Archiv der Kategorie 'Feminismus'

Einladung: „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts am 28.5.13 um 19:30 Uhr im NBHS, Rheinstraße 53-54

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr gern möchten wir Sie zu der Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“ einladen.

In Anbetracht einer Zunahme rechter Propagandadelikte in Friedenau wie Schmierereien an Gebäuden sozialer und kultureller Einrichtungen von Al Nadi, Kidöb und einem muslimischen Kulturzentrum sowie der Schändung von Stolpersteinen und einer Stolperschwelle durch Schwärzungen, stellt sich die Frage, ob rechtsextreme Aktivitäten in Friedenau zugenommen haben.
Rassistische Schmierereien dürfen nicht zum Normalzustand im Friedenauer Stadtbild werden. Daher möchten wir gemeinsam mit den Betroffenen, Initiativen vor Ort, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und den Friedenauern und Friedenauerinnen diskutieren, wie wir im Kiez zeigen können, damit rassistisches Gedankengut bei uns kein Platz findet.

Einen Einstieg wird uns Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin, in die Thematik gebeten und den gerade veröffentlichten Rechtsextremismusbericht vorstellen. Sebastian Wehrhahn von den Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Berlin wird uns als Experte für die Einschätzung rechter Aktivitäten in Friedenau zur Seite stehen.

    Sie sind herzlich eingeladen gemeinsam mit uns zu diskutieren:


    Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“
    am Dienstag, 28. Mai 2013
    von 19:30 bis 21:30 Uhr
    im Nachbarschaftsheim Schöneberg, Rheinstraße 53-54, 12161 Berlin

Grußwort: Georg Zinner, Geschäftsführer Nachbarschaftsheim Schöneberg

Vorstellung des Rechtsextremismusberichts Tempelhof-Schöneberg – Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin

Einschätzung der rechtsextremen Potenziale in Friedenau – Sebastian Wehrhahn, Mobile Beratungsteams gegen Rechtsextremismus

Offene Diskussion „Wie können wir rechten Aktivitäten begegnen?“

Schlusswort: Elke Ahlhoff, Vorsitzende der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Moderation: Marijke Höppner, SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Wir freuen uns über eine Zusage bis zum 26. Mai 2013 an post@spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Ahlhoff


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Antrag: Häusliche Gewalt früh erkennen und bekämpfen!

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt verpflichtende Schulungen zur Umsetzung von Interventionsstandards gegen häusliche Gewalt für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anzubieten, die in den Bereichen des Bezirksamtes mit Publikumsverkehr tätig sind wie beispielsweise die Beratungs- und Leistungsvergabestellen des Jugend- , Sozial- und Gesundheitsamtes sowie die Bereiche des Bürger- , Ordnungs- und Standesamtes. Mögliche Schulungspartner sollen mit der Frauenbeauftragten ermittelt werden und spezifisch auf die Anforderungen der Fachbereiche zugeschnitten werden.
Der BVV ist ein Zeitplan bis April 2013 für die Schulungen vorzulegen.

Der Bezirksverordnetenversammlung ist jährlich zu berichten, wie der Implementierungsstand innerhalb der jeweiligen Arbeitsprozesse ist.

Begründung:
Jede 4. Frau (25 %) berichtet über Erfahrungen mit körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt in der Partnerschaft (Schröttle, M. et al 2004 „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, Repräsentativstudie, BMFSJ). Laut Fachliteratur steigt das Risiko, Opfer von Partnergewalt in bestimmten Lebensphasen zu werden. Dazu gehören Heirat (38 %), Zusammenziehen (34 %), Geburt eines Kindes (20 %), Entschluss zur Trennung (13 %) und Schwangerschaft (10 %).
In vielen Fällen werden Anzeichen für Partnergewalt nicht erkannt. Gleichzeitig schämen sich Gewaltopfer oder fühlen sich machtlos, sprechen nicht über die Gewalt, die ihnen widerfährt, so dass Hilfe sie schwer erreichen kann. Hilfe erreicht daher nur einen Bruchteil der betroffenen Frauen.
Die SIGNAL- Patientinnenbefragung in der Rettungsstelle der Charité Campus Benjamin Franklin von 2003 hat gezeigt, dass fast 80% der befragten Frauen befürworten, nach Gewalterfahrungen gefragt zu werden.
Die Studie von Kavemann/Helfferich zum „Platzverweis nach Polizeieinsatz bei häuslicher Gewalt“ verdeutlicht, dass Frauen ergebnisoffene Beratung und Prozessbegleitung wünschen.

Intervention bei Partnergewalt ist für jede Profession an jedem Arbeitsplatz möglich und erfordert geschultes Personal, weil Fachkräfte oft eine große Unsicherheit haben, nach Gewalt zu fragen und nicht wissen, wie sie weiter verfahren sollen, wenn Betroffene auf Nachfrage von Partnergewalt berichten.

Ziel der Implementierung von Interventionsstandards in den bürgernahen Bereichen des Bezirksamtes und bei den freien Trägern ist es, Partnergewalt an Frauen früh zu erkennen, um ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen.
Das besondere Potenzial des Bezirksamtes liegt darin, dass viele Betroffenen unabhängig von ihrem Hintergrund erreicht werden können.

Berlin, den 03.12.2012

Marijke Höppner
SPD

Marius Feldkamp
Bündnis 90/Die Grünen

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung am 12.12.12. Den Verlauf des Antrages finden Sie hier.

Presseerklärung: SPD Fraktion setzt ein Zeichen gegen häusliche Gewalt!

Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Projekt Frauenzimmer e.V. in Schöneberg. Der Verein bietet Zufluchtswohnungen, Beratung und viele weitere Angebote für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Frauenzimmer e.V. setzt sich in Berlin besonders stark für die Aufnahme von gewaltbetroffener Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderung ein. „Wir möchten den diesjährigen Tag gegen Gewalt an Frauen dazu verwenden, um besonders auf die Belange von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung hinzuweisen, die Opfer von Gewalt geworden sind.“

Die Studie des BMFSJ zur „Lebenssituation und Belastung von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“, die zwischen Mai 2009 und November 2011 erstellt wurde, beschreibt eindringlich die Gewalterfahrungen von Frauen mit Behinderung, die sie in Kindheit und Erwachsenenleben gemacht haben. Demnach macht jede zweite bis dritte Frau in ihrem Leben Erfahrungen von sexueller Gewalt. Über zwei Drittel der Befragten erlebten psychische Übergriffe im Erwachsenenleben. Fast doppelt so viele beeinträchtigte und behinderte Frauen wie Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt wurden Opfer körperlicher Gewalt (58-73 % Frauen der Studie). Dabei spielen familiäre und partnerschaftliche Situationen genauso eine Rolle wie die Grenzüberschreitungen in der professionellen Pflege. „Viele Frauen, besonders die in Einrichtungen, wissen kaum um Ihre Rechte oder Ihnen fehlen die Möglichkeiten diese nach außen zu kommunizieren. Ein Mangel an Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten fehlt. Deshalb möchten wir uns um Aufklärung und Befähigung von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung kümmern. Gewalterfahrungen sollten nicht zum Standard werden!“

Um das Thema häusliche Gewalt stärker ins Bewusstsein von Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal zu rufen, hat die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg die Drs. 0461/XIX Ausstellung Rosenstraße 76 eingebracht. Es handelt sich um eine Ausstellung für ein Tempelhof-Schöneberger Krankenhaus, die aus einem Nachbau einer Dreizimmerwohnung besteht. Es soll gezeigt werden wie alltäglich Gewalt sein kann.

Antrag: Ausstellung Rosenstraße 76

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, die Ausstellung „Rosenstr. 76“ zum Thema häusliche Gewalt, die 2008 von der evangelischen Kirche in Westfalen und „Brot für die Welt“ konzipiert und als Wanderausstellung in Nordrhein- Westfalen gezeigt wurde, in Kooperation mit einem und in einem Tempelhof- Schöneberger Krankenhaus zu zeigen. Ziel ist es, pflegerische und ärztliche Mitarbeitende und alle Interessierten zu sensibilisieren, häusliche Gewalt wahrzunehmen und auf die gesundheitlichen Folgen häuslicher Gewalt hinzuweisen.

Begründung:
Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ ist die Nachstellung einer normalen Dreizimmerwohnung. Die Wohnung steht exemplarisch für Räume, in denen die Gewalt zu Hause ist. Dies ist einer der brutalen Orte, an dem Menschen psychisch und sexuell erniedrigt, geschlagen, vergewaltigt und manchmal auch getötet werden. 35 Informationsschilder an einzelnen alltäglichen Gegenständen zeigen Zahlen, Fakten und Schicksale auf.
Auf der Website der Charité zur Ausstellung Rosenstraße 76 wird ausgeführt: „Was hinter den Türen der „Rosenstr. 76“ verborgen geschieht, könnte überall passieren: In Deutschland oder in anderen Nationen, in engen Großstadtwohnungen oder vornehmen Villen, in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien oder bei den oberen Zehntausend – sogar in unserem unmittelbaren Umfeld.“

Den Verlauf des Antrags finden Sie hier.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 21.11.12.

Kleine Anfrage: Benennung von öffentlichem Straßen und Plätzen sowie bezirklichen Einrichtungen

Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 050 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

1.) Welche öffentlichen Straßen und Nummernstraßen sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
Nicht benannte, aber bereits hergestellte öffentliche Straßen und Plätze mit eigener Erschließungsfunktion existieren im Bezirk nicht.
In 11 Fällen (Stand: Juni 2012) sind öffentliche Straßen lediglich mit einer Nummer bezeichnet. Es handelt sich dabei um:
1. Straße 7 (OT Mdf.)
2. Straße 9 (OT Li)
3. Straße 17 (OT Schbg.; ehem. Privatstraße; künftig eher Charakter eines Kolonieweges wg. Sportplatzbau im Umfeld)
4. Straße 20a (OT Te.)
5. Straße 40 (OT Li)
6. Straße 229 (OT Md.)
7. Straße 427 (OT Mf.)
8. Straße 432 (OT Li.)
9. Straße 435 (OT Mf.)
10. Straße 478 (OT Mf.)
11. Straße 483 (OT Md.).
Die zuletzt benannte Nummernstraße im Bezirk war die ehem. Straße 490, die nunmehr den Namen Friedenfelser Straße trägt, da sie unmittelbar an den Verlauf der schon zuvor benannten Friedenfelser Straße anschließt. Diese Benennung erfolgte im Jahr 2009.

2.) Welche öffentlichen Plätze sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
In Einzelfällen mag es mehr oder weniger platzartige Straßenausformungen geben, die allerdings keine eigene Erschließungsfunktion und somit keine Anlieger haben.
Als solche eventuell benennbare Platzfläche (ohne Anlieger) käme vielleicht die neu entstandene Straßenausbuchtung („Straßen-Nase“), welche durch den Anschluss der Wilhelm-Kabus-Straße an der Kreuzung Naumannstr./ Wilhelm-Kabus-Straße/ Torgauer Straße entstanden ist, in Frage.
Eine Auflistung weiterer derartiger Stellen existiert jedoch nicht.

3.) Welche bezirklichen Einrichtungen sind noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
Nach § 76 Schulgesetz obliegen Schulgebäude und Sporthallennamen der Schulkonferenz und den vorgesetzten Dienststellen.
Diverse Einrichtungen sind nach den Stadtgebieten benannt, in denen sie sich befinden.
Schule 7. ISS
Schule 8. ISS
Sporthalle Baußnernweg
Sportanlage Matthäifriedhofsweg
Diverse Sporthallen auf Schulgrundstücken
Medienhaus Marienfelde
Dienstgebäude Rathausstraße/ Königstraße
Dienstgebäude Strelitzstraße

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Krüger

Antrag: Kampagne zum Thema Essstörungen anregen

Die Bezirksverordnetenversammlung empfiehlt dem Bezirksamt, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, eine landesweite Kampagne zum Thema Essstörungen zu initiieren. Ziel soll es sein die seelische Funktion des Essens, also die Kompensation psychischer Probleme durch Zwangsverhalten beim Essen, zu thematisieren

Begründung:
In Berlin gibt es nur eine öffentlich geförderte Beratungseinrichtung für den Bereich Essstörungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verweist auf die Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts, wonach bei einem Fünftel aller 11- bis 17-jährigen in Deutschland der Verdacht auf eine Essstörung vorliegt. Bei jedem dritten Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, liegt nach KiGGS ein Hinweis auf eine Essstörung vor. Bei Jungen sind es 13,5 %. Zudem bestätigt das BZgA eine Zunahme von Essstörungen.

Die einzige öffentlich durch den Senat geförderte auf Essstörungen spezialisierte Beratungsstelle Dick und Dünn e.V. beschreibt Folgendes zum Thema Essstörungen:

„Essstörungen beginnen im Kopf. Die ständige Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt zu Diätversuchen oder eingeschränktem Essen, d.h. bestimmte Nahrungsmittel werden vermieden (z.B. hochkalorische) oder die Menge und die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt. Diäten und restriktives Essverhalten können ein Einstieg in Essstörungen sein! Sie verstärken die Fixierung des Denkens auf das Essen, der Körper wird mit seinen Bedürfnissen als bedrohlich gesehen, denn er signalisiert Hunger oder sogar Gier.

Die Gedanken kreisen ständig um das Essen, der Umgang mit Nahrung und mit dem Körpergewicht wird immer zwanghafter. Das beherrschende Thema ist: Kontrolle. Schritt für Schritt wird alles andere unwichtig: Freunde, Spaß haben, etwas zusammen unternehmen…“

Der Verlauf des Antrages ist hier zu verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung am 24.10.2012 eingebracht.

GEDOK – Künstlerinnen mit Qualität

Von Melanie Kühnemann
Gedok
Die GEDOK ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten und hat sein Büro im Kulturhaus Kyffhäuser Straße.
Die GEDOK wurde 1926 als Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Ihr Anliegen war die Förderung künstlerischer Talente von Frauen.
Die GEDOK ist vielen natürlich ein Begriff, dennoch wollten wir mehr über die Akteurinnen und ihre Engagement herausfinden und freuten uns, dass uns am 14. August 2012 die Vorsitzende der GEDOK Berlin Frau Erika Großmann und die erste Schriftführerin Frau Dr. Anne Meckel empfingen.
Wir erfuhren, dass die GEDOK heute rund 3.600 Mitglieder in 24 deutschen Städten und Regionen hat und sich derzeitig eine neue Gruppe in Wien im Aufbau befindet. Darüber hinaus ist die vorderste Aufgabe das Werk und die Leistung von Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu bringen und die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Dabei setzt sich die GEDOK für die geschlechtergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens ein und engagiert sich über nationale und internationale Kultureinrichtungen, politische Gremien, Verbände und Multiplikatoren für ihre Mitglieder. Die GEDOK bietet ihren Mitgliedern ideelle und finanzielle Hilfe durch das Engagement ihrer Kunstförderer, Männer und Frauen.

Die GEDOK unterstützt die Künstlerinnen durch aktive Mitarbeit bei allen Veranstaltungen und präsentiert sich der Öffentlichkeit durch interdisziplinäre Kunstprojekte, internationale Wettbewerbe, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Symposien. Es werden zudem Kataloge, Dokumentationen sowie Anthologien, CDs und DVDs publiziert.

Da die GEDOK sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen finanziert, sind Förderinnen und Förderer jeder Zeit willkommen.
Bei unserem Gespräch erfuhren wir, dass die Aufnahme in die GEDOK über die Regionalgruppen erfolgt und hohe Hürden dabei genommen werden müssen. Im Durchschnitt schaffen dies nur zwei bis drei Künstlerinnen pro Jahr.
Im Moment sucht die GEDOK Berlin neue Räumlichkeit, die auch kleinere Ausstellungen und Vernissagen ermöglichen. Besonders gefreut hat es uns, zu hören, dass die GEDOK Berlin in jedem Fall in Schöneberg bleiben will.
Bei der Suche nach einem passenden Ladengeschäft sind wir natürlich gerne behilflich.

Wirtschaftsweiber – „Lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar machen“

Von Marijke Höppner
Wirtschaftsweiber
Mit dem Ziel lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar zu machen, strickt Wirtschaftsweiber e.V. branchenübergreifend ein Netzwerk für lesbische Fach- und Führungskräfte. 160 Frauen engagieren sich bei Wirschaftsweiber e.V. bundesweit. In Berlin haben sich etwa 30 Frauen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen. Das Spektrum der Mitfrauen ist breit gefächert: Etwa hälftig sind Selbstständige und Angestellte in Berlin vertreten. Die regelmäßigen Treffen dienen der Vernetzung und dem Austausch. Das Thema ‚Vernetzung‘ ist auch international groß geschrieben. So werden Netze nach Österreich, Dänemark und in die Schweiz gesponnen.
Die Aktivitäten sind politisch motiviert. „Diversity wird in großen Unternehmen immer mehr zum Thema!“, berichtet Karin Windt, die Koordinatorin für die Regionalgruppe Berlin und meint damit das die Global Player auf interkulturelle und sexuelle Vielfalt setzen, um ihre Offenheit nach außen zu zeigen: „Dennoch stoßen lesbische Frauen auch an die gläserne Decke.“ Die ‚gläserne Decke‘ ist aus frauenpolitischen Diskursen bekannt. Sie bezeichnet die Hürden, die Frauen im Berufsleben in den Weg gestellt werden, wenn sie aufsteigen wollen. Auszeit für Kindererziehung ist zum Beispiel ein Grund. Lesbische Frauen können schon mal mit klischeehaft dargestellt werden, um ihre Kompetenzen abzuwerten. Selten wird diesen Diskriminierungen entgegen getreten. Auch deshalb setzt sich Wirtschaftsweiber für lesbische Frauen im Berufsleben ein. Natürlich ist dies mit dem Appell verbunden, dass nicht nur die Betroffenen selbst Ungerechtigkeiten anzeigen sollten. Die gleiche Gesellschaft sei nur dann möglich, wenn alle Menschen sensibilisiert sind, Ungleichheiten aufzudecken und in konkreten Diskriminierungsfällen einzugreifen.

LARA – Frauen Stabilität geben

Von Dr. Gisela Pravda
Lara
Zu LARA zu kommen war gar nicht so leicht. Es gibt zwar ein Fahrstühlchen, aber wir (Marijke Höppner. Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg und Gisela Pravda, stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit je einer normalen Tasche mussten uns drehen und wen-den, bis sich die Tür endlich schließen ließ. Rollstuhltauglich? Aussichtslos! Barrierefrei? Hoff-nungslos!
Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind extrem zerstörerisch für die Persönlichkeit. Viele betroffene Frauen leiden an chronischen und komplexen Gesundheitsproblemen. Deshalb halten wir die Arbeit von LARA für so überaus wichtig.
Unsere Gesprächspartnerin war Dr. Esther Lehnert … und wir saßen in der Küche! Kürzer lässt sich die Enge bei LARA nicht beschreiben. In jeder Ecke, an jeder Wand der Schreibtisch einer Beraterin. Und trotzdem war es in der Küche schön, vor allem interessant. „LARA bietet unbürokratische Hilfen für Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung, nach sexuellen An- oder Übergriffen und sexueller Belästigung.“ Das glaubt man/frau sofort. Von Montag bis Freitag Fr 9.00 -18.00 Uhr gibt es eine Hotline – auch in türkischer Sprache.
Der Ansturm auf LARA ist groß. Um überlange Wartezeiten für die betroffenen Frauen zu vermeiden, werden auch Gruppenberatungen als Erstgespräche angeboten, dann folgen Einzelgespräche – kostenlos und auf Wunsch anonym. Außer der gesundheitlichen und sozialen Beratung bietet LARA den Frauen auch eine Rechtsberatung.
Was wir mitnehmen ist: LARA braucht größere und barrierefreie Räume, viele – wie wir erst langsam erkennen – besonders von sexueller Belästigung und Vergewaltigung betroffene behinderte Frauen bleiben sonst ausgeschlossen.
Lara, Krisen und Beratungszentrum für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen, befindet sich in der Fuggerstraße 19 10777 Berlin-Schöneberg.

Halk Kösesi – Gleichstellung betrifft Frauen und Männer

Von Marijke Höppner
Halk Kösesi
„Die Väter haben nicht mehr die Rolle des Ernährers in den Familien“, beschreibt Frau Maurer-Kartal und zeichnet damit ein Bild über die Männer, die Stadtteilladen Halk Kösesi in der Crellestraße besuchen. Einige Männer, die aus der Türkei nach Deutschland einheiraten, haben Probleme Arbeit zu finden, hadern mit der Sprache und finden schwer Anschluss. Dies hinterlässt Spuren. Die traditionellen Rollenverhältnisse brechen auf. Die Rolle der Frau in der Beziehung oder Familie nimmt zu. Das kann schwer zu akzeptieren sein. So kommen nicht nur Frauen in die Beratung ins Halk Kösesi, sondern auch Männer, die Orientierung im Leben benötigen. Doch auch viele Frauen lassen sich in der Crellestraße blicken. Besonders die Beratungsangebote sind beliebt. In der Arbeitslosengeld II-Beratung sind zwei Drittel der aufsuchenden Frauen alleinerziehend. Aber auch Mädchen und junge Mütter in der Berufsorientierungs- oder Berufsumorientierungsphase suchen Unterstützung. Trotz abgeschlossener Ausbildung finden sie schwer etwas. Mit einem kleinen Kind sind Jobmöglichkeiten mit flexiblen Arbeitszeiten rar.
Auch bei jungen Männern spielt Berufsorientierung eine Rolle. Immer mehr junge Männer, auch mit Migrationshintergrund, finden im derzeitigen Schulsystem keinen Anschluss. Sie zu unterstützen, damit sie stärker am Leben teilhaben können, stellt eine große Herausforderung dar.
Neben den Beratungsangeboten bietet das Halk Kösesi auch Sprach- und Alphabetisierungskurse. Dabei wird auf die Ansprüche der Besuchenden Rücksicht genommen und Zeit gelassen, gelerntes zu verdauen.

