bei Neubenennungen von öffentlichen Straßen , Plätzen, Grünanlagen und bezirklichen Einrichtungen die Namen von Frauen so lange vorrangig zum Zuge kommen zu lassen, bis eine im bezirklichen Gesamtbild angemessene Vertretung beider Geschlechter in der Benennung von Straßen, Plätzen, Grünanlagen und öffentlichen Einrichtungen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg erreicht ist.

Beteiligungsverfahren von Bürgerinnen und Bürger sowie den vor Ort angebundenen Akteuren sind anzustreben.

Ein thematischer Bezug bzw. ein Bezug zum Bezirk Temelhof-Schöneberg sind wünschenswert.

Dieser Antrag wurde am 10.05.2012 im Ausschuss für Frauen und Queer beschlossen. Der Antrag wird am 16.05.2012 in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht. Den weiteren Verlauf des Antrages finden Sie hier.

Frauennamenspool: Diese Frauen sollen auf Straßenschildern geehrt werden!

Wir wol­len Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen!

Die tra­di­tio­nel­le Ge­schichts­schrei­bung hatte Frau­en lange über­se­hen. Dies zeigt sich auch in der Be­nen­nung von Stra­ßen. In Tem­pel­hof-Schö­ne­berg fin­den sich kaum Frau­en auf Stra­ßen­schil­dern wie­der. Dabei sind weib­li­che Ga­li­ons­fi­gu­ren als Vor­bil­der für eine gleich­be­rech­tig­te Ge­sell­schaft sehr wich­tig. Mit einer Liste oder einem Na­men­spool mit Frau­en­na­men für Stra­ßen­be­nen­nun­gen, ver­bin­den wir den Wunsch, dem weib­li­chen Blick auf die Welt Aus­druck zu ver­lei­hen und die Viel­falt weib­li­chen Schaf­fens und Den­kens sicht­bar zu ma­chen. (Quel­le: Drs. 0209/XIX)

Für den An­trag Drs. 0209/XIX Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen re­cher­chier­te die ASF Tem­pel­hof- Schö­ne­berg für die SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg die Bio­gra­fi­en vie­ler tol­ler Frau­en, die wir für eh­rens­wert hal­ten:

Pina Bausch
Pina (Phil­ip­pi­na) Bausch (27.​07.​1940 in So­lin­gen – 30.​06.​2009 in Wup­per­tal) war eine deut­sche Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­fin, Tanz­päd­ago­gin und Bal­lett­di­rek­to­rin. Nach Ihr wurde das Tanz­thea­ter Pina Bausch in Wup­per­tal be­nannt, das Welt­ruhm er­lang­te. Pina Bausch, seit den 1970er- ​Jah­ren als Kul­tur­fi­gur der in­ter­na­tio­na­len Tanzs­ce­ne ge­fei­ert, gilt heute als eine der be­deu­tens­ten Cho­reo­gra­fen/innen der Ge­gen­wart. Ihren Stil präg­ten die Ver­stri­ckung von Tanz mit an­de­ren Gen­res der dar­stel­len­den Kunst wie Ge­sang aber auch Me­di­en­per­for­mance. Das Tanz­thea­ter Pina Bausch be­fin­det sich in der Part­ner­stadt Tem­pel­hof- ​Schö­ne­bergs Wup­per­tal.
Quel­len: http://​www.​pina- ​bausch.​de/​, http://​www.​pina- film.​de/​de/​pina- bausch.​html

Mar­ga­re­te Be­rent
Mar­ga­re­te Be­rent (9.​7.​1887 Ber­lin – 23.​6.​1965 New York) war 1919 die erste Frau mit einem ju­ris­ti­schen Staats­ex­amen in Preu­ßen und wurde zur Spe­zia­lis­tin für Ehe- und Fa­mi­li­en­recht. Sie pro­mo­vier­te 1914 „Über die Zu­ge­winn­ge­mein­schaft der Ehe­gat­ten“. Be­rent war Mit­be­grün­de­rin di­ver­ser Frau­en­ver­ei­ne dar­un­ter des Ju­ris­tin­ne­bun­des und des Aka­de­mi­ke­rin­nen­ver­eins sowie Vor­stands­mit­glied des Jü­di­schen Frau­en­bun­des. Ihre Pra­xis be­fand sich in der Goltz­str. 34. 1933 wurde Be­rent aus der Rechts­an­walts­pra­xis aus­ge­schlos­sen. 1939 emi­grier­te sie über Chile in die USA.
Quel­len: Jü­di­sche Frau­en im 19. und 20. Jahr­hun­ter. Le­xi­kon zu Leben und Werk, hrsg. Jutta dick, Ma­ri­na Sas­sen­berg, Rein­bek 1993.

Ger­trud Hanna
Ger­trud Hanna (22.​6.​1876- 26.​1.​1944 Ber­lin) war von 1909 bis 1933 Lei­te­rin des Ar­bei­te­rin­nen­se­kre­ta­ri­ats beim ADGB und Mit­glied des preu­ßi­schen Land­tags 1919 bis 1933 für die SPD. Sie setz­te sich für die An­er­ken­nung weib­li­cher Mit­glie­der in der Ge­werk­schaft ein und en­ga­gier­te sich in der SPD für die Frau­en­po­li­tik. Zer­mürbt von der Na­zi- ​Ver­fol­gung be­gang Hanna ge­mein­sam mit Ihrer Schwes­ter den Selbst­mord. Han­nah lebte vor 1918 in Neu- ​Tem­pel­hof.

Jenny Hirsch
Jenny Hirsch (25.​11.​1829 Zerbst – 10.​3.​1902 Ber­lin) war Frau­en- ​ und So­zi­al­ar­bei­te­rin, Schrift­stel­le­rin und Über­set­ze­rin. Sie war Mit­be­grün­de­rin des All­ge­mei­nen Deut­schen Frau­en Ver­eins (ADF) und des in Schö­ne­berg an­säs­si­gen Let­te- ​Ver­eins, in dem sie zeit­wei­lig Schrift­füh­re­rin war. Als Mit­ar­bei­te­rin zahl­rei­cher Frau­en­zeit­schrif­ten gab sie unter an­de­rem „Frau­en- ​An­walt. Organ des Ver­ban­des der Frau­en­bil­dungs- ​ und Er­werbs­ver­ei­ne“ her­aus.

