Archiv der Kategorie 'Heterosexismus'

„Auch die Großväter kommen zu uns“ – Zu Besuch bei Mann-O-Meter

In die Coming Out-Beratung und Selbsthilfegruppen bei Mann-O-Meter kommen nicht nur junge Männer, die im Outing-Prozess stecken. Auch ältere Männer besuchen die Angebote. Sehr viel Freude machte es den angestellten Beratern, als zuletzt ein älterer Herr gemeinsam mit seiner Tochter und dem Enkel die Einrichtung besuchte. Dieses Beispiel der generationenübergreifenden Unterstützung im Coming Out-Prozess sind vorbildlich, zeigen aber auch, dass der offene Umgang mit der sexuellen Orientierung und die gesellschaftliche Anerkennung nicht nur ein Thema junger Männer in der Pubertät ist. Die Angebote von Mann-O-Meter sind daher breit gefächert. Neben der Jugendgruppe für Teenager und junge Erwachsene, gibt es auch die Gruppe „Doppelherz“.

Beratung erhalten alle beim HIV-Schnelltest
Selbsthilfegruppen aller Art finden vor Ort statt wie die schwulen Väter oder die Anonymen Alkoholiker. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich der gesundheitsvorsorge mit den Schnelltests bei Angst vor AIDS, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten, die vor Ort für 15 EUR während der Sprechzeiten angeboten werden. Die Antwort gibt es noch am gleichen Tag. Beratung erhalten alle Menschen, die Test machen lassen. Niemand wird sich selbst überlassen mit der guten oder schlechten Botschaft.

Schwulen Straftätern helfen: „Es bringt was!“
Ein besonderes Projekt ist die angeleitete ehrenamtliche Arbeit im Gefängnis. Im eins zu eins Verhältnis werden schwule Straftäter betreut und ihnen damit der Weg zurück in die Gesellschaft geebnet. Ein Ehrenamtlicher betreut dabei einen Gefangenen und hilft ihm bei Problemen im Knast oder mit dem Leben draußen. So entstehen Bindungen, die häufig dazu führen, dass die sogenannten Freigänger (Männer im offenen Strafvollzug) die Beratungs- und Selbsthilfeangebote von Mann-O-Meter nutzen und sich besser gesellschaftlich integrieren. „Es bringt was“, sagt dazu einer der Mitarbeiter.

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch von Mann-O-Meter am Nollendorfplatz fand am 22. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (MdBVV).

Einladung: „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts am 28.5.13 um 19:30 Uhr im NBHS, Rheinstraße 53-54

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr gern möchten wir Sie zu der Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“ einladen.

In Anbetracht einer Zunahme rechter Propagandadelikte in Friedenau wie Schmierereien an Gebäuden sozialer und kultureller Einrichtungen von Al Nadi, Kidöb und einem muslimischen Kulturzentrum sowie der Schändung von Stolpersteinen und einer Stolperschwelle durch Schwärzungen, stellt sich die Frage, ob rechtsextreme Aktivitäten in Friedenau zugenommen haben.
Rassistische Schmierereien dürfen nicht zum Normalzustand im Friedenauer Stadtbild werden. Daher möchten wir gemeinsam mit den Betroffenen, Initiativen vor Ort, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und den Friedenauern und Friedenauerinnen diskutieren, wie wir im Kiez zeigen können, damit rassistisches Gedankengut bei uns kein Platz findet.

Einen Einstieg wird uns Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin, in die Thematik gebeten und den gerade veröffentlichten Rechtsextremismusbericht vorstellen. Sebastian Wehrhahn von den Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Berlin wird uns als Experte für die Einschätzung rechter Aktivitäten in Friedenau zur Seite stehen.

