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2. Brandbrief der Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden: Moratorium Wiedervorlage

Sehr geehrte Mitglieder des Abgeordnetenhauses Berlin,

vor genau einem Jahr richteten wir in einem Brandbrief die Bitte an Sie, für die Ausgaben der Kinder- und Jugendarbeit ein Moratorium zu beschließen. Wir skizzierten Ihnen darin ebenfalls, welche Folgen ein weiteres Wegschauen hat.

Doch passiert ist seither: nichts!

Zwar sind sowohl die Jugendamtsleiter und Jugendstadträte unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit als auch die Mehrheit der Bürgermeister dem Anliegen unseres Brandbriefes gefolgt, zwar wurden in den jeweiligen Gremien Beschlüsse gefasst, um einem Moratorium zu entsprechen, zwar hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaften ebenfalls mit uns, den bezirklichen Jugenausschussvorsitzenden Gespräche geführt und bekräftigt, dass auch sie gegen einen weitere Abbau der Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit sind, zwar haben die jugend- und hauspolitischen Abgeordneten, mit denen wir sprachen, Unterstützung signalisiert – dennoch wurden die zur Umsetzung notwendigen und allseits in Aussicht gestellten 11 Millionen Euro in der Vorbereitung zur Aufstellung des Landeshaushalts schlussendlich doch nicht eingestellt. 11 Millionen Euro, – zum Vergleich: das entspricht den Unterhaltskosten des Flughafens BER von rund zwei Wochen!

Wir können uns kaum vorstellen, dass Sie bewusst ein weiteres Absinken der Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit in Kauf nehmen und sich gegen ein Moratorium entschieden haben. Wir appellieren deshalb vor Verabschiedung des Landeshaushaltes nochmals an Sie, das viel diskutierte Moratorium für die Jugendarbeit zu beschließen. In der Zeit der Gültigkeit des Moratoriums soll ein neues Bezugssystem erarbeitet werden, das das von allen Seiten als untauglich anerkannte System der „Angebotsstunde“ ersetzt. Erste Vorschläge hierzu, beispielsweise die – nach verschiedenen Sozialindikatoren gewichtete – Zahl der Kinder und Jugendlichen in einem Bezirk.

Nach der Auswertung der Vergleichsberichte der Senatsverwaltung für Finanzen bis September 2013 und unseren Hochrechnungen bis Dezember 2013 werden die Leistungen der Jugendarbeit andernfalls um weitere rd. 4,25 Mio. Euro reduziert. Damit sind erneut Jugendfreizeitstätten, Abenteuerspielplätze, Kinderbauernhöfe, Angebote der Jugendkulturarbeit, Angebote der Mädchenarbeit usw. abgebaut und stehen weitere vor der Schließung. Die Leistungen für die Jugendarbeit sinken 2013 um 6 %.
Wir könne nicht allenthalben beteuern, wie wichtig uns die präventive Jugendarbeit ist, wenn sie nicht mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet wird!

Wir bitten Sie daher, im Abgeordnetenhaus ein Moratorium zu beschließen, das den Abbau der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin bis auf Weiteres stoppt. Bitte lassen Sie nicht noch mehr Zeit verstreichen. Einmal geschlossene Infrastruktur und verlorengegangenes Wissen und Erfahrungen vor Ort wären später nur mit immensem Aufwand wiederherzustellen. Erhalten Sie die Infrastruktur für die Kinder und Jugendlichen der wachsenden Stadt Berlin.

Unser zweites Anliegen an Sie vor einem Jahr war, dass Sie dafür Sorge tragen, eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der bezirklichen Jugendämter verbindlich festzulegen.
Diese Personalausstattung, die wesentlich die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und die der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten hat, darf keinesfalls zur Erreichung der sogenannten Personalzielzahlen herangezogen werden. Leib und Leben der betroffenen Kinder kann nicht zugunsten des Erreichens der grundsätzlich verständlichen Ziele der Personalreduktion gefährdet werden!

Bis heute sind uns keine Aktivitäten bekannt, die zeigen, dass unsere Forderungen aufgegriffen wurden. Die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste, RSD, sind mittlerweile in einigen Bezirken kaum noch arbeitsfähig. Immer wieder sehen sich die RSD zu Überlastungsanzeigen veranlasst, gerade erst wieder im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit. Einige Regionale Sozialpädagogische Dienste drohen mit Schließungen, und es werden derzeit Überlegungen angestellt, dass die Aktivitäten zur Wirkungsanalyse von erzieherischen Hilfen (WIMES) durch die Bezirke eingestellt werden, da diese Aufgaben nicht mehr zusätzlich zu erbringen sind. Wir bitten Sie daher nochmals, einen Beschluss im Abgeordnetenhaus zu fassen, der eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Bezirke festlegt.

