Archiv der Kategorie 'Jugend'

2. Brandbrief der Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden: Moratorium Wiedervorlage

Sehr geehrte Mitglieder des Abgeordnetenhauses Berlin,

vor genau einem Jahr richteten wir in einem Brandbrief die Bitte an Sie, für die Ausgaben der Kinder- und Jugendarbeit ein Moratorium zu beschließen. Wir skizzierten Ihnen darin ebenfalls, welche Folgen ein weiteres Wegschauen hat.

Doch passiert ist seither: nichts!

Zwar sind sowohl die Jugendamtsleiter und Jugendstadträte unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit als auch die Mehrheit der Bürgermeister dem Anliegen unseres Brandbriefes gefolgt, zwar wurden in den jeweiligen Gremien Beschlüsse gefasst, um einem Moratorium zu entsprechen, zwar hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaften ebenfalls mit uns, den bezirklichen Jugenausschussvorsitzenden Gespräche geführt und bekräftigt, dass auch sie gegen einen weitere Abbau der Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit sind, zwar haben die jugend- und hauspolitischen Abgeordneten, mit denen wir sprachen, Unterstützung signalisiert – dennoch wurden die zur Umsetzung notwendigen und allseits in Aussicht gestellten 11 Millionen Euro in der Vorbereitung zur Aufstellung des Landeshaushalts schlussendlich doch nicht eingestellt. 11 Millionen Euro, – zum Vergleich: das entspricht den Unterhaltskosten des Flughafens BER von rund zwei Wochen!

Wir können uns kaum vorstellen, dass Sie bewusst ein weiteres Absinken der Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit in Kauf nehmen und sich gegen ein Moratorium entschieden haben. Wir appellieren deshalb vor Verabschiedung des Landeshaushaltes nochmals an Sie, das viel diskutierte Moratorium für die Jugendarbeit zu beschließen. In der Zeit der Gültigkeit des Moratoriums soll ein neues Bezugssystem erarbeitet werden, das das von allen Seiten als untauglich anerkannte System der „Angebotsstunde“ ersetzt. Erste Vorschläge hierzu, beispielsweise die – nach verschiedenen Sozialindikatoren gewichtete – Zahl der Kinder und Jugendlichen in einem Bezirk.

Nach der Auswertung der Vergleichsberichte der Senatsverwaltung für Finanzen bis September 2013 und unseren Hochrechnungen bis Dezember 2013 werden die Leistungen der Jugendarbeit andernfalls um weitere rd. 4,25 Mio. Euro reduziert. Damit sind erneut Jugendfreizeitstätten, Abenteuerspielplätze, Kinderbauernhöfe, Angebote der Jugendkulturarbeit, Angebote der Mädchenarbeit usw. abgebaut und stehen weitere vor der Schließung. Die Leistungen für die Jugendarbeit sinken 2013 um 6 %.
Wir könne nicht allenthalben beteuern, wie wichtig uns die präventive Jugendarbeit ist, wenn sie nicht mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet wird!

Wir bitten Sie daher, im Abgeordnetenhaus ein Moratorium zu beschließen, das den Abbau der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin bis auf Weiteres stoppt. Bitte lassen Sie nicht noch mehr Zeit verstreichen. Einmal geschlossene Infrastruktur und verlorengegangenes Wissen und Erfahrungen vor Ort wären später nur mit immensem Aufwand wiederherzustellen. Erhalten Sie die Infrastruktur für die Kinder und Jugendlichen der wachsenden Stadt Berlin.

Unser zweites Anliegen an Sie vor einem Jahr war, dass Sie dafür Sorge tragen, eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der bezirklichen Jugendämter verbindlich festzulegen.
Diese Personalausstattung, die wesentlich die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und die der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten hat, darf keinesfalls zur Erreichung der sogenannten Personalzielzahlen herangezogen werden. Leib und Leben der betroffenen Kinder kann nicht zugunsten des Erreichens der grundsätzlich verständlichen Ziele der Personalreduktion gefährdet werden!

Bis heute sind uns keine Aktivitäten bekannt, die zeigen, dass unsere Forderungen aufgegriffen wurden. Die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste, RSD, sind mittlerweile in einigen Bezirken kaum noch arbeitsfähig. Immer wieder sehen sich die RSD zu Überlastungsanzeigen veranlasst, gerade erst wieder im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit. Einige Regionale Sozialpädagogische Dienste drohen mit Schließungen, und es werden derzeit Überlegungen angestellt, dass die Aktivitäten zur Wirkungsanalyse von erzieherischen Hilfen (WIMES) durch die Bezirke eingestellt werden, da diese Aufgaben nicht mehr zusätzlich zu erbringen sind. Wir bitten Sie daher nochmals, einen Beschluss im Abgeordnetenhaus zu fassen, der eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Bezirke festlegt.

Wir, die Vorsitzenden der bezirklichen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse, bitten Sie eindringlich, im Sinne der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt tätig zu werden. Für Rückfragen steht Ihnen der Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeauschuss Mitte, FlorianSchwanhäußer, unter der Rufnummer 0172-3823832 die Vorsitzende des Kinder- und -Jugendhilfeausschusses Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, unter der Rufnummer 0179-2088800 zur Verfügung. Gerne würden wir Ihnen die Situation auch in einem Gespräch erläutern und verdeutlichen.
Mit freundlichen Grüßen

Milan Neuhoff, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf
Katja Seidel, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg
Marlitt Köhnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf
Florian Schwanhäußer, Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Mitte
Torsten Wischnewski, Kinder- und Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Pankow
Andrea Behnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf
Christiane Mross, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Spandau
Renate Krohm, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf
Marijke Höppner, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg
Alexander Freier, Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick

„Fragen zum Familien- und Asylrecht sind am häufigsten “ – Zu Besuch beim LSVD

In der Beratung des Lesben- und Schwulen Verband Berlin-Brandenburg (kurz: LSVD) sind Rechtsberatungen zum Thema Asyl und Familie am häufigsten gefragt. Die Asylrechtsberatung ist am stärksten von Menschen russischer Herkunft frequentiert und zeigt damit wie viel Druck Menschen im Ausland, besonders in Russland aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erfahren. Die Demonstration „enough is enough“, die zum Ziel hatte, die Menschenrechte für lesbisch, schwule, bi- und transsexuelle in Russland zu verbessern, wurde auch von vielen Sozialdemokrat*innen besucht. Darunter die Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, der Bezirkspolitiker Hermann Zeller und die Vorsitzende der Bezirksgruppe der Schwusos, Petra Nowacki.

Immer mehr Regenbogenfamilien
Der zweite Schwerpunkt der Beratung sind Fragen des Familienrechts. Immer mehr Paare möchten Regenbogenfamilien gründen, sind sich aber der rechtlichen Voraussetzungen nicht sicher. Die Nachfrage boomt, so dass in diesem Jahr das erste Regenbogenfamilienzentrum unter dem Dach des LSVD gegründet wurde. Grundsätzliche Fragen wie man zur Familie wird, beantwortet die Mitarbeiterin des Regenbogenfamilienzentrums, Constanze Körner. Rechtliche Fragen werden an die zwei ausgebildete Rechtsanwält*innen des LSVD gestellt. Aber auch die Rechtsberatung kommt an ihre Grenzen, wenn die Politik nicht mitzieht. Die Frage des Adoptionsrechts für lesbische und schwule Paare steht immer noch ganz oben auf der Wunschliste an die schwarz-gelbe Bundesregierung, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen, im Gegensatz zur SPD, schwertut.
LSVD

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch des LSVD in der Nähe des Nollendorfplatz fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwule in der SPD Tempelhof-Schöneberg).

„Mehrgenerationenhaus als Mittelpunkt des nachbarschaftlichen Miteinanders“ – Zu Besuch im Mehrgenerationenhaus Kurmärkischenstraße und im betreuten Wohnen für psychisch erkrankte Jugendliche

In der Kurmärkischenstraße Ecke Frobenstraße befindet sich eins von drei Mehrgenerationenhäuser, betrieben von der Kiezoase. Kooperation und Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders hat sich der Standort auf die Fahnen geschrieben. Egal ob beim biographischen Malprojekt, dass in einer Ausstellung im Haus mündete oder beim Austausch mit der Kindertagesstätte gegenüber – Gemeinschaftsarbeit steht hier im Mittelpunkt.

Ehrenamtliche sind der Kern des solidarischen Miteinanders
Einen besonderen Schwerpunkt hat die Kiezoase im Rahmen der Mehrgenerationehäuser Barbarossastraße, Kurmärkischestraße und Steinmetzstraße auf das Ehrenamt gelegt. Die Ehrensamtskoordinatorin koordiniert eine Börse mit Angeboten, die von der Pflege des Kiezgartens bis hin zum Einkaufen für bewegungseingeschränkte Senioren reicht. In der Barbarossastraße ist ein Raum für die Ehrenamtlichen reserviert, im dem sie Angebote wie Stellenanzeigen im Fenster finden. Immer wieder gehen Interessierte vorbei, gucken und entscheiden sich schließlich, sich zu engagieren. Wie im Kiezgarten werden auch die Ehrenamtlichen von der Kiezoase gehegt und gepflegt bzw. geschult und unterstützt.

Koralle: wunderschön und schützenswert
Unser zweiter Stopp führt uns in die Koralle. Den Namen gab sich das Projekt bewusst, denn ähnlich wie die psychisch erkrankten Jugendlichen, die in Wohngemeinschaften durch die geschulten Mitarbeitenden bei der Bewältigung des Alltags unterstützt werden, sind auch Korallen wunderschön und schützenswert, berichtete uns der Projektleiter, Herr Rosemann. Jugendliche mit Essstörungen, manisch-depressiven Erkrankungen und Bindungsstörungen haben häufig viele Maßnahmen durchlaufen, verschiedene Wohnformen ausgetestet, oder waren in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht, bevor sie im Betreuten Wohnen unterkommen. Dort werden sie mit Therapie, Beratung und angeleiteten Gruppengesprächen unterstützt. Auch im Alltag hilft ihnen geschultes Personal.
Kiezoase

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch in den Schöneberger Einrichtungen der Kiezoase fand am 23. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin Mechthild Rawert (MdB), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europa Parlament), Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg) Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) teil.

„Inklusion bedarf die Neugier und Aufgeschlossenheit aller Kursteilnehmer“ – Zu Gast beim Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der Ufa-Fabrik

Einen besonderen Weg hat sich das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (kurz: NUSZ) überlegt und hat im Rahmen eines ausgeschriebenen Projektes im Inklusionsjahr 2012 viele Kurse vor Ort geöffnet für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Das bedarf die Neugier und Aufgeschlossenheit aller Kursteilnehmer“, so Renate Wilkening, Geschäftsführerin von NUSZ. Mittlerweile finanziert der Paritäter das Inklusionsprojekt. Den meisten Aufwand bereitet die Vorbereitung der Gruppen und der Teilnehmenden, denn einige Menschen sind noch unsicher, wie sich die Sport-, Tanz- und Musikgruppen entwickeln und ob sie in der Lage sind mit Menschen mit Beeinträchtigung umzugehen. Doch die Vorarbeit zahlt sich aus. Eine Vielzahl von Angeboten kann nun inklusiv angeboten werden. Schnell wird in der Diskussion klar, dass es unser aller Ziel ist, dass diese Vorbereitung irgendwann unnötig geworden ist und gemischte Gruppen zum Standard werden. Doch bis dahin ist noch ein Stück Weg zu gehen.

Wunsch nach mehr sozialen Kontakten in der Betreuung
Wir wechseln die Straßenseite. Waren wir eben noch im Familien- und Nachbarschaftstreffpunkt, so geht es nun zum ambulanten Pflegedienst gegenüber. Entstanden ist der Verein aus der Idee, dass Mütter, die krank sind, sich schwer um ihre Kinder kümmern können. Mittlerweile hat sich die Familienpflege etabliert. Wichtige Unternehmen wie die BSR nutzen die Familienpflege besonders für ihre weiblichen Angestellten mit Kindern, denn das Unternehmen will es sich nicht mehr leisten, hochkarätige Mitarbeiterinnen tageweise zu verlieren. Neben Eltern und kranken Menschen unterstützt der Pflegedienst auch Senioren mit Pflegestufe. Die Zeit, die für die Pflege älterer Menschen vorgesehen ist, ist aber kaum ausreichend. Der Wunsch nach mehr sozialen Kontakten steht sofort im Raum. So ist es nicht vorgesehen, dass die Selbstständigkeit älterer Menschen gefördert wird. Man darf zwar für sie einkaufen gehen, aber eben nicht mit ihnen, da dies deutlich mehr Zeit beansprucht. Die Hilfe zur Selbsthilfe sieht der Pflegezeitplan nicht vor.
NUSZ

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums (NUSZ) in der Ufa Fabrik fand am 15. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europaparlament), Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (MdBVV).

„Unser Traum ist ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum“ – Zu Besuch im Josephinchen des St. Joseph-Klinikum

Schon fast am Ende unserer Führung durch das Josephinchen, das Kinderkrankenhaus des St. Joseph Klinikums, sagt die Chefärztin Dr. Beatrix Schmidt: „Eigentlich wünschen sich mein Kollege Dr. Willner und ich ein Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, in dem es keine festen Abteilungen mehr gibt, sondern die verschiedenen physischen und psychischen Belange der Kinder abteilungsübergreifend behandelt werden können.“

Eine offene Kinder- und Jugendpsychiatrie
Unsere Führung durch das St. Joseph-Klinikum beginnt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Chefarzt Dr. Willner berichtet von den Päckchen, mit denen die Kinder auf die Station kommen: Essstörungen sind sehr häufig vertreten, Vernachlässigung durch die Eltern und in vielen Fällen liegen in der Familie schon diagnostizierte oder nicht-diagnostizierte psychische Erkrankungen vor. Daher wird besonderen Wert darauf gelegt, dass ein ganzheitlicher Heilungsansatz verfolgt wird, der vorsieht auch die Eltern in den Heilungsprozess des Kindes einzubeziehen. In vielen Bereichen kooperiert das Josephinchen mit dem Jugendamt, denn die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die einzige im Bezirk. Insgesamt hat die Klinik im stationären und teilstationären Bereich 50 Plätze. Viele Kinder werden auch im St. Joseph beschult. Stolz ist der Chefarzt darauf, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie eine offene Station ist. Kein Kind ist hier „eingesperrt“. Einschränkungen können speziell bei pubertierenden Jugendlichen kontraproduktiv sein.