    Sie sind herzlich eingeladen gemeinsam mit uns zu diskutieren:


    Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“
    am Dienstag, 28. Mai 2013
    von 19:30 bis 21:30 Uhr
    im Nachbarschaftsheim Schöneberg, Rheinstraße 53-54, 12161 Berlin

Grußwort: Georg Zinner, Geschäftsführer Nachbarschaftsheim Schöneberg

Vorstellung des Rechtsextremismusberichts Tempelhof-Schöneberg – Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin

Einschätzung der rechtsextremen Potenziale in Friedenau – Sebastian Wehrhahn, Mobile Beratungsteams gegen Rechtsextremismus

Offene Diskussion „Wie können wir rechten Aktivitäten begegnen?“

Schlusswort: Elke Ahlhoff, Vorsitzende der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Moderation: Marijke Höppner, SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Wir freuen uns über eine Zusage bis zum 26. Mai 2013 an post@spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Ahlhoff


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Wirtschaftsweiber – „Lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar machen“

Von Marijke Höppner
Wirtschaftsweiber
Mit dem Ziel lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar zu machen, strickt Wirtschaftsweiber e.V. branchenübergreifend ein Netzwerk für lesbische Fach- und Führungskräfte. 160 Frauen engagieren sich bei Wirschaftsweiber e.V. bundesweit. In Berlin haben sich etwa 30 Frauen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen. Das Spektrum der Mitfrauen ist breit gefächert: Etwa hälftig sind Selbstständige und Angestellte in Berlin vertreten. Die regelmäßigen Treffen dienen der Vernetzung und dem Austausch. Das Thema ‚Vernetzung‘ ist auch international groß geschrieben. So werden Netze nach Österreich, Dänemark und in die Schweiz gesponnen.
Die Aktivitäten sind politisch motiviert. „Diversity wird in großen Unternehmen immer mehr zum Thema!“, berichtet Karin Windt, die Koordinatorin für die Regionalgruppe Berlin und meint damit das die Global Player auf interkulturelle und sexuelle Vielfalt setzen, um ihre Offenheit nach außen zu zeigen: „Dennoch stoßen lesbische Frauen auch an die gläserne Decke.“ Die ‚gläserne Decke‘ ist aus frauenpolitischen Diskursen bekannt. Sie bezeichnet die Hürden, die Frauen im Berufsleben in den Weg gestellt werden, wenn sie aufsteigen wollen. Auszeit für Kindererziehung ist zum Beispiel ein Grund. Lesbische Frauen können schon mal mit klischeehaft dargestellt werden, um ihre Kompetenzen abzuwerten. Selten wird diesen Diskriminierungen entgegen getreten. Auch deshalb setzt sich Wirtschaftsweiber für lesbische Frauen im Berufsleben ein. Natürlich ist dies mit dem Appell verbunden, dass nicht nur die Betroffenen selbst Ungerechtigkeiten anzeigen sollten. Die gleiche Gesellschaft sei nur dann möglich, wenn alle Menschen sensibilisiert sind, Ungleichheiten aufzudecken und in konkreten Diskriminierungsfällen einzugreifen.

Reinigen der »Stolpersteine«

Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg Elke Ahlhoff, Oliver Fey, Marijke Höppner und Gudrun Blankenburg, rufen dazu auf, am Sonntag, den 12. August 2012 um 14.00 Uhr an der Freizeitstätte Stierstraße 20 in Berlin-Friedenau beim Putzen der in der Stierstraße verlegten »Stolpersteine« zu helfen.

Die kurze Stierstraße hat nur 20 Hausnummern, weist aber über 50 Stolpersteine auf. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Friedenauer Initiativen wie die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße oder Brünnhildestraße sorgen dafür, dass das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird.

Jedesmal sind die Recherchen zu den deportierten und ermordeten Menschen verbunden mit tiefgehenden, schmerzlichen Recherchen zu jedem einzelnen Schicksal. Die Stolpersteine finden ihren Platz vor dem Haus, in dem die Opfer der Nazi-Willkür ihren letzten Wohnort hatten, bevor sie von dort aus in die Todeslager deportiert wurden.

Vandalismus an einer betreffenden Informationstafel in der Stierstraße 18/19 begegnete die Initiativgruppe Stolpersteine Friedenau mit überzeugenden Erneuerung der Schautafel.

Damit die Stolpersteine mit den Namen der Opfer leuchten, soll durch diese Putzaktion ein Zeichen gesetzt werden, dass diese Stolpersteine ein lebendiger Gedenkort sind und zur aktiven Gedenkarbeit auffordern.