Leben Lernen – Mädchen und jungen Frauen eine Perspektive bieten

„Es gibt keinen Einheitsbrei, jede bekommt das Gericht zu essen, was sie braucht.“, sagt Valerie Lenk, Vorsitzende Leben Lernen e.V., und meint es im übertragenen Sinne. Bei Leben Lernen wird seit 1978 Mädchenarbeit betrieben: betreutes Wohnen für Mädchen, junge Frauen und junge (werdende) Mütter. Entstanden aus der Heimarbeit, war den Gründerinnen von Leben Lernen e.V. klar, dass ein Angebot für Frauen und junge Mädchen notwendig wurde. Mädchen und Frauen brauchen eine passgenaue Ansprache, um sich sicher zu fühlen und entwickeln zu können.
Leben Lernen
Das betreute Mädchenwohnen findet in der Wohngemeinschaft oder allein statt. Die Mädchen können zu Hause nicht mehr leben, sind aber noch nicht so weit auf eigenen Beinen zu stehen. Viele Mädchen und junge Frauen bringen ernste Sorgen mit wie Essstörungen, Gewalt, Drogen und Selbstverletzungen. Ein Mädchen bzw. eine junge Frau wird von einer Sozialpädagogin begleitet. „Geht ein Mädchen in die Schule oder macht ihren Abschluss nach, dann wird sie zu Hause mit einer Tasse Tee willkommen. Es wird gefragt wie der Tag war und was nötig ist, damit es ihr gut geht“, beschreibt eine Mitarbeiterin von Leben Lernen und verdeutlicht damit wie wichtig die eins-zu-eins-Beziehung ist, denn viele Mädchen haben die Erfahrung, dass sich jemand für sie Zeit nimmt, zu Hause nicht gemacht. Kein Mädchen ist wie das andere, so wird ein passgenaues Angebot entwickelt, eben kein Einheitsbrei.
Das Mutter-Kind-Wohnen nimmt junge Frauen ab 16 Jahren und ab dem 6. Monat der Schwangerschaft auf. Auch Mütter mit Kind werden aufgenommen. Auch dieses Projekt leistete Pionierarbeit zur Gründung 1981. Junge Frauen kommen mit belasteten Biografien in die Einrichtung. In vielen Fällen ist das betreute Wohnen eine Auflage des Jugendamtes, um den Kinderschutz zu gewährleisten, wenn der Übergang von einer Pflegefamilie zurück zur leiblichen Mutter erfolgen soll. Andere Frauen haben Suchtprobleme oder fühlen sich mit der Aufgabe allein gelassen ein Kind zu erziehen. Auch gibt es eine eins-zu-eins-Betreuung für die jungen Frauen, aber auch Hilfe und Austausch in der Gruppe wird angeboten. Die Mutter lernt ihre Erwartungen, die aus schwerwiegenden Sorgen und Ängsten entstanden sind, nicht auf das Kind zu projezieren. Eine Methode, der Mutter zu zeigen, was sie mit dem Kind erreicht hat, ist die Methode des „Guten Bildes“. Die Frau wird mit dem Kind gefilmt. Anders als bei der Supernanny im Privatfernsehen, werden der Mutter, aber nicht die negativen Bilder gezeigt, sondern ein „gutes Bild“ bei dem Mutter und Kind Freude ausstrahlen beim Spielen oder Wickeln. Diese Bilder hinterlassen bei der Mutter häufig einen tiefen Eindruck und sie kann sich in schwierigen Situationen an diese positiven Bilder zurück erinnern. Nicht nur die Bilder helfen den Frauen in der Zukunft. Den Mitarbeiterinnen bei Leben Lernen ist es wichtig, dass Mädchen sich entwickeln in der Zeit in der sie die Unterstützung erhalten. So machen viele eine Ausbildung oder wiederholen ihren Abschluss. Verlassen die Frauen das betreute Wohnen, so ist es Leben Lernen wichtig, ihnen einen gemeinsamen Plan mitzugeben.
Neben dem Betreuten Wohnen, bietet Leben Lernen e.V. auch eine Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg. Themen wie Sexualität, Differenzen mit den Eltern, Schuldruck, Drogen und vieles mehr werden in der Beratung angesprochen. Die Beratung dauert meist eine Stunde. Der Bedarf ist groß. Leben lernen hält 735 Beratungsstunden im Jahr. Weitere 385 Stunden leistet leben lernen an der 7. ISS (Integrierte Sekundarstufe). Dabei stellen Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren die größte Beratungsgruppe dar. Die meistens Aufsuchenden stammen aus Tempelhof, gefolgt von Schöneberg Nord/Süd und Lichtenrade. Mit der Beratungsstelle vervollständigt Leben Lernen ihre Angebotspalette und leistet einen Bestandteil zur Prävention. Die Spezialisierung auf die Beratung von Mädchen ist im Bezirk einzigartig.
Der Besuch bei Leben Lernen e.V. am 17. August war Teil der Frauensommertour von Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin.

Es ist so easy – Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

Zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, besuchte die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner bei der Frauensommertour am 15. August 2012 den Verein Initiative Selbständiger Immigrantinnen (ISI e.V.).
Isi
ISI e.V. fördert seit 1991 Frauen unterschiedlicher ethnischer und nationaler Herkunft in ihrem Wunsch nach wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Die Besonderheit dieses Angebots ist es, dass hier Migrantinnen Migrantinnen fördern. Bei ISI e.V. können verschiedene Kursangebote und Einzelberatungen in Anspruch genommen werden, die zur Existenzgründung benötigt werden und vollkommen auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten werden. Die Dozentinnen von ISI e.V. kennen dank eigener Migrationsgeschichte und Integrationserfahrungen die Probleme der potentiellen Gründerinnen genau. Viele Frauen, die zu ISI e.V. kommen, haben im Herkunftsland einen Beruf gelernt oder studiert, aber ihre Berufsabschlüsse werden in Deutschland nicht anerkannt. Diesen Frauen bleibt, wenn sie ihre in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten einsetzen wollen, nur der Weg der Selbstständigkeit.

ISI e.V. veranstaltete anlässlich des Besuchs einen Tag der offenen Tür. So waren viele ehemalige Teilnehmerinnen der Existenzgründungskurse anwesend und stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor.
Dr. Czarina Wilpert Vorstandsfrau von ISI e.V. erklärte eindrucksvoll, dass sie 1988 in Zusammenarbeit mit der UNESCO eine internationale Tagung zum Thema Frauen und Migration an der TU Berlin durchführte. Diese Tagung war der Anstoß für sie und einige engagierte Studentinnen, ISI e.V. zu gründen und ein Ausbildungsprojekt für Migrantinnen, die eine Existenzgründung vorhaben, zu entwickeln.
Frau Dr. Wilpert wurde dafür 2006 mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet.

ISI e.V. ist seit 2011 in der Kurfürstenstr. 126 in Schöneberg zu finden.

„Bei Economista liegt das Herzblut, Geld wird im eigenen Unternehmen verdient.“

Von Manuela Harling
Im Rahmen der Frauensommertour besuchten am 15. August 2012 die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, den Verein Economista.
Economista existiert seit 1989, ist aber erst 2009 nach Schöneberg gezogen.
Economista
Ziel von Economista ist es Frauen mit Existenzgründungskursen Unternehmensgründungen zu ermöglichen. Frauen, die den Gedanken der Selbstständigkeit haben, erhalten hier das Know-how und die Bestärkung für ihr Vorhaben.
Weiterhin ermöglicht Economista, dass sich die Frauen vernetzen. Denn auch der Vernetzungsgedanke ist Teil des Konzeptes.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass die Kursleiterinnen alle ebenfalls als Selbstständige arbeiten und die Kursleitung nur mit einem geringen Honorar vergütet werden. So ist auch eine praxisnahe Informationsvermittlung möglich.

Economista richtet sein Angebot an alle Frauen, die sich mit dem Gedanken an eine Existenzgründung tragen. Es gibt weder eine Alters- noch eine Branchenbeschränkung. An den Kursen teilnehmende Frauen schätzen besonders, dass sie in einem geschützten Raum mit Expertinnen und gleichgesinnten Frauen an der Verwirklich ihrer beruflichen Träume arbeiten können.

Neben den Kursen, die es als Langzeitkurs oder als Kompaktkurs angeboten werden, gibt es auch die Möglichkeit von Einzelberatung. So kann zum Beispiel dem Businessplan in einer Einzelberatung der letzte Schliff gegeben werden.

Probleme hat Economista derzeit mit der Zusammenarbeit mit den Jobcentern. Bis zum letzten Jahr wurde ALG-II-Empfängerinnen die Teilnahme an den Kursen von Economista ermöglicht, teilweise auch der geringe Beitrag, den Economista den Frauen für die Kursteilnahme in Rechnung stellt, übernommen. Nunmehr ist dies nicht mehr möglich.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, der im Bezirksamt auch die Wirtschaftsförderung untersteht, machte Economista das Angebot zu einem Gespräch mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung. Sie würde gern die Angebote der Wirtschaftsförderung dem Verein nahe bringen, aber ihn z.B. auch mit existierenden Unternehmensnetzwerken bekannt zu machen.

Economista e.V. befindet sich in der Meinigerstr. 11 in Schöneberg.

Kidöb – Beratung und Erfahrungsaustausch

Zunächst für Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei, die sich am Grazer Platz niederließen, gegründet, hat sich Kidöb als Beratungseinrichtung und Treffpunkt für Türkei-stämmige Frauen etabliert. Beratung findet bei ausländerrechtliche Problemen, Sozialhilfefragen wie dem Austausch mit dem Jobcenter, familiären und Erziehungsthemen sowie häuslicher Gewalt statt.
Darüber hinaus bietet Kidöb in der Rheinstraße 53/54 Deutsch- und Alphabetisierungskurse an. Auch Mütterkurse, Deutschkurse für Mütter, während die Kinder sich in der Schule oder Kita befinden, werden durchgeführt.
kidöb
Einen weiteren Schwerpunkt bietet die Hausaufgabenhilfe für Mädchen an. Studentinnen und Ehrenamtliche unterstützen die Mädchen in Kleingruppen bei den Hausaufgaben. Starker Druck in der Schule machte einen Ausbau der Zielgruppe Mädchen in der 11. Klasse notwendig.
Neben den Informationsveranstaltungen im Bereich Gesundheit, Erziehung und Ernährung, gibt es diverse Freizeitangebote wie gemeinsame Theater- und Ausstellungsbesuche sowie gemeinsame Feste.
Zwischen dem 13. Und 17. August besuchte Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, frauenpolitische Einrichtungen und Netzwerke, darunter auch Kidöb. Zu dem Besuch bei Kidöb wurde Marijke Höppner begleitet durch Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin) und Orkan Özdemir (Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg).

Al Nadi – Beratung für arabische Frauen

Seit 1984 bietet Al Nadi Beratung für arabisch-sprachige Frauen. Damit hat Al Nadi ein Alleinstellungsmerkmal, denn keine weitere Berliner Einrichtung hat diese Spezialisierung, so dass Frauen aus ganz Berlin die Einrichtung aufsuchen. Die Beratung wird für vieles in Anspruch genommen wie Unterstützung mit Behördenkommunikation, Hilfe mit Briefen des Jobcenters, Orientierung im Schulsystem, Beratung bei häuslicher Gewalt und bei Trennung. Besonders für den Bereich häuslicher Gewalt wird die (Sprach-) Kompetenz von Al Nadi von professionellen spezialisierten Beratungseinrichtungen in Anspruch genommen.
Neben der Beratung stützt Al Nadi die Familien vor Ort. Mit dem Schülerpatenprojekt wird erreicht Sprachkompetenzen zu erlangen.
Al Nadi
Gleichzeitig haben viele Besucherinnen von Al Nadi eine belastete Biografie und bringen Erfahrung aus Kriegs- und Krisenregionen mit. Viele können in Deutschland nicht arbeiten. Nach den Traumata aus ihrer Heimat, kommt eine gewisse Orientierungslosigkeit in der Aufnahmegesellschaft. Da es berlinweit nur eine arabisch-sprachige Therapeutin gibt, haben die Treffen bei Al Nadi einen Selbsthilfecharakter. Viele Frauen stützen sich gegenseitig und teilen ihre Erfahrung mit einander. Dabei werden sie begleitet von den einfühlsamen Sozialarbeiterinnen.
Der Besuch bei Al Nadi fand im Rahmen der Frauensommertour, einer Tour durch die Frauenprojekte und –verbände in Tempelhof-Schöneberg statt. Die Tour wurde initiiert von der frauenpolitischen Sprecherinnen, Marijke Höppner. Begleitet wurde Höppner von der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und dem Vorsitzenden der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

Berufsorientierung bei Frauen auf dem Weg: „Wie eine Lawine für mein Leben“

„Wie eine Lawine brach der Kurs auf mein Leben ein!“, berichtete Birgit. Seit 27 Jahren betreibt „Frauen auf dem Weg“ Berufsorientierungskurse für Frauen. In 3 monatigen Kursen werden Frauen, wie der ehemaligen Kursteilnehmerin Birgit, die Augen geöffnet. Auf dem Weg, bis Birgit wusste, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte, erfuhr sie ein hohes Maß an Unterstützung.
Hauptzielgruppe von Frauen auf dem Weg sind Frauen zwischen 25 und 60 Jahren, Langzeitarbeitslose, Wiedereinsteigerinnen und Frauen, die existenzsichernde Selbstständigkeit suchen, Frauen mit Migrationshintergrund und eine hohe Zahl von Akademikerinnen, die keinen Arbeitsplatz finden. Zunächst wird den Frauen geholfen wieder Zutrauen zu fassen. Denn nach vielen Absagen im Bewerbungsverfahren, ist es wichtig Selbstbewusstsein zu gewinnen. Zudem stellt der gesellschaftliche Druck für Frauen wie er in vielen Magazinen geschaffen wird „erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Partnerin“ zu sein, eine enorme Belastung dar.
Den Kursleiterinnen ist es wichtig gegen gesellschaftliche Entwicklungen an zuarbeiten: Fachkräftemangel, mit 76% eine hohe Teilzeitrate unter den Wiedereinsteigerinnen und daraus resultierend natürlich Altersarmut unter Frauen. Ziel des Kurses ist daher unter anderem wirtschaftliche Unabhängigkeit bei den Frauen herzustellen sowie die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen.
Auf dem Weg
Die Kursabsolventin Birgit kümmerte sich viele Jahre ausschließlich um ihre Kinder und Ehe. Die wichtigste Erkenntnis des Kurses war, so berichtete Birgit, die Entdeckung: „Es gibt auch mich!“ Mittlerweile hat Birgit Arbeit in einer sozialen Einrichtung gefunden und bildet sich fort, um in die Managementebene aufzusteigen.
Frauen auf dem Weg ist ein Projekt des Nachbarschaftsheim Schöneberg und sitzt in der Rheinstraße 54 in Friedenau. Wir besuchten das Projekt als Teil der Frauensommertour, eine Tour durch die in Tempelhof-Schöneberg ansässigen frauenpolitischen Projekte und Netzwerke. Begleitet wurde die Intiatorin der Tour von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin und Orkan Özdemir, Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

FAM – „Es soll der Frau leicht gemacht werden!“

FAM hat es sich zum Ziel gesetzt, es Frauen im Entzug so leicht wie möglich zu machen, berichtet Frau Brandt.
Während der Frauensommertour zwischen dem 13. Und 17. August der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg wurden Frauenprojekte und –netzwerke besucht. FAM (lang: Frauen Alkohol Medikamente) besuchten Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, die Initiatorin der Tour, und Angelika Schötter, Bezirksbürgermeisterin. Die Beratungsstelle in der Merseburgerstraße richtet sich an alkohol- und medikamentensüchtige Frauen, die wieder die Oberhand in ihrem Leben gewinnen wollen.
FAM
„So leicht wie möglich“ bedeutet, dass die Beratung vorurteilsfrei und ohne Hürden stattfindet. Der Erstkontakt ist bedingungslos. In der Einzelberatung wird für die Frauen ein individueller Hilfeplan ermittelt. In der Einzel- und Gruppenberatung wird innerhalb von 8 bis 12 Wochen Stabilität für die Betroffene erzielt. In den Gesprächen widerfährt die Frau Unterstützung, kann Frustration und Ängste loswerden. Viele Frauen haben in ihrem Leben einschneidende Erlebnisse gehabt. Sie wurden Opfer von Gewalt, Vergewaltigung, mangelnder Anerkennung, schweren körperlichen Erkrankungen.
Ein besonderes Anliegen ist es FAM auf die Sucht von Medikamenten hinzuweisen. 1,4 bis 1,5 Mio Menschen sind medikamentenabhängig, die Meisten von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Das entspricht der Summe alkoholkranken Menschen. Während Alkoholismus als eine „Männerkrankheit“ betrachtet werden kann ( etwa 1,1 Mio der Betroffenen ca. 1,4 Mio Kranken sind Männer, kann Medikamentenabhängigkeit als „Frauenphänomen“ betrachtet werden, denn hier verkehrt sich die Situation. Es kann von 1,1 Mio weiblichen Abhängigen ausgegangen werden. Gleichzeitig liegt der Anteil der Hilfesuchenden im Bereich der Medikamentenabhängigkeit sehr gering. Reguläre Beratungseinrichtungen helfen ca. einem Prozent der Betroffenen. FAM leistet in diesem Bereich Pionierarbeit. Durch Aufklärung und informativer Werbung kann FAM etwa 12% der betroffenen Frauen in ihrer Beratungseinrichtung helfen.

Die seelische Funktion des Essens ergründen – Dick und Dünn e.V.

von Manuela Harling

Die Frauensommertour führte am 16.08.12 zu Dick & Dünn e.V.. Marijke Höppner hatte zum Informationsgespräch im Beratungszentrum auch die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schönberg ,Mechthild Rawert, die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist , und Manuela Harling, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Tempelhof-Schöneberg, angemeldet.
Dick &Dünn ist in Berlin das einzige Beratungszentrum bei Ess-Störungen. Der Verein existiert bereits seit 27 Jahren in Schöneberg. Rund 1000 Erstkontakte im Jahr hat die Beratungsstelle zu absolvieren. Ihr Angebot ist sehr vielfältig. Es gibt Einzelberatungen für Betroffene und für Angehörige, es gibt offene Gruppenberatungen, es werden Informationsveranstaltungen angeboten. Beratung und Information zum Thema Ess-Störung gibt es für alle. Sie richtet sich sowohl an die Betroffenen als auch an die Angehörigen und an Lehr- und andere Fachkräfte. Zudem geht Dick & Dünn an die Schulen.
Hier hat Dick &Dünn den Ansatz, nicht vom „Gesunden Essen“ zu predigen, stattdessen erarbeiten sie zusammen mit den Kindern wann und warum sie zu Süßigkeiten oder Chips greifen. So begreifen die Kinder, die durchaus wissen, was gesunde und ungesunde Ernährung ist, die Mechanismen, die zu unkontrolliertem Essen führen. Das Begreifen der Zusammenhänge ist Voraussetzung zur Veränderung des Essverhaltens.
Thema beim Besuch war auch die finanzielle Ausstattung des Vereins. Leider ist er chronisch unterfinanziert, da er lediglich Zuwendungen des Landes Berlin erhält und einen Eigenanteil erwirtschaften muss. Eine große Herausforderung ist für den Verein die Bewältigung des Generationswechsel bei den Mitarbeiterinnen. Denn, zwei Mitarbeiterinnen gehen in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Sie wollen in der verbleibenden Zeit neue Kolleginnen eingearbeiten, damit die wichtige Arbeit weitergeführt werden kann. Aber diese Stellen sind in der Übergangszeit derzeit nicht finanziert.
Dennoch möchte der Verein das Angebot unbedingt aufrecht erhalten und geht auch immer wieder neue Wege, um die vielfältigen Anfragen zum Thema Ess-Störungen zu bewältigen.
Während der Anfangszeiten des Vereins kamen die meisten die Erstkontakte über das Telefon zustande. Heute kommen viele Anfragen per Mail aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland. Durch eine Schulung von Mitarbeiterinnen anderer Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern finden Betroffene und Angehörige kompetente Ansprechpartnerinnen nun auch außerhalb Berlins. Ganz neu ist ein Online-Angebot für Eltern von Ess-Störungen betroffener Kinder.
Das Beratungszentrum des Vereins Dick & Dünn e.V. befindet sich in der Innsbrucker Str. 37.

FFGZ – Frauengesundheit in eigener Hand

von Manuela Harling

FFGZ
1974 gründete sich das Feministische FrauenGesundheitsZentrum, seit 1985 ist es in Tempelhof-Schöneberg ansässig.
Marijke Höppner, frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg, die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg und Gesundheitspolitikerin, Manuela Harling und Dr. Gisela Pravda, beide für die AsF-Tempelhof-Schöneberg, Hermann Zeller, sozialpol. Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg und die gesundheitspol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg Ingrid Kühnemann besuchten das FFGZ zum Informationsaustausch am 14. August im Rahmen der „Frauensommertour“.

Das FFGZ bietet Beratung für Frauen zum Thema Gesundheit entweder persönlich vor Ort, telefonisch oder auch berlinweit bei diversen Kooperationsträgern. Es gibt Informationsveranstaltungen , Workshops und ein Kursangebot. In verständlicher Sprache werden gesundheitliche und medizinische Sachverhalte differenziert vermittelt. Das gilt auch für die eigene Zeitschrift Clio und die diversen Broschüren, die vom FFGZ herausgegeben werden.
Das FFGZ kooperiert mit anderen Trägern und arbeitet in Netzwerken. So entstand auch eine Kooperation mit der Volkshochschule und auch Migrationsprojekten.

Ein Projekt, dass aus der Kooperation mit Frauenmigrationsprojekten und der VHS entstand, ist die Patientinnenschulung. Hier lernen Frauen einen selbstbewußten Umgang mit den „Göttern in Weiß“, sie lernen, dass sie Rechte haben, Fragen stellen dürfen und auch die geplante Therapie hinterfragen dürfen. Für Migrantinnen, die deutsch nicht perfekt beherrschen, ist diese Schulung eine wichtige Erfahrung, denn sie lernen auch, dass Arzt und Ärztin in der Pflicht sind zur Information, die die Patientin auch versteht.
Das Thema Wechseljahre beschäftigt das FFGZ seit seiner Gründung. Hier kann frau Hilfe erfahren, wenn sie sich fragt, ob eine Hormontherapie hilfreich und sinnvoll ist oder es andere Alternativen gibt. Das Gleiche gilt für das Thema Verhütung.
Das FFGZ hat eine umfassende Bibliothek zur Frauengesundheit und kann auch mit bewährten weiterführenden Adressen helfen.
Petra Bentz, Cornelia Burgert und Martina Schröder vom FFGZ berichteten bei dem Besuch auch von Vorhaben, die sie gern verwirklicht sehen würden. Das FFGZ wünscht sich mehr Information an den Schulen zur HPV-Impfung, So müsste es ihrer Ansicht nach eine Vernetzung mit dem Bereich Schule geben, denn das Thema Impfung gegen Human Papilloma Viren ist Thema im Rahmen des Biologieunterrichts und die BiologielehrerInnen werden mit Materialien der Pharmaunternehmen ausgestattet, die natürlich eine kritische Sichtweise zu dieser Impfung vermissen lassen. Der Impfstoff ist nicht das Allheilmittel für Gebärmutterkrebs schlechthin und in den Familien sollte mehr über Wirkungsweise und Risiken informiert werden. Im Jahr 2008 gab es bereits eine umfassende Kampagne des bezirklichen Gesundheitsnetzwerkes, aber die Schülerinnen „wachsen“ nach.