Kranke Kinder kommen vor allem in den Monaten mit „r“
Für die körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird gegenüber gesorgt. In dem ehemaligen Schwesterngebäude befinden sich heute eine Säuglings- und Kleinkinderstation, eine Schulkinder- und Jugendlichenstation sowie eine Kinderintensivstation mit integrierter Neonatologie für Früh- und Neugeborene.
Als erste Kinderklinik weltweit wurde die Kinderklinik von der Weltgesundheitsorganisation und UNICEF als „babyfreundliches Krankenhaus“ zertifiziert. Entlang der schmalen Gänge können wir einen Blick in die Zimmer werfen. In Brutkästen liegt ein winziges Neugeborenes. Besonders ist hier, dass von Anfang an auf Elternkontakt gesetzt wird. Sobald es möglich ist, können die Eltern in besonderen dafür vorgesehen Stühlen die Kinder auf den Arm nehmen, füttern und pflegen. Auch in der Kinder-Klinik wird das sogenannte Rooming-In praktiziert. So wird das Übernachten im Krankenbett durch Eltern, Angehörige und Geschwisterkinder genannt. Der Hintergrund liegt darin, dass Kinder Zuspruch und Geborgenheit benötigen, um schneller wieder gesund zu werden. Diese kann die Familie am besten bieten.
Josephinchen

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Josephinchen im St. Joseph Krankenhaus fand am 14. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Michael Müller (Senator), Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) sowie die Bürgerdeputierten Dr. Rainer Baack und Dr. Jörg Tänzer teil.

„Alle Geschichten Enden gut“ – Auf Tour durch die Einrichtungen des Diakonischen Werk Simeon

In der geronoto-psychiatrischen Tagespflege am Löwenhardtdamm beginnt unsere Tour durch die Einrichtungen des Diakonischen Werk Simeon gGmbH. Hier können Senioren und Senorinnen, die zu Hause von ihren Angehörigen nicht mehr versorgt werden können Ihren Tag verbringen und werden fachgerecht gepflegt. Neben dem Fach- und Führungspersonal des DWS sitzt auch Herr Klein am Tisch. Er ist eine Art Patientenführsprecher und setzt sich für die Belange der Besucher und Besucherinnen ein. Viele leiden unter Demenz und anderen psychischen Beeinträchtigungen, doch wenn Herr Klein vorliest, sind alle wieder fit, zumindest wenn es nicht zu warm ist. Gern liest er Märchen und Fabeln vor. Doch alle seine Geschichten gehen gut aus, damit keiner der Zuhörenden schlechte Erinnerungen mitnimmt. Natürlich bezieht er seine Gruppe mit ein und häufig wird die Moral am Ende einer Fabel im Chor von den Besucherinnen und Besuchern aufgesagt.
Die Hausleitung beschreibt uns das System der Tagespflege: Je nach Pflegestufe übernimmt die Krankenkasse einen Tagessatz. 18 EUR Zuzahlung pro Tag werden privat eingenommen. Für viele Angehörige ist das eine Menge Geld, doch Sie nehmen es in Kauf, sind sie doch selber häufig durch die Pflege körperlich oder seelisch sehr belastet. Zudem bietet die Tagespflege die Möglichkeit der passgenauen Pflege. Morgens werden die Menschen mit einem Kleinbus abgeholt, sie frühstücken zusammen, dann folgen Gedächtnistraining, Mittagessen und Mittagsruhe. Auf das Gedächtnistraining folgt der Kaffeeklatsch und gegen 16 Uhr geht es zurück nach Hause.

Eine zweite Chance für schuldistanzierte Jugendliche
In einem kleinen Diakoniebus ging es weiter in die Rathaussstraße, wo wir eine weitere Tagespflegeeinrichtung für Seniorinnen und Senioren, die Tagesgruppe für Kinder, die Jugendmanufaktur, das Projekt 2. Chance und das Stadtteilzentrum KoKuMa besuchten. Die 2. Chance mit der Jugendmanufaktur wird geleitet von Herrn Haddad. Wegen Umstrukturierungen der Mittel des Europäischen Sozialfonds durch die Bundesregierung werden Projekte wie die 2. Chance, die sich an Schuldistanzierte Jugendliche richten, ab diesem Jahr komplett gestrichen. Für Jugendliche wie Benjamin (Name geändert) kommt eine Regelbeschulung nicht in Frage. Er berichtet uns über seine Sorgen sich in der großen Klasse seiner alten Schule mit 32 Mitschülern zu blamieren. Aus Angst ist er nicht mehr hingegangen und hat so immer weniger gelernt bis er nicht mehr mithalten konnte. In den kleinen Klassen der 2. Chance sieht das anders aus. Sieben Jugendliche sind in einer Klasse und nehmen Rücksicht aufeinander. Von einer normalen Schule, die die individuellen Bedürfnisse aller Schüler und Schülerinnen berücksichtigt wie die von Benjamin sind wir weit entfernt, so dass die Angebote der 2. Chance wichtig sind, um Jugendliche wieder in den Schulalltag integrieren zu können.

Für den Stadtteil Mariendorf

Das Mariendorfer Stadtteilzentrums Kokuma ist eine Kooperation: Ganz oben und im Keller befinden sich die Senioren-Werkstätten von Antirost. In den Etagen dazwischen finden Tagesgruppen, Frühstücke für Frauen und für junge Mütter und die Koordinierung der Ehrenamtlichen statt, auch die Migrationsberatungen für Erwachsene und Jugendliche sowie die Sozialberatung haben hier ihr Büro. Das Stadtteilzentrum zahlt sich für die Kiez als wichtige Anlaufstelle aus, nicht aber finanziell.

Hilfe für Jugendliche mit verzögerter Entwicklung

Der letzte Stopp der kleinen Tour durch die Projekte und Einrichtungen der Diakonie: Die Kinder- und Jugendambulanz. Sie befindet sich im südlichen Mariendorf am Mariendorfer Damm. Hier werden Eltern beraten und Kinder- und Jugendliche behandelt, die Entwicklungsverzögert sind. Eine ärztliche Entwicklungsdiagnostik und ein individueller Förderplan helfen den Kindern und Jugendlichen, die häufig über Kitas oder Schulen weitervermittelt werden.
DWS


Sommertour „gesund-sozial-queer“

Der Besuch der Einrichtungen des DWS in Tempelhof und Mariendorf fand am 13. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil: Angelika Schöttler (Bürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg), Oliver Schworck (Stadtrat für Jugend, Ordnungsamt und Bürgerdienste), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europaparlment für die SPD), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg).

Eine zweite Chance für Schulverweigerer – „KEEP-sChOOL-Schulverweigerung – Die 2. Chance im Interview

Zum Ende des Jahres stellt die Bundesregierung die Projekte der 2. Chance ein. Diese Projekte widmen sich der Aufgabe Schulverweigerer wieder fit für den Unterricht zu machen. Um herauszufinden, was genau die 2. Chance macht und welche Auswirkung die Streichung dieser Projekte hat, sprach Marijke Höppner mit Michael Haddad, Koordinator und Leiter des ESF-Projektes „KEEPsChOOL – Schulverweigerung – Die 2. Chance in Tempelhof-Schöneberg“ und der Case Managerin Ulrike Braiger unterhalten.

Marijke Höppner:
Was genau ist 2. Chance?

Michael Haddad: Die 2. Chance ist ein Bundesprogramm des BMFSF, kofinanziert vom ESF und Bestandteil des Programms von Jugend Stärken. Das Programm richtet sich an aktive und passive Schulverweigerer und Schulverweigerinnen, deren einfachster Schulabschluss gefährdet ist. Ziel ist es, in den einzelnen Koordinierungsstellen diese ausgewählten Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren bis zum Beginn der letzten Klassenstufe der jeweiligen Kooperationsschule, individuell im Casemanagement (CM) zu betreuen und in der Regel innerhalb eines Jahres zu (re)integrieren, um ihnen im Zuge der Chancengleichheit, die Integration in sozialer, schulischer und beruflicher Hinsicht zu ermöglichen. Die Casemanagerin ist als Sozialpädagogin direkt täglich vor Ort in der Schule tätig. Sie, beziehungsweise er wird oft unterstützt durch weitere pädagogischer Mitarbeitende, wie zum Beispiel Werkpädagogen und -pädagoginnen, Erzieherinnen und Erzieher.

Marijke Höppner: Was genau machen die Jugendlichen bei Ihnen in der 2. Chance?

Michael Haddad:
Jugendliche unserer Koordinierungsstelle „KEEPsChOOL – Schulverweigerung – Die 2. Chance Tempelhof-Schöneberg werden im Case Management individuell unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler besuchen weiterhin ihre Regelklasse, werden aber im sozialpädagogisch dahingehend begleitet, zum Beispiel die Ursachen von Schulverweigerung zu klären und aufzuarbeiten. Wir bieten Gesprächsangebote für Eltern, Schülerinnen und Schüler und Familienangehörige an, entwickeln berufliche Perspektiven, vermitteln weiter und begleiten in andere Fach- und Beratungseinrichtungen. Wir bieten im Besonderen ein außerschulisches werkspädagogisches Angebot in den Räumen unserer erfolgreichen Jugendmanufaktur des DWTS, einer Jugendhilfeeinrichtung, die im Rahmen der Tagesgruppe nach § 32 SGB VIII gefördert wird, an. Sie betreut an einem außerschulischen Standort in der Nähe der Kooperationsschule in der Rathaussstraße 29, 30 jugendliche, schuldistanzierte Schülerinnen und Schüler aus Tempelhof-Schöneberg und ganz Berlin. Im Rahmen von CM existierte eine enge Zusammenarbeit unter den involvierten Akteurinnen und Akteuren, wie Schulleitung, Lehrkräften, Schulpsychologie, Jugendhilfe, soziale Fachdienste und Netzwerkpartner. Wichtige Aufgaben im Rahmen des CM sind die Erstellung individueller Förderpläne und Unterstützungsangebote sowie die Erfolgskontrolle.
Marijke Höppner: Was würde passieren, wenn die 2. Chance nicht mehr in Tempelhof-Schöneberg angesiedelt wäre?

Michael Haddad:
Dazu habe ich mich mit der Schulleitung der 7. ISS, Frau Weimar, ausgetauscht und sie hat mehrere mögliche Folgen benannt.
Die Zahl der schuldistanzierten Jugendlichen würde höchstwahrscheinlich wieder spürbar steigen. Unakzeptables Sozialverhalten im Schulalltag würde wieder verstärkt auftreten. Schulabschlüsse wären erneut gefährdet; Insgesamt wäre eine Verschlechterung der Schulsituation zu erwarten. Die Schulabbrecherquote würde wieder spürbar steigen. Folgeprobleme könnten auftreten und sich verstärken (Bsp. Jugendkriminalität).

Ulrike Braiger: Dann wären diese Schüler und Schülerinnen, die einer intensiven Betreuung bedürfen wieder im „luftleeren Raum“. Schulsozialarbeit mit den personellen und zeitlichen Ressourcen, wie sie an Schule arbeiten können – auch auf Grund ihrer pädagogischen Ausrichtung – kann sich der speziellen und umfassenden Problemlage nur bedingt annehmen. Daher muss dieses wichtige und erfolgreiche bisherige Angebot der 2. Chance unbedingt aufrechterhalten werden, damit wir die Schülerinnen und Schülern nicht vor den Kopf stoßen und sie mit ihren Problemen alleine lassen, wenn sie es am Dringendsten brauchen. Die jahrelange und kontinuierliche Vertrauensarbeit steht auf dem Spiel. Auch die Lehrkräfte fürchten ein erneutes konfliktträchtigeres Klima in ihren Klassen, was mit negativer Gruppendynamik einhergeht. Denn Schulverweigerer und Schulverweigerinnen sind oft auch Leistungsverweiger, denen der Spaß am Lernen erst wieder mühevoll beigebracht werden muss. Dies ist die Aufgabe der Koordinierungsstellen und Case Manager und Managerinnen vor Ort. Das dürfen wir nicht gefährden. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre 2. Chance verdient!

Marijke Höppner:
Warum sind die Projekte erforderlich?
Michael Haddad: Auch dazu habe ich mit der Schulleitung, Frau Weimar an unserer Partnerschule ausgetauscht. Frau Weimar gibt beispielsweise an, dass ihre Lehrkräfte nicht mehr in der Lage wären in dieser besonderen intensiven Form mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. In der Folge werden eventuell auch Probleme und verstärkte Konflikte in den Schulen und Klassen entstehen, da Verweigerer und Verweigerinnen auch die anderen Schülerinnen und Schüler ablenken und negativ beeinträchtigen. Infolge verschlechtert sich das Klassen- und Schulklima.

Marijke Höppner:
Warum sind Projekte für schuldistanzierte Jugendliche erforderlich?

Michael Haddad:
Da schuldistanziertes Verhalten – aktives oder auch passives – in der Regel nicht „über Nacht“ auftritt und daher ein längere Vorlaufzeit hat, ist auch eine präventive Intervention zwingend erforderlich. Die Erfahrung, dass wir bei Schulverweigerern und Schulverweigererinnen häufig unterschiedliche multikomplexen, familiären und außerfamiliäre Problemkonstellationen vorfinden, macht die umfassende und frühzeitige Aufarbeitung der Problemlage und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem CM beziehungsweise der Case Managerin unabdingbar. Verschiedene Risikofaktoren, z.B. in der Familie oder im sozialen Umfeld, in der Peergroup, personennahe Faktoren, wie auch Schule selbst oder die Gesellschaft können Ursachen für Schulverweigerung sein. Ca. 8% eines Jahrgangs in Deutschland verlassen die Schule ohne Abschluss. Um die Senkung der Anzahl dieser Schülerinnen und Schüler zu erreichen und die Vermittlung vor allem sozialer Kompetenzen zu ermöglichen, ist es notwendig , so früh wie möglich die Schülerinnen und Schüler individuell zu unterstützen- aber auch im Zuge der verstärkten Elternarbeit, die erzieherischen Kompetenzen der Eltern zu fördern – z.B. durch individuelle Unterstützung und Beratung im häuslichen Rahmen. Je früher die Jugendlichen aufgefangen werden- vor allem an den biografischen Sollbruchstellen, wie z. B. der Übergänge von Grundschule zur Sekundarschule, desto größer die Erfolgsquote zum Erreichen eines Schulabschlusses.

Presseerklärung: JHA-Vorsitzende begrüßen Einigung des Rates der Bürgermeister: Ein Meilenstein für die Kinder und Jugendlichen in Berlin!