Die Initiatoren freuen sich über Ihre Hilfe – machen Sie mit! Für Putzmaterial ist gesorgt.

Antrag: Baumaßnahme Kurfürstenstraße 41- 44 (B- Plan II- 125- 1VE)

Die BVV empfiehlt dem Bewzirksamt, sich bei den zuständigen Stellen des Bezirks Mitte dafür einzusetzen, dass im Zusammenhang mit der Baumaßnahme Kurfürstenstraße 41- 44 (B- Plan II- 125- 1VE) folgende Belange berücksichtigt werden.

1. Das Erdgeschoss mit Ladennutzung soll offen und transparent gestaltet werden (keine verklebten Schaufensterscheiben).

2. Sollte der Bau eines Parkhauses unverzichtbar sein, müssen Sicherheitskriterien in die Planung einfließen. Die besondere Situation des Quartiers bzgl. der Prostitution (Vollzug im geschützten Parkhaus) ist zu beachten).

3. Hofbereiche und unbebaute Grundstücksbereiche sind einzufrieden.

Begründung:
Ggf. mündlich

Berlin, den 11.06.2012

Nihan Dönertaş

Der Verlauf des Antrages ist hier zu verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung am 20.06.2012 eingebracht.

TSaktuell: Eröffnung des Gedenkortes Hilde Radusch

Die TSaktuell ist erschienen.

In der Juni-Ausgabe findet Ihr einen Artikel zur Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch.

    Gern möchte ich Euch auf diesen Termin aufmerksam machen:
    am Freitag, den 22. Juni wird um 17 Uhr in der Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldstraße.

Mehr zur Kämpferin Hilde Radusch könnt Ihr hier lesen.
TSaktuell-HildeRadusch

TSaktuell: Interview mit der Lesbenberatung

Die TSaktuell ist erschienen.

Für die Juni-Ausgabe habe ich ein Interview mit Claudia Apfelbacher, Lesbenberatung geführt. „Es geht um Lösungsstrategien“. Von coming out bis Mehrfachdiskriminierung – Die Lesbenberatung kümmert sich um viele Themen könnt ihr schon mal hier lesen.
TSaktuell_Lesbenberatung1

Besuch bei gleich und gleich e.V.

Gleich und gleich e.V. bietet betreutes Wohnen für Jugendliche an. Bundesweit nimmt der Verein eine besondere Rolle dabei ein, denn die Ansprache bezieht die Interessen von lesbischen, schwulen und trans* Jugendliche ein und nimmt so Rücksicht auf die spezifischen Erlebnisse und Bedürfnisse.
Um mehr über den Verein und dessen Arbeit zu erfahren, besuchte Marijke Höppner, frauenpolitische Sprecherin, am 10. Mai 2012 gleich und gleich e.V. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Manuela Harling (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwulen in der SPD Tempelhof-Schöneberg) sowie Friederike Nitzsche (Beisitzerin im Vorstand der Schwusos).
Die zielgruppenspezifische Ansprache gibt es deutschlandweit selten. Andere Bundesländer wie Bayern empfehlen Jugendliche nach Berlin in das betreute Einzel- oder Wohngemeinschaftswohnen. Eine Ansprache auf die Bedürfnisse von lesbisch, schwulen und trans* Jugendlichen ist nicht unbedingt üblich im Bereich des betreuten Wohnens.
Stefan Pröpper (Geschäftsführer) und die beiden Sozialpädagoginnen Ingrid Bergter und Katja Imholz berichteten darüber wie die Jugendlichen im Alltag gestärkt werden, um ihr Leben selbstständig zu meistern. Die Jugendlichen wenden sich zum Erfahrungsaustausch an die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die selber lesbisch, schwul oder trans* sind. Der Umgang mit öffentlichen Diskriminierungserfahrungen durch Nachbarn und Mitmenschen wird häufig zum Thema. Liebe, Partnerschaft, Hausarbeiten und Arbeitsplatzsuche sind genauso wichtig, um in ein selbstbestimmtes Leben geleitet zu werden.
Gleich und gleich befindet sich in der Kulmerstraße 16 in Berlin Schöneberg.
gleich und gleich e.V.
Hintere Reise: Frau Bergter, Frau Imholz, Herr Pröpper
Vordere Reihe: Ursula Hasecke (Frauenbeauftragte), Angelika Schöttler, Petra Nowacki, Mannuela Harling, Frederike Nitzsche, Marijke Höppner