Clara Im­mer­wahr, verh. Haber
Clara Im­mer­wahr (21.​6.​1870 – 2.​5.​1915) war die jüngs­te Toch­ter des Che­mi­kers Phil­lip Im­mer­wahr und sei­ner Ehe­frau Anna Krohn, einer gut­bür­ger­li­chen Fa­mi­lie in Bres­lau. Nach einer Leh­re­rin­nen­aus­bil­dung stu­dier­te Clara Che­mie. Als erste Frau an der Uni­ver­si­tät Bres­lau pro­mo­vier­te sie 1900 in phy­si­ka­li­scher Che­mie. Ihren Ab­schluß mach­te sie „Summa cum Laude“. 1901 hei­ra­te­te sie den Che­mi­ker Fritz Haber. Sie hoff­te auch als Ehe­frau wei­ter in der For­schung ar­bei­ten zu kön­nen, diese Hoff­nung er­füll­te sich nicht. Wäh­rend Fritz eine stei­le Kar­rie­re mach­te und schließ­lich zum Di­rek­tor des In­sti­tuts für Phy­si­ka­li­sche Che­mie und Elek­tro­che­mie der Kai­ser- ​Wil­helm- ​Ge­sell­schaft be­ru­fen wurde, muss­te Clara die un­dank­ba­re Rolle der re­prä­sen­tie­ren­den, um­sor­gen­den und al­len­falls zu­ar­bei­ten­den Pro­fes­so­ren­gat­tin über­neh­men. In der Ehe kri­sel­te es. Fritz war fa­na­ti­scher Pa­tri­ot und wid­me­te seine For­schun­gen voll­kom­men der Suche nach neuen Kampf­ga­sen. Im Laufe des Krie­ges wurde er Ab­tei­lungs­lei­ter im Kriegs­mi­nis­te­ri­um und über­nahm die wis­sen­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung für das ge­sam­te Gas­kampf­we­sen. Clara bezog dazu deut­lich Stel­lung und be­zeich­ne­te das ganze Un­ter­neh­men als «Per­ver­si­on der Wis­sen­schaft», Haber warf ihr «Lan­des­ver­rat» und «an­ti­mi­li­tä­ri­sche Ein­stel­lung» vor. Am 22. April 1915 be­feh­lig­te Haber an der West­front bei Ypern in Bel­gi­en den erst­ma­li­gen Ein­satz von Chlor­gas. Am 2. Mai 1915 er­schoss sich Clara aus Pro­test gegen die von ihrem Mann ge­lei­te­te erste che­mi­sche Mas­sen­ver­nich­tung und deren un­ab­seh­ba­re Fol­gen. Doch am nächs­ten Tag stand in der Zei­tung, das die Grün­de für ihren Frei­tod un­be­kannt seien. Seit 1991 ehrt der Ver­ein In­ter­na­tio­na­le Ärzte für die Ver­hü­tung des Atom­krie­ges (IPPNW)das An­denken an die Pa­zi­fis­tin mit der Ver­lei­hung der Cla­ra- ​Im­mer­wahr- ​Me­dail­le

Luise Kau­tsky
Luise Kau­tsky (11.​8.​1864 Wien – 1.​11.​1944 Aus­schwitz- ​Bir­ken­au) war als Ehe­frau von Karl Kau­tsky seine po­li­ti­sche Weg­ge­fähr­tin und un­ent­behr­li­che Stüt­ze. Sie hat durch ei­gen­stän­di­ge Über­set­zun­gen so­zia­lis­ti­scher Texte aus dem Eng­li­schen und Fran­zö­si­schen maß­ge­bend zur in­ter­na­tio­na­len Ver­stän­di­gung der Ar­bei­ter­be­we­gung bei­ge­tra­gen. Als Freun­din von Rosa Lu­xem­burg war sie deren erste Bio­gra­fin. Als Jüdin wurde sie mit 80 Jah­ren nach Ausch­witz- ​Bir­ken­au de­por­tiert. Auf dem Kran­ken­la­ger ant­wor­te­te sie, dem Tode nahe, dem KZ- ​Arzt Men­ge­le auf seine Frage, ob sie des Kom­mu­nis­ten Frau sein: „ Ich bin des So­zia­lis­ten Frau“. Luise Kau­tsky war seit 1890 mit Karl Kau­tsky ver­hei­ra­tet. Al­lein in Frie­denau hatte das Ehe­paar mit ihren drei Söh­nen vier Wohn­adres­sen. Von 1900 bis 1902 wohn­ten sie in dem heute denk­mal­ge­schütz­ten Haus Saar­stra­ße 14. Das Haus wurde zum Treff­punkt der frü­hen So­zi­al­de­mo­kra­tie. Die drei Söhne gin­gen in Frie­denau zur Schu­le. Au­ßer­dem lebte sie in der Wie­land­stra­ße 26.

Erna Pros­kau­er
Erna Pros­kau­er (5.​8.​1903 – 18.​1.​2001), ge­bo­ren in Brom­berg, muss­te sie mit 17 Jah­ren ihre Ge­burts­stadt auf­grund des Ver­sail­les Ver­tra­ges ver­las­sen. Die Fa­mi­lie zieht nach Ber­lin in die Kai­ser­al­lee (heute Bun­des­al­lee). Erna Pros­kau­er stu­diert als eine der ers­ten Frau­en Rechts­wis­sen­schaf­ten. 1933 wird die frisch­ge­ba­cke­ne Ge­richt­s­as­ses­so­rin „bis auf wei­te­res“ vom Dienst sus­pen­diert. Als Jüdin wird ihr auch die Zu­las­sung als An­wäl­tin ver­wei­gert. Zu­sam­men mit ihrem Mann Max, der eben­falls Ju­rist ist, emi­griert sie nach Is­ra­el. An­fang der 50er Jahre keh­ren sie nach Deutsch­land zu­rück. Sie neh­men sich eine Woh­nung in Schö­ne­berg, Max lässt sich als An­walt nie­der. Erna be­an­tragt die Wie­der­auf­nah­me in den Jus­tiz­dienst, doch diese wird ihr nach jah­re­lan­gen Pro­zes­sen letzt­end­lich mit der Be­grün­dung ver­wei­gert, daß Erna Pros­kau­er nicht als Jüdin be­nach­tei­ligt wor­den sein soll, son­dern aus be­am­ten­recht­li­chen Grün­den zu­al­ler­erst „als ver­hei­ra­te­te Frau“. Dafür gibt es keine Wie­der­gut­ma­chung. Für ihre „Ver­diens­te um die Ber­li­ner Jus­tiz“ wurde Erna Pros­kau­er 1995 das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen. Sie starb 2001 in ihrem 98. Lebensjahr.​Sie starb 2001 in ihrem 98. Le­bens­jahr.

Ger­tru­de Sand­mann

Ger­tru­de Sand­mann (16.​11.​1893 in Ber­lin – 6.​1.​1981 Ber­lin) war eine Ber­li­ner Künst­le­rin und Grün­de­rin der Grup­pe L47. Als les­bisch jü­di­sche Ma­le­r­in durf­te sie zu­nächst nicht an der Aka­de­mie der Küns­te ler­nen und be­leg­te Kurse beim Ver­ein Ber­li­ner Künst­le­rin­nen. In der NS- ​Zeit wurde sie ver­folgt und tauch­te unter. Ihre Ge­dan­ken zum Über­le­bens­kampf im Ber­li­ner Un­ter­grund, zum Ju­den­tum und der ge­sell­schaft­li­chen Po­si­ti­on Frau las­sen Ihre Werke in einem po­li­ti­schen Kon­text er­schei­nen.

Eli­sa­beth Schu­ma­cher
Eli­sa­beth Schu­ma­cher (geb. Ho­hen­em­ser: 28.​04.​1904 – 22.​12.​1942 Ber­lin) war Gra­fi­ke­rin und Mit­glied der „Roten Ka­pel­le“. Wäh­rend des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges ko­pier­te und mi­ni­a­tu­ri­sier­te sie ge­hei­me Ma­te­ria­li­en der deut­schen Luft­waf­fe, und ver­teil­te mit der Grup­pe il­le­gal Flug­blät­ter und do­ku­men­tier­te Ver­bre­chen des NS- ​Re­gimes. Sie ver­brei­te­te selbst il­le­ga­le Wi­der­stands­schrif­ten und ver­such­te, jü­di­sche An­ge­hö­ri­ge vor der De­por­ta­ti­on zu schüt­zen. 1942 wur­den Sie, ihr Mann, der Bild­hau­er Kurt Schu­ma­cher, den sie 1934 ge­hei­ra­tet hatte, und zahl­rei­che wei­te­re Mit­glie­der Wi­der­ständ­ler ver­haf­tet. Sie wurde am 19. De­zember vom Reichs­kriegs­ge­richt wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat“, „Lan­des­ver­rat“ und wei­te­rer po­li­ti­scher Ver­ge­hen zum Tode ver­ur­teilt und am 22. De­zember im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin- ​Plöt­zen­see unter dem Fall­beil hin­ge­rich­tet.