Am vergangenen Donnerstag entschloss sich der Rat der Bürgermeister mehrheitlich für ein neues Konzept zur Finanzierung der Jugendarbeit. Dieses zunächst auf zwei Jahre festgelegte Übergangsmodell nimmt die Anzahl der in einem Bezirk lebenden Kinder und Jugendlichen als Grundlage der bereitzustellenden Finanzmittel für die Bezirke. Neu ist auch, dass die Bezirke bei der Sicherung der Jugendarbeit unterstützt werden, die ihre Mittel im Bereich Jugendarbeit auch tatsächlich sachbezogen verwenden und nicht für andere Bereiche verausgaben. 11 Mio. Euro soll der Senat dafür zur Verfügung stellen, um einen positiven Anreiz für die Entwicklung der Jugendarbeit zu schaffen. Alle Augen sind nun auf die Regierungskoalition gerichtet, denn am Ende entscheidet das Abgeordnetenhaus darüber, wie viel ihnen die Jugendarbeit wert ist und ob dieses Modell umgesetzt werden kann.

Die Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse begrüßen diese Entwicklung. Schon Ende 2012 wiesen sie in einem Brandbrief auf die dramatische Situation der Jugendarbeit in den Bezirken hin. Die finanzielle Ausstattung des Bereichs Jugendarbeit reichte kaum aus, um die bestehenden Einrichtungen auskömmlich zu finanzieren. Angebotseinschränkungen und Schließungen von Einrichtungen sind die Folge stetiger Kürzungen im Bereich Jugend. 10% des Jugendhilfeetats sollen laut gesetzlicher Vorgabe in Jugendfreizeiteinrichtungen, Streetwork und Jugendverbandsarbeit investiert werden. Tatsächlich werden bisher kaum 5% erreicht, um den präventiven Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu sichern

Die Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse fordern daher die Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses und besonders die Regierungskoalition aus SPD und CDU auf, sich für die Kinder und Jugendlichen in Berlin stark zu machen und das Übergangsmodell zu unterstützen.

Bei Nachfragen stehen Ihnen Marijke Höppner, Vorsitzendes des Jugendhilfeausschuss Tempelhof-Schöneberg, unter 0179-2088800 und Florian Schwanhäußer, Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss Mitte, unter 0172-3823832, zur Verfügung.

Große Anfrage: Schuldistanzierten Jugendlichen in Tempelhof-Schöneberg eine zweite Chance geben!

Wir fragen das Bezirksamt:

1.) Was ist das Teilprogramm „Zweite Chance“ im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend stärken“?

2.) Welche Standorte der „Zweiten Chance“ gibt es in Tempelhof-Schöneberg?

3.) Wie bewertet das Bezirksamt die Arbeit der „Zweiten Chance Projekte“ in Tempelhof-Schöneberg

4.) Wie wird sich die Beendigung des Bundesprogramms „Jugend stärken“ mit den Teilprogrammen, wie „Zweite Chance“ und „Kompetenzagenturen“ mit Ablauf der ESF-Förderperiode zum 31.12. 2013 auf die bezirkliche Situation von jungen Menschen auswirken?

5.) Welche Möglichkeiten zur Weiterführung des Programms „Zweite Chance“ sieht der Bezirk?

Berlin, den 06.05.2013
Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 15.05.13.

Antrag: Komplette Nutzung der Kita- Nahariya- Straße

Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Räume der Kita- Nahariya- Straße wieder vollständig für den Eigenbetrieb zur Verfügung zu stellen. Zur Entlastung des Bereichs Schule von Infrastrukturkosten und zur Schaffung dringend benötigter Kitaplätze soll zukünftig die Hortbetreuung der Kinder der Nahariya Grundschule wieder in den Räumen der Grundschule stattfinden.
Der BVV ist bis August 2013 zu berichten.

Begründung:
Der durch den Senat erstellte „Bedarfsatlas 2013 Kindertagesbetreuung“ hat einen erhöhten Bedarf an Kita- Plätze in den Regionen des Alt- Bezirks Tempelhofs festgestellt. Es ist wichtig alle Potenziale für Kitaplätze auszuschöpfen.

Berlin, den 06.05.2013
Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 15.05.13.

Antrag: Bedarf der Jugendarbeit in Marienfelde prüfen

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt zu prüfen, welche zusätzlichen Bedarfe an Kinder- und Jugendarbeit in der Jugendhilferegion Marienfelde und ihren Planungsräumen aufgrund schwacher Sozialstruktur und/oder auffällige Jugendgruppen bestehen.

Der BVV ist bis zum 31.07.2013 zu berichten.

Begründung:
Im Rahmen der durch das Jugendamt zur Verfügung gestellten Fact Sheets lässt sich erkennen, dass die Planungsräume Marienfelde Nordost und Marienfelde Süd in der Jugendhilfe Region Marienfelde eine auffällige Sozialstruktur haben. Diese bezieht sich auf die hohe Anzahl der Transferleistungsbeziehenden, Alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften und Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Im westlichen Teil des Planungsraums Marienfelde Süd liegt das sogenannte W40 Gebiet, ein Kiez mit ausgewiesenem Förderbedarf. Darüber hinaus wurde von auffälligen Jugendgruppen berichtet, die auch Mitarbeitende in Jugendfreizeiteinrichtungen einschüchterten.

Berlin, den 11.03.2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 20.03.13.

Antrag: Miteinander und Jugendhilfe im Haus of Fun entwickeln

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt zu prüfen, wie nachbarschaftliches Miteinander und besonders Jugendarbeit am Standort Haus of Fun in Marienfelde gestärkt werden können, so dass sich das Haus of Fun zu einem Jugend- , Nachbarschafts- und Familienzentrum weiterentwickeln kann.
Hierzu ist genauer zu prüfen, inwiefern das Angebotsspektrum vor Ort auch über den Jugendhilfebereich hinaus erweitert und in das Haus folgende Bereiche integriert werden können:

Volkshochschule und Musikschule,
Aktivierung von Ehrenamtlichen,
Selbsthilfeangebote,
Beratungsangebote aus den Bereichen Jugendhilfe, Gesundheit und Soziales (bsplw. Pflege- , Renten- , Erziehungs- und Rechtsberatung, Beratung im Fall von häuslicher Gewalt),
Zielgruppenspezifische Angebote (bsplw. für Eltern, Senioren, Menschen nicht deutscher Herkunftssprache),
Treffpunkt für Menschen aus dem Kiez (ggf. ein Kiez Cafe),
Kooperationen vor Ort (bsplw. Schule, Kita, W40, Wohnbaugesellschaften).

Mögliche Drittmittelquellen sind der Prüfung beizulegen. Der BVV ist zum 30.7.2013 zu berichten.

Begründung:
Das Haus of Fun hat einen zentralen Standort im Quartiersentwicklungsgebiet W40. Über ein Drittel der Marienfelder_innen (Marienfelde Süd: 13.472; Marienfelde insg.: 30.156) lebt in diesem Gebiet auf Verhältnismäßig engem Raum. Ein zusätzlicher Förderbedarf wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erkannt, die die Region Rund um die Waldsassener Straße einen besonderen Quartiersentwicklungsbedarf attestierte. Über das Quartiersbüro werden kleinere Projekte angestoßen und Vernetzung gefördert. Dennoch fehlt es an Regelstrukturen, die den Kiez stabilisieren und langfristig stärken. Eine langfristige Stärkung und Stabilisierung ließe sich durch einen Jugend- und Nachbarschaftsstandort erreichen. Das Haus of Fun bietet durch seinen Größe, den Gartenbereich und seine zentrale Lage eine optimale Anlaufstelle, die es ermöglicht alle Angebote zu vereinen.

Berlin, den 11.03.2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 20.03.13.

Jugendhilfe im Wandel

Mit diesem Beitrag möchte ich eine Übersicht der bisherigen Initiativen im Land Berlin zur Verbesserung der Jugendhilfe und Jugendarbeit geben. Es stellt mehr eine Sammlung an wichtigen Informationen, als einen Artikel dar. Aber bevor man sucht, findet sich hier alles auf den ersten Blick.

    Berliner Initiativen:

    Brandbrief der JHA Vorsitzenden„>Brandbrief der Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden:
    Brandbrief JHA-Vorsitzende

    Offener Brief der Jugendamtsleiter:
    Jugendamtsleiter Offener Brief

    Presseerklärung GEW:
    PE GEW

    „Ein Damoklesschwert hängt über der Berliner Jugendarbeit“ – Stellungnahmen von Geschäftsführern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin und des Landesjugendrings:
    Liga und LJR

    „Die AWO teilt die bekundete Sorge“
    Stellungnahme der Arbeitwerwohlfahrt Berlin zum offenen Brief der Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden
    Stellungnahme der AWO

    Antwortschreiben von Senatorin Sandra Scheeres an die Vorsitzenden der Jugendhilfeausschüsse:
    Antwort der Senatsverwaltung

    Antwortschreiben von Die Linke an die Vorsitzenden der Jugendhilfeausschüsse:
    Antwort_DieLinke an JHA Vors

    Online Petition der AG § 78 Offene Kinder- und Jugendarbeit Pankow zur Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit im Land Berlin:
    Online-Petition

    Tempelhof-Schöneberger Inititiativen:

    „In Sorge um die Kinder und Jugendlichen in Tempelhof-Schöneberg“
    Resolution des Jugendhilfeausschuss und der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg:
    Resolution Tempelhof-Schoeneberg

    Antwortschreiben von Staatssekretärin Sigrid Klebba an die Jugendhilfeausschussvorsitzende Tempelhof-Schöneberg:
    Antwort Klebba_Resolution TS

    Salut Levallois! Das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg trifft ihre Partner aus Levallois, Frankreich

    Vom 26. bis zum 27. Januar 2013 trafen sich auf Initiative des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und dem Centre fraincais Berlin das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg mit dem Kinder- und Jugendparlament aus Levallois, Frankreich. Das erste Aufeinandertreffen fand im Rathaus Schöneberg statt. Dort wurden alle vom Jugendamtsdirektor, Wolfgang Mohns und der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Marijke Höppner begrüßt.
    KJP Levallois

    Mehr zu dem Austausch erfahrt Ihr hier.

    Brandbrief: Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden schlagen Alarm!

    Massiver Personalabbau und stetige Kürzungen im Jugendhilfebereich machten einen Brandbrief der Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse notwendig.

    Zwei Forderungen bilden dabei den Kern:

    1.) Ein Moratium soll eingerichtet werden, dass zu Gunsten des Erhalts der Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit handelt.
    Seit 2008 liegen die Kürzungen im Jugendhilfebereich aller Bezirke bei 5 bis 8 %. In absoluten Zahlen sind das 4 bis 7 Mio. Euro jährlich. Meist wird an der Kinder- und Jugendarbeit gekürzt. Es werden Jugendfreizeiteinrichtungen geschlossen! Laut gesetzt ist die Jugendarbeit allerdings mit 10% des Gesamtjugendetas auszustatten. Tatsächlich sind es im Berliner Durchschnitt 2011 nur noch 4,3 % (in Tempelhof-Schöneberg 3,1 %).

    2.) Eine Mindestpersonalausstattungen im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst der bezirklichen Jugendämter soll festgeschrieben werden.
    Der Regionale Sozialpädagogische Dienst (RSD) hat im wesentlichen die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten. Die Arbeit im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst ist keine Leichte! Von den integrativen Lerntherapien bis zum Missbrauch und Gewalt in der Familie reicht das Spektrum der zu betreuenden Fälle. Vorgesehen ist, dass eine*r Sozialpädagoge*in max. 35 Kinderschutzfälle und 25 weitere Erziehungshilfenfälle bearbeitet. Mittlerweile zwingt die schlechte Personalausstattung die Mitarbeitenden dazu zwischen 80 und 140 Fälle (Region Tempelhof) zu bearbeiten. Mitarbeitende und Jugendhilfeausschüsse haben festgestellt, dass eine verantwortliche Bearbeitung von Kinderschutzfällen so nicht möglich ist.

    Der Personalmangel trifft hier auf eine ohnehin schon unzureichende Personalzumessung. Dabei spielt nicht nur die Verteilungsfrage der zugewiesenen Globalsumme eine Rolle, sondern auch eine generelle finanzielle Unterausstattung der Berliner Bezirke. Wo wenig gegeben wird, kann auch nur wenig verteilt werden. Es geht eher um eine Mangelverwaltung als die Erfüllung bürgernaher Aufgaben. Für den Jugendbereich bedeutet dies, dass „gut dasteht“ wer mit besonders wenig Personal hohe Mengen schreibt. Die Qualität ist in einem auf Quantität ausgerichteten System nachrangig.

    Den kompletten Brandbrief finden Sie hier:

    Offener Brief an die Senatoren für Finanzen und Jugend sowie die Mitglieder des Abgeordnetenhauses zu Berlin.

    Brandbrief

    Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende schlagen Alarm!

    Wir fordern:

    1. Moratorium zugunsten der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit beschließen!
    2. Mindestpersonalstellenausstattung im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst der bezirklichen Jugendämter festlegen!