Antrag: Queerpolitischer Bericht

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt einen queerpolitischen Bericht zu erstellen.
Der Bericht soll die bezirkliche Umsetzung des Berliner Aktionsplans gegen Homophobie und der Senatsinitiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ entsprechend der relevanten Handlungsfelder enthalten. Darüber hinaus soll der Bericht eine Übersicht der Einrichtungen, Verbände, Vereine und Projekte der jeweiligen Fachbereiche sowie eine Übersicht bezirklicher Beratungs-Angebote für queere Menschen enthalten.

Der BVV ist dieser bis Juni 2012 vorzulegen.

Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012

Erster Ausschuss für queere Lebensweise in Tempelhof-Schöneberg

Am 8. Dezember konstituiert sich voraussichtlich der Ausschuss für Frauen und queere Lebensweisen in Tempelhof-Schöneberg. Die Erweiterung um den Bereich queere Lebensweisen erfolgte auf Wunsch der bezirklichen SPD Fraktion. Damit ist Tempelhof-Schöneberg der erste Berliner Bezirk der Politik für queere Menschen in einem Ausschuss institutionalisiert ansiedelt.
Queer ist ein englischsprachiger Begriff, der auch Einzug in die deutsche Sprache gefunden hat. Zunächst umschreibt queer Dinge, Handlungen und Personen, die von der Norm abweichen. Das Adjektiv wird heute vor allem dafür verwand Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, transexuell, transgender oder intersexuell (kurz: LGBTTI) sind, zusammenfassend zu benennen. Queere Theorien stellen mittlerweile einen wissenschaftlichen Forschungsbereich dar.
„Dass die Belange queerer Menschen in einem Ausschuss festgeschrieben sind, ist eine Anerkennung der gesellschaftlichen Realität“, so der Sprecher für queere Lebensweisen Hermann Zeller. „Natürlich ersetzt der Ausschuss nicht die Verantwortung der einzelnen Politikbereiche aktiv zu werden, aber es ist die Chance das Augenmerk auf die Belange von vielen Menschen zu setzen, deren Interessen vorher nicht unbedingt mitgedacht wurden.“

Der Schöneberger Norden gehört uns allen!

- Für Toleranz und Respekt gegen Homophobie und Sexismus

Am 8. Oktober lud die SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg unter dem Titel „Der Schöneberger Norden gehört uns allen“ zu einer Podiumsdiskussion ein. Anlässlich der gewaltätigen Übergriffe während einer Gewaltpräventionstour der TunSi (Staatsministerium für Tuntensicherheit) und des RBB am 10. Juni diesen Jahres im Schöneberger Norden (Pallasstraße/Potsdamerstraße) diskutierten wir gemeinsam mit vielen Interessierten und Expertinnen und Experten der Queeren-Projektszene darüber wie Toleranz und Respekt etabliert werden können.