He­le­ne Stö­cker
He­le­ne Stö­cker (13.​11.​1869 El­ber­fels – 24.​2.​1943 New York) war eine deut­sche Se­xu­al­re­for­me­rin und Pa­zi­fis­tin. Stö­cker war eine der ers­ten Ber­li­ner Ab­itu­ri­en­tin­nen und Gast­hö­re­rin­nen der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät. 1905 Grün­de­te sie den „Bund für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“. Ihr Frie­de­nau­er Wohn­sitz in der Sen­ta­stra­ße 5 wurde zweit­wei­se zum Sitz des Ver­eins. Stö­cker setz­te sich u.a. für die Se­xu­al­auf­klä­rung, Ver­hü­tung und Se­xu­al­hy­gie­ne sowie für die Straf­frei­heit der Ab­trei­bung, freie Se­xua­li­tät für Frau­en auch au­ßer­halb der Ehe und männ­li­che Ho­mo­se­xua­li­tät ein. Mit Aus­bruch des Ers­ten Welt­krie­ges en­ga­gier­te sich Stö­cker in der Frie­dens­be­we­gung und wurde Mit­glied des „Bun­des für Kriegs­dienst­geg­ner“ (BdF). Nach der Macht­über­nah­me der Nazis floh sie über die Schweiz und Schwe­den in die USA.

Gerda Sze­pans­ky
Gerda Sze­pans­ky (geb.: 6. De­zember 1925 Ber­lin – 3. Au­gust 2004 Ber­lin- ​Ma­ri­en­dorf) war Jour­na­lis­tin, Leh­re­rin, und Pu­bli­zis­tin und er­hielt 1996 das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Bande ver­lie­hen. In der Nach­kriegs­zeit wur­den sie und ihr Mann Wolf­gang Sze­pans­ky, ein Über­le­ben­der des KZ Sach­sen­hau­sen, den sie auf einer Ver­samm­lung an­ti­fa­schis­ti­scher Leh­rer kurz nach Kriegs­en­de ken­nen­ge­lernt hatte, wegen „ak­ti­ver Be­tä­ti­gung im Sinne der SED“ per Straf­be­scheid aus dem Schul­dienst ent­las­sen. Sie über­nahm die Lei­tung des Kul­tur­clubs der Ge­sell­schaft für Deutsch- ​So­wje­ti­sche Freund­schaft in West- ​Ber­lin. Als His­to­ri­ke­rin be­schäf­tig­te sie sich mit der Auf­ar­bei­tung der Le­bens­ge­schich­ten von Frau­en, sie en­ga­gier­te sich für die Ge­denk­stät­te des Frau­en- ​KZ Ra­vens­brück, or­ga­ni­sier­te Austel­lun­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gern für die Bran­den­bur­gi­sche Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung und war auch im Ver­band deut­scher Schrift­stel­ler in der Ge­werk­schaft ver.​di aktiv.

Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us
Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us (geb.: 24. Ja­nu­ar 1843 auf Rügen – 5. Mai 1927 Ber­lin) war eine der ers­ten deut­schen Ärz­tin­nen und Kämp­fe­rin für die Öff­nung der Uni­ver­si­tä­ten für Frau­en.
Nach dem Schul­ab­schluss ar­bei­te­te sie zu­nächst als Er­zie­he­rin auf Rügen und in Eng­land, bevor sie sich ent­schloss, Me­di­zin zu stu­die­ren. In Deutsch­land war es Frau­en zu die­ser Zeit nicht ge­stat­tet die Uni­ver­si­tät zu be­su­chen, daher ging sie 1871 nach Zü­rich, wo be­reits seit den 1860er Jah­ren Frau­en im­ma­tri­ku­liert wur­den und ihnen das Pro­mo­ti­ons­recht ge­bo­ten wurde. Be­reits 1876 schloss sie ihr Me­di­zin­stu­di­um mit her­vor­ra­gen­den Leis­tun­gen ab und ging an­schlie­ßend als Vo­lon­tär­ärz­tin nach Leip­zig, dann in die Kö­nig­li­che Ent­bin­dungs­an­stalt Dres­den, wo sie sich ver­geb­lich um eine Ap­pro­ba­ti­on be­müh­te. Dar­auf­hin zog sie nach Ber­lin und grün­de­te ge­mein­sam mit Emi­lie Leh­mus im Prenz­lau­er Berg eine ei­ge­ne Pra­xis, sie muss­ten sich dabei je­doch als „Dr. med. in Zü­rich“ aus­wei­sen und hat­ten damit nur etwa den Sta­tus eines Heil­prak­ti­kers. 1908 er­öff­ne­te sie ge­mein­sam mit einer wei­te­ren Kol­le­gin, Agnes Ha­cker, Mit­be­grün­de­rin des „Deut­schen Bun­des für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“, die „Chir­ur­gi­sche Kli­nik weib­li­cher Ärzte“. Dort wurde ins­be­son­de­re auch Ar­bei­te­rin­nen die ärzt­li­che Be­hand­lung durch nied­ri­ge Ho­no­ra­re er­mög­licht, und vor allem jun­gen Ärz­tin­nen Aus- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten ge­bo­ten. Noch im glei­chen Jahr wur­den Frau­en erst­mals an preu­ßi­schen Uni­ver­si­tä­ten, und ab 1914 zur Ap­pro­ba­ti­on zu­ge­las­sen.

Sie ken­nen tolle Frau­en nach denen Stra­ßen be­nannt wer­den kön­nen? Wir freu­en uns über Ihre Vor­schlä­ge an post(at)spd- fraktion- tempelhof- schoeneberg.​de

Presseerklärung: Frauen in Tempelhof-Schöneberg sichtbar machen!

Zur Plenarsitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 25. April 2012 bringen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam einen Antrag ein, der es sich zum Ziel setzt, Frauen im öffentlichen Straßenland sichtbar zu machen. Durch einen Pool mit Namen von Frauen, die Großes geleistet haben, soll sich dies nun ändern. Denn, obwohl die Bezirksverordnetenversammlung schon 2004 einen Beschluss fasste, der die bevorzugte Benennung von Straßen und bezirklichen Einrichtungen nach Frauen vorsieht, gab es immer wieder Diskussionen darum, ob Männer nicht wieder stärkere Beachtung finden sollten.

Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Laut einer Mitteilung zur Kenntnisnahme von 2005 gibt es in Tempelhof-Schöneberg 385 Straßen, davon sind 28 Straßen nach Frauen benannt, etwa ein Drittel der Namen bezieht sich auf Figuren aus Wagneropern und aus der Mythologie. Seit dem sind eine Handvoll Frauen auf Schilder gekommen, darunter die Erika Gräfin von Brockdorff in Schöneberg oder Hildegard Knef am Bahnhof Südkreuz.

„Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig.“, stellen die frauenpolitische Sprecherin, Marijke Höppner (SPD), und der frauenpolitische Sprecher, Marius Feldkamp (Bündnis 90/Die Grünen), fest. „Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.“

Dass es den beiden Fraktionen ernst ist, zeigt sich darin, dass sie dem Wunsch nach einem Namenspool schon mehrere Namen beigefügt haben, darunter die antifaschistische Autorin Gerda Szepansky aus Mariendorf und die jüdisch lesbische Malerin Gertrude Sandmann.