Zusammen mit anderen Trägern des Gesundheitsverbundes für Benachteiligte bietet das FFGZ Kurse zum Thema Umgang mit Depression und Stressbewältigung. Gerade bei älteren Frauen, die in ALG II-Bezug geraten finden sich in diesen Kursen wieder. Eine Finanzierung durch das Jobcenter wäre deshalb anratenswert, denn die Frauen verlassen den Kurs mit Motivation und Empowerment.
Ein großer Wunsch ist auch die Installierung einer überregionalen Traumastation für Frauen, die an den Folgen von Gewalt leiden. Seit Jahren arbeitet das FFGZ am Thema Folgen sexualisierter Gewalt, Das FFGZ weiß, dass die Nichtbehandlung oder auch eine späte und unzureichende Behandlung z schweren Folgen führen kann.
Das FFGZ ist in der Bamberger Str. 51 in Berlin Schöneberg.

Bücherfrauen – Interessensvertretung rund ums Buch

Bücherfrauen
Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk für Frauen, die in der Buchbranche arbeiten. Mit Ziel von Austausch und Vernetzung treffen sich Bundesweit 900 in Berlin 160 Lektorinnen, Autorinnen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen, Verlegerinnen, usw.
Vernetzt wird sich regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, aber auch auf regelmäßigen internen und öffentlichen Veranstaltungen. Auch frauenpolitische Themen heben die Bücherfrauen auf das Tableau. So befasst sich die hauseigene Studie „Mehr.Wert in der Bücherbranche“ mit der Gleichbehandlung von Frauen in der Bücherbranche. Zwar stellen Frauen mit 80 % der Mitarbeiterinnen, die Mehrheit in der Bücherbranche, jedoch erhalten Männer noch 28 % mehr Gehalt als Frauen. Die Studie bot mit dieser und vieler anderer Erkenntnisse den Grundstock für das politische Handeln des Frauenvereins. So begeht der Verein den Equal Pay Day und unterstützt Frauen bei Gehaltsverhandlungen. In Entscheidungsgremien fordern die Bücherfrauen 40% Frauen innerhalb von 5 Jahren.
Am 13. August 2012 trafen sich auf Einladung von Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Melanie Kühnemann (Vorsitzende des Kulturausschuss), Gudrun Blankenburg (Sprecherin für Kulturpolitik) und Dr. Gisela Pravda (Stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit Stefanie Lembke und Frau Henze und Frau Seehofer von den Bücherfrauen.

SHP – Frauen in die Gesellschaft holen!

SHP [mit Herrn Dere]
Am 13. August 2012 besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Interkulturelle Selbsthilfeprojekt für Frauen(SHP) in der Naumannstraße.
1985 wurde SHP gegründet, seitdem hat sich der Träger etabliert und bietet vor allem Deutsch- und Integrationskurse für Frauen an. Frauen aus muslimisch geprägten Ländern nehmen die Angebote besonders gern wahr, da sie diskriminierungsfrei und ohne verurteilt zu werden, mit und ohne Kopftuch, an den Kursen teilnehmen können. Eine unbeschwerte Atmosphäre bieten die Kurse dadurch, dass ausschließlich Frauen das Angebot nutzen dürfen. „Frauen sollen aus der Isolation in die Gesellschaft geholt werden“, so Fatih Dere der Geschäftsführer von SHP.
Die beiden Kindertagesstätten „Rosen“ und „Knospen“ greifen interkulturelle Kompetenz und Sprachförderung auf. Dabei gilt die Sprachförderung nicht nur den Kindern, sondern auch die Eltern werden leicht an Sprachkurse und Integrationskurse herangeführt.
Viele weitere Kurse werden mit Herzblut und viel Engagement betrieben wie Koch- und Nähkurse. Beratung und Vermittlung zu Experten und Expertinnen machen den Standort in der Naumannstraße zu einem Stützpunkt für Familienberatung.

Der Besuch bei SHP fand am 13. August 2012 statt.

Seit 20 Jahren interkulturelle Mädchenarbeit

von Dr. Gisela Pravda
Cafe Pink [v.l.n.r. Angelika Schöttler, Dr. Gisela Pravda, Elisabeth Wagner, Marijke Höppner]
Angelika Schöttler (Bürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion und Initiatorin), Dr. Gisela Pravda (für die AsF Tempelhof-Schöneberg) haben am 13. August 2012 das Cafe PINK besucht. Das Cafe PINK ist seit 20 Jahren ein Interkultureller Treffpunkt für Mädchen ab 10 und junge Frauen der Region Schö-neberg – Nord auf der Rechtsgrundlage des § 11 und § 13 (1) des Jugendhilfegesetzes
Die Arbeit des Café PINK lässt sich beschreiben mit den Vokabeln
parteilich,
interkulturell,
feministischen und
partizipativ.

Hier können sich Mädchen ab 10 mit Freundinnen treffen, Spiele spielen, Musik hören, an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, Hilfe bei Hausaufgaben bekommen, Theater spielen, ihre Probleme besprechen. Außerdem gibt es eine Computerwerkstatt, eine KreativWerkstatt und eine Kochgruppe.
Wir wurden sehr offen und liebenswürdig empfangen, haben die zum Teil von den Besuche-rinnen gestalteten – mal coolen, mal kuscheligen – Räume kennengelernt und befanden uns schnell in einer professionellen und vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre. Herzlichen Dank an Elisabeth Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin und an Ulrike Dietrich, Diplompädagogin.

Das Cafe Pink befindet sich in der Goltzstraße 40.

Reinigen der »Stolpersteine«

Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg Elke Ahlhoff, Oliver Fey, Marijke Höppner und Gudrun Blankenburg, rufen dazu auf, am Sonntag, den 12. August 2012 um 14.00 Uhr an der Freizeitstätte Stierstraße 20 in Berlin-Friedenau beim Putzen der in der Stierstraße verlegten »Stolpersteine« zu helfen.

Die kurze Stierstraße hat nur 20 Hausnummern, weist aber über 50 Stolpersteine auf. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Friedenauer Initiativen wie die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße oder Brünnhildestraße sorgen dafür, dass das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird.

Jedesmal sind die Recherchen zu den deportierten und ermordeten Menschen verbunden mit tiefgehenden, schmerzlichen Recherchen zu jedem einzelnen Schicksal. Die Stolpersteine finden ihren Platz vor dem Haus, in dem die Opfer der Nazi-Willkür ihren letzten Wohnort hatten, bevor sie von dort aus in die Todeslager deportiert wurden.

Vandalismus an einer betreffenden Informationstafel in der Stierstraße 18/19 begegnete die Initiativgruppe Stolpersteine Friedenau mit überzeugenden Erneuerung der Schautafel.

Damit die Stolpersteine mit den Namen der Opfer leuchten, soll durch diese Putzaktion ein Zeichen gesetzt werden, dass diese Stolpersteine ein lebendiger Gedenkort sind und zur aktiven Gedenkarbeit auffordern.

Die Initiatoren freuen sich über Ihre Hilfe – machen Sie mit! Für Putzmaterial ist gesorgt.

‚Mit Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘ – Gedenkort für Hilde Radusch wurde eingeweiht

„Das ist ein toller Bezirk, dieses Schöneberg, in dem eine Lesbin und eine Kommunistin geehrt werden kann“, sagte Dr. Gabriele Wohlauf, eine Weggefährtin Hilde Raduschs, während der Eröffnung des Gedenkortes in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldstraße. Tatsächlich wurde an diesem 23. Juni der erste Berliner Gedenkort für eine lesbische Frau, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde eingeweiht.
Hilde Radusch 1
[Gedenkort Hilde Radusch mit Miss Marples Schwestern]
Um die 60 Menschen, vor allem Frauen, versammelten sich, um der Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch in Schöneberg beizuwohnen. Darunter auch Weggefährtinnen und Freundinnen von Radusch, wie Wohlauf, die sich durch Hilde Radusch haben bewegen lassen in ihrem Leben. Radusch war Dichterin, Politikerin, Kommunistin, Frauen-und Lesbenbewegte und vor allem eine Kämpferin. Sie gab nicht auf, als sie von den Nazis verfolgt wurde und auch nicht als sie ihre Arbeit als Leiterin des Schöneberger Büros der „Opfer des Faschismus“ verlor, da sie als „lesbisch“ denunziert wurde.
Hilde Radusch 2
[Gedenkort Hilde Radusch]
Als Miss Marples Schwestern an die SPD Fraktion in Tempelhof-Schöneberg herantraten, war klar, dass es politischer Wille sein musste diese Ausnahmeperson zu ehren. Der Antrag wurde 2009 eingebracht. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler beschrieb in ihrer Eröffnungsrede den Werdegang: Der Antrag wurde 2010 konsensual beschlossen, 2011 unterstützte die Bezirksverordnetenversammlung den Gedenkort mit Sondermitteln. Der mangelnde Kooperationswillen des Vermieters führte dazu, dass nicht eine unauffällige Gedenkplatte am ehemaligen Wohnhaus Raduschs zu finden ist, sondern statt dessen ein auffälliger Gedenkort in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldplatz entstand. Zwei Sitzgelegenheiten, stehen vor den Tafeln. Sie laden ein mehr über Hilde Radusch zu erfahren, die die/den Betrachter*in von einer der Tafel keck anschaut.
Ilona Scheidle, eine Mitstreiterin von Miss Marples Schwestern“ und Mitgestalterin der Inhalte auf der Tafel verlas einen persönlichen Brief an Hilde, den sie vor Ort verlas und beschrieb Radusch so: „Du warst Macherin und Kämpferin in Wort und Schrift, warst eine verletzbare Agitatorin der Ersten und Zweiten Frauenbewegung, hemmungslos leidenschaftliche Demokratin mit dem ‚Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘..“. Und in Anbetracht der gerade statt findenden Pride Week führte sie aus: „Frauen zu vergessen ist gesellschaftlich nicht mehr konsensfähig, konsensfähig ist, dass Lesben zur NS-Gedenkformation, dem Nadelöhr deutscher Geschichtsbewusstheit gehören. Gut so.“
Hilde Radusch 3
[Gedenkort Hilde Radusch mit Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin]

TSaktuell: Frauen sind aller Ehren wert

Die TSaktuell ist erschienen!

In der Juni-Ausgabe findet Ihr den Artikel Frauen sind aller Ehren wert
, denn bei der Benennung von Straßen spielen Frauen kaum eine Rolle. Das soll sich ändern. In den Artikel könnt Ihr hier reinschmulen.
Frauenstra�ennamen
Hast Du auch einen Vorschlag? Dann schick uns mit einer kurzen Begründung, warum gerade die von Ihnen vorgeschlagene Frau, geehrte werden soll. Wir reichen Deinen Vorschlag dann weiter.

TSaktuell: Eröffnung des Gedenkortes Hilde Radusch

Die TSaktuell ist erschienen.

In der Juni-Ausgabe findet Ihr einen Artikel zur Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch.

    Gern möchte ich Euch auf diesen Termin aufmerksam machen:
    am Freitag, den 22. Juni wird um 17 Uhr in der Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldstraße.

Mehr zur Kämpferin Hilde Radusch könnt Ihr hier lesen.
TSaktuell-HildeRadusch

Ein Balanceakt: Alleinerziehend Arbeit und Familie vereinen – Ein Besuch bei Alfa Netpoint in Friedenau

Am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr werden in der Friedenauer Lauterstraße Näharbeiten und Goldschmiedeschmuck angeboten und verkauft. Die Besonderheit: Die Produkte stammen aus den Lehrwerkstätten des Ausbildungs- und Kulturzentrums (kurz: AKC) in der Lauterstraße.
Das Projekt bildet seit 1988 in Friedenau aus. Ziel ist es Jugendliche in Berlin besonders junge Frauen aus belasteten Lebenssituationen aufzufangen und durch eine Ausbildung Perspektive zu bieten. Die Ausbildungen als Maßschneiderin und Goldschmiedin werden in einem geschützten Rahmen angeboten, so dass die jungen Frauen ihre individuellen Fähigkeiten entfalten und erweitern können. Der ganzheitliche Ansatz des Vereins unterstützt eine selbstbewusste und eigenverantwortliche Lebensführung.
Alfa Netpoint Logo
Ein Schwerpunkt setzt der AKC in der Beratung und im Coaching für Alleinerziehende. Das dazugehörige Projekt Alfa Netpoint besuchten Angelika Schöttler, Bürgermeisterin Tempelhof-Schönebergs, und Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, am 11. Mai 2012. Alfa Netpoint entstand im Rahmen des Bundesprogramms „Gute Arbeit für Alleinerziehende“. Den ganzheitlichen Ansatz des AKC aufgreifend, geht es um Unterstützung, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Alleinerziehende. Es werden gemeinsam Wege gefunden Beruf und Betreuungsmöglichkeit zu vereinen und finanzielle Regelungen dafür zu finden. Da eine umfassende Beratung, eine entsprechende Begleitung benötigt, wird sich vor Ort Zeit genommen. Die Beraterinnen und Berater begleiten die jungen Frauen über mehrere Monate hinweg und unterstützen sie bei vielen kleinen und großen Lebensschritten, so dass ein hoher Nachhaltigkeitseffekt erzielt wird. Die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder das Nachholen eines Schulabschlusses sind dabei sehr wichtig. Einige Frauen beteiligen sich aber auch an Praktika, Sprach- oder Integrationskursen auf dem Weg zu ihrem Traumjob. „Wichtig ist es die Wünsche der Besucherinnen im Auge zu behalten, um sich dann Schritt für Schritt ihrem Ziel zu nähern“, so der Berater Martin Kositza.
AKC arbeit Wer sich ein Bild der Arbeit des Ausbildungs- und Kulturzentrums machen möchte, kann am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr in der Lauterstraße (nähe Breslauer Platz) das Projekt unterstützen und während des Sommerverkaufstages Produkte aus der Schneider- und Goldschmiedewerkstatt kaufen.

Besuch bei gleich und gleich e.V.

Gleich und gleich e.V. bietet betreutes Wohnen für Jugendliche an. Bundesweit nimmt der Verein eine besondere Rolle dabei ein, denn die Ansprache bezieht die Interessen von lesbischen, schwulen und trans* Jugendliche ein und nimmt so Rücksicht auf die spezifischen Erlebnisse und Bedürfnisse.
Um mehr über den Verein und dessen Arbeit zu erfahren, besuchte Marijke Höppner, frauenpolitische Sprecherin, am 10. Mai 2012 gleich und gleich e.V. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Manuela Harling (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwulen in der SPD Tempelhof-Schöneberg) sowie Friederike Nitzsche (Beisitzerin im Vorstand der Schwusos).
Die zielgruppenspezifische Ansprache gibt es deutschlandweit selten. Andere Bundesländer wie Bayern empfehlen Jugendliche nach Berlin in das betreute Einzel- oder Wohngemeinschaftswohnen. Eine Ansprache auf die Bedürfnisse von lesbisch, schwulen und trans* Jugendlichen ist nicht unbedingt üblich im Bereich des betreuten Wohnens.
Stefan Pröpper (Geschäftsführer) und die beiden Sozialpädagoginnen Ingrid Bergter und Katja Imholz berichteten darüber wie die Jugendlichen im Alltag gestärkt werden, um ihr Leben selbstständig zu meistern. Die Jugendlichen wenden sich zum Erfahrungsaustausch an die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die selber lesbisch, schwul oder trans* sind. Der Umgang mit öffentlichen Diskriminierungserfahrungen durch Nachbarn und Mitmenschen wird häufig zum Thema. Liebe, Partnerschaft, Hausarbeiten und Arbeitsplatzsuche sind genauso wichtig, um in ein selbstbestimmtes Leben geleitet zu werden.
Gleich und gleich befindet sich in der Kulmerstraße 16 in Berlin Schöneberg.
gleich und gleich e.V.
Hintere Reise: Frau Bergter, Frau Imholz, Herr Pröpper
Vordere Reihe: Ursula Hasecke (Frauenbeauftragte), Angelika Schöttler, Petra Nowacki, Mannuela Harling, Frederike Nitzsche, Marijke Höppner

Presseerklärung: SPD fordert Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer des Bürgeramtes

Auf Forderung der SPD- Fraktion beschloss die Bezirksverordnetenversammlung in Tempelhof- Schöneberg in der Plenarsitzung vom 25. April 2012 die Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer- TV der Bürgerämter. Kontaktinformationen von Beratungseinrichtungen sollen nun durch Werbe- und Informationsfernsehen in den drei Bürgerämtern in Schöneberg, Tempelhof und Lichtenrade gezeigt werden.

Die Auswirkungen von häuslicher Gewalt sind weiterhin gravierend. Die Repräsentativstudie von 2004 zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (Schröttle et al.) kommt zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau (25%) körperliche und/oder sexuelle Gewalt in mindestens einem Fall durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt hat. Jeweils ein Drittel der Frauen machte Erfahrungen von langanhaltender Gewalt bzw. folgenschwerer Gewalt. 40% der befragten Frauen befinden sich über einen längeren Zeitraum als ein Jahr in einer Gewaltbeziehung, 17 % mehr als 5 Jahre.

Laut der Betreiberfirma Mediaspot werden 70.000 bis 120.000 Menschen pro Jahr in den Warteräumen der Bezirksämter erreicht, etwa die Hälfte sind Frauen. „Viele gewaltbetroffene Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. In einigen Fällen beschränken ihre Partner die Kontakte in die Außenwelt“, so Marijke Höppner, Frauen- politische Sprecherin der SPD Fraktion, und fährt fort: „Die Chancen, dass eine gewaltbetroffene Frau den Spot bei einer alltäglichen Aktivität wie der Beantragung eines neuen Personalausweises sieht, ist groß.“
Die Ausstrahlung eines Warte- TV- Spots stellt somit ein niederschwelliges Informationsformat für viele Frauen dar, um über Hilfsangebote informiert zu werden. Es erhöht zudem die Möglichkeiten, an die entsprechenden Informationen zu gelangen.

Antrag: Beteiligung am internationalen Hurentag

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt, sich durch eine Kooperation mit der Fachgruppe Kurfürstenstraßenkiez und der AG Gesunder Kunde an den Aktivitäten zum internationalen Hurentag zu beteiligen. Diese Beteiligung soll erstmals am 02.06.2013 satt finden.
Ziel ist es, die Mitmenschen im Kurfürstenstraßenkiez und die Freier auf ein respektvolles und menschenwürdiges Miteinander hinzuweisen.

Begründung:
Immer wieder kommt es zu Beschimpfungen und gewalttätigen Übergriffen wie Flaschenwür-fen oder Handgreiflichkeiten von Anwohnenden gegenüber Sexarbeiter*innen. Tatsächlich soll es sogar zu Kellerraumvermietungen als Wohnraum zu hohen Summen an mehrere Prostituierte gekommen sein. Freier gehen häufig fahrlässig mit der Gesundheit von Frauen, Männern und Trans* um und zwingen sie zum Verzicht auf Kondome. Der internationale Hu-rentag bietet uns im Bezirk die Chance auf einen menschwürdigen Umgang mit den Sexar-beiter*innen hinzuweisen.
Zur Geschichte des internationalen Hurentag: Am 2. Juni 1975 besetzten über 100 Prostitu-ierte die Kirche Saint-Nizier in Lyon/Frankreich, um auf die katastrophale Situation von Frau-en, die anschaffen gehen, hinzuweisen. Die Zahl der Prostituierten, die sich dem Streik an-schlossen, nahm in den nächsten Tagen weiter zu. Die Bevölkerung und auch die Kirchenlei-tung äußerten sich positiv und unterstützten die Frauen. Der Streik der Prostituierten weitete sich auch auf andere Städte wie Marseille, Grenoble und Paris aus. Forderungen gingen bis an die höchsten staatlichen Stellen, die jedoch nicht bereit waren, für menschenwürdige Le-bens- und Arbeitsbedingungen zu sorgen. Die nationale und internationale Presse berichtete über den Streik. Hier wurden zum ersten Mal Prostituierte – ohne die herkömmlichen Kli-schees – für Menschen sichtbar. Sie sind berufstätige Frauen, die um ihre Menschenwürde kämpfen. Am 10. Juni ’75 wurde die Kirche um 5 Uhr morgens brutal durch die Polizei ge-räumt. Zur Erinnerung daran haben Sexarbeiter/innen und deren Organisationen den 2. Juni zum Internationalen Hurentag erklärt. Quelle: http://www.hydra-berlin.de
Berlin, den 07.05.2012

Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 16.05.2012

Antrag: Frauen haben Vorrang – reloaded

Die Bezirksverordnetenversammlung bestätigt ihren Beschluss vom 16.2.2005 Drs. 1088/XVII Frauen haben Vorrang und ersucht das Bezirksamt bei Neubenennungen von öffentlichen Straßen , Plätzen, Grünanlagen und bezirklichen Einrichtungen die Namen von Frauen so lange vorrangig zum Zuge kommen zu lassen, bis eine im bezirklichen Gesamtbild angemessene Vertretung beider Geschlechter in der Benennung von Straßen, Plätzen, Grünanlagen und öffentlichen Einrichtungen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg erreicht ist.

Beteiligungsverfahren von Bürgerinnen und Bürger sowie den vor Ort angebundenen Akteuren sind anzustreben.

Ein thematischer Bezug bzw. ein Bezug zum Bezirk Temelhof-Schöneberg sind wünschenswert.

Dieser Antrag wurde am 10.05.2012 im Ausschuss für Frauen und Queer beschlossen. Der Antrag wird am 16.05.2012 in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht. Den weiteren Verlauf des Antrages finden Sie hier.

Frauennamenspool: Diese Frauen sollen auf Straßenschildern geehrt werden!

Wir wol­len Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen!