Ein besonderer Dank gilt der Aktivistin der TunSi Ginnifer Hartz, die auf sehr persönliche, und anschauliche Weise die ihr und ihren Kolleginnen widerfahrenen Gewalt im Schöneberger Norden schilderte. Mit dem Wunsch des politischen Handelns überließ sie den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen das Wort.
Der Kontaktbereichsbeamte und Präventionsbeauftragte des Polizeiabschnitts 41 Henry Maiwald wies auf die Beteiligung der Polizei im Präventionsbereich an diversen Runden Tischen hin und stellte heraus, dass eine Erfassung der Straftaten durch Anzeigen elementar sei, um ein weiteres Handeln zu ermöglichen.
Bastian Finke von Maneo beschrieb, mit welchen Ängsten die Opfer von homophobmotivierten Gewalttaten konfrontiert sind und wie sie in ihren Rechten durch die Arbeit von Maneo gestärkt werden. Sollten Opfer sich aus persönlichen Gründen nicht für eine Strafanzeige entscheiden, werden andere „kreative Möglichkeiten“ im Rahmen von Empowerment zu Hilfe gezogen.
Saideh Saadat-Lendle von LesMigras beantwortete die Frage nach dem Ursprung von Gewalt damit, dass Diskriminierungen auf unterschiedlichen Ebenen statt finden. Diskriminierung kann sowohl zwischenmenschliche Gewalt bedeuten, aber auch strukturell in staatlichen Einrichtungen oder durch Gesetze befördert werden. Eine Gefahr sieht die Referentin in einer Verankerung bestimmter Vorurteile in der Mitte der Gesellschaft, so dass auch politische Antworten gesamtgesellschaftlich gedacht werden müssen.

In der folgenden Diskussion wurden mehrere relevante politische Handlungsfelder angesprochen. Der Bereich Jugend spielte dabei eine wichtige Rolle:
So wurde von den Beteiligten erkannt, dass Jugendliche nicht generell homophob seien, aber durch die gesellschaftliche Sozialisation diskriminierende Positionen oder Verhalten weitertragen können. Der Ansatz Jugendliche auf unterschiedliche Weise anzusprechen lag daher auch im Vordergrund der Redebeiträge: Alltagserfahrungen, die von Arbeitsbesuchen in Schöneberger Schulen oder mit einer emanzipatorischen Jungenarbeit gemacht wurden, zeigten deutlich, dass die Jugend- und Schulsozialarbeit besonders wichtig ist. Hervorzuheben sind die Institutionen, denen eine besondere Rolle zukommt emanzipatorische Inhalte zu vermitteln und weiter zu tragen. Eine Förderung muss daher die Auseinandersetzung mit Homosexualität und Sexismus im Alltag beinhalten.
Als Orte an denen ein entsprechendes Handeln notwendig ist, wurden die Jugendeinrichtungen des Schöneberger Nordens, die Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen des Schöneberger Nordens (Robert-Blum- und Riesengebirgsoberschule) und das Quartiersmanagement im Rahmen einer sozialräumlichen Orientierung erkannt. Hierzu gibt es einen weiteren Diskussionbedarf.
Darüberhinaus wurde eine stärkere Vernetzung zwischen unterschiedlichen Multiplikaktoren, Trägern und Einrichtungen gewünscht.

Da gerade der Bereich Jugend und Schule in der Antidiskriminierungarbeit eine besondere Rolle in der Debatte eingenommen hat, werden wird sich die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg diesem Themenfeld annehmen.

Der Schöneberger Norden gehört uns allen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich der gewaltätigen Übergriffe während einer Gewaltpräventionstour der TunSi (Staatsministerium für Tuntensicherheit) und des RBB am 10. Juni diesen Jahres im Schöneberger Norden (Pallasstraße/Potsdamer Straße) möchte sich die SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg verstärkt mit Ursachen von homophober Gewalt befassen. Was hinter homophober Hassgewalt steckt und welche Einwirkungsmöglichkeit wir haben einen diskriminierungsfreien Kiez und eine vorurteilsfreie Gesellschaft zu schaffen, möchten wir mit Ihnen besprechen. Wir laden Sie herzlich ein zu der Podiumsdiskussion:

am Freitag, 8. Oktober 2010
von 18:30 bis 20:30 Uhr
im Rathaus Schöneberg, Casino

* Grußwort: Ekkehard Band, Bezirksbürgermeister
* Podiumsgäste:
* Ginnifer Hartz alias Agenting G, TunSi
* Bastian Finke, Maneo
* Saideh Saadat- Lendle, LesMigraS
* Henry Maiwald, Präventionsbeauftragter des Polizeiabschnitts 41
* Schlusswort: Mechthild Rawert, MdB

Wir freuen uns sehr Angelika Schöttler (Stadträtin für Familie, Jugend
und Sport in Tempelhof- Schöneberg), Elke Ahlhoff (Vorsitzende der
SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Herr Löher und Frau Tischbier
(Ansprechpersonen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Berliner Polizei), Dilek Kolat (Vorsitzende der SPD Tempelhof- Schöneberg), Hermann Zeller (Vorsitzender der Schwusos, Lesben und Schwule in der SPD Tempelhof- Schöneberg) und Anette Fugmann- Heesing (MdA) als Gäste begrüßen zu dürfen.