Antrag: Frauen im Bezirk sichtbar machen!

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

1) Die BVV ersucht das Bezirksamt einen Namenspool bzw. eine Namensliste mit Frauennamen anzufertigen, die für eine Straßenbenennung in Tempelhof-Schöneberg in Frage kommen. Die Namensvorschläge sind mit einer Begründung zu versehen. Die Liste soll nicht abschließend sein und kontinuierlich ergänzt werden können, auch durch direkte Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern. Die Namensvorschläge sollen vom Amt für Weiterbildung und Kultur gesammelt und einmal jährlich dem zuständigen Ausschuss vorgelegt werden. Die Vorlage ist mindestens einen Monat vor Einbringung in den Ausschuss öffentlich zu machen.

2) Folgende Personen sind bei der Liste zu berücksichtigen:
Pina Bausch
Margarete Berent
Gertrud Hanna
Jenny Hirsch
Clara Immerwahr
Luise Kautsky
Erna Proskauer
Getrude Sandmann
Elisabeth Schumacher
Helene Stöcker
Gerda Szepansky
Franziska Tiburtius

Begründung:

Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig. Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen, verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.

Den Verlauf dieses Antrages finden Sie hier.

Eingebracht in die BVV am 25.04.2012.

Dieser Antrag wird gemeinsam von der SPD Fraktion und Bündnis 90/Die grünen eingebracht.

Antrag: Ausstellung Homestory Deutschland

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob die Ausstellung „Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ sowie die dazugehörige Szenische Lesung im Rahmen des Programms Cross Kultur 2012 oder 2013 in Tempelhof-Schöneberg gezeigt und aufgeführt werden können.

Begründung:

„Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ ist eine Ausstellung der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – ISD Bund e.V., gefördert durch die Bundeszentrale politische Bildung und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft – EVZ.
Die Ausstellung wird als ein kollektives Selbstportrait beschrieben, dass afrikanische, afrikanisch-amerikanische und afrikanisch-deutsche Erinnerungstraditionen aufgreift. Mündliche und schriftliche Weitergabe gelebter Erfahrungen kommt eine maßgebliche Rolle zu.
Siebenundzwanzig aufbereitete Biografien schwarzer Männer und Frauen stellen exemplarisch dar wie gesellschaftliche Verhältnisse sich in den individuellen Lebensentwürfen widerspiegeln. Während eine bebilderte Zeitleisten Schwarze Geschichte von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart faktisch belegen.
Die Szenische Lesung der Autorinnen ManuEla Ritz und Sharon Otoo zeichnet sechs Schwarze deutsche Lebensgeschichten nach, die einen Bogen über 300 Jahre deutsche Geschichte spannen.
Mehr Infos unter www.homestory-deutschland.de

Den Verlauf des Antrages finden sie hier.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 25.04.2012

Frauenpolitischer Bericht der Aktivitäten der SPD Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg

An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekte der Mädchen- und Frauenprojekte und -vereine in Tempelhof-Schöneberg:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit der Konstituierung der Bezirksverordnetenversammlung und der Wahl des Bezirksamtes ist etwas Zeit verstrichen und so möchte ich die letzten Züge des Frauenmonats März nutzen, um Ihnen einen Überblick über die frauenpolitischen Schwerpunkte der SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg zu geben.

Tempelhof-Schöneberg nimmt im Vergleich der Bezirke eine besondere Rolle ein. Während andere Bezirke ausschließlich Männer zu Bürgermeistern gewählt haben, hat Tempelhof-Schöneberg mit Angelika Schöttler (SPD) eine kompetente und engagierte Frau zur Bürgermeisterin gemacht. Im Bezirksamt bilden Frauen die Mehrheit. Das Präsidium wird ausschließlich von Frauen geleitet. Diese Besonderheit gegenüber den anderen Bezirken soll sich natürlich auch in der Politik wiederfinden. Seit Januar konnten wir mehrere Anträge stellen:

- Die Beteiligung der Bürgermeisterin und der Stadträtinnen und Stadträte am Girl’s Day 2012 wurde zu unserer ersten frauenpolitischen Forderung. Mit einer Mehrheit aus SPD, Grünen, Piraten und Der Linken wurde der Antrag beschlossen.

- Auch Erinnerungskultur wird ein Standbein unserer frauenpolitischen Arbeit sein. Mädchen und junge Frauen brauchen starke Vorbilder. Das Leben und Schicksal Mathilde Hofers, einer bewundernswert starken Frau, gestorben in Ausschwitz, soll anlässlich des internationalen Gedenktages an den Holocaust in einer Ausstellung gewürdigt werden.

- Ende vergangenen Jahres führten die Vereinten Nationen den Weltmädchentag ein. Am 11. Oktober 2012 soll nun auch in Tempelhof-Schöneberg das erste Mal auf die enachteiligungen und das Ungleichgewicht von Mädchen und jungen Frauen hingewiesen werden.

- Lisa Albrecht war Turnlehrerin des Arbeiter_innensports,Frauenrechtlerin und Pazifistin. Als engagierte Sportlerin und Widerständlerin gegen das Naziregime, soll sie Vorbild für viele Sportler und Sportlerinnen im Bezirk werden. Wir beführworten daher die Benennung der Sporthalle am Baußnernweg nach Lisa Albrecht. Der Antrag befindet sich in der Ausschussberatung.

Ein frauenpolitischer Schwerpunkt soll auch weiterhin auf der Förderung von Frauen im Sport liegen. Unser politisches Anliegen haben wir mit einem Besuch des Schöneberger Fraueneishockeyteams, den OSC Eisladys, gestützt. Frauensport wird immer noch medial und finanziell vernachlässigt. Dies wollen wir ändern!

Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns wichtig. Viele Menschen, besonders junge Frauen und Mädchen identifizieren sich mit ihr. Sogenannte Ehrenmorde sind eine spezifische usprägung von Gewalt gegen Frauen, die wir bekämpfen müssen. Wir möchten allerdings vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums warnen. Dort werden Frauen immer dann zu Opfern gemacht, wenn die Tat einem bestimmten Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Häusliche Gewalt findet unabhängig von Ethnie, Bildungsniveau und sozialem Status statt. Alle Formen von Gewalt sind gleich schwerwiegend.

Eingesetzt haben wir uns auch für den Erhalt der Seniorinnenfreizeitstätte Huzur. Frauen, vorwiegend mit türkischem Migrationshintergrund, treffen und organisieren sich dort. Huzur ist ein einmaliges Angebot für Seniorinnen nicht deutscher Herkunftssprache im Bezirk.

Eine weitere kleine Anfrage diente der Ermittlung des Bedarfs von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade. Erschreckend sind die Zahlen des Polizeiabschnitts, der einen Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verzeichnet. Wir werden die Ergebnisse auswerten und politisch Handeln. Die kleine Anfrage finden Sie zeitnah hier.

Frauenpolitik bedeutet auch sich zu vernetzen – auch überparteilich. Daher haben sich Frauen der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen entschieden gemeinsam frauenpolitische Projekte zu verfolgen.

Seit Januar gestalten wir bezirkliche Frauenpolitik und konnten einiges anstoßen. Bezirkliche Frauenpolitik ist jedoch mehr als das, was wir in der Bezirksverordnetenversammlung besprechen. Sie lebt von Ihrem Engagement in den Projekten und Vereinen. Daher möchte ich Sie herzlich einladen Ihre Anliegen mit mir zu teilen.