Die tra­di­tio­nel­le Ge­schichts­schrei­bung hatte Frau­en lange über­se­hen. Dies zeigt sich auch in der Be­nen­nung von Stra­ßen. In Tem­pel­hof-Schö­ne­berg fin­den sich kaum Frau­en auf Stra­ßen­schil­dern wie­der. Dabei sind weib­li­che Ga­li­ons­fi­gu­ren als Vor­bil­der für eine gleich­be­rech­tig­te Ge­sell­schaft sehr wich­tig. Mit einer Liste oder einem Na­men­spool mit Frau­en­na­men für Stra­ßen­be­nen­nun­gen, ver­bin­den wir den Wunsch, dem weib­li­chen Blick auf die Welt Aus­druck zu ver­lei­hen und die Viel­falt weib­li­chen Schaf­fens und Den­kens sicht­bar zu ma­chen. (Quel­le: Drs. 0209/XIX)

Für den An­trag Drs. 0209/XIX Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen re­cher­chier­te die ASF Tem­pel­hof- Schö­ne­berg für die SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg die Bio­gra­fi­en vie­ler tol­ler Frau­en, die wir für eh­rens­wert hal­ten:

Pina Bausch
Pina (Phil­ip­pi­na) Bausch (27.​07.​1940 in So­lin­gen – 30.​06.​2009 in Wup­per­tal) war eine deut­sche Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­fin, Tanz­päd­ago­gin und Bal­lett­di­rek­to­rin. Nach Ihr wurde das Tanz­thea­ter Pina Bausch in Wup­per­tal be­nannt, das Welt­ruhm er­lang­te. Pina Bausch, seit den 1970er- ​Jah­ren als Kul­tur­fi­gur der in­ter­na­tio­na­len Tanzs­ce­ne ge­fei­ert, gilt heute als eine der be­deu­tens­ten Cho­reo­gra­fen/innen der Ge­gen­wart. Ihren Stil präg­ten die Ver­stri­ckung von Tanz mit an­de­ren Gen­res der dar­stel­len­den Kunst wie Ge­sang aber auch Me­di­en­per­for­mance. Das Tanz­thea­ter Pina Bausch be­fin­det sich in der Part­ner­stadt Tem­pel­hof- ​Schö­ne­bergs Wup­per­tal.
Quel­len: http://​www.​pina- ​bausch.​de/​, http://​www.​pina- film.​de/​de/​pina- bausch.​html

Mar­ga­re­te Be­rent
Mar­ga­re­te Be­rent (9.​7.​1887 Ber­lin – 23.​6.​1965 New York) war 1919 die erste Frau mit einem ju­ris­ti­schen Staats­ex­amen in Preu­ßen und wurde zur Spe­zia­lis­tin für Ehe- und Fa­mi­li­en­recht. Sie pro­mo­vier­te 1914 „Über die Zu­ge­winn­ge­mein­schaft der Ehe­gat­ten“. Be­rent war Mit­be­grün­de­rin di­ver­ser Frau­en­ver­ei­ne dar­un­ter des Ju­ris­tin­ne­bun­des und des Aka­de­mi­ke­rin­nen­ver­eins sowie Vor­stands­mit­glied des Jü­di­schen Frau­en­bun­des. Ihre Pra­xis be­fand sich in der Goltz­str. 34. 1933 wurde Be­rent aus der Rechts­an­walts­pra­xis aus­ge­schlos­sen. 1939 emi­grier­te sie über Chile in die USA.
Quel­len: Jü­di­sche Frau­en im 19. und 20. Jahr­hun­ter. Le­xi­kon zu Leben und Werk, hrsg. Jutta dick, Ma­ri­na Sas­sen­berg, Rein­bek 1993.

Ger­trud Hanna
Ger­trud Hanna (22.​6.​1876- 26.​1.​1944 Ber­lin) war von 1909 bis 1933 Lei­te­rin des Ar­bei­te­rin­nen­se­kre­ta­ri­ats beim ADGB und Mit­glied des preu­ßi­schen Land­tags 1919 bis 1933 für die SPD. Sie setz­te sich für die An­er­ken­nung weib­li­cher Mit­glie­der in der Ge­werk­schaft ein und en­ga­gier­te sich in der SPD für die Frau­en­po­li­tik. Zer­mürbt von der Na­zi- ​Ver­fol­gung be­gang Hanna ge­mein­sam mit Ihrer Schwes­ter den Selbst­mord. Han­nah lebte vor 1918 in Neu- ​Tem­pel­hof.

Jenny Hirsch
Jenny Hirsch (25.​11.​1829 Zerbst – 10.​3.​1902 Ber­lin) war Frau­en- ​ und So­zi­al­ar­bei­te­rin, Schrift­stel­le­rin und Über­set­ze­rin. Sie war Mit­be­grün­de­rin des All­ge­mei­nen Deut­schen Frau­en Ver­eins (ADF) und des in Schö­ne­berg an­säs­si­gen Let­te- ​Ver­eins, in dem sie zeit­wei­lig Schrift­füh­re­rin war. Als Mit­ar­bei­te­rin zahl­rei­cher Frau­en­zeit­schrif­ten gab sie unter an­de­rem „Frau­en- ​An­walt. Organ des Ver­ban­des der Frau­en­bil­dungs- ​ und Er­werbs­ver­ei­ne“ her­aus.

Clara Im­mer­wahr, verh. Haber
Clara Im­mer­wahr (21.​6.​1870 – 2.​5.​1915) war die jüngs­te Toch­ter des Che­mi­kers Phil­lip Im­mer­wahr und sei­ner Ehe­frau Anna Krohn, einer gut­bür­ger­li­chen Fa­mi­lie in Bres­lau. Nach einer Leh­re­rin­nen­aus­bil­dung stu­dier­te Clara Che­mie. Als erste Frau an der Uni­ver­si­tät Bres­lau pro­mo­vier­te sie 1900 in phy­si­ka­li­scher Che­mie. Ihren Ab­schluß mach­te sie „Summa cum Laude“. 1901 hei­ra­te­te sie den Che­mi­ker Fritz Haber. Sie hoff­te auch als Ehe­frau wei­ter in der For­schung ar­bei­ten zu kön­nen, diese Hoff­nung er­füll­te sich nicht. Wäh­rend Fritz eine stei­le Kar­rie­re mach­te und schließ­lich zum Di­rek­tor des In­sti­tuts für Phy­si­ka­li­sche Che­mie und Elek­tro­che­mie der Kai­ser- ​Wil­helm- ​Ge­sell­schaft be­ru­fen wurde, muss­te Clara die un­dank­ba­re Rolle der re­prä­sen­tie­ren­den, um­sor­gen­den und al­len­falls zu­ar­bei­ten­den Pro­fes­so­ren­gat­tin über­neh­men. In der Ehe kri­sel­te es. Fritz war fa­na­ti­scher Pa­tri­ot und wid­me­te seine For­schun­gen voll­kom­men der Suche nach neuen Kampf­ga­sen. Im Laufe des Krie­ges wurde er Ab­tei­lungs­lei­ter im Kriegs­mi­nis­te­ri­um und über­nahm die wis­sen­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung für das ge­sam­te Gas­kampf­we­sen. Clara bezog dazu deut­lich Stel­lung und be­zeich­ne­te das ganze Un­ter­neh­men als «Per­ver­si­on der Wis­sen­schaft», Haber warf ihr «Lan­des­ver­rat» und «an­ti­mi­li­tä­ri­sche Ein­stel­lung» vor. Am 22. April 1915 be­feh­lig­te Haber an der West­front bei Ypern in Bel­gi­en den erst­ma­li­gen Ein­satz von Chlor­gas. Am 2. Mai 1915 er­schoss sich Clara aus Pro­test gegen die von ihrem Mann ge­lei­te­te erste che­mi­sche Mas­sen­ver­nich­tung und deren un­ab­seh­ba­re Fol­gen. Doch am nächs­ten Tag stand in der Zei­tung, das die Grün­de für ihren Frei­tod un­be­kannt seien. Seit 1991 ehrt der Ver­ein In­ter­na­tio­na­le Ärzte für die Ver­hü­tung des Atom­krie­ges (IPPNW)das An­denken an die Pa­zi­fis­tin mit der Ver­lei­hung der Cla­ra- ​Im­mer­wahr- ​Me­dail­le

Luise Kau­tsky
Luise Kau­tsky (11.​8.​1864 Wien – 1.​11.​1944 Aus­schwitz- ​Bir­ken­au) war als Ehe­frau von Karl Kau­tsky seine po­li­ti­sche Weg­ge­fähr­tin und un­ent­behr­li­che Stüt­ze. Sie hat durch ei­gen­stän­di­ge Über­set­zun­gen so­zia­lis­ti­scher Texte aus dem Eng­li­schen und Fran­zö­si­schen maß­ge­bend zur in­ter­na­tio­na­len Ver­stän­di­gung der Ar­bei­ter­be­we­gung bei­ge­tra­gen. Als Freun­din von Rosa Lu­xem­burg war sie deren erste Bio­gra­fin. Als Jüdin wurde sie mit 80 Jah­ren nach Ausch­witz- ​Bir­ken­au de­por­tiert. Auf dem Kran­ken­la­ger ant­wor­te­te sie, dem Tode nahe, dem KZ- ​Arzt Men­ge­le auf seine Frage, ob sie des Kom­mu­nis­ten Frau sein: „ Ich bin des So­zia­lis­ten Frau“. Luise Kau­tsky war seit 1890 mit Karl Kau­tsky ver­hei­ra­tet. Al­lein in Frie­denau hatte das Ehe­paar mit ihren drei Söh­nen vier Wohn­adres­sen. Von 1900 bis 1902 wohn­ten sie in dem heute denk­mal­ge­schütz­ten Haus Saar­stra­ße 14. Das Haus wurde zum Treff­punkt der frü­hen So­zi­al­de­mo­kra­tie. Die drei Söhne gin­gen in Frie­denau zur Schu­le. Au­ßer­dem lebte sie in der Wie­land­stra­ße 26.

Erna Pros­kau­er
Erna Pros­kau­er (5.​8.​1903 – 18.​1.​2001), ge­bo­ren in Brom­berg, muss­te sie mit 17 Jah­ren ihre Ge­burts­stadt auf­grund des Ver­sail­les Ver­tra­ges ver­las­sen. Die Fa­mi­lie zieht nach Ber­lin in die Kai­ser­al­lee (heute Bun­des­al­lee). Erna Pros­kau­er stu­diert als eine der ers­ten Frau­en Rechts­wis­sen­schaf­ten. 1933 wird die frisch­ge­ba­cke­ne Ge­richt­s­as­ses­so­rin „bis auf wei­te­res“ vom Dienst sus­pen­diert. Als Jüdin wird ihr auch die Zu­las­sung als An­wäl­tin ver­wei­gert. Zu­sam­men mit ihrem Mann Max, der eben­falls Ju­rist ist, emi­griert sie nach Is­ra­el. An­fang der 50er Jahre keh­ren sie nach Deutsch­land zu­rück. Sie neh­men sich eine Woh­nung in Schö­ne­berg, Max lässt sich als An­walt nie­der. Erna be­an­tragt die Wie­der­auf­nah­me in den Jus­tiz­dienst, doch diese wird ihr nach jah­re­lan­gen Pro­zes­sen letzt­end­lich mit der Be­grün­dung ver­wei­gert, daß Erna Pros­kau­er nicht als Jüdin be­nach­tei­ligt wor­den sein soll, son­dern aus be­am­ten­recht­li­chen Grün­den zu­al­ler­erst „als ver­hei­ra­te­te Frau“. Dafür gibt es keine Wie­der­gut­ma­chung. Für ihre „Ver­diens­te um die Ber­li­ner Jus­tiz“ wurde Erna Pros­kau­er 1995 das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen. Sie starb 2001 in ihrem 98. Lebensjahr.​Sie starb 2001 in ihrem 98. Le­bens­jahr.

Ger­tru­de Sand­mann

Ger­tru­de Sand­mann (16.​11.​1893 in Ber­lin – 6.​1.​1981 Ber­lin) war eine Ber­li­ner Künst­le­rin und Grün­de­rin der Grup­pe L47. Als les­bisch jü­di­sche Ma­le­r­in durf­te sie zu­nächst nicht an der Aka­de­mie der Küns­te ler­nen und be­leg­te Kurse beim Ver­ein Ber­li­ner Künst­le­rin­nen. In der NS- ​Zeit wurde sie ver­folgt und tauch­te unter. Ihre Ge­dan­ken zum Über­le­bens­kampf im Ber­li­ner Un­ter­grund, zum Ju­den­tum und der ge­sell­schaft­li­chen Po­si­ti­on Frau las­sen Ihre Werke in einem po­li­ti­schen Kon­text er­schei­nen.

Eli­sa­beth Schu­ma­cher
Eli­sa­beth Schu­ma­cher (geb. Ho­hen­em­ser: 28.​04.​1904 – 22.​12.​1942 Ber­lin) war Gra­fi­ke­rin und Mit­glied der „Roten Ka­pel­le“. Wäh­rend des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges ko­pier­te und mi­ni­a­tu­ri­sier­te sie ge­hei­me Ma­te­ria­li­en der deut­schen Luft­waf­fe, und ver­teil­te mit der Grup­pe il­le­gal Flug­blät­ter und do­ku­men­tier­te Ver­bre­chen des NS- ​Re­gimes. Sie ver­brei­te­te selbst il­le­ga­le Wi­der­stands­schrif­ten und ver­such­te, jü­di­sche An­ge­hö­ri­ge vor der De­por­ta­ti­on zu schüt­zen. 1942 wur­den Sie, ihr Mann, der Bild­hau­er Kurt Schu­ma­cher, den sie 1934 ge­hei­ra­tet hatte, und zahl­rei­che wei­te­re Mit­glie­der Wi­der­ständ­ler ver­haf­tet. Sie wurde am 19. De­zember vom Reichs­kriegs­ge­richt wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat“, „Lan­des­ver­rat“ und wei­te­rer po­li­ti­scher Ver­ge­hen zum Tode ver­ur­teilt und am 22. De­zember im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin- ​Plöt­zen­see unter dem Fall­beil hin­ge­rich­tet.

He­le­ne Stö­cker
He­le­ne Stö­cker (13.​11.​1869 El­ber­fels – 24.​2.​1943 New York) war eine deut­sche Se­xu­al­re­for­me­rin und Pa­zi­fis­tin. Stö­cker war eine der ers­ten Ber­li­ner Ab­itu­ri­en­tin­nen und Gast­hö­re­rin­nen der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät. 1905 Grün­de­te sie den „Bund für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“. Ihr Frie­de­nau­er Wohn­sitz in der Sen­ta­stra­ße 5 wurde zweit­wei­se zum Sitz des Ver­eins. Stö­cker setz­te sich u.a. für die Se­xu­al­auf­klä­rung, Ver­hü­tung und Se­xu­al­hy­gie­ne sowie für die Straf­frei­heit der Ab­trei­bung, freie Se­xua­li­tät für Frau­en auch au­ßer­halb der Ehe und männ­li­che Ho­mo­se­xua­li­tät ein. Mit Aus­bruch des Ers­ten Welt­krie­ges en­ga­gier­te sich Stö­cker in der Frie­dens­be­we­gung und wurde Mit­glied des „Bun­des für Kriegs­dienst­geg­ner“ (BdF). Nach der Macht­über­nah­me der Nazis floh sie über die Schweiz und Schwe­den in die USA.

Gerda Sze­pans­ky
Gerda Sze­pans­ky (geb.: 6. De­zember 1925 Ber­lin – 3. Au­gust 2004 Ber­lin- ​Ma­ri­en­dorf) war Jour­na­lis­tin, Leh­re­rin, und Pu­bli­zis­tin und er­hielt 1996 das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Bande ver­lie­hen. In der Nach­kriegs­zeit wur­den sie und ihr Mann Wolf­gang Sze­pans­ky, ein Über­le­ben­der des KZ Sach­sen­hau­sen, den sie auf einer Ver­samm­lung an­ti­fa­schis­ti­scher Leh­rer kurz nach Kriegs­en­de ken­nen­ge­lernt hatte, wegen „ak­ti­ver Be­tä­ti­gung im Sinne der SED“ per Straf­be­scheid aus dem Schul­dienst ent­las­sen. Sie über­nahm die Lei­tung des Kul­tur­clubs der Ge­sell­schaft für Deutsch- ​So­wje­ti­sche Freund­schaft in West- ​Ber­lin. Als His­to­ri­ke­rin be­schäf­tig­te sie sich mit der Auf­ar­bei­tung der Le­bens­ge­schich­ten von Frau­en, sie en­ga­gier­te sich für die Ge­denk­stät­te des Frau­en- ​KZ Ra­vens­brück, or­ga­ni­sier­te Austel­lun­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gern für die Bran­den­bur­gi­sche Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung und war auch im Ver­band deut­scher Schrift­stel­ler in der Ge­werk­schaft ver.​di aktiv.

Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us
Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us (geb.: 24. Ja­nu­ar 1843 auf Rügen – 5. Mai 1927 Ber­lin) war eine der ers­ten deut­schen Ärz­tin­nen und Kämp­fe­rin für die Öff­nung der Uni­ver­si­tä­ten für Frau­en.
Nach dem Schul­ab­schluss ar­bei­te­te sie zu­nächst als Er­zie­he­rin auf Rügen und in Eng­land, bevor sie sich ent­schloss, Me­di­zin zu stu­die­ren. In Deutsch­land war es Frau­en zu die­ser Zeit nicht ge­stat­tet die Uni­ver­si­tät zu be­su­chen, daher ging sie 1871 nach Zü­rich, wo be­reits seit den 1860er Jah­ren Frau­en im­ma­tri­ku­liert wur­den und ihnen das Pro­mo­ti­ons­recht ge­bo­ten wurde. Be­reits 1876 schloss sie ihr Me­di­zin­stu­di­um mit her­vor­ra­gen­den Leis­tun­gen ab und ging an­schlie­ßend als Vo­lon­tär­ärz­tin nach Leip­zig, dann in die Kö­nig­li­che Ent­bin­dungs­an­stalt Dres­den, wo sie sich ver­geb­lich um eine Ap­pro­ba­ti­on be­müh­te. Dar­auf­hin zog sie nach Ber­lin und grün­de­te ge­mein­sam mit Emi­lie Leh­mus im Prenz­lau­er Berg eine ei­ge­ne Pra­xis, sie muss­ten sich dabei je­doch als „Dr. med. in Zü­rich“ aus­wei­sen und hat­ten damit nur etwa den Sta­tus eines Heil­prak­ti­kers. 1908 er­öff­ne­te sie ge­mein­sam mit einer wei­te­ren Kol­le­gin, Agnes Ha­cker, Mit­be­grün­de­rin des „Deut­schen Bun­des für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“, die „Chir­ur­gi­sche Kli­nik weib­li­cher Ärzte“. Dort wurde ins­be­son­de­re auch Ar­bei­te­rin­nen die ärzt­li­che Be­hand­lung durch nied­ri­ge Ho­no­ra­re er­mög­licht, und vor allem jun­gen Ärz­tin­nen Aus- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten ge­bo­ten. Noch im glei­chen Jahr wur­den Frau­en erst­mals an preu­ßi­schen Uni­ver­si­tä­ten, und ab 1914 zur Ap­pro­ba­ti­on zu­ge­las­sen.

Sie ken­nen tolle Frau­en nach denen Stra­ßen be­nannt wer­den kön­nen? Wir freu­en uns über Ihre Vor­schlä­ge an post(at)spd- fraktion- tempelhof- schoeneberg.​de

Presseerklärung: Frauen in Tempelhof-Schöneberg sichtbar machen!

Zur Plenarsitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 25. April 2012 bringen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam einen Antrag ein, der es sich zum Ziel setzt, Frauen im öffentlichen Straßenland sichtbar zu machen. Durch einen Pool mit Namen von Frauen, die Großes geleistet haben, soll sich dies nun ändern. Denn, obwohl die Bezirksverordnetenversammlung schon 2004 einen Beschluss fasste, der die bevorzugte Benennung von Straßen und bezirklichen Einrichtungen nach Frauen vorsieht, gab es immer wieder Diskussionen darum, ob Männer nicht wieder stärkere Beachtung finden sollten.

Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Laut einer Mitteilung zur Kenntnisnahme von 2005 gibt es in Tempelhof-Schöneberg 385 Straßen, davon sind 28 Straßen nach Frauen benannt, etwa ein Drittel der Namen bezieht sich auf Figuren aus Wagneropern und aus der Mythologie. Seit dem sind eine Handvoll Frauen auf Schilder gekommen, darunter die Erika Gräfin von Brockdorff in Schöneberg oder Hildegard Knef am Bahnhof Südkreuz.

„Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig.“, stellen die frauenpolitische Sprecherin, Marijke Höppner (SPD), und der frauenpolitische Sprecher, Marius Feldkamp (Bündnis 90/Die Grünen), fest. „Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.“

Dass es den beiden Fraktionen ernst ist, zeigt sich darin, dass sie dem Wunsch nach einem Namenspool schon mehrere Namen beigefügt haben, darunter die antifaschistische Autorin Gerda Szepansky aus Mariendorf und die jüdisch lesbische Malerin Gertrude Sandmann.

Antrag: Warte-TV zur Aufklärung über häusliche Gewalt nutzen

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen im Warte-TV der bezirklichen Einrichtungen ein Spot gezeigt werden kann, der Frauen über häusliche Gewalt und mögliche Anlaufstellen informiert. Eine Kooperation mit einem lokal angesiedelten Anti-Gewalt-Projekt wie Frauenzimmer e.V. soll angestrebt werden.
Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, ob Kosten entstehen und ob diese ggf. durch Sponsoring abgedeckt werden können.

Begründung:
In Tempelhof-Schöneberg gibt es vier Anlaufstellen mit Warte-TV in den Wartezimmern bezirklicher Einrichtungen wie dem Bürgeramt.
Die Reichweite liegt momentan berlinweit mit 45 TV-Geräten in 29 Ämtern bei etwa 360.000 intensiven Besucherkontakten pro Monat. Je nach Größe und Einzugsgebiet rechnet Central Media Spots allgemein mit 70.000 bis 120.000 Besuchern pro Jahr in Bürgeramt für die Standorte Rathaus Schöneberg, Rathaus Tempelhof und Lichtenrade.
Durch die Kombination von Werbung und tagesaktuellen Nachrichten, Bürgerinformationen, Sehenswürdigkeiten im Stadtbezirk, Quizfragen, Tiervermittlung, Kulturinfos u.a. genießt das Wartefernsehen eine sehr hohe Akzeptanz bei den Besucher*innen und ist gleichzeitig ein informativer und angenehmer Bürgerservice. (Informationen von Central Media Spots)

Durch das Warte-Fernsehen, könnten verhältnismäßig viele Menschen niedrigschwellig erreicht werden.