Die Einladung als PDF- Datei finden Sie hier.

Ich freue mich über Ihr Erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen

Marijke Höppner
Sprecherin für Integrationspolitik

Homophobe Gewalttaten in Tempelhof- Schönberg

Mündliche Anfrage der Bezirksverordneten Marijke Höppner (SPD) zur nächsten Bezirksverordnetenversammlung am 29. September 2010 über Homophobe Gewalttaten in Tempelhof- Schönberg:
1. Welche Aktivitäten hat das Bezirksamt ergriffen, um homophobe Gewalt in Tempelhof- Schöneberg zu bekämpfen?
2. Was leistet der Bezirk, um strukturelle Diskriminierung gegenüber Lesben, Schwule, Bi- und Transmenschen zu verhindern?

Eingebracht: September 2010

Rassismus und Homophobie sind kein Randphänomen – Veranstaltung zu Doppeldiskriminierung

Mehrfachdiskriminierungen von queerer Menschen mit Migrationshintergrund sind weiter an der Tagesordnung, stellte Koray Yilmaz- Günay, Mitarbeiter des Vereins GLADT e.V., in einer Diskussionsrunde der AG Migration und der Schwusos Tempelhof- Schöneberg heraus. Mit der Beteiligung von Mitgliedern der SPD Fraktion an der Veranstaltung sowie durch Besuche bei Projekten wie Miles und LesMigras möchte die integrationspolitische Sprecherin Marijke Höppner darauf aufmerksam machen, dass Rassismus und Homophobie kein gesellschaftliches Randphänomen sind.

Das Angebot von Gladt richtet sich vor allem an türkeistämmige Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und Transgendern (LSBTT) – mittlerweile nehmen Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund an den Aktivitäten teil. Neben der Erstberatung zu Fragen wie Coming out, Familie, AusländerInnenrechte und Lebenspartnerschaftsrechten, Gesundheit, Gewalt und Diskriminierung, entwickelte der Verein ein Konzept der emanzipatorischen Jungenarbeit für Schulen und Jugendeinrichtung. Weiterhin gibt es Beratungsangebote für Eltern sowie die Kooperation MultiplikatorInnen in dem Bereich der Elternarbeit und generationsübergreifenden Antidiskriminierungsarbeit. Zudem engagiert sich der GLADT e.V. auf unterschiedlichen Ebenen gegen Rassismus, Sexismus, Trans- und Homophobie.

In der Diskussion stellte Koray Yilmaz- Günay heraus, dass Rassissus und Homophobie weiterhin in den Köpfen vieler Menschen verankert sind. Weiterhin stellte er fest, dass der Grundstein für die Überwindung einer diskriminierungsfreien Gesellschaft vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit läge.

Die Abendveranstaltung bettet sich in die Arbeit der SPD Fraktion in Tempelhof- Schöneberg ein. Dem vorausgegangen ist ein durch Marijke Höppner, Sprecherin für Integrationspolitik, initiierter Besuch von MILES – Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule des LSVD. Folgen wird ein Termin bei LesMigraS, dem Antigewalt und Antidiskriminierungsbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.

Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=4213&menu=1

August 2010

Liebe verdient Respekt – MILES startet mit neuer Besetzung durch!

Seit kurzem hat das Projekt MILES des LSVD eine neue Leiterin, Gühlhan Reifers. Sie stellte Mitgliedern der SPD- Fraktion vor, wie MILES in Zukunft queere Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen möchte. Am 2. Juli besuchte Marijke Höppner, Sprecherin für Integrationspolitik der SPD Fraktion, das Projekt MILES – Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule des LSVD.