Mit freundlichen Grüßen

Marijke Höppner

Kleine Anfrage: Kunst am Bau

Kleine Anfrage, lfd. Nr. 0020/XIX der Bezirksverordneten Marijke Höppner
betr.: Kunst am Bau

Sehr geehrte Frau Dittmeyer,

die o.g. Kleine Anfrage beantworte ich nach Abstimmung mit der Abt. Bauwesen wie folgt:

1. Inwiefern wird die Regelung zu „Kunst am Bau, Kunst im Stadtraum“ als Bestandteil der Allgemeinen Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins und der Bezirke (Anweisung Bau – ABau – Teil I „Allgemeines“ Nr. 7 http://www.berlin.de/imperia/md/content/senwfk/pdf-datei-en/kiskab/rundschreiben.pdf?start&ts=1175673644&file=rundschreiben.pdf%29) im Bezirk umgesetzt?

Antwort: Die entsprechenden Regelungen der Anweisung Bau werden grundsätzlich umgesetzt. Beispiel: Kunst am Bau im Rahmen des Konjunkturpakets II für den Neubau der Sporthalle Bergius-Schule.

2. Wie häufig tagt die durch das Kunstamt zu betreuende Beratungskommission zu Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum?

Antwort: Die Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission zu Kunst am Bau ist in der Anweisung Bau nicht vorgesehen. Gem. der Anweisung Bau ist bei der für kulturelle Angelegenheiten zuständigen Senatsverwaltung vielmehr ein „Beratungsausschuss Kunst“ einzurichten. Dies ist auch erfolgt.
Gegenwärtig prüft das Bezirksamt, ob die zusätzliche Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission zweckmäßig ist. Die Durchführung von Maßnahmen gem. der Anweisung Bau ist von der Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission unabhängig.

3. Wie ist der Beratungsausschuss im Bezirk besetzt?

Antwort: Siehe Antwort zu Frage 2

4. Inwiefern wurde die Kommission ihrer Verantwortung entsprechend I 3. Der AA gerecht?

Antwort: „I 3 der AA“ ist der SE FM nicht bekannt.

5. Wie häufig wurde/wird der BVV ein Bericht zu Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum vorgelegt?

Antwort: Siehe Antwort zu Frage 2.
Die SE FM informiert die zuständigen Ausschüsse regelmäßig über die Einleitung als auch die Umsetzung von Bauvorhaben.
In Vorbereitung befindet sich zur Neukonstituierung der bezirklichen Kommission Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum eine BA-Vorlage, die in enger Abstimmung zwischen der Abt. Bauwesen und der Abt. Bildung, Kultur und Sport erarbeitet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Jutta Kaddatz

„Wir sind alle anders“ – Frauenmonat März in Tempelhof-Schöneberg

Zwischen dem 2. und dem 31. März findet erneut das spannende und bunte Programm des Frauenmärz Tempelhof-Schöneberg statt. Diesmal mit dem Motto „Wir sind alle anders“.
Der Frauenmärz wird jährlich anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März durchgeführt. Die initiale Forderung des Weltfrauentages, die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft, ist auch heute weiterhin aktuell.

Weitere Informationen zum Programm des Frauenmärzes 2012 und zum
Eröffnungsfest mit Prof. Dr. Gesine Schwan und der Sängerin Maren Kroymann finden Sie hier.

Besonders erwähnenswert ist die Diskussionen um Equal Pay am 15. März sowie zum Schönheitswahn und -pperationen unter dem Titel „Wa(h)re Schönheit“ am 21. März (mit dabei die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert).

Die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg unterstützt den Frauenmärz. Das vielfältige Programm ist Ausdruck der vielfältigen Fähigkeiten der Frauen in der Gesellschaft.

Antrag: Ausstellung „Berliner Tatorte“ im Rathaus Schöneberg zeigen

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Dokumentationen („Berliner Tatorte“) rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt im Rathaus Schöneberg auszustellen.
Weiterhin soll geprüft werden, welcher öffentliche Tempelhofer Standort in Frage kommt, die Ausstellung zusätzlich zu zeigen.
Die Ausstellung von Reachout Berlin zusammengestellt, umfasst 60 in DIN A3 Format gerahmte Aufnahmen von Tatorten, mit angefügter Beschreibung des Tathergangs.
Das Bezirksamt wird ersucht, alle Tempelhof/Schöneberger Schulen auf die Ausstellung hinzuweisen.

Begründung:

Rechte Gewalt gegen politisch Andersdenkende, aus rassistischen und antisemitischen Motiven, sind in unserer Gesellschaft kein Einzelphänomen. Diese Art von Gewalt hat zugenommen, deshalb ist es wichtig für die breite Öffentlichkeit eine stärkere Sensibilität für diese menschenverachtenden Handlungen zu schaffen. Mit der Ausstellung kann ein Nachdenken über ein demokratisches, tolerantes Miteinander geschaffen werden. Zudem kann ebenso eine verstärkte Wachsamkeit und Zivilcourage befördert werden. Diese Ausstellung sollte ein Zeichen setzen, dass alle demokratisch gewählten Parteien Gewalt aus rassistischen und antisemitischen Gründen nicht nur ablehnen, sondern auch verurteilen.

Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 15.02.2012.

Antrag: Mathilde Hofer – Schicksal einer bewundernswert starken Frau

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob die Ausstellung „Am Ende stand Auschwitz: Das Schicksal der Mathilde Hofer“ anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in Tempelhof-Schöneberg im Januar 2013 in Kooperation mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ gezeigt werden kann.

Begründung:

„Mathilde Hofer, aus wohlhabender jüdischer Familie stammend, war seit 1903 mit dem expressionistischen Maler Karl Hofer verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hatte. Ihre eigene Laufbahn als Sängerin gab sie zugunsten der Kinder und der künstlerischen Karriere ihres Mannes auf. Die Ehe wurde 1938 geschieden.

In der Zeit danach lebte Mathilde Hofer – nicht mehr geschützt durch eine privilegierte Mischehe – in Wiesbaden in der Kapellenstraße. Am 1. 09. 1942 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Wiesbadener Polizeigefängnis gebracht. Von dort wurde

sie am 28. Oktober 1942 zunächst nach Ravensbrück, dann nach Auschwitz deportiert und dort am 21. 11. 1942 ermordet.“ Mathilde Hofers Nachlass beinhaltet „einzigartige Bild- und Textdokumente aus dem Nachlass Mathilde Hofers. Sie geben Einblick in das Leben und tragische Schicksal einer bewundernswerten, starken Frau.“ (Quelle: http://www.am-spiegelgasse.de/wp-content/downloads/Flyer-Hofer.pdf)

Mathilde Hofer lebte zeitweise in der Grunewaldstraße 44 in Schöneberg.

Einer der über 900 Gedenksteine, die die Schülerinnen und Schüler der Löcknitz-Grundschule zu einer Gedenkmauer an die jüdischen Nachbarn errichtet haben, trägt den Namen von Mathilde Hofer.

Den Verlauf des Antrages können Sie hier verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012

CrossKultur 2011 – Ein vielfätiges Programm

Der internationale Tag für Toleranz am 16. November und der internationalen Tag des Migranten am 18. Dezember bieten den Rahmen für eine
außergewöhnliche bezirkliche Kulturveranstaltung: CrossKultur2011.

Ausgehend davon, dass ein Drittel der Tempelhof-Schöneberger Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, will CrossKultur ein ulturprogramm bieten, dass über die üblichen Kulturangebote hinaus geht. Die Integrationsbeauftragte Gabriele Gün Tank sagt es so: „CrossKultur versucht der Vielfalt, den unterschiedlichen Identitäten im Bezirk, Raum zu geben.“ Dabei wird auf kulturelle Ebene sichtbar gemacht, was interkulturell in Tempelhof-Schöneberg geleistet wird.