Die Repräsentativstudie von 2004 zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (Schröttle et al.) kommt zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau (25%) körperliche und/oder sexuelle Gewalt in mindestens einem Fall durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt hat. Knapp ein Drittel der befragten Frauen berichtete über eine einzige Gewalterfahrung, ein Drittel über 2-10 Situationen und ebenfalls ein Drittel über häufige und langanhaltende Gewalt. Zwei Drittel der Frauen erlebten mittlere bis schwere Formen der Gewalt mit Verletzungsfolgen und Angst vor ernsthaften und lebensgefährlichen Verletzungen. Bei 40% der gewaltbetroffenen Frauen dauerte die Gewaltbeziehung länger als ein Jahr, bei 17%, mehr als 5 Jahre. Jede siebte Frau berichtete über Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder Nötigung zu sexuellen Handlungen.
Erhöhte Risiken für den Beginn häuslicher Gewalt bestehen in bestimmten Lebens- und Umbruchphasen wie Heirat (38%), Zusammenziehen (34%), Geburt des Kindes (20%) und Schwangerschaft (10%). Misshandlungen sind intensiver und häufiger, wenn Frauen schwanger sind oder kleine Kinder haben, nicht zu vergessen, dass ungewollte Schwangerschaften auch eine Gewaltfolge sein können.
50% der gewaltbetroffenen Frauen hatten bereits als Kind direkt Gewalt erlebt oder waren Zeuginnen von Häuslicher Gewalt. Misshandlung in der Kindheit und Jugendzeit ist somit einer der größten Risikofaktoren, im Erwachsenenleben Partnergewalt zu erleben oder auszuüben und hat langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gesundheitshandeln als Erwachsene.
Studien belegen, dass es auch ein hohes Risiko für die Misshandlung von Kindern bei Gewalt in der Partnerschaft gibt, d.h. eine Gleichzeitigkeit von häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Kinder verbreitet ist. (Quelle: http://www.frauenzimmer-ev.de/index.php?n=n301#weiterlesen)

Das Warte-TV bietet die Möglichkeit viele Frauen zu erreichen, und sie über die Kontaktstellen und Hilfemöglichkeiten bei häuslicher Gewalt zu informieren.

Den Verlauf dieses Antrages finden Sie hier.

Eingebracht in die BVV am 25.04.2012.

Antrag: Frauen im Bezirk sichtbar machen!

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

1) Die BVV ersucht das Bezirksamt einen Namenspool bzw. eine Namensliste mit Frauennamen anzufertigen, die für eine Straßenbenennung in Tempelhof-Schöneberg in Frage kommen. Die Namensvorschläge sind mit einer Begründung zu versehen. Die Liste soll nicht abschließend sein und kontinuierlich ergänzt werden können, auch durch direkte Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern. Die Namensvorschläge sollen vom Amt für Weiterbildung und Kultur gesammelt und einmal jährlich dem zuständigen Ausschuss vorgelegt werden. Die Vorlage ist mindestens einen Monat vor Einbringung in den Ausschuss öffentlich zu machen.

2) Folgende Personen sind bei der Liste zu berücksichtigen:
Pina Bausch
Margarete Berent
Gertrud Hanna
Jenny Hirsch
Clara Immerwahr
Luise Kautsky
Erna Proskauer
Getrude Sandmann
Elisabeth Schumacher
Helene Stöcker
Gerda Szepansky
Franziska Tiburtius

Begründung:

Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig. Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen, verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.

Den Verlauf dieses Antrages finden Sie hier.

Eingebracht in die BVV am 25.04.2012.

Dieser Antrag wird gemeinsam von der SPD Fraktion und Bündnis 90/Die grünen eingebracht.

Kleine Anfrage Bedarf von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade ermitteln

Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 004 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

Zu 1.) Welche Hinweise können Datenerhebung/Statistik und aktuelle Berichte von Polizei, Beratungsstellen für Opfer von häuslicher Gewalt und Notaufnahme bzw. Hausarztpraxen bezüglich häuslicher Gewalt in Marienfelde und/oder Lichtenrade geben?
Zu den aktuellen polizeilichen Daten bezüglich häuslicher Gewalt in Marienfelde und Lichtenrade (Abschnitt 47) antwortet die zuständige Direktion 4 des Polizeipräsidenten in Berlin wie folgt:

„Die polizeiliche Recherche von Delikten, die dem Phänomen Häusliche Gewalt zuzuordnen sind, basiert auf verschiedenen Kennzeichnungsmöglichkeiten betreffender Strafanzeigen im Rahmen der Anzeigenaufnahme oder weiteren Bearbeitung der Vorgänge in der EDV (POLIKS = Polizeiliches Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung). Es handelt sich dabei aber nicht um Zwangseingaben, so dass eine gewisse Unschärfe der Resultate entsprechender Erhebungen berücksichtigt werden muss. Daneben werden nach Einsätzen der Polizei Berlin im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt grundsätzlich sog. Formelle Nachrichten (= Fernschreiben) abgesetzt. Diese FN werden im Stab der Direktion 4 von der Koordinatorin HG/OSB (Häusliche Gewalt/Opferschutzbeauftragte) ausgewertet und bilden eine weitere Erhebungsgrundlage. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass den eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten ein Ermessensspielraum bei der deliktischen Zuordnung eines Sachverhaltes als Häusliche Gewalt zur Verfügung steht. Auf andere Quellen kann die Polizei Berlin nicht zurückgreifen.

Im Anschluss werden zunächst Daten zur Häuslichen Gewalt im Abschnittsbereich 47 nach der Auswertung der Formellen Nachrichten von 2009 bis 2011 durch die Koordinatorin Häusliche Gewalt/Opferschutzbeauftragte der Direktion 4 dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass die Auswertung der Formellen Nachrichten nicht mit dem Datenbestand des POLIKS vergleichbar ist, und hier keine gesonderte Betrachtung der Ortsteile erfolgt, sondern der Abschnitt 47 insgesamt betrachtet wird:

Tabelle 1: Einsatzzahlen im Abschnittsbereich 47

Jahr HG-Einsätze
Abschnitt 47 Wegweisungen
Abschnitt 47 Wegweisungs-
quote Abschnitt 47 HG-Einsätze
Direktion 4
gesamt Anteil der HG-Einsätze
im Abschnitt 47 an den HG-Einsätzen
in der Direktion 4
2009 134 30 22,4% 1028 13%
2010 163 34 20,9% 1024 16%
2011
(einschl. 20.12.) 190 35 18,4% 1146 16,6%
Tabelle 2: Aufschlüsselung der eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Deliktsgruppen

Jahr Körper-
verletzungen Bedrohungen Verstoß
Gewaltschutzgesetz Stalking Tötungs
-delikte Sonstige
2009 89 25 6 8 0 72
2010 64 19 2 4 0 30
2011
(einschl. 20.12.) 99 27 10 15 1 63

Evident ist in der 1. Tabelle, dass im Abschnitt 47 sowohl die Einsätze bei Häuslicher Gewalt als auch die Wegweisungen in den absoluten Zahlen von 2009 bis 2011 einen Anstieg aufweisen; bei den Einsätzen sogar ein deutlicher Anstieg von 134 Einsätzen in 2009 bis zu 190 in 2011. Bei den Wegweisungen ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen von 30 (2009) auf 35 (2011).

Zusammengefasst heißt das, dass im Abschnitt 47 eine Zunahme von Häuslichen Gewalt zu verzeichnen ist.

Auch in der 2. Tabelle, welche die Aufschlüsselung der eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Deliktgruppen darstellt, ist von 2009 bis 2011 ein Anstieg in allen Deliktgruppen festzustellen bis auf die unter „Sonstige“ zusammengefassten Deliktsgruppen.
Im Jahr 2011 ist sogar ein Tötungsdelikt festgestellt worden. Bei den Stalking-Fällen gab es nahezu eine Verdopplung; Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz erhöhen sich um 66%, und bei den Körperverletzungen – die mit Abstand größte Deliktgruppe – wird eine Zunahme von 10 Fällen registriert von 89 (2009) auf 99 Fälle (2011), d.h. zusammengefasst:

In allen schwerwiegenden Deliktsgruppen von Häuslichen Gewalt ist im Abschnitt 47 von 2009-2011 ein Anstieg zu verzeichnen.

Die beiden nachfolgenden Tabellen zeigen Daten aus dem Referat Verbrechensbekämpfung über Straftaten im Rahmen der Häuslichen Gewalt im Abschnittsbereich 47, ausdifferenziert nach den Ortsteilen Lichtenrade und Marienfelde in 2010 und 2011.

Tabelle 3: Straftaten im Rahmen der „Häuslichen Gewalt“ im Bereich A 47 – Gruppiert nach Obergruppen

Anzahl Vorgänge Jahr Abschnitt Ortsteil Jahr Abschnitt
2010 ∑ TSch 2010 2011 ∑ TSch 2011
A 47 A 47
Obergruppe Lichtenrade Marienfelde Lichtenrade Marienfelde
einfacher Diebstahl 2 1 3 3 4 7
Rohheitsdelikte 143 69 212 117 91 208
Sexualdelikte - 1 1 - 1 1
Sonstige Straftaten 30 17 47 21 25 46
Straftaten gegen das Leben 1 - 1 - - -
Vermögensdelikte 1 1 2 3 - 3
Gesamtergebnis 177 89 266 144 121 265

Tabelle 4: Straftaten im Rahmen der „Häuslichen Gewalt“ im Bereich A 47 – Gruppiert nach Obergruppen
Das Datenmaterial wurde seitens der Direktionsleitung für eine kurze Einschätzung bezüglich der derzeitigen Situation von Häuslichen Gewalt in der Region (Abschnitt 47) herangezogen und in folgender Weise zusammengefasst:

„Die Fallzahlen für Einsätze im Abschnittsbereich 47, die dem Phänomen Häusliche Gewalt zugeordnet wurden, sind seit 2009 gestiegen, vgl. Tabelle Dir 4 St 421. Ursachen könnten eine gewachsene Sensibilität eingesetzter Polizeikräfte und damit einhergehend eine höhere Anzeigebereitschaft betroffener Frauen sein. Die Erhebungen des Referates VB indizieren im Vergleich der Jahre 2010 und 2011 zwar erhebliche Fallzahlenschwankungen innerhalb der betrachteten Ortsteile, allerdings bei nahezu identischer Gesamtbelastung.“

Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet die o.g. Frage wie folgt:

„Das Miterleben von häuslicher Gewalt stellt in aller Regel eine Gefahr für das Wohl und die Entwicklung der Kinder dar. Eine Meldung über häusliche Gewalt ist deshalb in den Regionen Lichtenrade und Marienfelde, wie im gesamten Jugendamt T-S eine Kinderschutzmeldung. Das berlineinheitliche Verfahren wird in Anwendung der AV Kinderschutz JugGes Nr.6 verbindlich durchgeführt (1.Stufe: Risikoeinschätzung, 2.Stufe: Einschätzung der Kindeswohlgefährdung). In aller Regel ist ein Vor-Ort-Besuch erforderlich und in beiden Stufen erfolgt die Einschätzung verpflichtend nach dem Vier-Augen-Prinzip. Im Rahmen der Einschätzung der Kindeswohlgefährdung ist ein Hilfe- und Schutzkonzept zu erstellen.

Die Anzahl der Kinderschutzmeldungen insgesamt sind in den letzten Jahren in beiden Regionen stetig gestiegen:

Marienfelde:
Kinderschutzmeldungen insgesamt Anteil häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt %
2009 89 29 32,6
2010 103 28 27,2
2011
(Stand:30.11.11) 122
48 39,3

Lichtenrade:
Kinderschutzmeldungen insgesamt Anteil häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt %
2009 156 31 19,9
2010 201 55 27,4
2011
(Stand:30.11.11) 187
52 27,8

Deutlich wird, dass es für die Region Lichtenrade von 2009 zu 2010 einen deutlichen Anstieg der Kinderschutzmeldungen insgesamt gab und auch der Anteil an häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt deutlich zugenommen hat. Im Jahr 2011 erreichen die Meldungen einen ähnlich hohen Stand wie in 2010.

Für die Region Marienfelde zeigt sich, dass es von 2010 zu 2011 zu einem erheblichen Anstieg der Kinderschutzmeldungen insgesamt kam, insbesondere im Bereich häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt.

In beiden Regionen erfolgte die Meldung überwiegend durch die Polizei in Folge von polizeilichen Einsätzen.“

zu 2.) Welche Informationen gibt es von regional orientierten Einrichtungen über einen erhöhten Bedarf von Vorberatung und Vermittlung von Opfern von häuslicher Gewalt?
Diese Frage wird durch die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste wie folgt beantwortet:

„Aufgrund der Dringlichkeit konnte nur eine Auswahl an Regelträgern in den beiden Regionen befragt werden, darunter das Quartiersbüro W40 und der Träger AHB-Berlin Süd gGmbH mit dem Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße in Lichtenrade und dem Nachbarschaftstreff Marienfelde in der Waldsassenerstraße.

Für die Region Lichtenrade gab es keine Meldung an erhöhtem Bedarf von Vorberatung und Vermittlung von Opfern häuslicher Gewalt von den befragten Trägern.

Für die Region Marienfelde meldete ein Träger im Zusammenhang mit den unter Punkt 3 beschriebenen Vorfällen zusätzlichen Bedarf an Personal an, um in akuten Fällen die Beratungen zeitintensiver gestalten und um die Frauen persönlich zu anderen Einrichtungen oder zur Polizei begleiten zu können.

Gleichzeitig bestätigte der Träger, dass er in den drei beschriebenen Fällen die betroffenen Frauen durch seine Fachkräfte qualifiziert beraten und an entsprechende Institutionen weitervermitteln konnte.

zu 3.) Inwiefern ist dem Bezirksamt bekannt, dass Frauen in bezirklich geförderten Einrichtungen Schutz vor Gewalt gesucht haben?
Hierzu berichtet die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste:

„Für die Region Lichtenrade wurden von den Trägern keine Fälle gemeldet, in denen Frauen in bezirklich geförderten Einrichtungen Schutz vor Gewalt gesucht haben.

Für die Region Marienfelde berichtete der Träger AHB, der in Marienfelde in der Waldsassener Str. 16 einen Nachbarschaftstreff für Kinder und Jugendliche und deren Familien betreibt, aktuell von drei Fällen, in denen Frauen in den Räumen des Nachbarschaftstreffs Schutz suchten. Die Lebenspartner dieser Frauen verschafften sich Zutritt zu der Einrichtung und bedrohten ihre Frauen und die Mitarbeiterinnen des Trägers massiv. Die Vorfälle fanden während der Öffnungszeiten der Einrichtung statt. In einem Fall wurde Anzeige gegen einen Lebenspartner erstattet.“

zu 4.) Wie werden Einrichtungen dabei unterstützt qualifiziert und koordiniert Opfern von häuslicher Gewalt weiterzuhelfen?
Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet diese Frage wie folgt:
„Einrichtungen, die ihre Leistungen im Rahmen der Jugendhilfe gemäß SGB VIII, wie das Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße und der Nachbarschaftstreff Marienfelde in der Waldsassenerstraße erbringen, haben sich im Rahmen eines Leistungsvertrages verpflichtet, qualifizierte Fachkräfte einzusetzen und für die Fachkräfte Fortbildung und Praxisberatung sicherzustellen.

Eine qualifizierte Fachkraft, die im Bereich der Jugendhilfe tätig ist, sollte auf Problembereiche wie häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch, Sucht usw. vorbereitet sein bzw. zunächst vom eigenen Träger Unterstützung erhalten.

Die Einrichtungen bzw. Träger haben darüber hinaus in beiden Regionen, Lichtenrade und Marienfelde, durch die enge Vernetzung der Träger mit dem Jugendamt über die regionale Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII, die regelmäßigen Treffen der Geschäftsführer mit der Regionalleitung, der Teilnahme der Träger an Fallteamsitzungen und nicht zuletzt die Kontaktaufnahme zum regionalen Sozialdienst die Möglichkeit, qualifiziert unterstützt zu werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorortbüro W40 sind mit den Institutionen und Trägern im Gebiet so eng vernetzt, dass sie bei aktuellen Vorkommnissen schnell und qualifiziert an die entsprechenden Stellen weitervermitteln können.“

zu 5.) Inwiefern sieht das Bezirksamt einen Mehrbedarf zur Unterstützung von bezirklichen Einrichtung in der Region Marienfelde bzw. Lichtenrade im Umgang mit Opfern von häuslicher Gewalt?
Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet diese Frage wie folgt:

„Für die Region Lichtenrade kann aus Sicht des Jugendamtes kein Mehrbedarf an Unterstützung von Einrichtungen im Umgang mit Opfern erkannt werden. Für die Region Lichtenrade haben die Träger keinen Mehrbedarf angemeldet.

In der Region Marienfelde sehen wir die unter Punkt 3 beschriebenen Vorfälle im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Kinderschutzmeldungen insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt. Wir stellen einen Mehrbedarf an intensiver Beratung zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt in der Region fest. Für dieses Beratungsangebot für Opfer von häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt müssten entsprechende Räumlichkeiten und eine Finanzierung gefunden werden.

Gemäß des Leistungsvertrags, der zwischen dem Träger AHB und dem Jugendamt geschlossen wurde, hat der Träger den Auftrag Angebote für Kinder aus der Region in seiner Einrichtung vorzuhalten. Die unter Punkt 3 beschriebenen massiven Bedrohungen fanden in Gegenwart der Kinder statt, die sich dort in ihrer Freizeit aufhielten. Der Schutz dieser Kinder wäre nicht mehr zu gewährleisten, wenn in der Einrichtung neben dem normalen Betrieb gleichzeitig ein Beratungsangebot für Opfer von häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt stattfinden würde.“

Weitere Hinweise:

Zu dieser kleinen Anfrage haben sowohl die Abteilung Bildung, Kultur und Sport als auch die Abteilung Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung Fehlanzeige gemeldet, wobei letztere zusätzlich auf die Aktivitäten von S.I.G.N.A.L. Intervention im Gesundheitsbereich gegen Gewalt e.V. im Land Berlin verweist.

S.I.G.N.A.L. gibt selbst Auskünfte zur Kleinen Anfrage allerdings fokussiert auf 4.) und 5.) der Kleinen Anfrage also zu der Frage nach Qualifizierung und Unterstützung – hier bezogen auf medizinisches- und Pflegepersonal und auf die Frage nach „Mehrbedarf“. Hierzu führt S.I.G.N.A.L. aus:

Im Rahmen des S.I.G.N.A.L.-Interventionsprogramms hat das Projekt 2011 drei Fortbildungen für Beschäftigte des St. Joseph Krankenhauses durchgeführt, „an denen 50-60 Personen (Pflegekräfte, Hebammen, Sozialdienst, Psychologinnen) teilnahmen. Seit 2010 ist die Thematik „Intervention bei häuslicher Gewalt“ in die Pflegeausbildung der Pflegeschule am St. Joseph Krankenhauses integriert.
Weitere Kontakte bestehen zum Wenckebach-Krankenhaus. Im März 2011 fand eine Projektpräsentation für alle pflegerischen und ärztlichen Leitungen der Rettungsstellen
der Vivantes Kliniken durch die Koordinierungsstelle statt.“

Bezogen auf den Bedarf liegen S.I.G.N.A.L. keine Daten aus Krankenhäusern und Arztpraxen in Tempelhof-Schöneberg vor. Seitens des Trägers wird davon ausgegangen, „dass die hohe Prävalenz von häuslicher und sexualisierter Gewalt (Schröttle et al. 2004) ebenfalls für den Bezirk Tempelhof/Schöneberg zutrifft.“ S.I.G.N.A.L. geht davon aus, dass diese wissenschaftlich untersetzte Annahme auch auf die Region Lichtenrade und Marienfelde übertragen werden kann.

Angelika Schöttler

NPD aus Marienfelde vertrieben!

150 Menschen kamen zur – durch Gunter Hädke (SPD Marienfelde, Lichtenrade) und Rainer Jehle (Grüne) angemeldeten Kundgebung vor der Notaufnahmestelle für Flüchtlinge. Anlass war ein durch die NPD verlegter Aufmarsch, der für die Ausweisung von „kriminellen Ausländern“ werben sollte. Gunter Hädke (SPD), Rainer Jehle (Grüne), Harald Gindra (Linke), Frank Röder (Piraten) sowie die staatssekretärin Barbara Loth (SPD) und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) sprachen auf der Kundgebung. Schöttler fand während der Kundgebung klare Worte: „Der Bezirk Tempelhof Schöneberg steht für Weltoffenheit und Akzeptanz. Aufmärsche wie der von der NPD heute geplante, sind nicht erwünscht.“

Im Anschluss fand der von der Polizei hoch geschützte Aufzug der NPD statt. Viele Marienfelder und Marienfelderinnen standen am Straßenrand und begleiteten den Demonstrationszug mit kritischen Sprechchören. Die menschenverachtenden Megafonansagen der NPD hatten kaum eine Chance. Menschen riefen aus den Fenstern, dass die NPD unerwünscht sei, einige hatten Transparente gemalt und warben von Hausdach zu Hausdach für Akzeptanz und ein menschliches Miteinander. Kleinere Sitzblockaden hielten den Demonstrationszug kurzfristig auf. Weitere 60 Menschen, versammelten sich nach dem Aufruf einer Nachbarschaftsinitiative vor dem Dorothee-Söller-Haus in der Waldsassener Straße 9. Dort kam der Neo-Nazi-Aufmarsch ins Stocken. Fast eine Stunde versuchten Sie ihr rassistisches Gedankengut zu verbreiten, während Gegendemonstranten sie unterbrachen. Schließlich gab der Demonstrations- und NPD-Kader die Ansage zum Abzug. Die NPD zog vorzeitig ab aus Marienfelde, die angekündigte Wegstrecke konnten sie nicht mehr bis zum Ende laufen. Gegen 22 Uhr konnten auch die Gegendemonstranten nach Hause gehen.

Für den kurzfristigen organisierten Protest gilt der Dank den zivilgesellschaftlichen Gruppen und spontan entstandenen Initiativen, die sich wie wir ein Marienfelde ohne braunes Gedankengut wünschen.

Frauenpolitischer Bericht der Aktivitäten der SPD Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg

An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekte der Mädchen- und Frauenprojekte und -vereine in Tempelhof-Schöneberg:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit der Konstituierung der Bezirksverordnetenversammlung und der Wahl des Bezirksamtes ist etwas Zeit verstrichen und so möchte ich die letzten Züge des Frauenmonats März nutzen, um Ihnen einen Überblick über die frauenpolitischen Schwerpunkte der SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg zu geben.