    Sehr geehrte Frau Senatorin Scheeres, sehr geehrter Herr Senator Nußbaum, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
    seit 2008 ist zu verzeichnen, dass die von den Bezirken für Kinder- und Jugendarbeit des öffentlichen Trägers und der freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe ausgegebenen Gelder stetig sinken.
    Aufgrund der unzureichenden Mittelausstattung der Bezirke werden in vielen BVVen Beschlüsse gefasst, in deren Konsequenz große Teile der Angebote nach § 11 KJHG eingestellt oder nur noch unter fragwürdigen Bedingungen fortgeführt werden. Ganze Einrichtungen werden auf Dauer geschlossen, die bezirkliche Infrastruktur wird in vielen Bezirken ausgedünnt oder abgewickelt. Und dies geschieht, obwohl die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der Stadt wächst, und gegen den Widerstand der Jugendpolitiker/innen der Bezirke, die angesichts der Bedarfslagen in den Quartieren seit Jahren den Ausbau der Angebote anmahnen.
    Die jährlichen Kürzungen liegen derzeit auf alle Bezirke gesehen bei ca. 5% bis ca. 8%. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Abbau von rund 4 bis 7 Mio. € jährlich. Auf diese Weise wird sich die Angebotsreduzierung und Schließung von Einrichtungen weiter fortsetzen, da sich die zukünftige Ausstattung mit Mitteln an den Ausgaben des jeweiligen Vorvorjahres orientiert. Eine nicht zu stoppende Abwärtsspirale wird somit auf Dauer festgeschrieben. Die bildungs- und sozialpolitische Wirkung der Kinder- und Jugendarbeit sowie die gesetzliche Aufgabe zur Förderung der Kinder und Jugendlichen nach dem KJHG bleiben dabei unberücksichtigt.
    Wir bitten Sie daher im Abgeordnetenhaus ein Moratorium zu beschließen, das den Abbau der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin bis auf weiteres stoppt.
    Das Moratorium soll dazu dienen, Zeit für eine politische Lösung zur Ausstattung und Verwendung von Mitteln für die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit zu erarbeiten. Wir schlagen vor, die Bezirke analog der Budgetzuweisung des Jahres 2011 für die Kinder- und Jugendarbeit im Jahr 2013 auszustatten sowie diese zu verpflichten, die Mittel für die Angebote nach § 11 KJHG zweckgebunden zu verwenden.
    Welche Konsequenzen drohen, sollte ein Moratorium scheitern, wollen wir Ihnen an folgenden Beispielen aus den Ortsteilen Wedding und Schöneweide verdeutlichen:

    Im Sommer 2012 schloss der Kinderschutzbund seinen Schülerladen A 13 in der Amsterdamer Str. 13 im Wedding. Das Angebot durch einen anderen Träger fortführen zu lassen, hat der Senat verweigert. Nur wenige Straßen entfernt, nutzen viele der Jugendlichen mittlerweile ein vermeintliches Alternativangebot. Die Hells Angels-nahe Gang MC Streetfighter in der Schererstraße bietet den Jugendlichen einen Ort, an dem sie sich treffen, Sport treiben, Musik hören und „abhängen“ können. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sie dort auch zu kriminellen Handlungen ermutigt werden, psychisch und physisch unter Druck gesetzt und in Ihrer persönlichen Freiheit massiv bedroht werden.

    Ab dem 1. Januar 2013 wird die Lückekindereinrichtung Labude in Schöneweide aufgrund eines Konsolidierungsplans mit einem Kürzungsvolumen von mehr als 750.000 Euro geschlossen. Gleichzeitig breitet sich in der Umgebung die Neonazi-Szene aus. Von der stadtbekannten Neonazikneipe „Zum Henker“ bis hin zu einem Military-Store schaffen sich die Rechtsradikalen dort ihre eigene Infrastruktur und schüchtern nicht selten auch mit Gewalt Initiativen und Privatpersonen ein! Neben den Neonazis sind pädosexuelle Straftäter durch das Betreiben von sogenannten offenen Wohnungen, die ähnlich ausgestattet sind wie Jugendfreizeiteinrichtungen, auf der Suche nach Opfern. Insgesamt wurden bislang 13 solcher „offenen Wohnungen“ in Schöneweide aufgedeckt. In anderen Bezirken gab es in solchen Wohnungen teilweise einen Durchlauf von 50-70 Kindern pro Woche. Zudem treibt in Schöneweide eine Sekte ihr Unwesen und versucht die Notlage von Kindern und Jugendlichen auszunutzen und diese „einzufangen“.

    Unser zweites Anliegen an Sie ist, dass wir Sie auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass in den bezirklichen Jugendämtern eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste verbindlich festgelegt wird.
    Diese Personalausstattung, die wesentlich die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten hat, darf grundsätzlich nicht zur Erreichung der sogenannten Personalzielzahlen herangezogen werden. Mitarbeiter/-innen im RSD haben teilweise mehr als 90 Fälle zu bearbeiten – der Richtwert liegt bei 60 – darunter auch viele Kinderschutzfälle. Die schwer verletzten und toten Kinder, die wir in den vergangenen Jahren zu beklagen hatten, lassen Untätigkeit nicht zu. Wir beobachten, dass die Problemlagen in den Familien komplizierter werden. In zunehmend häufiger auftretenden Multiproblemfamilien überlagern sich psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, häusliche Gewalt, usw.
    Wir bitten Sie daher, einen Beschluss im Abgeordnetenhaus zu fassen, der eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Bezirke festlegt.
    Das fehlende Personal muss dabei sofort und auch ohne vorheriges Genehmigungsverfahren bei der Hauptverwaltung durch die Bezirke eingestellt werden. Was eine Nichtbesetzung von freien Stellen und das Fehlen einer Mindestausstattung bedeutet, möchten wir Ihnen anhand von Beispielen aus den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Marzahn-Hellersdorf aufzeigen:

    Im vergangenen Juni teilten die Sozialarbeiter/-innen des RSD in Tempelhof-Schöneberg in einem Brandbrief mit, dass sie sich nicht mehr in der Lage sähen, ihre gesetzlichen Aufgaben und ihren Kinderschutzauftrag verantwortungsvoll auszufüllen. Auf eine Sozialarbeiterin in Vollzeit kommen in der Region Tempelhof 120 bis 140 Fälle. Auch der Jugendhilfeausschuss Tempelhof-Schöneberg musste feststellen, dass eine fachlich angemessene Betreuung der Familien unter diesen Umständen nicht möglich ist.
    In Marzahn-Hellersdorf ist das Verhältnis von Mitarbeitenden zu Fällen 1 : 80 bis 120 Familien, so dass aus Besorgnis um die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben Sozialarbeiter/-innen aus Jugendfreizeiteinrichtungen abgezogen wurden, um die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Eine Jugendfreizeiteinrichtung musste dafür vorübergehend geschlossen werden. Die Anzahl von Kinderschutzfällen stieg hier von 2007 auf 2011 von 385 betroffenen Kindern auf 1068.

    Wir, die Vorsitzenden der bezirklichen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse, bitten Sie eindringlich, im Sinne der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt tätig zu werden. Kinder und Jugendliche haben keine eigene Lobby. Unsere Aufgabe als Vorsitzende der Kinder- und Jugendhilfeausschüsse ist es, anwaltlich die Interessen der Kinder und Jugendlichen zu vertreten und Schäden für die Kinder und für die Gesellschaft, die irreparabel sind, aufzuzeigen. Für Rückfragen stehen Ihnen die Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeausschusses Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, unter der Rufnummer 0179 – 20 888 00, und der Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeausschusses Mitte, Florian Schwanhäußer, unter der Rufnummer 0172 / 382 38 32 zur Verfügung. Gerne würden wir Ihnen die Situation auch in einem Gespräch erläutern und verdeutlichen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf, Milan Neuhoff, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, Andy Hehmke, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg, Kerstin Zimmer, Die Linke.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, Marlitt Köhnke, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Mitte, Florian Schwanhäußer, CDU.
    Kinder- und Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Pankow, Torsten Wischnewski-Ruschin, Bündnis 90/Die Grünen.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf, Andrea Behnke, Bündnis 90/Die Grünen.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Spandau, Christiane Mross, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, Renate Krohm, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, Alexander Freier, SPD.

    In Sorge um die Kinder- und Jugendhilfe in Tempelhof-Schöneberg - Die Situation im RSD verbessern!

    RESOLUTION

    Auf Grund der katastrophalen Personalsituation u.a. in den Regionen Tempelhof und Mariendorf sehen sich, die Sozialarbeiterinnen im RSD (Regionaler Sozialer Dienst), wie in einem Brandbrief mitgeteilt, nicht mehr in der Lage, ihre gesetzlichen Aufgaben verantwortungsvoll zu gewährleisten. Vier Stellen im RSD konnten lange Zeit nicht besetzt werden. In den Regionen Tempelhof-Mariendorf und Marienfelde-Lichtenrade musste aufgrund der hohen Arbeitsbelastung der RSD jeweils für eine Woche geschlossen werden. Der Jugendhilfeausschuss ist über diese Entwicklung sehr besorgt.

    Im Bezirk leben ca. 54.000 Kinder und Jugendliche (unter 20 Jahren). Viele davon in einkommensschwachen- oder von Sozialleistungen abhängigen Familien.

    Schon jetzt ist eine Sozialarbeiterin in Vollzeit für bis zu 140 Familien zuständig. Die Anzahl der Familien in denen die psychische Erkrankung bzw. Suchterkrankung eines Elternteils, häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und andere kinderschutzrelevante Faktoren eine Rolle spielen, ist massiv gestiegen. Eine fachlich angemessene Betreuung der Familien ist unter diesen Umständen nicht gewährleistet.

    Der monatelange Personalmangel trifft auf eine seit Jahren ohnehin unzureichende Personalzumessung, eine hohe Mitarbeiterinnenfluktuation durch Wechsel in andere Arbeitsbereiche bzw. Schwangerschaften. Allein in der Region Tempelhof erfolgte in den letzten 2,5 Jahren auf zwölf Stellen sieben Mal ein Mitarbeiterinnenwechsel.
    Für neue Mitarbeiterinnen bedeutet dies tendenziell von Anfang an eine fachliche Überforderung, da eine Einarbeitung und allein verantwortliche Übernahme der zu betreuenden Familien schnellstens erfolgen muss. Jedoch benötigen neue Mitarbeiterinnen mehr Zeit für die Einarbeitung, um insbesondere die Gefahr der fachlichen Fehleinschätzung im Kinderschutzbereich zu minimieren.
    Stundenreduzierungen der Mitarbeiterinnen werden nicht zeitnah und vollständig ausgeglichen, bzw. entsprechend durch Stellenschaffungen aufgestockt. Diese Situation wird sich verschärfen, da weitere Mitarbeiterinnen nach Rückkehr aus dem Mutterschutz bzw. Elternzeit Stundenreduzierungen angekündigt haben. Im kommenden Jahr gehen erfahrene Kolleginnen in den Ruhestand, weitere Personallücken sind zu erwarten.

    • Der Jugendhilfeausschuss fordert die Berliner Regierungskoalition auf, eine am Bedarf orientierte Personalplanung gemeinsam mit den Bezirken zu erarbeiten. Freie Stellen im RSD müssen umgehend mit qualifiziertem Personal neu besetzt und befristete Arbeitsverträge unbefristet verlängert werden können. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, in Mutterschutz und Elternzeit befindliche Fachkräfte zu vertreten.

    • Wir fordern den Senat und die Regierungskoalition auf, eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Berliner Jugendämter zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien dürfen nicht die Leidtragenden der Haushaltspolitik des Senats werden.

    Beschlossen durch den JHA am 17.10.12
    Beschlossen durch die BVV am 24.10.12

    Auf Tour in Friedenau

    Jugendhilfe-Sommertour Friedenau am 27.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die sechste Sommertour führte mich durch die Region Friedenau. Ich besuchte das Nachbarschaftsheim Schöneberg, den Kinderfreizeitreff Menzeldorf und die Burg, die Gemeinschaftsschule Schöneberg mit dem angegliederten Netzwerk sowie den Schwerpunktträger Hugo e.V.

    Das Nachbarschaftsheim Schöneberg bietet diverse Angebote zur Unterstützung nachbarschaftlichen Engagements und zur familiären Unterstützung. Dabei hat das NBHS ein breit gefächertes Angebot in Kooperation mit vielen Partnern und Unterstützung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg: Über Kindertagesstätten, Jugendfreizeiteinrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Jugendarbeit an Schulen und Schulsozialarbeit bis hin zu Kultur- und Sportangeboten, Ausflügen im Rahmen ambulante Familienpflege sowie Beratungs- und Selbsthilfeangebote.
    Ein bisschen Natur bringt das Menzeldorf zurück nach Friedenau. In der Freizeiteinrichtung des Nachbarschaftsheims Schöneberg, welches indem Auftrage des Jugendamtes betrieben wird, finden Kinder zwischen Asphalt und Beton ein kleines Stück Natur. Im Garten befinden sich ein kleiner Teich mit Fisch, Frosch und Wasserfloh, ein Insektenhotel und geheime Gänge, von Pflanzen überwuchert. Etwas Besonderes ist der kleine Tierbauernhof. Statt in der engen Stadtwohnung können Kinder hier zu Kaninchen und Meerschweinchen eine Patenschaft übernehmen. Die Tiere werden regelmäßig gefüttert, gepflegt und gestreichelt. Wer sich nicht um ein Patentier kümmern kann, kann auch einfach so vorbeischauen, Hausarbeiten machen, auf dem Abenteuerspielplatz oder mit den Mini-Schweinen spielen.
    Menzeldorf [JFE Menzeldorf]
    Die erste Gemeinschaftsschule Schöneberg war Gastgeber für das Treffen mit dem Friedenauer Bildungsnetzwerk. Gemeinschaftsschule, umliegende Kindertagesstätten, Elternvertretende, Regionaler Sozialer Dienst (RSD), offene Ganztagsbetreuung und der Schülerclub Oase, Alle Akteure arbeiten regelmäßig im Netzwerk mit dem Ziel die Regeleinrichtungen vor Ort zu stärken. Initiiert durch das Jugendamt ist es das zentrale Anliegen der Gründung, den Übergang der Kita-Kinder in die erste Klasse unterstützen, um einen möglichst abbruchfreien Bildungsverlauf zu erzielen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, wie Lehrer-Erzieher-Austausche von Kita zu Schule und andersherum. Kita-Kinder konnten den Schulalltag tageweise kennen lernen und vieles Mehr. Hinzu kamen Projekte zur Verbesserung der Eltern-Lehrer-Kommunikation. Unterstützt wurde das Netzwerk durch das NBHS, das im Rahmen des bezirklichen Demografieprojektes Mittel erhielt, um die Online-Darstellung der Schule zu verbessern. Mittlerweile hat das Netzwerk neue Ziele: Die Unterstützung der Kinder beim Übergang von Grund- zur Oberschule. Bemerkenswert ist weiterhin die 2010 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der 1. Gemeinschaftsschule, dem Jugendamt und allen anderen Akteuren. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann, die Handlungsfelder richten sich nach den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler und Schülerinnen aus.
    Bildungsnetzwerk [Bildungsnetzwerk]
    Hugo e.V. bietet ambulante Erziehungshilfen unter dem Dach der AWO. Sowohl in der Rubensstraße, als auch in der Hedwigstraße bietet Hugo verschiedene Angebote für Eltern und Kinder. Ein besonderes Projekt dient der Wiedergewinnung elterlicher Autorität. Eltern ziehen mit Lehrern und den umliegenden Einrichtungen gemeinsam an einem Strang. Darüber hinaus wird unter dem Dach der AWO ein Qualitätsdialog durchgeführt. Im Gespräch mit anderen Erziehungshelferinnen und –helfern wurden über einen längeren Zeitraum hindurch Verfahren für die Durchführung von Hilfen diskutiert und in einem Handbuch erfasst.
    Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Die Burg befindet sich am Friedrich-Wilhelm-Platz. Wer die Burg erkunden möchte, benötigt einen Tag Zeit. Durch verwinkelte Gänge vorbei an alten Mosaiken und Figuren findet man hinter Zimmern weitere Zimmer und Gänge. Viele mit verschiedenen Zwecken wie der Töpfer-, der Sport-, der Bastelraum. Ein offenes Café bietet die Möglichkeit sich zu Treffen und auszutauschen. Die Drachenpost ist die hauseigene Zeitung. Events wie der Mittelaltermarkt sind liebevoll vorbereitet. In vielen der Räume besteht grundlegender Renovierungs- und Sanierungsbedarf.
    Die Burg [Die Burg]

    Marijke Höppner

    Auf Tour in Mariendorf

    Jugendhilfe-Sommertour Mariendorf am 21.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Mariendorf. Ich besuchte die Jugendarbeit an der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule, die Jugendfreizeiteinrichtungen KiJuM und Bungalow sowie die Straßensozialarbeit von Outreach, die Kindertagesstätte am Volkspark des Kitaeigenbetriebes Südwest, den Schwerpunktträger VbU und den Standort des Nachbarschaftstreffpunkt KoKuMa des Diakonische Werks Tempelhof-Schöneberg mit den Projekten Mutter-Kind-Cafe Atempause, den Jugendmigrationsdienst und die Jugendmanufaktur sowie die Standorte der Tagesgruppe.