Das Programm bietet wieder viel unterhaltendes: Kinovorführungen, Lesungen, Musik, interkulturelle Stadtführungen und Diskussionen bietet das
Programm. Zum Beispiel zeigt die Urania am 7. Dezember Alamanya, am 5. Dezember liest Sineb al Masrar aus Muslim Girls, bei der beliebten Dolmus Tour wird der Bezirk am 16. Dezember unter der Überschrift „Interkulturalität“ erkundet und Vieles mehr.

Der Abschluss-Event findet am 17. Dezember in der Weißen Rose statt. Dort wird in den internationalen Tag des Migranten hineingefeiert. Mehr erfahren Sie unter: http://www.cross-kultur.de.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg besucht gemeinsam eine Veranstaltung der Reihe CrossKultur2011. Mehr dazu finden Sie hier.

Russischsprachiges Theaterstück „Das bucklige Pferdchen“ begeisterte nicht nur Kinder

Zum Besuch des Theaterstücks „Das bucklige Pferdchen“ hatte die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert am 3. September russischsprachige und russisch-lernende Kinder und ihre Eltern unseres Bezirks Tempelhof-Schöneberg eingeladen. Das Interesse war riesengroß, das Theater proppenvoll. Sie alle waren gekommen, um das Märchen von Pjotr Jerschow, eines der schönsten russischen Märchen überhaupt, zu sehen. Diese Sonderaufführung erfolgte in Kooperation mit dem im Schöneberger Norden gelegenen Theater „RUSSISCHE BÜHNE“.

Die Darstellungskraft des Ensembles der „RUSSISCHEN BÜHNE“ war einfach mitreißend. Die Geschichte „Das bucklige Pferdchen“, welches in Wahrheit ein Zauberpferd ist und Iwan, der bislang immer vom Pech verfolgt wurde nun zu seinem Glück verhilft, wurde bild- und bewegungsreich gespielt.

Für die meisten Kinder war es das erste Mal, dass sie ein Theater besuchten. Viel Spaß hatten sie zudem vor und nach der Aufführung am Glücksrad und beim Gewinnen toller Preise. Herzlichen Dank an die UnterstützerInnen des Landesverbandes der SPD Berlin.

Die SPD-Abgeordnete für Schöneberg Annette Fugmann-Heesing und die Bezirksverordnete Marijke Höppner waren ebenfalls voller Begeisterung dabei und nutzen diesen Besuch auch zu ausführlichen Gesprächen mit dem Leiter des Theaters Ilja Gordon.

Das Theater „RUSSISCHE BÜHNE“ befindet sich in der Kurfürstenstraße 123 im Norden Schönebergs. Hier werden Theaterstücke in russischer Sprache aufgeführt. Künftig will die Theatergruppe auch Stücke in anderen Sprachen, u.a. in deutsch, inszenieren. Damit möchte das Theater zu mehr interkultureller Vielfalt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg beitragen.

Besuchen Sie das Theater „RUSSISCHE BÜHNE“. Es lohnt sich!

Russisches Theater

Zwischen Morgen und Abend – Stadtspaziergang in den Ceciliengärt

Zwischen dem Morgen und dem Abend von Georg Kolbe (1877-1947) haben die Besucher des Stadtspaziergangs am Samstagvormittag (03.09.2011) interessante Details aus der Geschichte und Architektur der Ceciliengärten erfahren. Gudrun Blankenburg, Berliner Stadtführerin, erzählte vom Fassadenschmuck der Häuser, die verschiedene Darstellungen zu den Themen Kinderspiel und Verkehr zeigen sowie von der Formensprache der unterschiedlichen Türgestaltungen aus dem Art Déco.

Oberster Planer der von 1920 bis 1927 errichteten Ceciliengärten war Heinrich Lassen, Schöneberger Stadtbaurat, der der Reformarchitektur der damaligen Zeit durch die gärtnerische Gestaltung, künstlerische Ausstattung und die durchsonnten Wohnungen ein besoderes Denkmal gesetzt hat. Zwei Besonderheiten der Ceciliengärten sind der Atelierturm, in dem der sozialkritische und realistische Maler Hans Baluschek zwischen 1929 und 1933 wohnte und arbeitete und die Gartenarchitektur, zu der auch der Morgen und der Abend gehören. Es sind auch die beiden Frauenstandbilder des Bildhauers Georg Kolbe auf der zentralen Grünanlage, die im Sommer von leuchtend rosafarbenen Rosensträuchern umsäumt werden. 1929 war der Morgen Bestandteil der des Deutschen Pavillions auf der Weltausstellung in Barcelona, der von Mies van der Rohe entworfen wurde und der eine Ikone des modernen Bauens geworden ist.
Cecilien

Ohne Macht gibt es keine Veränderung

„Ohne Macht gibt es keine Ver­än­de­rung“ stell­te die Au­to­rin fest. In „Auf Au­gen­hö­he oder wie Frau­en be­gan­nen die Welt zu ver­än­dern“ geht es um Heli Ih­le­feld, ihren Wer­de­gang und die Gren­zen an die sie schließ­lich mit der Frau­en-​ und Gleich­stel­lungs­po­li­tik als Frau­en­be­auf­trag­te der Te­le­kom stößt.

Im Schö­ne­ber­ger Cafe An­tik­flair lausch­ten die an­we­sen­den Frau­en den ge­le­se­nen Wor­ten der Au­to­rin. Ih­le­feld be­rich­te­te von ihrer all­täg­li­chen Ar­beit, ihren Vi­sio­nen und Ideen, wie sie sich Ge­set­zes­grund­la­gen zu eigen mach­te und an den stol­zen Män­nern schei­ter­te, die den Mit­ar­bei­te­rin­nen lie­ber Heim und Herd zu­ge­stan­den, als Be­triebs­kin­der­gär­ten. Und sie be­rich­te­te von den Män­nern, die in Ihren lo­ka­len Be­rei­chen das haus­in­ter­ne Gleich­stel­lungs­pro­gramm in der Hand nah­men und aus­ge­zeich­net wur­den. Dabei kamen uns An­we­sen­den die ge­le­se­nen Ge­schich­ten von Er­folg und Frust, Über­zeu­gungs­ar­beit und die Suche nach Bünd­nis­part­nern, sehr ak­tu­ell vor.
Ge­nau­so ak­tu­ell, war Heli Ih­le­felds Ap­pell an uns Frau­en, so­li­da­risch mit­ein­an­der um­zu­ge­hen, denn nur ge­mein­sam kön­nen wir etwas er­rei­chen, daran glaubt sie fest.

Heli Lesung
Wenn die Macht gleich ver­teilt sei, dann kön­nen Frau­en und Män­ner auch auf Au­gen­hö­he mit­ein­an­der reden, so sagte An­ge­li­ka Schött­ler, Kan­di­da­tin für das Amt der Bür­ger­meis­te­rin in Tem­pel­hof-​Schö­ne­berg. An­we­send waren auch die Kan­di­da­tinn­nen für das Ab­ge­ord­ne­ten­haus An­drea Küh­ne­mann und Ma­nue­la Har­ling, sowie die Be­zirks­ver­ord­ne­te Ma­ri­jke Höpp­ner

Heli Ih­le­feld las am 30.​8.​11 für die ASF Tem­pel­hof-​Schö­ne­berg „Auf Au­gen­hö­he oder wie Frau­en be­gan­nen die Welt zu ver­än­dern“ im Cafe An­tik­flair, Grun­de­wald­stra­ße 10.