Tempelhof-Schöneberg nimmt im Vergleich der Bezirke eine besondere Rolle ein. Während andere Bezirke ausschließlich Männer zu Bürgermeistern gewählt haben, hat Tempelhof-Schöneberg mit Angelika Schöttler (SPD) eine kompetente und engagierte Frau zur Bürgermeisterin gemacht. Im Bezirksamt bilden Frauen die Mehrheit. Das Präsidium wird ausschließlich von Frauen geleitet. Diese Besonderheit gegenüber den anderen Bezirken soll sich natürlich auch in der Politik wiederfinden. Seit Januar konnten wir mehrere Anträge stellen:

- Die Beteiligung der Bürgermeisterin und der Stadträtinnen und Stadträte am Girl’s Day 2012 wurde zu unserer ersten frauenpolitischen Forderung. Mit einer Mehrheit aus SPD, Grünen, Piraten und Der Linken wurde der Antrag beschlossen.

- Auch Erinnerungskultur wird ein Standbein unserer frauenpolitischen Arbeit sein. Mädchen und junge Frauen brauchen starke Vorbilder. Das Leben und Schicksal Mathilde Hofers, einer bewundernswert starken Frau, gestorben in Ausschwitz, soll anlässlich des internationalen Gedenktages an den Holocaust in einer Ausstellung gewürdigt werden.

- Ende vergangenen Jahres führten die Vereinten Nationen den Weltmädchentag ein. Am 11. Oktober 2012 soll nun auch in Tempelhof-Schöneberg das erste Mal auf die enachteiligungen und das Ungleichgewicht von Mädchen und jungen Frauen hingewiesen werden.

- Lisa Albrecht war Turnlehrerin des Arbeiter_innensports,Frauenrechtlerin und Pazifistin. Als engagierte Sportlerin und Widerständlerin gegen das Naziregime, soll sie Vorbild für viele Sportler und Sportlerinnen im Bezirk werden. Wir beführworten daher die Benennung der Sporthalle am Baußnernweg nach Lisa Albrecht. Der Antrag befindet sich in der Ausschussberatung.

Ein frauenpolitischer Schwerpunkt soll auch weiterhin auf der Förderung von Frauen im Sport liegen. Unser politisches Anliegen haben wir mit einem Besuch des Schöneberger Fraueneishockeyteams, den OSC Eisladys, gestützt. Frauensport wird immer noch medial und finanziell vernachlässigt. Dies wollen wir ändern!

Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns wichtig. Viele Menschen, besonders junge Frauen und Mädchen identifizieren sich mit ihr. Sogenannte Ehrenmorde sind eine spezifische usprägung von Gewalt gegen Frauen, die wir bekämpfen müssen. Wir möchten allerdings vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums warnen. Dort werden Frauen immer dann zu Opfern gemacht, wenn die Tat einem bestimmten Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Häusliche Gewalt findet unabhängig von Ethnie, Bildungsniveau und sozialem Status statt. Alle Formen von Gewalt sind gleich schwerwiegend.

Eingesetzt haben wir uns auch für den Erhalt der Seniorinnenfreizeitstätte Huzur. Frauen, vorwiegend mit türkischem Migrationshintergrund, treffen und organisieren sich dort. Huzur ist ein einmaliges Angebot für Seniorinnen nicht deutscher Herkunftssprache im Bezirk.

Eine weitere kleine Anfrage diente der Ermittlung des Bedarfs von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade. Erschreckend sind die Zahlen des Polizeiabschnitts, der einen Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verzeichnet. Wir werden die Ergebnisse auswerten und politisch Handeln. Die kleine Anfrage finden Sie zeitnah hier.

Frauenpolitik bedeutet auch sich zu vernetzen – auch überparteilich. Daher haben sich Frauen der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen entschieden gemeinsam frauenpolitische Projekte zu verfolgen.

Seit Januar gestalten wir bezirkliche Frauenpolitik und konnten einiges anstoßen. Bezirkliche Frauenpolitik ist jedoch mehr als das, was wir in der Bezirksverordnetenversammlung besprechen. Sie lebt von Ihrem Engagement in den Projekten und Vereinen. Daher möchte ich Sie herzlich einladen Ihre Anliegen mit mir zu teilen.

Mit freundlichen Grüßen

Marijke Höppner

Eisladies werden Zweite im DEB Pokalendspiel

„5 Teams, 2 Tage, 10 Spiele“ war das Motto des DEB-Pokalturniers der Frauen im Jahr 2012.

Am 18. März 2012 besuchten die Bezirksverordneten Oliver Fey, Marijke Höppner und Jan Rauchfuß sowie interessierte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokratinnen das Pokalfinale im Damen-Eishockey. Im Berliner Wellblechpalast spielten fünf Gäste Teams EC Bergkamener Bären, der SC Garmisch-Partenkirchen, der ECDC Memmingen sowie der ESC Planegg. In zwei Spieltagen fielen 47 Tore, es gab 55 Vorlagen und es wurden 200 Strafminuten vergeben.

Schließlich gewann der ESC Planegg den Pokal und holte gleichzeitig das Double. Die Eisladies des Schönebergers OSC konnten daheim den zweiten Platz erreichen. Platz 1 in der Scorer-Wertung mit acht Punkten belegten Franziska Busch (OSC Eisladies – 5 Tore/3 Vorlagen). Nationalspieler Anja Scheytt wurde zur besten Stürmerin des Turniers gewählt.

Wir möchten uns herzlich beim OSC für die Einladung zum DEB Pokalfinanle der Damen bedanken. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht!

OSC Eisladies

Presseerklärung: Frauen in den Sport/Besuch des DEB-Dameneishockeypokals

Die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg nimmt den internationalen Frauentag 2012 zum Anlass um auf die besondere Rolle von Frauen im Sport hinzuweisen.

Frauen und Männer treiben gleichermaßen gern Sport. Dennoch unterscheiden sich ihre Präferenzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sport findet vorrangig getrennt nach Geschlechtern statt. Diese Geschlechtertrennung vollzieht sich grundsätzlich in allen Sportformen in der Wahl der Sportarten. So werden die meisten Sportarten immer noch in ‚typisch männliche‘ wie Fußball und ‚typisch weibliche‘ wie Turnen und Gymnastik unterteilt. Auch in den Medien finden besonders die sogenannten Männersportarten stärkere Beachtung in der Berichterstattung. Dies schafft indirekte Zugangsbarrieren besonders für Frauen. „Wir wollen, dass Frauen genauso Beachtung in der öffentlichen Sportförderung finden wie Männer: eine gleichberechtigte Nutzungsverteilung von Sporthallen und –platzangeboten, eine gerechte Ressourcenverteilung zugunsten des Frauensports und eine Rücksichtnahme auf die Belange von Eltern, die Familie, Beruf und Sport unter einen Hut bringen müssen,“ fordert die frauenpolitische Sprecherin der SPD Fraktion, Marijke Höppner.

Oliver Fey (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses ergänzt: „Wir wollen nicht nur darüber sprechen wie wichtig Frauensport ist, sondern dies auch zeigen.“ Um Frauensport stärker in den Vordergrund zu stellen, laden wir Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns die Finalrunde des DEB-Pokals, hoffentlich unter Beteiligung des Schöneberger Dameneishockeyteams, der OSC Eisladies, zu schauen. Zu Gast sind die Teams EC Bergkamener Bären, der SC Garmisch-Partenkirchen, der ECDC Memmingen sowie der ESC Planegg.

Das gesamte Turnier findet am 17./18. März, jeweils von 8 bis 18 Uhr im Wellblechpalast, statt. Wir werden die beiden Final-Spiele am Sonntag, ab 14 Uhr besuchen. Anstoß ist jeweils um 14 und 16 Uhr.
Wir treffen uns am Sonntag, den 18. März um 13:30 Uhr vor dem Sportforum Hohenschönhausen, Weißenseer Weg 51 – 55, 13053 Berlin. Sie sind herzlich illkommen!!!! Der Eintritt ist frei!

Anmeldungen an: Marijke Höppner, info@marijke-hoeppner.de oder Oliver Fey, Oliver.Fey@spd-friedenau.de

„Wir sind alle anders“ – Frauenmonat März in Tempelhof-Schöneberg

Zwischen dem 2. und dem 31. März findet erneut das spannende und bunte Programm des Frauenmärz Tempelhof-Schöneberg statt. Diesmal mit dem Motto „Wir sind alle anders“.
Der Frauenmärz wird jährlich anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März durchgeführt. Die initiale Forderung des Weltfrauentages, die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft, ist auch heute weiterhin aktuell.

Weitere Informationen zum Programm des Frauenmärzes 2012 und zum
Eröffnungsfest mit Prof. Dr. Gesine Schwan und der Sängerin Maren Kroymann finden Sie hier.

Besonders erwähnenswert ist die Diskussionen um Equal Pay am 15. März sowie zum Schönheitswahn und -pperationen unter dem Titel „Wa(h)re Schönheit“ am 21. März (mit dabei die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert).

Die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg unterstützt den Frauenmärz. Das vielfältige Programm ist Ausdruck der vielfältigen Fähigkeiten der Frauen in der Gesellschaft.

Antrag: Benennung der Sporthalle Baußnernweg nach Lisa Albrecht

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt die Sporthalle Baußnernweg nach der Turnlehrerin für Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter Lisa Albrecht (1896-1970) zu benennen.

Begründung:

Lisa Albrecht besuchte in Berlin die Hochschule für Leibesübungen und wurde Sportlehrerin. Als ausgebildete Sportlehrerin unterrichtete sie vor allem Fabrikarbeiterinnen. Zudem lehrte Albrecht an der „Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt“. Sie engagierte sich für Frauenrechte und für den Frieden. „1933, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, musste sie ihren Beruf und ihre politische Arbeit aufgeben, wurde mehrmals durch die Gestapo verhaftet, misshandelt und gedemütigt und für etliche Monate ins Moabiter Frauengefängnis geschleppt.“ Albrecht wurde Mitglied des ersten Deutschen Bundestages.

Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 14.02.2012

Antrag: Weltmädchentag

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt den von der UN deklarierten Weltmädchentag am 11. Oktober 2012 erstmals zu begehen, um auf die gesellschaftliche Ungleichheit von Mädchen in der Gesellschaft ist hinzuweisen. Ein geeignetes Format (beispielsweise Veranstaltung, Fachdiskussion, pressewirksame Aktivität, etc.) soll gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg gefunden werden.

Begründung:

Im Dezember 2011 entschieden die Vereinten Nationen, den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“, dem Welt-Mädchentag, zu ernennen. „Denn ein Welt-Mädchentag macht auf die Herausforderungen und Probleme, mit denen Mädchen in aller Welt konfrontiert sind, aufmerksam [und] führt dazu, dass Mädchen sichtbarer werden,“ so Plan Deutschland, Initiatoren des Weltmädchentages. Quelle: http://www.plan-deutschland.de/news/article/welt-maedchentag-wird-endlich-wirklichkeit/
Da der Weltmädchentag 2012 in den Herbstferien liegt, soll das Bezirksamt gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen ein geeignetes Format finden, um den Welt-Mädchentag zu begehen und auf die besonderen Herausforderungen und Probleme von Mädchen und jungen Frauen hinzuweisen.

Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 15.02.2012

Einladung: Schöneberger Damen Eishockey

Am 19. Februar um 16:30 Uhr besuchen Mitglieder und Freunde der SPD Tempelhof- Schöneberg ein Spiel der OSC Eisladiesdes, dem Schöneberger Fraueneishockeyteam.

Frauensport erlangt selten den Ruhm typischer Männersportarten. Und auch die mediale und finanzielle Unterstützung fällt für Frauen- Teams häufig geringer aus.

Das wollen wir ändern. Daher möchten wir noch vor dem Weltfrauentag ein hervorragendes Fraueneishockeyteam, die OSC Eisladies, unterstützen.

Die Eishockeydamen des OSC spielen in der 1. Bundesliga und waren seit 1991 fünf Mal Deutsche Meisterinnen.

Wir treffen uns am 19. Februar um 16:00 Uhr vor dem Wellblechpalast – Eissporthalle im Sportforum, Weißenseerweg 51- 55, 13053 Berlin. Je nach Anmeldestand und Interesse würden wir gern Fahrgemeinschaften dorthin bilden.

Deshalb bitten wir bis zum 12. Februar um Anmeldung bei Oliver Fey (ollifey(at)gmx.de) oder Marijke Hoeppner (info(at)marijke- hoeppner.de)

DER EINTRITT IST FREI, FREIWILLIGE SPENDEN WERDEN AN DER KASSE ABER NICHT ABGELEHNT!!!!

Oliver Fey, Vorsitzender des Sportausschusses in der BVV Tempelhof- Schöneberg

Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik in der BVV Tempelhof- Schöneberg

OSC Eisladies

Presseerklärung: Eine mutige Frau – Gedenken an Hatun Sürücü

Der 7. Februar setzt den Rahmen für das Gedenken an Hatun Sürücü, deren 7. Todestag sich heute jährte. Dabei gilt das Gedenken der Frau und Mutter Hatun Sürücü, die mutig für ein selbstbestimmtes Leben eingetreten ist, aber auch den vielen Frauen, die Opfer von Gewalt im Namen der Ehre geworden sind. Am Gedenkstein Hatun Sürücüs in der Oberlandstraße/Oberlandgärten 1 sammelten sich Vertreterinnen und Vertreter des Bezirksamtes, politischer Parteien und Vereine. In eindrucksvollen Reden stellten die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und die Staatssekretärin Barbara Loth (SPD) heraus, dass jede Schattierung von Gewalt gegen Frauen zu verurteilen sei und ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle Frauen möglich gemacht werden muss.

„Hatun Sürücü ist in der öffentlichen Disskussion zu einem Symbol für viele Menschen, besonders Mädchen und Frauen geworden, die sich mit Ihrem Mut identifizieren können. Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns in der SPD sehr wichtig“, so die Frauen- und Integrationspolitische Sprecherin Marijke Höppner. „Warnen möchten wir jedoch vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums. Dort spielt Gewalt an Frauen immer dann eine besonders große Rolle, wenn die Tat einem spezifischen Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Wir möchten eine Stigmatisierung von Gewalt an Frauen nicht Vorschub leisten. Gewalt an Frauen findet in allen Kulturkreisen statt, unabhängig von sozialem Status oder Bildungsniveau. Natürlich ist die angeblich religiös-legitimierte Gewalt eine spezifische Ausprägung, die besonders beachtet und politisch bekämpft werden muss“, schließt Höppner ab.

Gedenken Hatun Sürücü

Antrag: Mathilde Hofer – Schicksal einer bewundernswert starken Frau

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob die Ausstellung „Am Ende stand Auschwitz: Das Schicksal der Mathilde Hofer“ anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in Tempelhof-Schöneberg im Januar 2013 in Kooperation mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ gezeigt werden kann.

Begründung:

„Mathilde Hofer, aus wohlhabender jüdischer Familie stammend, war seit 1903 mit dem expressionistischen Maler Karl Hofer verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hatte. Ihre eigene Laufbahn als Sängerin gab sie zugunsten der Kinder und der künstlerischen Karriere ihres Mannes auf. Die Ehe wurde 1938 geschieden.

In der Zeit danach lebte Mathilde Hofer – nicht mehr geschützt durch eine privilegierte Mischehe – in Wiesbaden in der Kapellenstraße. Am 1. 09. 1942 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Wiesbadener Polizeigefängnis gebracht. Von dort wurde

sie am 28. Oktober 1942 zunächst nach Ravensbrück, dann nach Auschwitz deportiert und dort am 21. 11. 1942 ermordet.“ Mathilde Hofers Nachlass beinhaltet „einzigartige Bild- und Textdokumente aus dem Nachlass Mathilde Hofers. Sie geben Einblick in das Leben und tragische Schicksal einer bewundernswerten, starken Frau.“ (Quelle: http://www.am-spiegelgasse.de/wp-content/downloads/Flyer-Hofer.pdf)

Mathilde Hofer lebte zeitweise in der Grunewaldstraße 44 in Schöneberg.

Einer der über 900 Gedenksteine, die die Schülerinnen und Schüler der Löcknitz-Grundschule zu einer Gedenkmauer an die jüdischen Nachbarn errichtet haben, trägt den Namen von Mathilde Hofer.

Den Verlauf des Antrages können Sie hier verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012

Antrag: Teilnahme am Girl’s Day 2012

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt sich am diesjährigen Girl’s Day am 26. April 2012 und an den kommenden Girl’s Days zu beteiligen. Außerdem ist auf den Subpages der Dezernate auf die Girl’s Day-Plätze bei dem/der entsprechenden Dezernentin/Dezernent hinzuweisen.

Begründung:

Der Girls‘Day bietet den Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn ein Mal im Jahr die Möglichkeit, die Arbeitswelt kennen zu lernen und einen Einblick in die unterschiedlichsten Berufe zu gewinnen. Der Girls‘Day verfolgt das Ziel, das Berufswahlspektrum von Mädchen über Kontakte zwischen Schülerinnen und der Arbeitswelt deutlich zu erweitern. Mädchen sollen ermutigt werden, die Vielfalt ihrer Begabungen zu nutzen und sich auch für Berufe in neuen zukunftsträchtigen Branchen zu interessieren. Quelle: http://www.berlin.de/sen/frauen/oeff-raum/girlsday/index.html

Der Verlauf des Antrages lässt sich hier verfolgen.

In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012

Kleine Anfrage: Bezirkliches Angebot zur Seniorinnenarbeit für Frauen mit Migrationshintergrund sichern

Kleine Anfrage gem. § 39 der Geschäftsordnung der BVV, lfd. Nr.: 0005/XIX
der Bezirksverordneten Marijke Höppner (SPD)

Sehr geehrte Frau Dittmeyer,

die o.g. Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass der Bereich der Seniorenbetreuung bis zu den Wahlen am 23.11.2011 zur Abt. Schule, Bildung, Kultur gehörte und gerade erst in die Zu-ständigkeit des Sozialamt zurückgeführt wurde. Von dem Problem, dass der Träger ES-PERANTO – Aufsuchende Hilfen e.V. den Kooperationsvertrag gekündigt hat, hat die Abt. GesSoz erst vor Kurzem erfahren. Eine Einbindung der Abt. Soz wäre in Anbetracht der Tatsache, dass sich mit Beginn der neuen Wahlperiode die Zuständigkeit der Seniorenbe-treuung ändern wird, wünschenswert gewesen, ist jedoch leider nicht erfolgt.

Inwiefern ist dem Bezirksamt bekannt, dass der Kooperationsvertrag zwischen dem Träger Esperanto e.V. und dem Bezirksamt für die Senioreneinrichtung Huzur zum Ende des Jahres 2011 gekündigt wurde?
Die Kündigung des Kooperationsvertrages seitens ESPERANTO – Aufsuchende Hilfen e.V. erfolgte fristgemäß am 20.09.2011 zum 31.12.2011 durch persönliche Übergabe des Kündigungsschreibens durch die Geschäftsführer des Trägers.

Wenn ja: Welche Gründe sind dem Bezirksamt dafür genannt worden?
In einem Gespräch mit dem in der letzten Wahlperiode zuständigen Dezernenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abt. SchulBildKultDez erläuterten die Geschäftsführer von ESPERANTO – Aufsuchende Hilfen e.V., dass durch den Verein die Finanzierung des Projektes über den 31.12.2011 hinaus nicht mehr gewährleistet werden kann. Die bisherige Quersubventionierung aus dem Bereich der Eingliederungshilfe aus anderen Bezirken ist nicht mehr möglich. Mehrere Versuche in der Vergangenheit, zur Finanzierung der Stellen Fremdmittel einzuwerben, misslangen.
Der Träger betonte, dass ihm das Projekt sehr wichtig ist und er es bedauerlich findet, dass der Kooperationsvertrag gekündigt werden muss. Gerne wird er in Zukunft „Huzur“ weiterhin unterstützen. In welchen Weise dieses geschehen kann, ist noch zu klären.

Wie will der Bezirk das spezielle Angebot für Frauen im Seniorenalter mit migrantischen Hintergrund im Bezirk zu erhalten?