Gühlhan Reifers, die seit kurzem das Projekt leitet, stellte die Aktivitäten von MILES vor. Neben Beratungsangeboten in Fragen von Recht und Gesundheit bietet MILES psychosoziale und interkulturelle Beratung für homosexuelle Menschen mit Migrationshintergrund und deren Angehörigen. DiversityInternational ist ein Treffpunkt für Lesben, Schwule, bi- und transnationale Menschen verschiedener Nationalitäten und dient der Stärkung der vielfältigen Lebensentwürfe, Perspektiven und Vorstellung der Teilnehmenden. Mehr Infos finden Sie unter www.miles.lsvd.de

Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=4212&menu=1

August 2008

Vielfalt und Toleranz

Am vergangenen Wochenende fand am 12. und 13. Juni das 18. Lesbisch- schwule Straßenfest rund um die Schöneberger Motzstraße statt. Für uns spiegelt es die Weltoffenheit und Liberalität Berlins in unserem Bezirk wider. Viele Menschen besuchten das traditionsreiche Stadtteilfest und feierten gemeinsam.

Das Motto des diesjährigen Straßenfestes „Gleiche Rechte für Ungleiche“ weist jedoch auf die Lücken in der gesellschaftlichen und rechtlichen Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bi- , trans- und intersexuelle Menschen in Deutschland hin. „In Anbetracht dessen, dass gerade das Lesbisch- Schwule Stadtfest dazu beitragen soll, Vorbehalte abzubauen und ein respektvolles Miteinander zu erreichen, wiegen die Übergriffe auf ein schwules Paar in der Nacht vom 12. Juni 2010 in der Puschkinstraße in Treptow besonders schwer. Gewalt gegenüber Lesben, Schwulen, Bi- , trans- und intersexuellen Menschen ist abzulehnen“, so Elke Ahlhoff, Fraktionsvorsitzende der SPD in Tempelhof- Schöenberg.

In der Nacht vom 12. Juni wurde das Paar von drei unbekannten angegriffen und schwer verletzt. Nachdem die beiden Männer im Zuge eines Streites zunächst auf Grund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt wurden, schlugen die Täter einem der Männer mit der Faust ins Gesicht und versetzten dem anderen einen Stoß mit dem Kopf. Einem der Männer wurde zudem mit einem Messer in den Rücken gestochen.

Auch in Berlin häufen sich die Gewalttaten gegenüber Lesben, Schwulen, trans- und intersexuellen Menschen. Schmerzlich in Erinnerung ist uns ein gewaltätiger Übergriff der von drei schwulen Männer im Schöneberger Nollendorf- Kiez.
Der Senat reagierte auf die steigende Zahl von Übergriffen mit einem Bündnis gegen Homophobie „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in dessen Rahmen ein Programm umgesetzt werden soll, dass u.a. Lehrer, SozialarbeiterInnen, Polizisten/- innen für das Thema Homophobie in Weiterbildung sensibilisiert werden. Außerdem sollen besonders junge Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Sozialisierungsphase in der Schule angesprochen werden.

In Tempelhof- Schöneberg sind viele Projekte und Vereine angesiedelt, die gute, kontinuierlich und aufgeklärt Arbeit leisten, darunter MANEO, Lesbenberatung, Gladt e.V. und Miles. Außerdem wird im Rahmen des Aktionsplanes für Vielfalt und Toleranz, des Bezirks das Thema Homophobie aufgegriffen.

Auf die besondere Funktion des öffentlichen Protests gegen homophob motivierte Gewalt weist die Bezirksverordnete Marijke Höppner hin: „Wichtig ist es aber auch eine gesamtgesellschaftliche Stimmung zu schaffen in der Menschen sexuell selbstbestimmt leben können, in der Intoleranz und Gewalt keinen Platz haben. Daher ist es wichtig immer wieder öffentlich Flagge zu zeigen gegen Gewalt an Lesben, Schwule, trans- und intersexuelle Menschen. Die SPD Fraktion in Tempelhof- Schöneberg ruft daher zur Demonstration am 16. Juni um 17 Uhr vor dem Treptow, Neue Krugalle 4, 12435 Berlin auf.“

Eingebracht: Juni 2010