    Der Schülerclub Villa befindet sich in der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule. Betrieben wird der Schülerclub sowie von NUSZ. Dabei stellt der Raum in der ersten Etage nicht nur einen Standort der Betreuung nach der Schule dar, sondern es werden kiezorientierte Projekte, wie eine Fotoausstellung zu den Lieblingsorten der Schüler und Schülerinnen veröffentlicht. [Rudolf Hildebrandt-Grundschule]
    Rudolf Hildebrandt-Grundschule [
    Der Bungalow ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung am Mariendorfer Damm in unmittelbarer Nähe des Volksparks Mariendorf. Kinder- und Jugendarbeit findet über offene Angebote statt. Zudem gibt es diverse sportorientierte Angebote wie Billiard, Basketball und Fußball auf dem großen angegliederten Gelände. Tanzen, gemeinsames Kochen oder Hausaufgabenhilfen finden in dem großen sanierten Gebäude statt. Erinnerungskultur und Aufarbeitung der NS-Zeit, Akzeptanz unterschiedlicher Menschen werden mit Projekten aufgegriffen. Der Bungalow ist auch Standort und Beratungsbüro der Straßensozialarbeiter*innen von Outreach.
    Bungalow [Bungalow]
    Outreach spricht Jugendliche an, die durch klassische Jugendfreizeitangebote nicht erreicht werden. Mit Sportangeboten, Theateraufführungen und anderen Gruppenangeboten werden die Jugendlichen motiviert, sich einzubringen. Häufig erstaunt das Engagement und die Kooperationsbereitschaft für die Gruppenprojekte die Lehrer und Lehrerinnen der Jugendlichen. Erschwert hat sich das Streetworking allerdings seit die Hermann Köhl-Schule in Mariendorf nicht mehr existiert.
    Der Verein für betreuten Umgang (VbU) e.V. bietet Hilfen zur Erziehung. Betreuter Umgang ist der Fachbegriff für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich in Scheidung bzw. Trennung befinden, in Fällen, in denen den Eltern der Umgang mit den Kindern schwer fällt. So spielt auch Trennungs- und Scheidungsberatung eine wichtige Rolle bei VbU. Eine besondere Ansprache bietet VbU mit dem Projekt „Besondere Kinder – besondere Eltern“ und bietet in offenen Gruppen Unterstützung für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung.
    Das KoKuMa (Kommunikation und Kultur in Mariendorf) ist ein Stadtteilzentrum des Diakonischen Werk Tempelhof-Schöneberg. Neben allgemeinen Beratungsangeboten gibt es kreative, musische und Bewegungsangebote. Ehrenamtliches Engagement soll mit dem Känguru-Projekt befördert werden. Im Cafe Atempause (ein Kooperationsprojekt mit dem Jugendamt) können Mütter mit Kleinkindern sich beim Frühstück austauschen und nach Wunsch Erziehungs- und Gesundheitsfragen beantworten lassen. Der im Haus ansässige Jugendmigrationsdienst (JMD) begleitet und berät junge Migrant*innen. Der JMD ist eine der wenigen Projekte, die sich auf die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund in Mariendorf spezialisiert haben und bildet somit eine Ausnahme. Die Jugendmanufaktur (JuMa) bietet Schulverweigerern die Chance, in den Lernwerkstätten für den Bereich Holz- bzw. Textilverarbeitung ihren Abschluss zu erreichen. Ziel ist es, Schüler und Schülerinnen der 7. Integrierten Sekundarstufe am Ende des Programms in die Regelschule zu reintegrieren.
    JuMa [JuMa]
    Die kommunale Jugendfreizeiteinrichtung KiJuM (Kinder- und Jugendhaus Mariendorf) bietet offene und Gruppenangebote über 2 Etagen an. Die dritte Etage ist aufgrund von Brandschutzbestimmungen bis zu dem Bau einer Feuertreppe geschlossen, so dass die Angebote vor allem im Sportbereich nur eingeschränkt stattfinden können. In Kooperation mit der JFE Bungalow bietet das KiJuM freitags einen Mädchentag, während das Bungalow einen Jungentag durchführt. Der Skater-Standort Ringpark wird in die Angebotsstruktur mit eingebunden. Beliebt ist auch das gemeinsame Kochen.
    KiJuM [KiJuM]
    Marijke Höppner

    Auf Tour in Lichtenrade

    Jugendhilfe-Sommertour Lichtenrade am 24.08.12 und 10.09.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Lichtenrade. An zwei Terminen besuchte ich den Standort für Suchttherapie und Rehabilitation, den Tannenhof, die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club vom AHB, das Jugendcafe am Dorfteich, das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche und die Kinder- und Jugendetage im Gemeinschaftshaus Lichtenrade sowie die Straßensozialarbeit am Standort Waschhaus. Außerdem konnte ich die Tagesgruppe des Tannenhof in der Alten Feuerwache und den Nachbarschaftstreff vom AHB in der Finchleystraße besuchen.
    Der Tannenhof ist sowohl Namensgeber eines Vereins mit mehreren Projekten der Suchthilfe, als auch Standort der stationären Suchthilfe und Rehabilitation. Als einer der ersten Standorte für suchtkranke Mütter und Väter können nicht nur 40 Erwachsene aufgenommen werden, sondern auch 16 Kinder. Im Kinderhaus, einem eigenen Haus auf dem Gelände, werden die Kinder betreut (finanziert über Hilfe zur Erziehung, § 32, Erziehung in einer Tagesgruppe). Das moderne Haus bietet nicht nur Zimmer und kleine Wohnungen für Familien, sondern auch eine Wohngemeinschaft und Therapieräume sowie ein großes weitläufiges Gelände mit Hühnerställen und Garten.
    Die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club befindet sich in einer Gegend mit vielen Einfamilienhäusern in der Lortzingstraße. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren können sich in der alten Villa im Cafe des offenen Bereichs treffen, Billard oder Kicker spielen, im Hausaufgabenraum Schularbeiten machen oder im Mädchen- oder Jungenraum chillen. Auch ein extra eingerichteter Raum für die Mitglieder im Kinder- und Jugendparlament wird angeboten. Der Lortzing Club ist zudem Anlaufstelle des Deutschen Kinderhilfswerks.
    Lortzing Club [Lortzing Club]
    Die Alte Feuerwache ist nach umfassenden Renovierungsarbeiten Standort, vom Tannenhof betriebene Tagesgruppen geworden. In den Tagesgruppen werden Kinder zum Teil ganztägig beschult, die aus unterschiedlichen Gründen nicht im Regelschulsystem Fuß fassen können. Neben der Beschulung macht auch die Verhaltenstherapie einen großen Anteil aus. Dabei befinden sich Eltern wie Kinder häufig in schwierigen, belasteten Lebenssituationen. Der Hilfebedarf bezieht sich in vielen Fällen nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf die Eltern, die Unterstützung bei komplexen Problemen benötigen.
    Tagesgrupp[Tagesgruppe]
    Das Jugendcafe am Dorfteich ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung mit einem Schwerpunkt für Internet und Computer. Neben dem Computerführerschein net-comp@ss können allerdings auch sportliche Angebote wie Streetdance oder Fußball genutzt werden. Im Garten trainiert seit einiger Zeit ein Mädchenteam. Neu ist, dass es neben dem Mädchentag nun auch einen Jugendtag geben wird. Die zeitlich getrennten Angebote sollen es Mädchen wie Jungen ermöglichen sich frei von gesellschaftlichen Rollenvorgaben zu entwickeln.
    Das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche befindet sich im Nahariya-Kiez. Der Abenteuerspielplatz bietet vielen Kindern die Möglichkeit selbstständig mit Säge, Hammer und Nägeln, Buden und Häuser zu bauen. Am Ende des Sommers wird das tollste Haus der Kinder prämiert. Hier kann gelernt werden, wie man das eigene Fahrrad repariert. Basteln und Töpfern ist ebenfalls Teil der Angebotsstruktur.
    Die GskA – gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH ist Träger der Straßensozialarbeit von Outreach im Nahariya-Kiez. In der Groß-Ziethener-Straße hat Outreach eine Anlaufstelle (Waschhaus) für Streetworker. Hier kann Beratung stattfinden, gemeinsam gegessen und gekocht werden, gekickert und Sportangebote koordiniert werden. Gleichzeitig spricht Outreach Jugendliche in Konfliktsituationen an. In einem Gespräch mit einer jungen Frau wurde bestätigt, dass einige Besuchende des Waschhauses selber Erfahrung im Jugendhilfesystem gemacht haben. Ihnen ist es wichtig eine Anlaufstelle zu haben, in der Sie ernst genommen und akzeptiert werden. Der Nutzungsvertrag für das Waschhausxx wurde vom Vermieter gekündigt. Die Zukunft der Jugendsozialarbeit steht mindestens vor einer Neuorientierung. Klar ist aber, dass die bisherigen Angebote so nicht weiter durchgeführt werden könnten und das Angebotsspektrum stark eingeschränkt werden würde.
    Der vom AHB betriebene Nachbarschafts- und Familientreff befindet sich in der Finchleystraße in der John-Locke-Siedlung. Der Standort bietet Raum für viele Aktivitäten: Es gibt ein Kiezcafe und einen Bewegungsraum für sportliche Gruppenangebote. Im Keller befindet sich der vom NUSZ betriebene Jugendkeller, der zurzeit wegen Schimmelbefalls geschlossen werden musste. Das Streetworkprojekt Kick betreibt in der Finchleystraße Boxangebote für Jungen und Mädchen. Besonders ist auch das Engagement für die Unterstützung von Menschen in Notsituationen zu erwähnen. Hilfe bieten dabei die Kleiderkammer, die Lebensmittelausgabe „Laib und Seele“ sowie die Suppenküche am Sonntag. Ein kleiner Unterstützungsetat wird durch den Flohmarkt einmal im Jahr erarbeitet. Mit den Spenden wird Menschen geholfen, die durch das Netz des Regelsystems durchfallen.
    Nachbarschaftstreff [Nachbarschaftsheim]
    Der Kinder- und Jugendclub Barnetstraße befindet sich im Gemeinschaftshaus Lichtenrade (kurz: G-Haus). Diese kommunale Jugendfreizeiteinrichtung bietet Kindern und Jugendlichen auf zwei Etagen offene und gruppenbezogene Angebote. Durch die runden Fenster fühlt man sich im Jugendclub im Erdgeschoss wie im U-Boot. In der ersten Etage wird mehr für Kinder angeboten: Töpfern, Tanzen oder Hausarbeiten machen gehören ins Programm.

    Marijke Höppner

    Mehr finden Sie hier.

    Auf Tour in Marienfelde

    Jugendhilfe-Sommertour Marienfelde am 03.09.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die siebte Sommertour führte mich durch die Region Marienfelde. Ich besuchte die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten, den Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße, die Tagesgruppe auf dem Bauernhof, das elternaktivierende Projekt Impuls von JakuS in der Greulichstraße, die Jugendfreizeitstätte haus of fun und das Vorort Büro von W40.
    Die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten (Träger nusz) im Marienfelder Luckeweg betritt man durch ein kleines Elterncafe. Hier können sich Eltern in der Eingewöhnungszeit die Zeit vertreiben oder Gespräche mit Erzieherinnen führen. Anziehungspunkt und Gesprächsstoff bietet der Axolotl. Das aus Mexiko stammende Tier ist ein Aquatil. Das Thema „Tiere“ zieht sich durch die Kita. So können Kinder hier in Kontakt kommen mit Fischen, Schnecken und vielen anderen kriechenden Tierchen. Nicht nur das große Außengelände bietet viel zu erkunden, auch der Innenbereich lässt viel Raum zum Erproben: An der Wand sind Fahrräder oder Gartentore angebracht, so dass die Kinder klingeln, öffnen und schließen können, ohne, dass sich der Nachbar beschwert.
    4 Jahrenszeiten [Kita 4-Jahrenszeiten]
    Der Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße wird vom AHB betrieben. Die 100 qm werden schwerpunktmäßig für die Arbeit mit kleineren Kinder genutzt. Während der Arbeit hat sich jedoch herauskristallisiert, dass es neben dem Bedarf, Angebote für kleinere Kinder zu schaffen, auch einen Bedarf für die Beratung von Müttern gibt. Das aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen den Sozialarbeiterinnen vor Ort zu den Besucherinnen führte dazu, dass auch Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, sich ratsuchend an die Mitarbeiterinnen wenden.
    Die Tagesgruppe „auf dem Bauernhof“ (Träger Tannenhof) befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes in der Marienfelder Allee. Die Tagesgruppe dient der Unterstützung von Eltern, deren Kinder überfordert sind und/oder familiäre Probleme haben, was sich häufig in Schwierigkeiten in der Schule ausdrückt. Am Nachmittag beteiligen sich die Kinder an Programmen der Einrichtung wie Verhaltenstraining, Unterstützung bei Schulproblemen und Konflikttraining. Aber auch die Eltern erhalten Unterstützung. Besonders hervorzuheben ist das Schulbegleiterprojekt der Tagesgruppe. Ein Sozialarbeiter unterstützt die Eltern bei der Kommunikation mit den Lehrern, unterstützt aber auch Schüler und Lehrer, damit das Kind in der Regelbeschulung bleiben kann.
    Tagesgruppe [Tagesgruppe]
    Die familienaktivierende Wohngruppe Impuls von JakuS bietet acht Plätze für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Die Kinder wohnen in Einzel- oder Doppelzimmern. Immer ist ein*e Sozialarbeiter*in anwesend. Strukturierte Tages- und Wochenabläufe geben den Kindern und Jugendlichen hier einen Rahmen. Die Wohngruppe wird ausgewählt, wenn die Kinder und Jugendlichen Schwierigkeiten haben und nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Die Eltern bleiben während des Aufenthaltes des Kindes in Verantwortung, werden an Entscheidungen beteiligt und besuchen das Kind mindestens einmal pro Woche. Durch Coaching werden die Eltern in Erziehungsfragen unterstützt.
    Das Haus of Fun ist eine kommunale Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Im Tirschenreuther Ring befindet sich das große Gelände mit seinem Bauspielplatz. Gebaut werden unter Anleitung Häuschen, Buden und Baumhäuser. Auf dem Gelände wird Fußball gespielt. Das auf dem Gelände angebaute Gemüse wird für das gemeinsame Kochen frisch geerntet und verbraucht. Das Haus wird vielfältig genutzt: Tanzen, Spielen, Töpfern und Basteln gehören zu den Angeboten. Auch andere Gruppen nutzen die Räume und treiben Sport.
    Haus of Fun [Haus of Fun]
    Das bezirkliche Quartiersentwicklungsprojekt W40 „Demographischer Wandel – Strategien für Berliner Bezirke“ befindet sich in der Waldsassenerstraße und dient der nachbarschaftlichen Vernetzung und der Aufwertung des Kiezes. Im Gemeinschaftsraum der degewo traf ich mich mit den Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen der am Tag besuchten Projekte sowie der Leiterin des Übergangswohnheims für Asylbewerber/innen vom Internationalen Bund in der Marienfelder Allee. Wichtig war allen Beteiligten der Austausch zum Thema häusliche Gewalt. Zudem wurde von den Entwicklungen rund um den Standort Marienfelder Allee gesprochen: Mittlerweile leben 600 Flüchtlinge in der Einrichtungen. Davon sind die Hälfte der dort lebenden unter 18 Jahre alt. Die Anwohnenden nehmen die Flüchtlinge wohlwollend auf.
    Marijke Höppner