Der Nachbarschaftstreffpunkt Huzur soll als interkultureller Treffpunkt mit den bestehenden Angeboten und Gruppen erhalten bleiben. Das Problem ist jedoch, dass es seitens der Kommune keine finanzierte Stellen im Nachbarschaftstreffpunkt Huzur gibt. Seit der Schließung der Städtischen Pflegeeinrichtungen sind zusätzlich zu den beiden Mitarbeite-rinnen von ESPERANTO drei ehemalige Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund aus den Einrichtungen im Nachbarschaftstreffpunkt Huzur eingesetzt. Sie haben sich sehr gut eingearbeitet, sind engagiert und werden von den Besucherinnen und Besuchern voll ak-zeptiert. Sie bleiben bis auf Weiteres auch im Huzur eingesetzt, so dass es nicht zu einer Schließung der Einrichtung ab 1.1.2012 kommen wird, wenn sich ESPERANTO zurückge-zogen hat. Darüber hinaus unterstützen sieben Ehrenamtliche die Altenpflegerinnen vor Ort. Da sich die eingesetzten Kolleginnen aus den Städtischen Pflegeeinrichtungen in Polnisch, Englisch, Französisch und Spanisch, nicht jedoch in Türkisch und Russisch verständigen können, müssen weitere Sozialberatungen in der Muttersprache der Besucherinnen organisiert werden. Einige der ehrenamtlich Tätigen haben sowohl Türkisch- als auch Deutschkenntnisse und sind in der Lage, bei Sprachschwierigkeiten zu vermitteln.
Einige Angebote im Huzur werden ehrenamtlich betreut, andere werden durch das Quar-tiersmanagement finanziert. Mit den Gruppenleiterinnen der finanzierten Angebote ist ver-einbart, dass diese nach Ende des Förderzeitraums die Angebote gegen geringe Auf-wandsentschädigung vorerst weiterführen werden.
Die bestehenden Alphabetisierungskurse werden von anderen Stellen finanziell unterstützt und sollen ebenfalls weiterhin angeboten werden.
Für Frauen im Seniorenalter mit Migrationshintergrund wird es also weiterhin die Möglichkeit geben, sich zu treffen, auszutauschen und an speziellen Gruppen und Angeboten teil-zunehmen.
Zur Sicherung des Standortes ist der langfristige Einsatz von zwei der Mitarbeiterinnen mit insgesamt 1,5 Stellen – dem gleichen Stellenanteil, der bisher von ESPERANTO finanziert wurde – gewünscht. Das ist auf Dauer jedoch nur möglich, wenn es gelingt, entsprechend finanzierte Stellen einzurichten. Ob und auf welche Weise dies möglich sein wird, muss dringend geklärt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Sibyll K l o t z

Erster Ausschuss für queere Lebensweise in Tempelhof-Schöneberg

Am 8. Dezember konstituiert sich voraussichtlich der Ausschuss für Frauen und queere Lebensweisen in Tempelhof-Schöneberg. Die Erweiterung um den Bereich queere Lebensweisen erfolgte auf Wunsch der bezirklichen SPD Fraktion. Damit ist Tempelhof-Schöneberg der erste Berliner Bezirk der Politik für queere Menschen in einem Ausschuss institutionalisiert ansiedelt.
Queer ist ein englischsprachiger Begriff, der auch Einzug in die deutsche Sprache gefunden hat. Zunächst umschreibt queer Dinge, Handlungen und Personen, die von der Norm abweichen. Das Adjektiv wird heute vor allem dafür verwand Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, transexuell, transgender oder intersexuell (kurz: LGBTTI) sind, zusammenfassend zu benennen. Queere Theorien stellen mittlerweile einen wissenschaftlichen Forschungsbereich dar.
„Dass die Belange queerer Menschen in einem Ausschuss festgeschrieben sind, ist eine Anerkennung der gesellschaftlichen Realität“, so der Sprecher für queere Lebensweisen Hermann Zeller. „Natürlich ersetzt der Ausschuss nicht die Verantwortung der einzelnen Politikbereiche aktiv zu werden, aber es ist die Chance das Augenmerk auf die Belange von vielen Menschen zu setzen, deren Interessen vorher nicht unbedingt mitgedacht wurden.“

„Gemeinsam für einen sauberen Kiez“ – OLGA räumt mit 29 Prostituierten den Kurfürstenkiez auf

Am Don­ners­tag, den 17. No­vem­ber rief der Frau­en­treff Olga zu einem neu­ar­ti­gen Pro­jekt auf: Ge­mein­sam mit 29 Pro­sti­tu­ier­ten der Kur­fürs­ten­stra­ße wurde der Kiez ge­putzt. Ziel war es ein Zei­chen zu set­zen, dass auch die Pro­sti­tu­ier­ten Wert auf einen sau­be­ren Kiez legen. Micha­e­la Klose, Lei­te­rin des Frau­en­treff Olga er­klärt dazu: „Häu­fig wird auf Ver­an­stal­tun­gen rund um den Kur­fürs­ten­stra­ßen­kiez ein Thema von den An­woh­nern und An­woh­ne­rin­nen an­ge­spro­chen.“ Ge­meint ist der Müll, der teil­wei­se mit der Stra­ßen­pro­sti­tu­ti­on auf­tritt. Dies sei laut Klose auch ein Thema, wel­ches die Pro­sti­tu­ier­ten sel­ber oft stört! „Auf An­re­gung der Sex­ar­bei­te­rin­nen wur­den schon klei­ne Müll­tü­ten­work­shops beim Street­work ab­ge­hal­ten, was immer wie­der zu mehr Sau­ber­keit im Kiez führ­te.“
Die „Müll­tü­ten­work­shops“ boten die Grund­la­ge für ein neues Ak­ti­ons­pro­jekt, das ge­mein­sam mit en­ga­gier­ten Eh­ren­amt­le­rin­nen durch­ge­führt wurde. Street­wor­ke­rin­nen und Sprach­mitt­le­rin­nen ko­ope­rier­ten, um ge­mein­sam den Müll ein­zu­sam­meln. Die vor­ge­se­hen „freund­li­che Be­ste­chung“ mit einem Stück Ku­chen war in den meis­ten Fäl­len gar nicht nötig, be­rich­te­te Frau Klose. Die Ar­beit un­ter­bra­chen die Sex­ar­bei­te­rin­nen. Die Aus­ga­be­stel­le für Müll­tu­ten, In­fo­ma­te­ri­al, Kaf­fee und Ku­chen wurde zum An­zie­hungs­punkt für in­ter­es­sier­te An­woh­ner und An­woh­ne­rin­nen, die gern ins Ge­spräch mit den Mit­ar­bei­te­rin­nen von Olga und den Pro­sti­tu­ier­ten kom­men woll­ten. „Eine rund­um ge­lun­ge­ne Ak­ti­on, die vor allem die Men­schen zu­sam­men­brach­te und einen blank ge­putz­ten Kiez hin­ter­ließ!“, sagte Micha­e­la Klose ab­schlie­ßend.

Olga_Putzaktion

Mehr zu Olga, fin­den sie hier: http://​www.​drogennotdienst.​de/​content/​wirbieten/​wb_​angebotefrauen.​html

Dreamvision – Kunst als Aufbau neuer beruflicher Perspektiven

Am 07. November 2011 wurde die Ausstellung „DREAMVISION, 11 Dreams, Dreams…“ unter der Schirmherrschaft von Frau Angelika Schöttler,
Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement, um 16 Uhr im Foyer des Rathauses Schöneberg eröffnet zu dürfen!

Präsentiert werden Bilder und andere Arbeitsergebnisse von drei Kunstprojekten entstanden in den Jahren 2009 – 2011 im Frauentreff Olga, eine
Einrichtung des Notdienst Berlin e.V., der sich als Suchthilfeträger um drogenabhängige Menschen und ihre Angehörigen in Berlin kümmert. Ob Café, Rechtsberatung, medizinische Versorgung oder Kleiderspenden, in jedem Fall ist das „Olga“ in der Kurfürstenstrasse ein Rückzugsort , an
dem seit 2009 von Anita Staud (Künstlerin) ein zusätzliches Angebot realisiert wurde.

In der Presseerklärung beschreibt die Künstlerin: „Das Kunstprojekt „Dreamvision“ bedeutet, Prostituierte und drogenkranke Frauen mit Hilfe künstlerischer Methoden zum Aufbau neuer beruflicher Perspektiven zu motivieren und Hilfestellung zu geben zur Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit mit Thema und Ziel: Ausstiegsorientierung.
So konnten im Verlauf der letzten drei Jahre eigene Ressourcen entdeckt, neue Ideen entwickelt, technische Fertigkeiten geübt werden: Es entstand ein Katalog mit Bild und Text im Jahre 2010 über die Förderung durch Stärken vor Ort, 2011 eine (Kunst)-Zeitschrift während des Projektzeitraums von LSK und die Zeichnungen und Malereien, die jetzt im Rathaus Schöneberg ausgestellt werden.
Zu einem Schwerpunktthema entwickelte sich die Mandala-Malerei, die von den Teilnehmerinnen begeistert aufgenommen wurde. Das Wort Mandala kommt sprachlich aus dem Alt-indischen, dem Sanskrit und bedeutet „Kreis“. Die Form eines kreisförmigen oder auch quadratischen Gebildes mit dem Zentrum in der Mitte kam im religiösen Kontext vieler Kulturen vor, wurde bei Ritualen verwendet oder
diente der Meditation. In jüngerer Zeit entdeckte C.G. Jung eine positiv – ausgleichende Wirkung auf den Menschen und führte das Malen von Mandalas in die Psychotherapie ein.“

Die Ausstellung läuft vom 8. November bis 4. Dezember 2011 und ist von Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. (John-F.-Kennedy-Platz 1, 10820 Berlin).

Vor­bild­lich und lei­den­schaft­lich für die För­de­rung von Ge­nos­sen­schafts­grün­dun­gen für Frau­en

Unter dem Motto „Ge­nos­sen­schaf­ten – ein tra­di­ti­ons­rei­ches Wirt­schafts­mo­dell mit in­no­va­ti­ver Kraft“ wur­den drei Ge­nos­sen­schaf­ten mit dem dies­jäh­ri­gen In­no­va­ti­ons­preis der SPD aus­ge­zeich­net.
Eine der Preis­trä­ge­rin­nen: die Wei­ber­Wirt­schaft – Stand­ort für Che­fin­nen! „Große Freu­de in der Wei­ber­Wirt­schaft! Wir sind eine von drei Preis­trä­ge­rin­nen des In­no­va­ti­ons­prei­ses der SPD.“, lässt sich auf http://​www.​weiberwirtschaft.​de/​ lesen.
Die Ge­nos­sen­schaft Weiber.​Wirtschaft ist das größ­te Grün­de­rin­nen­zen­trum Eu­ro­pas, an­ge­sie­delt in Ber­lin-​Mit­te. Mit dem Ziel In­itia­tiv­kraft, wirt­schaft­li­che Po­ten­zia­le und die Un­ter­neh­mens-​Lust von Frau­en zu bün­deln, gibt die Ge­nos­sen­schaft Frau­en Raum – im krea­ti­ven Sinne, denn es geht um den Aus­tausch von Ideen und im wört­li­chen Sinne, denn die An­kla­mer­stra­ße 38-40 ist auch ein Ge­wer­be­stand­ort und Ta­gungs­zen­trum. 1600 Ge­nos­sen­schaf­te­rin­nen haben sich dem Pro­jekt schon an­ge­schlos­sen. Seit 1996 ist die Tem­pel­hof-​Schö­ne­ber­ger So­zi­al­de­mo­kra­tin Mar­grit Zau­ner Mit­glied des Auf­sichts­ra­tes.

Weiberwirtschaft

Zu den Preis­trä­gern zäh­len neben der Wei­ber­Wirt­schaft die in­no­va eG und die Netz­kauf EWS eG.
Mehr unter In­for­ma­tio­nen fin­den Sie unter http://​www.​spd.​de/​aktuelles/​Pressemitteilungen/​18688/​20111101_​innovationspreis.​html

Presseerklärung: Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben – ohne Gewalt

Die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg ruft zur Teilnahme an der Fahnen-Hiss-Aktion anlässlich des internationalen Aktionstages „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November um 12 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg auf.
Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und die Frauenbeauftragte Tempelhof-Schönebergs, Ursula Hasecke, möchten durch das Hissen der Fahne die öffentliche Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Frauen richten.
„Opfer von häuslicher Gewalt werden einem sich stetig wiederholenden Kreislauf der Gewalt ausgesetzt. Ihnen widerfährt physische, psychische und sexuelle Gewalt meist mehrfach, bevor sie sich eigenständig bemühen können aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen. Daher ist die Früherkennung von häuslicher Gewalt zum Schutz der Opfer besonders wichtig“, so die Sprecherin der SPD-Fraktion für Frauenpolitik, Marijke Höppner
Die SPD sieht daher die Ärztinnen und Ärzte der Notaufnahmen und Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle von verletzten Frauen in der Verantwortung in enge Kooperation mit den Beratungseinrichtungen zu treten, um Frauen aus dem Teufelskreis Gewalt zu helfen.

Die Fahnen-Hiss-Aktion findet am Freitag, den 25.11.2011, um 12:00 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz statt.

Ohne Macht gibt es keine Veränderung

„Ohne Macht gibt es keine Ver­än­de­rung“ stell­te die Au­to­rin fest. In „Auf Au­gen­hö­he oder wie Frau­en be­gan­nen die Welt zu ver­än­dern“ geht es um Heli Ih­le­feld, ihren Wer­de­gang und die Gren­zen an die sie schließ­lich mit der Frau­en-​ und Gleich­stel­lungs­po­li­tik als Frau­en­be­auf­trag­te der Te­le­kom stößt.

Im Schö­ne­ber­ger Cafe An­tik­flair lausch­ten die an­we­sen­den Frau­en den ge­le­se­nen Wor­ten der Au­to­rin. Ih­le­feld be­rich­te­te von ihrer all­täg­li­chen Ar­beit, ihren Vi­sio­nen und Ideen, wie sie sich Ge­set­zes­grund­la­gen zu eigen mach­te und an den stol­zen Män­nern schei­ter­te, die den Mit­ar­bei­te­rin­nen lie­ber Heim und Herd zu­ge­stan­den, als Be­triebs­kin­der­gär­ten. Und sie be­rich­te­te von den Män­nern, die in Ihren lo­ka­len Be­rei­chen das haus­in­ter­ne Gleich­stel­lungs­pro­gramm in der Hand nah­men und aus­ge­zeich­net wur­den. Dabei kamen uns An­we­sen­den die ge­le­se­nen Ge­schich­ten von Er­folg und Frust, Über­zeu­gungs­ar­beit und die Suche nach Bünd­nis­part­nern, sehr ak­tu­ell vor.
Ge­nau­so ak­tu­ell, war Heli Ih­le­felds Ap­pell an uns Frau­en, so­li­da­risch mit­ein­an­der um­zu­ge­hen, denn nur ge­mein­sam kön­nen wir etwas er­rei­chen, daran glaubt sie fest.

Heli Lesung
Wenn die Macht gleich ver­teilt sei, dann kön­nen Frau­en und Män­ner auch auf Au­gen­hö­he mit­ein­an­der reden, so sagte An­ge­li­ka Schött­ler, Kan­di­da­tin für das Amt der Bür­ger­meis­te­rin in Tem­pel­hof-​Schö­ne­berg. An­we­send waren auch die Kan­di­da­tinn­nen für das Ab­ge­ord­ne­ten­haus An­drea Küh­ne­mann und Ma­nue­la Har­ling, sowie die Be­zirks­ver­ord­ne­te Ma­ri­jke Höpp­ner

Heli Ih­le­feld las am 30.​8.​11 für die ASF Tem­pel­hof-​Schö­ne­berg „Auf Au­gen­hö­he oder wie Frau­en be­gan­nen die Welt zu ver­än­dern“ im Cafe An­tik­flair, Grun­de­wald­stra­ße 10.

Fachübergreifende Gesundheitsvorsorge in Friedenau

Am 16. August 2011 informierten sich Mechthild Rawert, MdB, Dilek Kolat, MdA, und Marijke Höppner, BVV Tempelhof- Schöneberg, über die gesundheitliche Versorgungssituation in Friedenau durch das Polikum in der Rubensstraße.

Der Leiter der Gesamtdirektion, Herr Dr. Kewenig und Herr Dr. Hoffmann, Leiter des Polikums, berichteten über die Vorteile der fachübergreifenden Gesundheitsversorgung im Polikum, bei der die Ärzte aller Fachrichtungen miteinander kooperieren. Hinzu kommen die flexiblen Öffnungszeiten, die gerade berufstätigen Patienten sehr zu Gute kommen. Von den flexiblen Öffnungszeiten profitieren auch viele Mitarbeiter und deren Familien, vor allem die die in Teilzeit arbeiten oder die nach einer Pause wieder in den Beruf einsteigen möchten, was
von der Geschäftsleitung sehr begrüßt wird. Ein geplanter Betriebskindergarten wird die Arbeitssituation im Polikum für berufstätige Eltern weiter verbessern.
Polikum

Mit der ASF am Winterfeldplatz!

Ge­mein­sam mit Un­ter­stüt­ze­rin­nen der Ar­beits­ge­mein­schaft so­zi­al­de­mo­kra­ti­scher Frau­en (ASF), den Wahl­kreis­kan­di­da­tin­nen für das Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­ten­haus, Dr. An­net­te Fug­mann-​Hee­sing (Schö­ne­berg Nord) und Ma­nue­la Har­ling (Ma­ri­en­dorf Süd/Ma­ri­en­fel­de Nord) und der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mecht­hild Ra­wert be­such­te die Be­zirks­bür­ger­meis­ter­kan­di­da­tin An­ge­li­ka Schött­ler die gut ge­füll­ten Knei­pen am Win­ter­feld­platz. Die Kan­di­da­tin­nen stell­ten sich den Frau­en vor und be­ant­wor­te­ten drin­gen­de An­lie­gen. Über­reicht wur­den auf der Tour blaue Tüten mit In­for­ma­tio­nen und Klei­nig­kei­ten. Für Hei­ter­keit sorg­te der Kom­men­tar eines männ­li­chen Gas­tes, der laut be­merk­te: „Jetzt schickt die SPD schon die Frau­en los!“
Kneipentour winterfeld

Offener Brief an Bezirksstadtrat Krömer (CDU) zur Sitzung des Ausschusses für Facility Management am 18.11.10

Sehr geehrter Herr Bezirksstadtrat Krömer,

in der Sitzung des Ausschusses für Facility Management am 18. November 2011 wurde über die MzK 0998/XVIII – Bunte Vielfalt statt braune Einfalt gesprochen und diskutiert inwiefern die Auslegung des Rechtsamtes nach einer Allgemeinen Anordnung der Berliner Verwaltung nachvollziehbar sei. In diesem Zusammenhang sprachen Sie von einer „Vergewaltigung der Rechtsordnung“. Auf einen Hinweis meinerseits, dass dies ein unsensibler und unpassender Umgang mit dem Begriff Vergewaltigung und damit den Opfern sei, stritten Sie zunächst ab, eine entsprechende Formulierung benutzt zu haben, um dann auf den ‚intellektuellen‘ Wert des Wortes ‚Vergewaltigung‘ hinzuweisen.

Ich fordere Sie auf, von dieser Formulierung Abstand zu nehmen und sich bei den Mitgliedern des Ausschusses zu entschuldigen. Dies möchte ich folgendermaßen begründen:

„Vergewaltigung“ ist ein Straftatbestand nach dem Strafgesetzbuch (StGB):
§177 Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
(1) Wer eine andere Person
1. mit Gewalt
2. durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist,
nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

Das Strafgesetzbuch beschreibt die Grundlage eines Eingriffs eines Täters in die sexuelle Integrität einer Person. Es handelt sich dabei vor allem um einen Prozess bei dem der Täter Macht über das Opfer demonstriert, um es zu unterwerfen und zu demütigen.

Die deutsche Polizeistatistik erfasste 2009 7314 Fälle von sexueller Nötigung und Vergewaltigung, belegt durch Anzeigen. Die Dunkelziffer wird auf ein Vielfaches – zwischen 2- und 100-mal höher – geschätzt. Hinzukommt, dass die Täter nicht wie häufig angenommen, vornehmlich ‚Fremde‘ sind. Meist stammen sie aus dem sozialen Umfeld, sind Freunde, Bekannte, (Ehe-)Partner, Eltern, Geschwister oder Kollegen. Die Übergriffe findet meist dort statt, wo die Opfer sich sicher fühlen sollten wie dem eigenen zu Hause oder dem Arbeitsplatz. Viele Opfer trauen sich aus Scham oder Angst um die Konsequenzen nicht, die Täter anzuzeigen, leiden aber unter den Folgen der Tat.

Sie begründeten die Einverleibung des Wortes „Vergewaltigung“ in den regulären Sprachgebrauch, in dem Sie dem Wort ‚Vergewaltigung‘ einen ‚intellektuellen‘ Wert zumaßen. Durch die Aufnahme des Wortes ‚Vergewaltigung‘ in die Rede wird der Umgang mit dem Tatbestand bagatellisiert und es werden die Schmerzen der Opfer aberkannt. Die individuellen Machtstrukturen der Einzeltat werden so zur Ausübung struktureller Macht.

Die konkrete Entwertung der Tat Vergewaltigung lag vor, als Sie eine alternativen Auslegung der Allgemeinen Anordnung (ALLA Werbung) der Berliner Verwaltung bzw. eines potenziellen Rechtsverfahren benutzten und damit eine Gleichsetzung mit der Intensität des Schmerzes der Opfer einer Vergewaltigung vornahmen.

Aus vergangenen Debatten ist mir bekannt, dass Sie durchaus Wert auf eine sensible Nutzung von ‚vorbelasteten’ Begriffen legen. Auch das Wort ‚Vergewaltigung’ ist ein Begriff mit einer spezifischen Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Auslegung der ALLA Werbung durch das Bezirksamt (Rechtsamt) und den KritikerInnen der MzK 0998/XVIII – Bunte Vielfalt statt braune Einfalt wäre es mit Sicherheit angemessen gewesen von einer ‚Rechtsbeugung‘ zu sprechen, um eine niveauvolle Diskussion zu führen. Dabei handelt es sich um einen feststehenden Rechtsbegriff. Die Verwendung des ebenfalls feststehenden Rechtsbegriffs Vergewaltigung ist eine Verhöhnung der Opfer, die oftmals jahrenlang unter den psychischen und physischen Folgen der Tat leiden.

Ich möchte diesen Brief dazu nutzen zu verdeutlichen, dass sich die Frage, ob es eine Diskussion, ein Thema oder einen Vergleichsfall geben kann, der rechtfertigt, dass eine individuelle Erfahrung einer Vergewaltigung auf einen anderen Sachverhalt anwenden lässt, nicht stellt. Dem gegenüber steht IMMER die Anerkennung des Einzelschicksals des Opfers.

Mit freundlichen Grüßen

Marijke Höppner

Angebotsverbesserung für Opfer von häuslicher Gewalt im Gesundheitswesen

Mündliche ANFRAGE der Bezirksverordneten Marijke Höppner(SPD) zur nächsten Bezirksverordnetenversammlung am 17. November 2010 über Angebotsverbesserung für Opfer von häuslicher Gewalt:

1. Ist dem Bezirksamt bekannt, dass Opfer von häuslicher Gewalt einem sich stetig wiederholenden Kreislauf der Gewalt ausgesetzt sind und physische, psychische und sexuelle Gewalt mehrfach widerfahren, bevor sie sich eigenständig bemühen (können) aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen und daher die Früherkennung von häuslicher Gewalt zum Schutz der Opfer besonders wichtig ist?
2. Inwiefern besteht eine Vernetzung und Kooperation von den bezirklichen Krankenhäusern mit regionalen Anti-Gewalt-Projekten und welche Rolle nimmt dabei das Bezirksamt ein?
3. In welcher Form sieht das Bezirksamt die Möglichkeit, niedergelassen Vertragsärzte und Fachärzte über bestehende Angebote für Opfer von häuslicher Gewalt zu informieren?

Eingebracht im November 2010

Antrag: Ehrung einer leidenschaftlichen Zeitgenossin – Hilde Radusch

Die BVV ersucht das Bezirksamt, den Verein „Miss Marples Schwestern„ bei der Installation einer Gedenktafel für Hilde Radusch in Tempelhof- Schöneberg in der Eisenacherstr. 14/15 in Schöneberg (ihrer letzten Wohnadresse) zu unterstützen. Der Verein „Miss Marples Schwestern„, der das Leben von Hilde Radusch erforscht hat, sammelt seit längerer Zeit Geld für eine Gedenktafel.

Begründung:
Hilde Radusch wurde am 6.11.1903 in Altdamm geboren und starb am 2.8.1994 in Berlin (St. Matthäus- Kirchhof, Schöneberg, Urnengrabstätte).
Sie war Stadtverordnete, ging in den Widerstand und wurde Opfer von Verfolgung in der NS- Zeit. Besonders engagiert war sie in der ersten und der neuen Frauenbewegung.