Kinderfest auf dem Wartburg Platz

Seit vielen Jahrzehnten findet vor dem Jugendfreizeitheim „Weiße Rose“ am Wartburgplatz das SPD-Kinderfest statt. Angelika Schöttler eröffnete am Nachmittag des 21. August das Fest als Vorsitzende der SPD-Abteilung City und als Spitzenkandidatin der SPD-Tempelhof-Schöneberg. Drei Stunden gehört der Platz vor allem den Kindern mit Hüpfburg, Schminken, Kartoffellauf, Torwandschießen und vielen weiteren Spielangeboten. Auch ein Zauberer ist mit dabei. Für die Erwachsenen gibt es Kaffee und Kuchen oder den Grillstand, sowie genügend politisches Informationsmaterial. Angelika Schöttler konnte auch viele Politikerinnen und -politiker aus Bund, Land und Bezirk begrüßen: dazu zählen die Wahlkreiskandidatinnen Annette Fugmann-Heesing, Dilek Kolat, Lars Oberg und Manuela Harling genauso wie wie Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, die stellvertretende BVV-Vorsteherin Ingrid Kühnemann, die Fraktionsvorsitzende der BVV-Fraktion Elke Ahlhoff und die Bezirksverordneten Karin Dehn, Oliver Fey, Marijke Höppner und Melanie Kühnemann. „Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die wieder viel dazu beigetragen haben, dass das Fest gelungen ist! Nächstes Jahr sehen wir uns alle wieder beim SPD-Kinderfest 2012″, versprach Angelika Schöttler am Schluss.

Kiezfest am Viktoria-Luise-Platz

Das traditionelle Stadtteilfest am Viktoria-Luise-Platz war auch dieses Jahr wieder gut besucht. Die Besucherinnen und Besucher konnten mit mir, Angelika Schöttler, Bürgermeisterkandidatin für Tempelhof-Schöneberg, Ulla Schmidt, ehemalige Gesundheitsministerin, Mechthild Rawert, Mitglied des Deutschen Bundestages und Michael Müller, Oliver Schworck und viele weiteren Bezirkspolitikerinnen und -politikern in Gespräch kommen. Die Stimmung war toll, es kam zu vielen angeregten Unterhaltungen. Auch die Musik und die vielen Angebote für Kinder machten es zu einen wunderbaren Kiezfest.
Vikki-fest

Presseerklärung: SPD verurteilt den Brandanschlag auf Islamisches Kulturzentrum in der Ordensmeisterstraße

Laut den Informationen von der Polizei wurde heute, am 9.12.2010, ein Brandanschlag auf die Islamische Kulturgemeinde der Iraner in Berlin-Brandenburg in der Ordensmeisterstraße in Berlin-Tempelhof verübt. Ein Brandsatz wurde gegen die Fassade des Kulturzentrums geworfen und verrußte das Gebäude.

„Unsere Demokratie fußt auf dem Gedanken von Vielfalt und Toleranz. Der Brandanschlag gegen den Sitz der islamisch-iranische Kulturgemeinde ist ein Bruch mit dem gesellschaftlichen Miteinander und stellt unsere demokratischen Werte in Frage.“, so die Sprecher für Integrationspolitik der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner. „Wir sind froh, dass niemand verletzt wurde!“

In den letzten 3 Wochen wurden ähnliche Brandanschläge auf die Al-Nur-Moschee in der Haberstraße und auf die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm verübt, so dass eine Anschlagsserie vermutet werden kann. Im Fall des heute beschädigten Kulturzentrums prüft die Polizei, ob es sich um eine politisch-motivierte Straftat handelt.

Antrag: Schlesiensaal im Rathaus Friedenau – Deutsch- polnische Geschichte sichtbar machen!

Der Schlesien- Saal im Rathaus Friedenau soll auf Wunsch der SPD zusätzlich mit einem Hinweisschild versehen werden. Die auf Holzwappen dargestellten schlesischen Städtenamen, sollen um die polnischen Namen ergänzt werden. Der SPD ist es wichtig die deutsch- polnische Geschichte aufklärerisch zu begleiten. Seit Monaten wird über das Hinweisschild diskutiert.

Hans Altmann, Gemeindebaurat und Architekt des Friedenauer Rathauses (Eröffnung 1917) berücksichtigte den dringenden Wunsch der Friedenauer Bürgerschaft und schuf für sie den ersten öffentlichen Veranstaltungs- und Festsaal in Friedenau, allgemein ‚Bürgersaal’ genannt.
Mit schwerem Holz vertäfelt und mit Wappen polnischer Städte der Region Schlesiens geschmückt – der Schlesiensaal.
Dieser Name wurde ihm aber erst 50 Jahre später verliehen. Als Reaktion auf die Umbenennung einer Breslauer Straße in Ostberlin musste der Rathausvorplatz 1964 seinen Namen Lauterplatz aufgeben und wurde nach der Hauptstadt der „Hauptstadt Schlesiens“ in Breslauer Platz umbenannt. Im gleichen Zuge wurde der Bürgersaal des Rathauses Friedenau mit der Benennung in ‚Schlesiensaal’ angeglichen.

Der Schlesiensaal zeigt noch heute Wappen verschiedener Städte, die der polnischen Region Schlesien/Slask angehören. Die Region Schlesien gehört seit 1945 zur Republik Polen und wurde mit dem deutsch- polnischen Grenzvertrag von 1991 auch von Seiten der Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich als solche anerkannt.

Die Mitglieder der SPD- Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Tempelhof- Schöneberg möchten die Wappen im Saal dazu nutzen, um auf die gemeinsame deutsche und polnische Vergangenheit und Zukunft der Region Schlesien hinzuweisen. Geplant ist deshalb, die deutschen Städtenamen um die polnischen auf einem Hinweisschild zu ergänzen.

Eingebracht: Februar 2008

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0555/XVIII gibt es hier.

Antrag: Ehrung einer leidenschaftlichen Zeitgenossin – Hilde Radusch

Die BVV ersucht das Bezirksamt, den Verein „Miss Marples Schwestern„ bei der Installation einer Gedenktafel für Hilde Radusch in Tempelhof- Schöneberg in der Eisenacherstr. 14/15 in Schöneberg (ihrer letzten Wohnadresse) zu unterstützen. Der Verein „Miss Marples Schwestern„, der das Leben von Hilde Radusch erforscht hat, sammelt seit längerer Zeit Geld für eine Gedenktafel.

Begründung:
Hilde Radusch wurde am 6.11.1903 in Altdamm geboren und starb am 2.8.1994 in Berlin (St. Matthäus- Kirchhof, Schöneberg, Urnengrabstätte).
Sie war Stadtverordnete, ging in den Widerstand und wurde Opfer von Verfolgung in der NS- Zeit. Besonders engagiert war sie in der ersten und der neuen Frauenbewegung.