    Auf Tour im Schöneberger Norden

    Jugendhilfe-Sommertour Schöneberg Nord am 20.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die dritte Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg Nord. Die Tour startete im Mehrgenerationenhaus der Kiezoase in der Barbarossastraße, führte weiter in die Jugendfreizeiteinrichtung Villa Schöneberg, zum JuXirkus, in den PallasT, zum regionalen Träger für Hilfen Zur Erziehung Jugendwohnen im Kiez und weiter zum Nachbarschaftstreff Neue Steinmetzstraße.
    Villa
    Das Mehrgenerationenhaus der Kiezoase befindet sich in der Barbarossastraße 65. Das Nachbarschafts- und Familienzentrum erstreckt sich über zwei Etagen eines Altbau-Wohnhauses. Ehrenamtliche zu motivieren spielt eine große Rolle: über Kiezgarten und Elterncafé wird hier Vieles angeboten. In der ersten Etage finden Eltern-Kind-Frühstücke statt. Ein Spielplatz auf der gleichen Etage bietet die Möglichkeit flexibel auf den Bewegungswunsch von Kindern einzugehen. Die Einrichtung setzt genauso wie in ihren Kindertagesstätten auf das Early-Excellence Programm und beobachtet Kinder, um sie dann in ihren Stärken zu fördern.
    Die „Villa“ ist eine Jugendfreizeiteinrichtung in der Trägerschaft der Gesellschaft für sozial kulturelle Arbeit (GskA) – das Team der mobilen Kinder- und Jugendarbeit Outreach ist in der Villa mit seinem Büro und den Peerhelpern fest verankert. Die Straßensozialarbeit richtet sich in Schöneberg Nord modellhaft bereits auch an Kinder. In der Frobenstraße 27 befindet sich die Villa in unmittelbarer Nähe eines Nachbarschaftstreffpunktes und einer Kita – aber eben auch des Straßenstrichs. Dabei stellt sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution mehrdimensional dar. Sowohl die Frage Sauberkeit des attraktiven Außengeländes der Einrichtung und Wahrnehmung der Prostituierten durch die Jugendlichen spielen eine Rolle, wie auch Toleranzförderung der Jugendlichen gegenüber den Prostituierten.
    Der JuXirkus ist eine Jugendfreizeiteinrichtung der Kiezoase. Etwa 120 Kinder und Jugendliche besuchen die Zirkuseinrichtung regelmäßig und nutzen die Angebote wie beispielsweise Einrad fahren, Jonglieren, Kautschuk (den Körper verbiegen), Akrobatik sowie viele andere besondere Kurse. Darüber hinaus bietet das Ensemble des „Juxi“ regelmäßig Aufführungen für ein offenes Publikum an. Zudem gibt es einen engen Austausch mit der angegliederten Werbellinsee-Grundschule und vielen weiteren engen Netzwerkpartnern.
    Juxircus
    Der PallasT ist ein Ort des nachbarschaftlichen Miteinanders, der Begegnung und des Austausches. Das Haus für Kinder, Kultur und Nachbarschaft bietet eine breite Angebotspalette: Sprach-, Computer-, Integrationskurse für Erwachsene und Treffen interkultureller Vereine an dem Standort. In der ersten Etage befindet sich die Freizeiteinrichtung KinderpallasT. Neben der offenen Arbeit, gibt es diverse Angebote wie Schularbeitshilfe, Trommeltraining und –bau, Hip Hop-Tanzgruppen, u.v.m.
    Jugendwohnen im Kiez ist der regionale Schwerpunktträger für Hilfen zur Erziehung im Schöneberger Norden. Mit der Jugendhilfestation Schöneberg/Mitte ist er Ausgangspunkt der sozialräumlichen Arbeit. Von hier aus werden verschiedene ambulante Hilfen angeboten, darunter Tagesgruppen, Familienhilfen, begleiteter Umgang, Betreuungshilfen, Einzelbetreuung und Gruppenarbeit. Und der Träger arbeitet aktiv im Bildungsnetzwerk Schöneberg Nord mit.
    In der Steinmetzstraße befindet sich ein Nachbarschaftstreff der Kiezoase/PFH. Seit 2004 gibt es hier eine breite Angebotspalette der Eltern-Kind-Arbeit, aber auch spezialisierte Angebote wie Väterkurse und Frauenfrühstücke. Durch ehrenamtliches Engagement konnte eine Hausaufgabenhilfe für Kinder etabliert wertem. Da viele Menschen mit Migrationsbiografien aus arabischen Ländern in der Umgebung leben, spielen auch arabisch-sprachige Angebote eine Rolle. Die Kooperation mit der Neumark-Grundschule wurde mit dem Integrationspreis belohnt.
    Kiezoase

    Marijke Höppner

    Leben Lernen – Mädchen und jungen Frauen eine Perspektive bieten

    „Es gibt keinen Einheitsbrei, jede bekommt das Gericht zu essen, was sie braucht.“, sagt Valerie Lenk, Vorsitzende Leben Lernen e.V., und meint es im übertragenen Sinne. Bei Leben Lernen wird seit 1978 Mädchenarbeit betrieben: betreutes Wohnen für Mädchen, junge Frauen und junge (werdende) Mütter. Entstanden aus der Heimarbeit, war den Gründerinnen von Leben Lernen e.V. klar, dass ein Angebot für Frauen und junge Mädchen notwendig wurde. Mädchen und Frauen brauchen eine passgenaue Ansprache, um sich sicher zu fühlen und entwickeln zu können.
    Leben Lernen
    Das betreute Mädchenwohnen findet in der Wohngemeinschaft oder allein statt. Die Mädchen können zu Hause nicht mehr leben, sind aber noch nicht so weit auf eigenen Beinen zu stehen. Viele Mädchen und junge Frauen bringen ernste Sorgen mit wie Essstörungen, Gewalt, Drogen und Selbstverletzungen. Ein Mädchen bzw. eine junge Frau wird von einer Sozialpädagogin begleitet. „Geht ein Mädchen in die Schule oder macht ihren Abschluss nach, dann wird sie zu Hause mit einer Tasse Tee willkommen. Es wird gefragt wie der Tag war und was nötig ist, damit es ihr gut geht“, beschreibt eine Mitarbeiterin von Leben Lernen und verdeutlicht damit wie wichtig die eins-zu-eins-Beziehung ist, denn viele Mädchen haben die Erfahrung, dass sich jemand für sie Zeit nimmt, zu Hause nicht gemacht. Kein Mädchen ist wie das andere, so wird ein passgenaues Angebot entwickelt, eben kein Einheitsbrei.
    Das Mutter-Kind-Wohnen nimmt junge Frauen ab 16 Jahren und ab dem 6. Monat der Schwangerschaft auf. Auch Mütter mit Kind werden aufgenommen. Auch dieses Projekt leistete Pionierarbeit zur Gründung 1981. Junge Frauen kommen mit belasteten Biografien in die Einrichtung. In vielen Fällen ist das betreute Wohnen eine Auflage des Jugendamtes, um den Kinderschutz zu gewährleisten, wenn der Übergang von einer Pflegefamilie zurück zur leiblichen Mutter erfolgen soll. Andere Frauen haben Suchtprobleme oder fühlen sich mit der Aufgabe allein gelassen ein Kind zu erziehen. Auch gibt es eine eins-zu-eins-Betreuung für die jungen Frauen, aber auch Hilfe und Austausch in der Gruppe wird angeboten. Die Mutter lernt ihre Erwartungen, die aus schwerwiegenden Sorgen und Ängsten entstanden sind, nicht auf das Kind zu projezieren. Eine Methode, der Mutter zu zeigen, was sie mit dem Kind erreicht hat, ist die Methode des „Guten Bildes“. Die Frau wird mit dem Kind gefilmt. Anders als bei der Supernanny im Privatfernsehen, werden der Mutter, aber nicht die negativen Bilder gezeigt, sondern ein „gutes Bild“ bei dem Mutter und Kind Freude ausstrahlen beim Spielen oder Wickeln. Diese Bilder hinterlassen bei der Mutter häufig einen tiefen Eindruck und sie kann sich in schwierigen Situationen an diese positiven Bilder zurück erinnern. Nicht nur die Bilder helfen den Frauen in der Zukunft. Den Mitarbeiterinnen bei Leben Lernen ist es wichtig, dass Mädchen sich entwickeln in der Zeit in der sie die Unterstützung erhalten. So machen viele eine Ausbildung oder wiederholen ihren Abschluss. Verlassen die Frauen das betreute Wohnen, so ist es Leben Lernen wichtig, ihnen einen gemeinsamen Plan mitzugeben.
    Neben dem Betreuten Wohnen, bietet Leben Lernen e.V. auch eine Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg. Themen wie Sexualität, Differenzen mit den Eltern, Schuldruck, Drogen und vieles mehr werden in der Beratung angesprochen. Die Beratung dauert meist eine Stunde. Der Bedarf ist groß. Leben lernen hält 735 Beratungsstunden im Jahr. Weitere 385 Stunden leistet leben lernen an der 7. ISS (Integrierte Sekundarstufe). Dabei stellen Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren die größte Beratungsgruppe dar. Die meistens Aufsuchenden stammen aus Tempelhof, gefolgt von Schöneberg Nord/Süd und Lichtenrade. Mit der Beratungsstelle vervollständigt Leben Lernen ihre Angebotspalette und leistet einen Bestandteil zur Prävention. Die Spezialisierung auf die Beratung von Mädchen ist im Bezirk einzigartig.
    Der Besuch bei Leben Lernen e.V. am 17. August war Teil der Frauensommertour von Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin.

    Auf Tour in Tempelhof

    Jugendhilfe-Sommertour Tempelhof am 8.8.2012

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die zweite Sommertour führte mich in der Region Tempelhof durch die Einrichtungen des Nachbarschafts- und Familienzentrums der Ufa Fabrik wie den Kinderbauernhof, das Familienzentrum, die Kita MaRiS und die Ganztagsbetreuung der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld, in den Lindenhof, um die Kindertagesstätte, den Jugendclub und das ansässige Netzwerk kennenzulernen, in die Jugendeinrichtungen Bose-Club, Cafe Albrecht (mit dem Kooperationsprojekt Tik e.V.) und in das Jugi Hessenring.
    Bauernhof [Kinderbauernhof]
    Das Nachbarschafts- und Familienzentrum der Ufa-Fabrik (NUSZ) ist ein Träger vieler sozialer Einrichtungen. Das Familienzentrum bietet in den neu gestalteten und renovierten Räumen Kurse für junge Mütter und Frauen. Inklusionsangebote finden sich genauso wie Rückbildungsangebote für Mütter. Kinder bis 14 Jahre können den Kinderbauernhof in der offenen Jugendarbeit besuchen. Patenschaften mit Kaninchen, Meerschweinchen und Hühnern können eingegangen werden. Außerdem wird Hausaufgabenhilfe, Tanzen und Ponyreiten angeboten. Für Mädchen wurde auf dem Gelände des Kinderbauernhofes in einem Bauwagen ein selbstverwalteter Rückzugsort geschaffen.
    Die Kita MaRiS schwebt wie ein Raumschiff in der Manfred-von-Richthofen-Straße. 205 Kinder werden in Gruppen von 12 bis 16 Kindern betreut. Kooperationen mit der anliegenden Grundschule „Grundschule auf dem Tempelhofer Feld“ unterstützen den ganzheitlichen Bildungsansatz der Kindertagesstätte. Im offenen Ganztagsbetrieb kooperiert NUSZ mit der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld und der Tempelherren Grundschule.
    Kita Maris [Kita MaRiS, Manfred-von-Richthofen-Straße]
    Der Lindenhof stellt einen in sich geschlossenen Sozialraum dar; Kindertagesstätte, Ganztagsbetreuung, Schule und Jugendfreizeiteinrichtung arbeiten eng zusammen. Steigende Kinderzahlen in Kita und Schule machten die Betreuung in den bestehenden Einrichtungen unmöglich. Um die Übergangslösungen mit Containern auf dem Schulhof zu umgehen, werden umfassende Umbaumaßnahmen durchgeführt, die es ermöglichen alle Kinder an einem Standort unterzubringen und eine Durchmischung der Altersstufen zu erreichen. Die JFE im Lindenhof wechselt die Trägerschaft und wird in die Hände des Nachbarschaftsheim Schöneberg übergeben, so dass die Angebote von Schule, Ganztagsbetreuung und Jugendfreizeiteinrichtung auf die veränderten Bedingungen abgestimmt werden können und ein aufeinander aufbauendes Angebot kreiert werden kann. Im Netzwerk Lindenhof schließen sich Akteure aus dem Lindenhof zusammen wie Wohnbaugesellschaft, Schule, Jugendhilfe, Polizei, Senioreneinrichtung, etc. um strategisch die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
    In der Bosestraße 6 befindet sich der Bose-Club. Als Gemeinschaftsprojekt des Bezirksamtes, NUSZ und K*I*D*S e.V. bietet der Bose-Club ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche. Dabei bietet die Umgebung mit Spielplatz und Fußballkäfig viele Möglichkeiten.
    Das Ev. Jugendzentrum Cafe Albrecht hat seinen Schwerpunkt für Jugendliche im Bereich der Bandarbeit. Gemeinsam mit dem Träger Tik e.V. bieten sie auch verschiedene Angebote für Kinder an.
    Der Jugi-Hessenring ist eine bezirkliche Jugendfreizeiteinrichtung in Neu-Tempelhof. Neben Hausaufgabenbetreuung, Tischtennis-Zeiten, geschlechter-differenzierten Computerangeboten, Koch- und Back-Aktionen sowie (Theater-)Schminkkursen, bietet der Jugi-Hessenring einen großen Veranstaltungssaal mit Bühne. Zur Förderung von Mädchen dienen besondere Angebote und ein gemeinsam gestalteter Mädchenraum.
    Jugi-Hessenring [Jugi-Hessenring]