Als Hilde Radusch 1929 Berliner Stadtverordnete für die KPD wurde, wurde sie von ihrem Arbeitgeber, der Post, entlassen. Bereits 1922 war sie in die Kommunistische Jugend Deutschlands eingetreten. Mitte der zwanziger Jahre gehörte sie zu den führenden Frauen des Berliner „Roten Frauen- und Mädchenbundes“. Sie schrieb Artikel für die „Frauenwacht“ und trat als Rednerin auf. 1932 stellte die KPD sie nicht mehr für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung auf. Als emanzipierte, frauenliebende Frau war Hilde Radusch zu sehr angeeckt.
Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde Hilde Radusch im April 1933 in sogenannte Schutzhaft genommen. Im Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße setzte sie zusammen mit anderen politischen Mithäftlingen eine Verbesserung der Haftbedingungen durch. Nach fünf Monaten wurde sie entlassen. In den folgenden Jahren musste sie häufig ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn ihre Haft bekannt wurde oder Gefahr für ihre illegale Widerstandstätigkeit bestand.
Hilde Radusch half bei der Lebensmittelbeschaffung für eine Anlaufstelle für NS- Verfolgte. Im Sommer 1944 musste Hilde Radusch selbst vor der „Aktion Gewitter“, bei der zahlreiche Abgeordnete aus der Weimarer Republik verhaftet und ermordet wurden, untertauchen. Bis zur Befreiung im Mai 1945 lebte sie mit ihrer Freundin in einer Laube bei Königswusterhausen versteckt. Hilde Radusch nahm mehr als sechzig Pfund ab, zog sich ein Rheumaleiden zu und musste deshalb Mitte der fünfziger Jahre Frührente beantragen.
1945 war Hilde Radusch wieder in die KPD eingetreten. Wegen zahlreicher Auseinandersetzungen trennte sie sich im Januar 1946 endgültig von der Partei. Kurz darauf verlor sie ihr Amt als Leiterin des Schöneberger Büros der „Opfer des Faschismus“, das ihr im Mai 1945 übertragen worden war. In einem Brief war sie beim Bezirksamt als „lesbisch“ denunziert worden.
Seit den siebziger Jahren engagierte sich Hilde Radusch in der „Neuen Frauenbewegung“. Sie war Mitbegründerin von L74, einer Berliner Gruppe älterer Lesben, und 1978 des „Frauenforschungs- , – bildungs- und informationszentrum“ (FFBIZ). Hilde Radusch schrieb ihr ganzes Leben lang auch Gedichte.

Eingebracht: Dezember 2008

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 0900/XVIII gibt es hier.

Antrag: Gedenktafel für Luise Kautsky

Das Bezirksamt Tempelhof- Schöneberg wird ersucht zu prüfen, inwieweit die Möglichkeit besteht, das Leben und Wirken von Luise Kautsky (1864 Wien – 1944 KZ Ausschwitz – Birkenau) an ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Friedenauer Saarstraße 14 zu würdigen. Dazu soll in Absprache mit den Hauseigentümern eine geeignete Erinnerungsform, bzw. eine Gedenktafel entwickelt werden.

Begründung:
Das Haus Saarstraße 14 war Heimat von Luise und Karl Kautsky von 1900 bis 1902. An dem Haus befindet sich seit 1980 eine Gedenktafel für Karl Kautsky. Luise Kautsky war als Ehefrau von Karl Kautsky seine politische Weggefährtin und unentbehrliche Stütze. Sie hat durch eigenständige Übersetzungen sozialistischer Werke aus dem Englischen und Französischen deren Inhalte deutschen Leserinnen und Lesern zugänglich gemacht und damit zur internationalen Verständigung der europäischen Arbeiterbewegung beigetragen. Luise Kautsky ist die erste Biografin von Rosa Luxemburg. Mit 80 Jahren wurde Luise Kautsky deportiert und in Auschwitz- Birkenau ermordet. Das unter Denkmalschutz stehende Haus Saarstraße 14 ist vom Bundesverband Die Falken gekauft worden und soll nach Restaurierung zur Bundesgeschäftsstelle der Falken ausgebaut werden. Mittelpunkt soll eine
Bildungs- und Begegnungsstätte mit Bibliothek und eine öffentlich zugängliche Ausstellung werden, deren Aktivitäten von der Friedrich- Ebert- Stiftung unterstützt werden. Das Haus soll den Namen „Luise und Karl Kautsky Haus“ tragen.

Eingebracht: September 2010

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1571/XVIII gibt es hier.

Geschlechtergerechte Planung des Tempelhofer Feldes

Auf Einladung von Ulrike Neumann, Sprecherin für Frauenpolitik, diskutierten die Arbeitsgemeinschaften der Frauen (AsF) der Kreise Tempelhof- Schöneberg, Friedrichshain- Kreuzberg und Neukölln über eine geschlechtergerechten Gestaltung des Tempelhofer Feldes.

Dr. Stephanie Bock, Frauenbeirat für Stadtentwicklung, und Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin, beschrieben zunächst, was Gender Mainstreaming in der Stadtplanung bedeutet, um dann die bisherigen Planungsschritte für das Tempelhofer Feld darzustellen. In der Diskussion stellte sich heraus, dass bisher Gender Mainstreaming kein Kriterium in der Ausschreibung der Projekte war. Auch ist in der Jury zur ersten Projektauswahl für die Gestaltung des Tempelhofer Feldes keineR ExpertIn für den Bereich Gender Mainstreaming vertreten.

Positiv zu bewerten sind die umfassenden, geschlechter differenzierten Partizipationsprozesse per Internet und durch Dialoggespräch. Um das Tempelhofer Feld so gestalten zu können, dass sowohl Frauen und Männer den Stadtraum annehmen können, ist nun durch die Steuerung und Gestaltungsbüros eine Nutzer- und Nutzerinnenanalyse einzufordern.

Juli 2010

Besuch beim Frauentreff Olga

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen besuchte unter Begleitung von Mitgliedern der BVV und des Abgeordnetenhauses den Frauentreff Olga e.V. – Konktaktladen für Drogenabhängige Frauen und Prostituierte. Der Frauentreff Olga ist eine Anlaufstelle für vorwiegend osteuropäischen Prostituierte im Kurfürstenstraßenkiez. Immer wieder kam es im zu Störungen der Anwohnerinnen und Anwohner, durch eine eher aggressive Prostitutionsanbahnung, die sonst nur in Sperrgebieten üblich ist.
Auf Initiative der ASF Tempelhof- Schöneberg engagierten sich sowohl die SPD- Fraktion im Bezirk als auch die SPD- Mitglieder des Abgeordnetenhauses Dilek Kolat und Annette Fugmann- Heesing, um eine Regelfinanzierung für Sprachmittlerinnen zu erreichen. Die Sprachmittlerinnen helfen, die Konflikte zu lösen. Bei dem Treffen wurde uns berichtet, dass durch eine kontinuierliche Sozialarbeit u.a. durch die Sprachmittlerinnen das Konfliktpotenzial in dem Kiez gesenkt werden konnte. Gleichzeitig konnte durch die bestehende Sozialarbeit den Prostituierten mit Nahrung, medizinischer Vorsorge und
Beratungsangeboten geholfen werden.

Eingebracht: Juli 2010

Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=4123&menu=1

Antrag: Gedenken an Hatun Sürücü

Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob es möglich ist anlässlich des Todestages von Hatun Sürücü oder anlässlich des jährlich Internationalen Gedenktages gegen Gewalt an Frauen eine Veranstaltung durchzuführen. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen freie Träger, bezirkliche Einrichtungen und handelnde Akteure im Bezirk über die bezirklichen und berlinweiten Angebote für Frauen zum Schutz vor häuslicher Gewalt informieren und grundlegende Informationen zum Thema weiter geben.

Eingebracht Juni 2010

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1496/XVIII gibt es hier.

Antrag: Pilotprojekt für Gender Mainstreaming in der Spiel- und Freiflächengestaltung

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt gemeinsam mit der Spielplatzkommission ein Pilotprojekt für Gender Mainstreaming in der Spiel- und Freiflächengestaltung anhand der Umgestaltung eines Spielplatzes durchzuführen.
Hierfür soll ein geeigneter Standort ausgewählt werden. Das Projekt soll begleitet, aufbereitet und evaluiert werden, so dass es als Vorbild für die zukünftige Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Spiel- und Freiflächengestaltung in Tempelhof- Schöneberg dienen kann.

Begründung:
In der Gestaltung von Freiflächen stellt Gender Mainstreaming die Anforderung, dass die Aneignung des Freiraums für Frauen und Männer gleichermaßen sichergestellt und die Attraktivität einer tatsächlichen Nutzung für Spiel, Entspannung und Erholung für beide Geschlechter gleichermaßen gefördert wird (Bundesamt für Raumordnung 2002, S. 13).
Spielplätze werden durch Mädchen und Jungen unterschiedlich genutzt. Die Raumwahrnehmung beider Geschlechter unterscheidet sich dabei noch stark.
Traditionell werden Frauen/Mädchen räumlich gesehen eher der private, häusliche Bereich zugewiesen, während Jungen eher andere Räume für sich erschließen. Die Gestaltung kann durch eine entsprechende Gestaltung Rollenbilder entweder fördern bzw. Schutzbereiche schaffen oder diese aufbrechen.
Eine Gender bezogene Planung muss auf die komplexen und differenzierten Bedürfnislagen von Mädchen und Jungen reagieren.
Es ist wichtig Schutzzonen und Förderung für bestimmte Mädchen zu schaffen, damit sich diese überhaupt den Freiraum aneignen können. Zudem bedürfen Jungen einer Unterstützung um rollenuntypische Aneignungsformen des Freiraums für sich erschließen.

Eingebracht: April 2009

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1028/XVIII gibt es hier.

Sperrbezirke sind Verdrängung – keine Lösung!

Die SPD Fraktion in der BVV Tempelhof- Schöneberg lehnt das von der CDU geforderte Sperrgebiet und Sperrzeiten ab und fordert eine kontinuierliche Sozialarbeit, um das Konfliktpotenzial im Kurfürstenstraßen- Kiez zu senken.

„Die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner sind uns sehr wichtig. Wir möchten, dass sich die Menschen vor Ort sicher fühlen und ihren Alltag ohne Hemmungen und Ängste gestalten können“, erklärt Karin Dehn, Bezirksverordnete der SPD Fraktion und Sprecherin für Frauenpolitik.

Unmut bei den Anwohnerinnen und Anwohnern löst vor allem das auffällige Auftreten der Prostituierten aus: Die angebotene Dienstleistung wird häufig in unmittelbarer Nähe vollzogen, genauso wie der damit einhergehende Drogenkonsum, die regulären Tagesabläufe der AnwohnerInnen werden gestört und es besteht Sorge um die Gesundheit und Sicherheit der Kinder.

Marijke Höppner, Bezirksverordnete der SPD Fraktion und integrationspolitische Sprecherin: „Ein Sperrgebiet oder eine Sperrzeit mit einem Prostitutionsverbot führt nur zu einer Verlagerung der Prostitution in ein anderes Gebiet. Dabei ist es viel wichtiger eine Möglichkeit zu finden, die entsprechenden Probleme zu beheben. Viele Prostituierte wissen erstmal nicht, dass die durch sie ausgeübte Werbung um Freier in einem Wohngebiet wie dem Kurfürstenkiez unüblich ist und stört. Da muss man ansetzen.“

Tatsächlich gebe es unter den vorwiegend osteuropäischen Prostituierten im Kurfürstenkiez eine hohe Fluktuation, die darin begründet sei, dass die betroffenen Frauen nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage nach einer bestimmten Zeit einen Ortswechsel in eine andere europäische Metropole durchführen.

„Es hat sich gezeigt, dass durch eine kontinuierliche Sozialarbeit das Konfliktpotential in dem Kiez gesenkt werden konnte. “, so Höppner weiter. Gleichzeitig habe durch die bestehende Sozialarbeit den Prostituierten mit Nahrung, medizinischer Vorsorge und Beratungsangeboten geholfen werden können.

Um die Sozialarbeit zu sichern, hatte sich die SPD Fraktion durch einen Antrag für die Aufstockung der Mittel für den Kiez rund um die Kurfürstenstraße eingesetzt.

Höppner abschließend: „Der Senat hat auf unsere Initiative 36.000,- EURO bewilligt, die für die Sozialarbeiterinnen zu Aufklärung der Prostituierten gedacht sind und damit die Konfliktsituation entspannen sollen. Wir sind in der Kurfürstenstraße auf dem richtigen Weg.“

April 2010

Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=3865&menu=1
Medienecho: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0430/berlin/0245/index.html

Antrag: Fortbildung zu Gender Mainstreaming in der Bezirksverwaltung

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt Fortbildungen mit externen Trainer/innen für die Durchführung von Gender Mainstreaming bezogen auf die konkreten Arbeitsaufgaben der einzelnen Fachbereiche anzubieten, um Kenntnisse in dem Bereich zu sammeln und/oder gesammelte Erfahrungen auf dem spezifischen Fachgebiet zu vertiefen.

Begründung:
„Die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern wird effektiv gefördert, wenn sich die Arbeit der gesamten [Verwaltung] durchgängig am Leitprinzip der Gleichstellung von Frauen und Männern orientiert. Diese Strategie, für die sich in Europa der Begriff „Gender Mainstreaming“ etabliert hat, basiert auf der Erkenntnis, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt und Männer und Frauen in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen Entscheidungen betroffen sein können. Das Leitprinzip Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet die handelnden Akteure, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Männern zu analysieren und ihre Entscheidungen so zu gestalten, dass sie zur Förderung einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter beitragen. Ein solches Vorgehen erhöht nicht nur die Zielgenauigkeit und Qualität von politischen Maßnahmen, sondern auch die Akzeptanz der Ergebnisse bei Bürgerinnen und Bürgern.“ (Quelle: http://www.gender- mainstreaming.net/, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
Die Europäische Union, die Bundesregierung und der Senat setzen in vielen Bereichen Genderkompetenzen voraus, die zur qualifizierten und professionellen Umsetzung und Begleitung von Projekten unerlässlich geworden sind.

Eingebracht: April 2009

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1044/XVIII gibt es hier.

Kein Laufhaus für die Kurfürstenstraße

Die SPD- Fraktion begrüßt das Urteil des Verwaltungsgericht Berlins, wonach ein geplantes Laufhaus (Bordell) an der Ecke Potsdamer – /Kurfürstenstraße gegen das bauplanungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme verstößt.

Bei einem „Laufhaus“ handelt es sich um eine Art von Bordell. Prostituierte mieten darin tage- oder stundenweise ein Zimmer an, vor dessen Tür sie sich den vorbeilaufenden Freiern anbieten. Es kam zur Klage, als das Bezirksamt eine Baugenehmigung für ein Laufhaus mit ca. 48 Zimmern für die Etagen zwei bis sechs über dem Erotik- Kaufhaus und – Kino LSD versagte.

„Im Kiez rund um die Kurfürstenstraße hat sich über viele Jahrzehnte ein Straßen- strich etabliert, der leider mittlerweile sogar internationalen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Ein Laufhaus hätte nicht zu einer Entspannung der Situation vor Ort geführt, sondern die Vielfalt der angebotenen Leistung gestärkt. Dies lehnen wir ab. Der Kiez hätte sich zu einem Rotlicht- Milieu gewandelt,“ beschreibt Marijke Höppner, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Integration und Quartiersentwicklung, die Situation.

Eine Konzentration von unterschiedlichen Einrichtungen des Sex- Gewerbes zieht häufig strukturelle Kriminalität an. Zu befürchten wäre als Folge, der Wegzug von Anwohnerinnen und Anwohnern. Dazu Höppner: „Uns ist es wichtig, dass die Men- schen vor Ort in einem sicheren Umfeld leben. Die Prostitution und dessen Rander- scheinungen dürfen das Leben der Menschen nicht einschränken. Darüber hinaus stellt ein Anstieg von Kriminalität auch immer ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für die im prostitutiven Gewerbe Arbeitenden dar.“

Die Schaffung und der Erhalt einer sozial stabilen Bevölkerungsstruktur ist für uns bedeutsam. Um die Konfliktsituation vor Ort zu entspannen und um die Prostituierten aufzuklären, hat sich die bezirkliche SPD- Fraktion besonders für eine regelfinanzierte Sozialarbeit eingesetzt. Darüber hinaus appellieren wir an die Kunden, verantwortlich und diskret mit der nachgefragten Dienstleistung umzugehen.

Juni 2010

Quelle: http://www.spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=4069&menu=1

Seriös geführte Wohnungsbordelle im Bezirk nicht schließen

Große ANFRAGE April 2009 zur Schließung der Wohnungsbordelle in Tempelhof-Schöneberg:
1. Wie begründet das Bezirksamt die Erteilung der Nutzungsuntersagung und Duldungsuntersagung gegenüber den Betreibern von Wohnungsbordellen und deren Vermietern ohne die Bezirksverordnetenversammlung vorab zu informieren?
2. Inwiefern sieht das Bezirksamt seine eigene Handlung im Einklang mit dem BVV- Beschluss Drucksache 0190/XVIII?
3. Inwiefern entspricht das Vorgehen des Bezirksamts gegen den Vermieter im hiesigen Fall dem generellen Vorgehen des Bezirksamts in baurechtlich ähnlich gelagerten Fällen?
4. Welche Schritte hat das Bezirksamt eingeleitet, um eine Berlin- einheitliche Regelung für den Umgang mit bordellartigen Betrieben in Wohnungen in Wohn- und Mischgebieten zu finden?

Eingebracht: April 2009

Antrag: Sozialarbeit in der Kurfürstenstraße sichern

Die Bezirksverordnetenversammlung empfiehlt dem Bezirksamt sich bei den entsprechenden Stellen für eine finanzielle Absicherung der bedarfsgerechte Betreuung und Regelversorgung bezüglich der Sozialarbeit im Zusammenhang mit der Prostitution rund um den Kurfürstenstraßen- Kiez einzusetzen mit dem Ziel eine Regelfinanzierung herbeizuführen.

Begründung:
In den vergangenen zwei Jahren hat die Prostitution rund um den Kurfürstenstraßen- Kiez stark zugenommen. Im Rahmen der EU- Osterweiterung stieg die Anzahl Prostituierter vor allem aus südosteuropäischen Ländern (u.a. Bulgarien, Rumänien und Ungarn) stark an. Ihre Kenntnisse der deutschen Sprache sind gering, was eine Kommunikation fast ausschließlich durch SprachmittlerInnen möglich macht.

Es gibt eine hohe Fluktuation unter den Prostituierten, die dadurch begründet wird, dass die betroffenen Frauen dann einen Ortswechsel in eine andere europäische Metropole durchführen, wenn die Nachfrage nach Ihren Diensten vor Ort sinkt. Häufig haben die Prostituierten schon Erfahrung in anderen europäischen Städten und den dort übliche Formen der Werbung um Freier (aggressive Prostitutionsanbahnung) gesammelt.
Dieses auffällige Auftreten verursacht begründeten Unmut bei den AnwohnerInnen: Die angebotene Dienstleistung wird häufig in unmittelbarer Nähe vollzogen, genauso wie der damit einhergehende Drogenkonsum. Die regulären Tagesabläufe der AnwohnerInnen werden gestört und es besteht Sorge um die Gesundheit und Sicherheit der Kinder.

Es hat sich gezeigt, dass durch eine kontinuierliche Sozialarbeit das Konfliktpotential in dem Kiez gesenkt werden konnte. Den Prostituierten wurde mit Hilfe von SprachmittlerInnen verdeutlicht, dass die Ausgangslage des Wohngebietes Kurfürstenstraßen- Kiez sich von der Situation des Straßenstrichs anderer europäischer Städte unterscheidet und ein geregeltes Leben für die AnwohnerInnen sichergestellt werden muss. Gleichzeitig konnte durch die bestehende Sozialarbeit den Prostituierten mit Nahrung, medizinischer Vorsorge und Beratungsangeboten geholfen werden.

Obwohl eine stetige Sozialarbeit den Zustand vor Ort verbessern konnte, gibt es bisher noch keine Regelfinanzierung. Stattdessen wird die notwendige Arbeit durch Anschubfinanzierungen wie den Quartiersfonds Schöneberg Nord und Magdeburger Platz, sowohl Einmal- Förderungen wie von Aktion Mensch und sogar Sondermitteln der BVV Tempelhof- Schöneberg rudimentär ermöglicht. Eine Regelfinanzierung ist für eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität für die AnwohnerInnen und Prostituierten jedoch von hoher Bedeutung.

Auch stammen die Freier nicht nur aus den umliegenden Wohngebieten, sondern kommen aus ganz Berlin. Die Prostituierten des Straßenstrichs werden zudem von Touristen und Geschäftsreisenden aufgesucht. Darüber hinaus handelt es sich mit dem Kiez Kurfürstenstraße um einen sozialen Brennpunkt. Durch die Senatsverwaltung wurden sowohl das betroffene Gebiet Magdeburger Platz, als auch das Gebiet Schöneberger Norden, als besonders förderungswürdig ausgewiesen. Es besteht also nicht nur ein bezirkliches, sondern ein ganz Berliner Interesse, eine soziale Stärkung dieser beiden Quartiere zu herbeizuführen.

Eingebracht: April 2009

Mehr Infos zum Verlauf der Drs 1036/XVIII gibt es hier.

Antrag: Seniorenfreizeitstätte Huzur erhalten

Die BVV ersucht das Bezirksamt die Weiterführung des Seniorenprojektes Huzur sicherzustellen.

Begründung:
Huzur ist eine Seniorenfreizeitstätte im Schöneberger Norden, die mit ihrem Angebot besonders Frauen ab 50 Jahren, die aus der Türkei stammen, erreicht.
Gerade Frauen, die allein und auf sich selbst angewiesen sind, werden bei ihren wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Problemen beraten und unterstützt. Darüber hinaus sollen Frauen in den Räumen von Huzur die Möglichkeit haben, eigene Treffen zu organisieren, um sich gegenseitig zu helfen.
Das Projekt bietet spezifisch Frauen nichtdeutscher Herkunftssprache Rückzugsmöglichkeiten, um sich unter Frauen frei über frauenspezifische Probleme und das Älterwerden auszutauschen. Der Austausch türkischstämmiger Frauen untereinander ist aufgrund ähnlicher Lebenserfahrungen besonders wertvoll.

Eingebracht: Januar 2008

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