Als Hilde Radusch 1929 Berliner Stadtverordnete für die KPD wurde, wurde sie von ihrem Arbeitgeber, der Post, entlassen. Bereits 1922 war sie in die Kommunistische Jugend Deutschlands eingetreten. Mitte der zwanziger Jahre gehörte sie zu den führenden Frauen des Berliner „Roten Frauen- und Mädchenbundes“. Sie schrieb Artikel für die „Frauenwacht“ und trat als Rednerin auf. 1932 stellte die KPD sie nicht mehr für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung auf. Als emanzipierte, frauenliebende Frau war Hilde Radusch zu sehr angeeckt.
Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde Hilde Radusch im April 1933 in sogenannte Schutzhaft genommen. Im Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße setzte sie zusammen mit anderen politischen Mithäftlingen eine Verbesserung der Haftbedingungen durch. Nach fünf Monaten wurde sie entlassen. In den folgenden Jahren musste sie häufig ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn ihre Haft bekannt wurde oder Gefahr für ihre illegale Widerstandstätigkeit bestand.
Hilde Radusch half bei der Lebensmittelbeschaffung für eine Anlaufstelle für NS- Verfolgte. Im Sommer 1944 musste Hilde Radusch selbst vor der „Aktion Gewitter“, bei der zahlreiche Abgeordnete aus der Weimarer Republik verhaftet und ermordet wurden, untertauchen. Bis zur Befreiung im Mai 1945 lebte sie mit ihrer Freundin in einer Laube bei Königswusterhausen versteckt. Hilde Radusch nahm mehr als sechzig Pfund ab, zog sich ein Rheumaleiden zu und musste deshalb Mitte der fünfziger Jahre Frührente beantragen.
1945 war Hilde Radusch wieder in die KPD eingetreten. Wegen zahlreicher Auseinandersetzungen trennte sie sich im Januar 1946 endgültig von der Partei. Kurz darauf verlor sie ihr Amt als Leiterin des Schöneberger Büros der „Opfer des Faschismus“, das ihr im Mai 1945 übertragen worden war. In einem Brief war sie beim Bezirksamt als „lesbisch“ denunziert worden.
Seit den siebziger Jahren engagierte sich Hilde Radusch in der „Neuen Frauenbewegung“. Sie war Mitbegründerin von L74, einer Berliner Gruppe älterer Lesben, und 1978 des „Frauenforschungs- , – bildungs- und informationszentrum“ (FFBIZ). Hilde Radusch schrieb ihr ganzes Leben lang auch Gedichte.

Eingebracht: Dezember 2008

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0900/XVIII gibt es hier.

Antrag: Gedenktafel für Luise Kautsky

Das Bezirksamt Tempelhof- Schöneberg wird ersucht zu prüfen, inwieweit die Möglichkeit besteht, das Leben und Wirken von Luise Kautsky (1864 Wien – 1944 KZ Ausschwitz – Birkenau) an ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Friedenauer Saarstraße 14 zu würdigen. Dazu soll in Absprache mit den Hauseigentümern eine geeignete Erinnerungsform, bzw. eine Gedenktafel entwickelt werden.

Begründung:
Das Haus Saarstraße 14 war Heimat von Luise und Karl Kautsky von 1900 bis 1902. An dem Haus befindet sich seit 1980 eine Gedenktafel für Karl Kautsky. Luise Kautsky war als Ehefrau von Karl Kautsky seine politische Weggefährtin und unentbehrliche Stütze. Sie hat durch eigenständige Übersetzungen sozialistischer Werke aus dem Englischen und Französischen deren Inhalte deutschen Leserinnen und Lesern zugänglich gemacht und damit zur internationalen Verständigung der europäischen Arbeiterbewegung beigetragen. Luise Kautsky ist die erste Biografin von Rosa Luxemburg. Mit 80 Jahren wurde Luise Kautsky deportiert und in Auschwitz- Birkenau ermordet. Das unter Denkmalschutz stehende Haus Saarstraße 14 ist vom Bundesverband Die Falken gekauft worden und soll nach Restaurierung zur Bundesgeschäftsstelle der Falken ausgebaut werden. Mittelpunkt soll eine
Bildungs- und Begegnungsstätte mit Bibliothek und eine öffentlich zugängliche Ausstellung werden, deren Aktivitäten von der Friedrich- Ebert- Stiftung unterstützt werden. Das Haus soll den Namen „Luise und Karl Kautsky Haus“ tragen.

Eingebracht: September 2010

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1571/XVIII gibt es hier.

Antrag: Willy Brandt im Rathaus Schöneberg wieder sichtbar machen

Die BVV ersucht das Bezirksamt, das politische Wirken Willy Brandts im und um das Rathaus Schöneberg darzustellen. Dazu soll ein Konzept entwickelt werden, das entsprechende Orte/Arbeitsstätten ausweist und Informationen über das politische Wirken beinhaltet. Die Willy – Brandt – Stiftung sollte in die Gestaltung des Vorhabens mit einbezogen werden.

Begründung:
Nach dem Auszug der Willy Brandt Stiftung und der Ausstellung zum Leben und Wirken von Willy Brandt fehlt ein Stück Erinnerungskultur an den ehemaligen regierenden Bürgermeister Willy Brandt, die Geschichte (West- )Berlins und die Rolle des Schöneberger Rathauses als Zentrum West- Berliner Politik.

Eingebracht: September 2010

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1568/XVII gibt es hier.

Infotafel im Schlesiensaal Friedenau hängt endlich!

Nach über einem Jahr vertagung, Arbeitsgruppengründung und -auflösung, diversen Textentwürfen, verbummelten Anträgen, endlich die Tafel im Schlesiensaal.

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Juni 2010

Hinweisschild im Schlesien- Saal

Mündliche ANFRAGE der Bezirksverordneten Marijke Höppner (SPD) zur Bezirksverordnetenversammlung am 16.12.2009:
1. Wurden wie von der BVV am 06.11.2008 beschlossen (Drucksache 0555/XVIII)ein Hinweisschild im Schlesien- Saal des Rathauses Friedenau angebracht, dass auf die aktuellen polnischen Städtenamen aufmerksam macht?
2. Wenn ja, wann wurde das entsprechende Hinweisschild angebracht/aufgestellt?
3. Wenn nein, wann wird das entsprechende Hinweisschild angebracht/aufgestellt?

Eingebracht: Dezember 2009

Antrag: Interkulturelle Öffnung der Seniorenarbeit

Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Veranstaltungen an den unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren verschiedener kulturellen und religiösen Hintergrunds bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Der interkulturelle und inter- religiöse Dialog soll dabei gefördert werden. Die Integrationsbeauftragte soll in die Planung mit einbezogen werden. Der BVV ist bis Oktober 2008 zu berichten.

Begründung:
Angebote des Bezirksamtes sollen schon in der Planungsphase die spezifischen Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergrund aufnehmen Wichtig ist, dass die Angebote die besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen der Menschen berücksichtigen.

Eingebracht: Februar 2008

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0553/XVIII gibt es hier.

Antrag: Seniorenfreizeitstätte Huzur erhalten

Die BVV ersucht das Bezirksamt die Weiterführung des Seniorenprojektes Huzur sicherzustellen.

Begründung:
Huzur ist eine Seniorenfreizeitstätte im Schöneberger Norden, die mit ihrem Angebot besonders Frauen ab 50 Jahren, die aus der Türkei stammen, erreicht.
Gerade Frauen, die allein und auf sich selbst angewiesen sind, werden bei ihren wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Problemen beraten und unterstützt. Darüber hinaus sollen Frauen in den Räumen von Huzur die Möglichkeit haben, eigene Treffen zu organisieren, um sich gegenseitig zu helfen.
Das Projekt bietet spezifisch Frauen nichtdeutscher Herkunftssprache Rückzugsmöglichkeiten, um sich unter Frauen frei über frauenspezifische Probleme und das Älterwerden auszutauschen. Der Austausch türkischstämmiger Frauen untereinander ist aufgrund ähnlicher Lebenserfahrungen besonders wertvoll.

Eingebracht: Januar 2008

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0514/XVIII gibt es hier.