    Seit 20 Jahren interkulturelle Mädchenarbeit

    von Dr. Gisela Pravda
    Cafe Pink [v.l.n.r. Angelika Schöttler, Dr. Gisela Pravda, Elisabeth Wagner, Marijke Höppner]
    Angelika Schöttler (Bürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion und Initiatorin), Dr. Gisela Pravda (für die AsF Tempelhof-Schöneberg) haben am 13. August 2012 das Cafe PINK besucht. Das Cafe PINK ist seit 20 Jahren ein Interkultureller Treffpunkt für Mädchen ab 10 und junge Frauen der Region Schö-neberg – Nord auf der Rechtsgrundlage des § 11 und § 13 (1) des Jugendhilfegesetzes
    Die Arbeit des Café PINK lässt sich beschreiben mit den Vokabeln
    parteilich,
    interkulturell,
    feministischen und
    partizipativ.

    Hier können sich Mädchen ab 10 mit Freundinnen treffen, Spiele spielen, Musik hören, an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, Hilfe bei Hausaufgaben bekommen, Theater spielen, ihre Probleme besprechen. Außerdem gibt es eine Computerwerkstatt, eine KreativWerkstatt und eine Kochgruppe.
    Wir wurden sehr offen und liebenswürdig empfangen, haben die zum Teil von den Besuche-rinnen gestalteten – mal coolen, mal kuscheligen – Räume kennengelernt und befanden uns schnell in einer professionellen und vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre. Herzlichen Dank an Elisabeth Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin und an Ulrike Dietrich, Diplompädagogin.

    Das Cafe Pink befindet sich in der Goltzstraße 40.

    Auf Tour durch Schöneberg-Süd

    Jugendhilfe-Sommertour durch Schöneberg Süd

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die erste Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg-Süd. Die Tour führte von der Kita Rosa-Turm, in denKiezgarten und die Familienküche, zur Familienberatungsstelle FAB e.V., zu den Jugendfreizeiteinrichtungen Haiways und Flipper und endete im Wunderland für Kinder bis 12 Jahre, dem Jugendheim Lassenpark.
    Rosa Turm [Kita Rosa-Turm]
    Die Montessouri-Kita Rosa Turm, gehört zum Träger Täks e.V.. Täks e.V. ist ein gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe, der im Schöneberger Süden und darüber hinaus Krippenangebote, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulkooperationen, Jugendeinrichtungen und Nachbarschafts- und Familieneinrichtungen betreibt.
    haiways [Wandbild JFE Haiways]
    Kiezgarten [Lehmhütte im Kiezgarten]
    Kreativ gestaltet sind die Wände in der Jugendfreizeiteinrichtung Haiways. Stadtplanung wird zum Gemälde, wenn Jugendliche malen, wie ihr Kiez sich entwickeln soll. Mit dem Computer kann man mehr als nur spielen und so wurde aus dem Kochprojekt nicht nur das Nachkochen der Rezepte, sondern auch die Gestaltung eines kleinen Kochbuches. Die räumlich angegliederte Lernwerkstatt Familienküche ist ein Inklusionsprojekt. Wunderbar gestaltet, so dass ein Ort der Kommunikation Menschen den Zugang zu den vielfältigen Programmen gewährt. Workshops gibt es u.a. zu den Themen gesunde Ernährung, Kochen und Tanzen.
    Der Garten Kiezinsel ist ein besonderes Nachbarschafts- und Familienprojekt. Gemeinsames Gärtnern führt die Nachbarschaft zusammen. Die Gestaltung und Pflege liegt in der Hand der Freiwilligen. Die Kita-Kinder unterhalten kleine Gärten, gestalten bunte Vogelscheuchen und bauen aus Lehm eine Hütte. Sport- und Spielenachmittage werden organisiert, im Winter werden Märchen vorgelesen.
    Kiezküche [Kiezküche]
    In der Teltow-Grundschule konnte ich mir ein Bild über die Kooperation von Jugendhilfe und Schule machen. Die neue Rektorin legt viel Wert auf eine konzeptionelle Zusammenarbeit. Auch hier gestalten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kreative Programme für die Kinder.
    http://marijkehoeppner.blogsport.de/wp-admin/upload.php [Essen in der Teltow GS]
    Das Jugendfreizeitheim Flipper des Kinderhauses Friedenau e.V. liegt am S-Bahnhof Schöneberg. Akzeptanz, Individualität, Miteinander ohne Ausgrenzung sind Ziele der Einrichtung. Kinder werden ermutigt selbständig Kurse anzubieten und bringen anderen etwas bei. Über Zirkuspädagogik werden Kinder motiviert aus sich hinauszugehen und besondere Fähigkeiten wie Einrad fahren zu erlenen. Die Kinder und Jugendlichen vor Ort haben eine enge Bindung an die Pädagogen und Pädagoginnen. Die individuelle Begrüßung und Verabschiedung gibt den Jugendlichen einen Rahmen.
    Flipper [JFE Flipper] FAb [Gruppenbild FAB e.V.]

    In den Höfen der Crellestraße bietet Fab e.V. Unterstützungsleistungen für Familien und junge Menschen mit und ohne Behinderung an. Besondere Unterstützung erhalten Kinder, die selber oder deren Eltern psychisch oder seelisch krank sind. In der Projektküche werden besondere Kochangebote für Kinder mit Asberger und Autismus gegeben. Besonders viel Wert wird auf die Prävention in der Jugendhilfe gelegt.
    Lassenpark [JFE Lassenpark]
    Ein kleines Wunderland ist die
    bezirkseigene Jugendfreizeiteinrichtung Lassenpark. Angrenzend an den Lassenpark liegt sie hinter dem Jugendmuseum. Draußen finden sich ein Piratenboot, selbstgebaute Hütten und eine Feuerstelle. Überall finden sich selbstgenähte, getöpferte, gebastelte, gehämmerte, geschraubte Schweinchen, denn das Schwein ist das selbstgewählte Lieblingstier der Kinder. Im Haus kann man in jeder Ecke und Schublade etwas entdecken. Fernseher sind keine Fernseher, sondern ein Rahmen für selbstgestaltete Gemälde. Gartenwerkzeug und Elektroschrott wird zu einem selbstgebastelten Pfau. Handpuppen sehen aus als hätte sie Paul Klee selbst gestaltet. Und im Kindercafe sitzt die Porzellangans Gisela, die die Kinder auf jedem Ausflug begleitet.

    Die Sommertour durch Schöneberg Süd fand am 7. August 2012 statt. Begleitet wurde ich auf der Tour durch den Stadtrat Oliver Schworck.

    Ein Balanceakt: Alleinerziehend Arbeit und Familie vereinen – Ein Besuch bei Alfa Netpoint in Friedenau

    Am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr werden in der Friedenauer Lauterstraße Näharbeiten und Goldschmiedeschmuck angeboten und verkauft. Die Besonderheit: Die Produkte stammen aus den Lehrwerkstätten des Ausbildungs- und Kulturzentrums (kurz: AKC) in der Lauterstraße.
    Das Projekt bildet seit 1988 in Friedenau aus. Ziel ist es Jugendliche in Berlin besonders junge Frauen aus belasteten Lebenssituationen aufzufangen und durch eine Ausbildung Perspektive zu bieten. Die Ausbildungen als Maßschneiderin und Goldschmiedin werden in einem geschützten Rahmen angeboten, so dass die jungen Frauen ihre individuellen Fähigkeiten entfalten und erweitern können. Der ganzheitliche Ansatz des Vereins unterstützt eine selbstbewusste und eigenverantwortliche Lebensführung.
    Alfa Netpoint Logo
    Ein Schwerpunkt setzt der AKC in der Beratung und im Coaching für Alleinerziehende. Das dazugehörige Projekt Alfa Netpoint besuchten Angelika Schöttler, Bürgermeisterin Tempelhof-Schönebergs, und Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, am 11. Mai 2012. Alfa Netpoint entstand im Rahmen des Bundesprogramms „Gute Arbeit für Alleinerziehende“. Den ganzheitlichen Ansatz des AKC aufgreifend, geht es um Unterstützung, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Alleinerziehende. Es werden gemeinsam Wege gefunden Beruf und Betreuungsmöglichkeit zu vereinen und finanzielle Regelungen dafür zu finden. Da eine umfassende Beratung, eine entsprechende Begleitung benötigt, wird sich vor Ort Zeit genommen. Die Beraterinnen und Berater begleiten die jungen Frauen über mehrere Monate hinweg und unterstützen sie bei vielen kleinen und großen Lebensschritten, so dass ein hoher Nachhaltigkeitseffekt erzielt wird. Die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder das Nachholen eines Schulabschlusses sind dabei sehr wichtig. Einige Frauen beteiligen sich aber auch an Praktika, Sprach- oder Integrationskursen auf dem Weg zu ihrem Traumjob. „Wichtig ist es die Wünsche der Besucherinnen im Auge zu behalten, um sich dann Schritt für Schritt ihrem Ziel zu nähern“, so der Berater Martin Kositza.
    AKC arbeit Wer sich ein Bild der Arbeit des Ausbildungs- und Kulturzentrums machen möchte, kann am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr in der Lauterstraße (nähe Breslauer Platz) das Projekt unterstützen und während des Sommerverkaufstages Produkte aus der Schneider- und Goldschmiedewerkstatt kaufen.

    Besuch bei gleich und gleich e.V.

    Gleich und gleich e.V. bietet betreutes Wohnen für Jugendliche an. Bundesweit nimmt der Verein eine besondere Rolle dabei ein, denn die Ansprache bezieht die Interessen von lesbischen, schwulen und trans* Jugendliche ein und nimmt so Rücksicht auf die spezifischen Erlebnisse und Bedürfnisse.
    Um mehr über den Verein und dessen Arbeit zu erfahren, besuchte Marijke Höppner, frauenpolitische Sprecherin, am 10. Mai 2012 gleich und gleich e.V. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Manuela Harling (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwulen in der SPD Tempelhof-Schöneberg) sowie Friederike Nitzsche (Beisitzerin im Vorstand der Schwusos).
    Die zielgruppenspezifische Ansprache gibt es deutschlandweit selten. Andere Bundesländer wie Bayern empfehlen Jugendliche nach Berlin in das betreute Einzel- oder Wohngemeinschaftswohnen. Eine Ansprache auf die Bedürfnisse von lesbisch, schwulen und trans* Jugendlichen ist nicht unbedingt üblich im Bereich des betreuten Wohnens.
    Stefan Pröpper (Geschäftsführer) und die beiden Sozialpädagoginnen Ingrid Bergter und Katja Imholz berichteten darüber wie die Jugendlichen im Alltag gestärkt werden, um ihr Leben selbstständig zu meistern. Die Jugendlichen wenden sich zum Erfahrungsaustausch an die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die selber lesbisch, schwul oder trans* sind. Der Umgang mit öffentlichen Diskriminierungserfahrungen durch Nachbarn und Mitmenschen wird häufig zum Thema. Liebe, Partnerschaft, Hausarbeiten und Arbeitsplatzsuche sind genauso wichtig, um in ein selbstbestimmtes Leben geleitet zu werden.
    Gleich und gleich befindet sich in der Kulmerstraße 16 in Berlin Schöneberg.
    gleich und gleich e.V.
    Hintere Reise: Frau Bergter, Frau Imholz, Herr Pröpper
    Vordere Reihe: Ursula Hasecke (Frauenbeauftragte), Angelika Schöttler, Petra Nowacki, Mannuela Harling, Frederike Nitzsche, Marijke Höppner

    Frauenpolitischer Bericht der Aktivitäten der SPD Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg

    An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekte der Mädchen- und Frauenprojekte und -vereine in Tempelhof-Schöneberg:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    seit der Konstituierung der Bezirksverordnetenversammlung und der Wahl des Bezirksamtes ist etwas Zeit verstrichen und so möchte ich die letzten Züge des Frauenmonats März nutzen, um Ihnen einen Überblick über die frauenpolitischen Schwerpunkte der SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg zu geben.

    Tempelhof-Schöneberg nimmt im Vergleich der Bezirke eine besondere Rolle ein. Während andere Bezirke ausschließlich Männer zu Bürgermeistern gewählt haben, hat Tempelhof-Schöneberg mit Angelika Schöttler (SPD) eine kompetente und engagierte Frau zur Bürgermeisterin gemacht. Im Bezirksamt bilden Frauen die Mehrheit. Das Präsidium wird ausschließlich von Frauen geleitet. Diese Besonderheit gegenüber den anderen Bezirken soll sich natürlich auch in der Politik wiederfinden. Seit Januar konnten wir mehrere Anträge stellen:

    - Die Beteiligung der Bürgermeisterin und der Stadträtinnen und Stadträte am Girl’s Day 2012 wurde zu unserer ersten frauenpolitischen Forderung. Mit einer Mehrheit aus SPD, Grünen, Piraten und Der Linken wurde der Antrag beschlossen.

    - Auch Erinnerungskultur wird ein Standbein unserer frauenpolitischen Arbeit sein. Mädchen und junge Frauen brauchen starke Vorbilder. Das Leben und Schicksal Mathilde Hofers, einer bewundernswert starken Frau, gestorben in Ausschwitz, soll anlässlich des internationalen Gedenktages an den Holocaust in einer Ausstellung gewürdigt werden.

    - Ende vergangenen Jahres führten die Vereinten Nationen den Weltmädchentag ein. Am 11. Oktober 2012 soll nun auch in Tempelhof-Schöneberg das erste Mal auf die enachteiligungen und das Ungleichgewicht von Mädchen und jungen Frauen hingewiesen werden.

    - Lisa Albrecht war Turnlehrerin des Arbeiter_innensports,Frauenrechtlerin und Pazifistin. Als engagierte Sportlerin und Widerständlerin gegen das Naziregime, soll sie Vorbild für viele Sportler und Sportlerinnen im Bezirk werden. Wir beführworten daher die Benennung der Sporthalle am Baußnernweg nach Lisa Albrecht. Der Antrag befindet sich in der Ausschussberatung.

    Ein frauenpolitischer Schwerpunkt soll auch weiterhin auf der Förderung von Frauen im Sport liegen. Unser politisches Anliegen haben wir mit einem Besuch des Schöneberger Fraueneishockeyteams, den OSC Eisladys, gestützt. Frauensport wird immer noch medial und finanziell vernachlässigt. Dies wollen wir ändern!

    Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns wichtig. Viele Menschen, besonders junge Frauen und Mädchen identifizieren sich mit ihr. Sogenannte Ehrenmorde sind eine spezifische usprägung von Gewalt gegen Frauen, die wir bekämpfen müssen. Wir möchten allerdings vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums warnen. Dort werden Frauen immer dann zu Opfern gemacht, wenn die Tat einem bestimmten Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Häusliche Gewalt findet unabhängig von Ethnie, Bildungsniveau und sozialem Status statt. Alle Formen von Gewalt sind gleich schwerwiegend.

    Eingesetzt haben wir uns auch für den Erhalt der Seniorinnenfreizeitstätte Huzur. Frauen, vorwiegend mit türkischem Migrationshintergrund, treffen und organisieren sich dort. Huzur ist ein einmaliges Angebot für Seniorinnen nicht deutscher Herkunftssprache im Bezirk.

    Eine weitere kleine Anfrage diente der Ermittlung des Bedarfs von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade. Erschreckend sind die Zahlen des Polizeiabschnitts, der einen Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verzeichnet. Wir werden die Ergebnisse auswerten und politisch Handeln. Die kleine Anfrage finden Sie zeitnah hier.

    Frauenpolitik bedeutet auch sich zu vernetzen – auch überparteilich. Daher haben sich Frauen der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen entschieden gemeinsam frauenpolitische Projekte zu verfolgen.

    Seit Januar gestalten wir bezirkliche Frauenpolitik und konnten einiges anstoßen. Bezirkliche Frauenpolitik ist jedoch mehr als das, was wir in der Bezirksverordnetenversammlung besprechen. Sie lebt von Ihrem Engagement in den Projekten und Vereinen. Daher möchte ich Sie herzlich einladen Ihre Anliegen mit mir zu teilen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marijke Höppner

    Antrag: Weltmädchentag

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt den von der UN deklarierten Weltmädchentag am 11. Oktober 2012 erstmals zu begehen, um auf die gesellschaftliche Ungleichheit von Mädchen in der Gesellschaft ist hinzuweisen. Ein geeignetes Format (beispielsweise Veranstaltung, Fachdiskussion, pressewirksame Aktivität, etc.) soll gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg gefunden werden.

    Begründung:

    Im Dezember 2011 entschieden die Vereinten Nationen, den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“, dem Welt-Mädchentag, zu ernennen. „Denn ein Welt-Mädchentag macht auf die Herausforderungen und Probleme, mit denen Mädchen in aller Welt konfrontiert sind, aufmerksam [und] führt dazu, dass Mädchen sichtbarer werden,“ so Plan Deutschland, Initiatoren des Weltmädchentages. Quelle: http://www.plan-deutschland.de/news/article/welt-maedchentag-wird-endlich-wirklichkeit/
    Da der Weltmädchentag 2012 in den Herbstferien liegt, soll das Bezirksamt gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen ein geeignetes Format finden, um den Welt-Mädchentag zu begehen und auf die besonderen Herausforderungen und Probleme von Mädchen und jungen Frauen hinzuweisen.

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 15.02.2012

    SPD bei den unter 18-jährigen ganz vorne!

    1278 Jugendliche wählten die SPD zur stärksten Kraft in Tempelhof-Schöneberg. Bis Freitag, den 9. September konnten Jugendliche aus Tempelhof-Schöneberg in Wahllokalen der Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen ihre Stimme abgeben. Dabei entfielen rund 26 % der Stimmen auf die SPD gefolgt von den Grünen mit 23 %. Die CDU lag etwa gleichauf mit der Tierschutzpartei bei etwas über 10 %.

    „Es ist toll, dass sich so Viele daran beteiligt haben“ so die Sprecherin für Jugendpolitik Marijke Höppner und führt weiter aus: „Viele Jugendliche haben sich im Vorfeld der Wahlen mit Politik befasst und sich bewusst für eine Partei entschieden. Dass die Jugendlichen aus Tempelhof-Schöneberg die SPD als stärkste Kraft sehen, ist für mich eine Bestätigung unserer Jugendpolitik und der sozialdemokratischen Jugendstadträtin Angelika Schöttler.“

    Die U18 Wahlen sind ein wichtiger Bestandteil demokratischer
    Willensbildung. Im Rahmen der Wahlen wird über rechte und rechtsextreme Parteien aufgeklärt. Parteien wie die NPD, Pro Deutschland oder die Freiheit brechen den demokratischen Konsens eines toleranten Miteinanders auf. Das haben auch die jungen Wählerinnen und Wähler verstanden. Rechte Parteien wie die NPD, Die Freiheit und Pro Deutschland konnten auch gemeinsam nicht mal 4 % erreichen.

    Kinderfest auf dem Wartburg Platz

    Seit vielen Jahrzehnten findet vor dem Jugendfreizeitheim „Weiße Rose“ am Wartburgplatz das SPD-Kinderfest statt. Angelika Schöttler eröffnete am Nachmittag des 21. August das Fest als Vorsitzende der SPD-Abteilung City und als Spitzenkandidatin der SPD-Tempelhof-Schöneberg. Drei Stunden gehört der Platz vor allem den Kindern mit Hüpfburg, Schminken, Kartoffellauf, Torwandschießen und vielen weiteren Spielangeboten. Auch ein Zauberer ist mit dabei. Für die Erwachsenen gibt es Kaffee und Kuchen oder den Grillstand, sowie genügend politisches Informationsmaterial. Angelika Schöttler konnte auch viele Politikerinnen und -politiker aus Bund, Land und Bezirk begrüßen: dazu zählen die Wahlkreiskandidatinnen Annette Fugmann-Heesing, Dilek Kolat, Lars Oberg und Manuela Harling genauso wie wie Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, die stellvertretende BVV-Vorsteherin Ingrid Kühnemann, die Fraktionsvorsitzende der BVV-Fraktion Elke Ahlhoff und die Bezirksverordneten Karin Dehn, Oliver Fey, Marijke Höppner und Melanie Kühnemann. „Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die wieder viel dazu beigetragen haben, dass das Fest gelungen ist! Nächstes Jahr sehen wir uns alle wieder beim SPD-Kinderfest 2012″, versprach Angelika Schöttler am Schluss.

    Kiezfest am Viktoria-Luise-Platz

    Das traditionelle Stadtteilfest am Viktoria-Luise-Platz war auch dieses Jahr wieder gut besucht. Die Besucherinnen und Besucher konnten mit mir, Angelika Schöttler, Bürgermeisterkandidatin für Tempelhof-Schöneberg, Ulla Schmidt, ehemalige Gesundheitsministerin, Mechthild Rawert, Mitglied des Deutschen Bundestages und Michael Müller, Oliver Schworck und viele weiteren Bezirkspolitikerinnen und -politikern in Gespräch kommen. Die Stimmung war toll, es kam zu vielen angeregten Unterhaltungen. Auch die Musik und die vielen Angebote für Kinder machten es zu einen wunderbaren Kiezfest.
    Vikki-fest

    Antrag: Rechtsextremismus- Prävention in der Jugend- und Schulsozialarbeit

    Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob im Rahmen der Prävention gegen Rechtsextremismus und für Förderungvon Demokratie und Vielfalt eine Schulung durch die Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Berlin (mbr) in den Einrichtungen des Jugendamtes und den Horten an den bezirklichen Schulen durchgeführt werden kann. Zudem soll geprüft werden welche lokalen Besonderheiten bei einer Schulung zu berücksichtigen sind. Die Genderperspektive ist in allen Bereichen zu integrieren. Der BVV ist bis zum 31.12.2009 zu berichten.

    Begründung:
    Die Jugendarbeit/Jugendhilfe hat den politischen Auftrag auf Grundlage eines menschenrechtsorientierten Standpunktes zur Persönlichkeitsbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beizutragen und in diesem Rahmen Demokratie für junge Menschen erlebbar zu machen. Die kontinuierliche Arbeit von Arbeitsgemeinschaften öffentlicher und freier Träger sowie der Jugendämter zeigt, dass die Rechtsextremismus- Prävention und – Intervention als eine langfristige Aufgabe verstanden werden muss. Aufbauend auf die Erfahrungen des Aktionsplans für Vielfalt und Demokratie, des dazugehörigen Handlungskonzeptes und den Erfahrungen aus einer Schulung der mbr in Lichtenrade soll nun geprüft werden, welche langfristigen Möglichkeiten bestehen, in der Jugend- und Schulsozialarbeit die Rechtsextremismus- Prävention und – Intervention in Tempelhof- Schöneberg voranzubringen. Unsere Aufgaben liegen im pädagogischen Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen, Interventionsmaßnahmen, Stärkung einer progressiven Jugendkultur, Vernetzung von Handlungsstrategien innerhalb der Jugend- und Schulsozialarbeit und die Nutzung der bereits bestehenden Sozialraumorientierung, um die Kooperation zwischen Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Politik und Zivilgesellschaft zu stärken. Die MBR haben umfangreiche Erfahrung in der Beratung von kommunalen Freizeiteinrichtungen, Jugendämtern, freien Trägern der Jugendhilfe und Ausbildungseinrichtungen für sozial- pädagogische Berufe (Sozial- und Jugendarbeit, ErzieherInnen) in den verschiedenen Bezirken Berlins und bieten eine kostenlose eintägige Beratung für Jugendeinrichtungen, Schulen oder ihren Initiativentreffpunkt. Dazu werden drei Arbeitsschritte herangezogen: (Wahrnehmen – – Deuten – – Handeln) der Unterstützungsbedarf geklärt, Lösungsmodelle entwickelt und realistische Handlungsstrategien festgelegt.

    Eingebracht: Mai 2009

    Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1090/XVIII gibt es hier.

    Grüne auf dem Weg zum Überwachungsstaat

    Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in der BVV Tempelhof- Schöneberg will mittels verdachtsunabhängiger Kontrollen in einer Art Schleierfahndung den Alkoholkonsum Jugendlicher bekämpfen. In der April- Sitzung der BVV forderten die Grünen die Durchführung verdachtsunabhängiger Kontrollen zum Zwecke des Jugendschutzes durch Polizei und Ordnungsamt.

    „Unabhängig davon, ob sie Alkohol zu sich genommen haben, könnten Jugendliche dann polizeilich überprüft werden“ erklärt Marijke Höppner, Bezirksverordnete der SPD- Fraktion. Dadurch würden Jugendliche, Kneipenwirte und Gewerbetreibende unter einen unnötigen Generalverdacht gestellt, selbst wenn sie vorher noch nie negativ aufgefallen sind.
    „Es waren die Grünen, die 2004 angeregt hatten, die Schleierfahndung aus dem Berliner Polizeigesetz (ASOG) zu streichen. Die SPD hatte diese Forderung unterstützt“, so Höppner weiter. „Dass damit die rechtliche Grundlage für ihre Forderung fehlt, war der Grünen- Fraktion auf Bezirksebene völlig egal.“
    Mit den Stimmen von Grünen, CDU, FDP und Grauen sei so beschlossen worden, dass das Bezirksamt ersucht wird, verdachtsunabhängige Polizeikontrollen im Kampf für den Jugendschutz durchzusetzen.
    Marijke Höppner abschließend:„Wer sich an einem öffentlich zugänglichen Ort gesetzeskonform verhält, hat das Recht, vom Staat in Ruhe gelassen zu werden!“ Der Beschluss sei rechtswidrig und zudem ein falsches Signal. Eine gute Jugend- und Schulsozialarbeit sowie die konsequente Umsetzung des bestehenden Jugendschutzgesetzes leisteten den effektivsten Schutz für Kinder und Jugendliche. Viel wichtiger sei der Ausbau der Präventionsprogramme, die Jugendliche über die Folgen von Alkoholgenuss aufklären. „Personelle Ressourcen für verdachtsunabhängige Kontrollen einzusetzen ist in diesem Zusammenhang reine Verschwendung.“

    Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=1660&menu=1

    Mai 2008

    Antrag: WiderstandskämpferInnen aus dem Bezirk bekannt machen

    Die BVV ersucht das Bezirksamt, den in der Reihe Widerstand in Berlin von 1933 – 1945 der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erschienen Band 13 Widerstand in Schöneberg und Tempelhof kostenlos in den öffentlichen Einrichtungen des Bezirks auszulegen.

    Begründung:
    Aus dem Vorwort Widerstand in Schöneberg und Tempelhof: „Schöneberg und Tempelhof sind sehr facettenreiche Bezirke, in denen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime aus allen gesellschaftlichen Schichten geleistet wurde.“
    Die Abhandlungen über Gruppen, Einzelpersonen und Kieze können helfen Verständnis für die schwierige Arbeit der Widerstandskämpfer und – kämpferinnen aus Tempelhof und Schöneberg aufzubringen und das demokratische Bewusstsein zu festigen.
    Die Bücher sind kostenlos in der Gedenkstätte Deutschen Widerstands erhältlich und können in Absprache mit Gedenkstätte auch in größeren Mengen für öffentliche Einrichtungen des Bezirks z.B. Bürgerämter, Bibliotheken, etc. werden.

    Eingebracht: März 2008

    Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0583/XVIII gibt es hier.