Wir, die Vorsitzenden der bezirklichen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse, bitten Sie eindringlich, im Sinne der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt tätig zu werden. Für Rückfragen steht Ihnen der Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeauschuss Mitte, FlorianSchwanhäußer, unter der Rufnummer 0172-3823832 die Vorsitzende des Kinder- und -Jugendhilfeausschusses Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, unter der Rufnummer 0179-2088800 zur Verfügung. Gerne würden wir Ihnen die Situation auch in einem Gespräch erläutern und verdeutlichen.
Mit freundlichen Grüßen

Milan Neuhoff, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf
Katja Seidel, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg
Marlitt Köhnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf
Florian Schwanhäußer, Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Mitte
Torsten Wischnewski, Kinder- und Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Pankow
Andrea Behnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf
Christiane Mross, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Spandau
Renate Krohm, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf
Marijke Höppner, Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg
Alexander Freier, Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick

„Fragen zum Familien- und Asylrecht sind am häufigsten “ – Zu Besuch beim LSVD

In der Beratung des Lesben- und Schwulen Verband Berlin-Brandenburg (kurz: LSVD) sind Rechtsberatungen zum Thema Asyl und Familie am häufigsten gefragt. Die Asylrechtsberatung ist am stärksten von Menschen russischer Herkunft frequentiert und zeigt damit wie viel Druck Menschen im Ausland, besonders in Russland aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erfahren. Die Demonstration „enough is enough“, die zum Ziel hatte, die Menschenrechte für lesbisch, schwule, bi- und transsexuelle in Russland zu verbessern, wurde auch von vielen Sozialdemokrat*innen besucht. Darunter die Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, der Bezirkspolitiker Hermann Zeller und die Vorsitzende der Bezirksgruppe der Schwusos, Petra Nowacki.

Immer mehr Regenbogenfamilien
Der zweite Schwerpunkt der Beratung sind Fragen des Familienrechts. Immer mehr Paare möchten Regenbogenfamilien gründen, sind sich aber der rechtlichen Voraussetzungen nicht sicher. Die Nachfrage boomt, so dass in diesem Jahr das erste Regenbogenfamilienzentrum unter dem Dach des LSVD gegründet wurde. Grundsätzliche Fragen wie man zur Familie wird, beantwortet die Mitarbeiterin des Regenbogenfamilienzentrums, Constanze Körner. Rechtliche Fragen werden an die zwei ausgebildete Rechtsanwält*innen des LSVD gestellt. Aber auch die Rechtsberatung kommt an ihre Grenzen, wenn die Politik nicht mitzieht. Die Frage des Adoptionsrechts für lesbische und schwule Paare steht immer noch ganz oben auf der Wunschliste an die schwarz-gelbe Bundesregierung, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen, im Gegensatz zur SPD, schwertut.
LSVD

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch des LSVD in der Nähe des Nollendorfplatz fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwule in der SPD Tempelhof-Schöneberg).

„Inklusion statt Ausgrenzung“ – Zu Gast im Pinel

Kaum nach dem ersten „Hallo“ kam es zur wichtigsten Frage: „Kann das Pinel am Standort Dominicusstraße weiter bestehen?“ Das Haus, in dem derzeit ca. 16 Menschen mit psychischen Erkrankungen betreut wohnen können, ist im Eigentum von Vivantes. Vivantes selbst nutzt eine Etage mit einer Tagesklinik. Das Gebäude soll nun in einem Bieterverfahren verkauft werden, was in Anbetracht der Verknappung von Wohnraum eine Verdrängung des sozialen Projektes aufgrund steigender Mieten zur Folge haben könnte. Der Status ist derzeit ungeklärt, daher hat sich auch die Bezirksverordnetenversammlung in einem Allparteienantrag, die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler an Vivantes gewandt, um den Standort zu sichern.

Inklusion durch Beteiligung am Arbeitsleben
Unsere Tour durch die drei Schöneberger Standorte des Pinels beginnt in der Wexstraße. Dort befindet sich die Geschäftsstelle. Wir sprechen über das betreute Wohnen. Hier und an den anderen Standorten sind schizophrene Erkrankungen am häufigsten vertreten. Den Menschen wird geholfen ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Ein wichtiges Element ist dabei die Möglichkeit Arbeiten zu gehen. Das Pinel hat im nahen Umfeld einen Second Hand Laden und eine Wäscherei. Stundenweise können die Menschen nach und nach anfangen zu arbeiten. Einige schaffen sogar den Wiedereinstig in den Arbeitsmarkt. Für wenige Klienten bietet Pinel auch eine Art Ausbildung im eigenen Haus an. Dabei kann der/die Azubi den Verwaltungsapparat und Einrichtungen des Gesundheitswesens im psychosozialen Bereich kennen lernen. Leider steht am Ende der Zeit keine anerkannte Ausbildung. Einige Absolventen und Absolventinnen finden bei Pinel einen Beruf in der Geschäftsstelle. Offen bleibt jedoch der Wunsch nach inklusiven Arbeitsverhältnissen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollten, wann immer möglich, an dort Arbeit finden, wo alle anderen Menschen auch Arbeit finden.
Pinel

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch des Pinels in Schöneberg fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Mechthild Rawert (MdB), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss) teil .

„Menschen wollen nicht selbst zum Pflegefall werden “ – Zu Besuch beim Pflegestützpunkt

„Menschen wollen nicht selbst zum Pflegefall werden“, beschreibt die Mitarbeiterin des Schöneberger Pflegestützpunktes. „Deshalb meiden sie unsere Informationsstände.“ Dabei ist die Arbeit des Pflegestützpunktes eine sehr wichtige. In Tempelhof-Schöneberg gibt es zwei Standorte, einen in der Pallasstraße. Hier findet man Beratung rund um die Pflege – von pflegebedürftigen Kindern bis zu Menschen im Alter.

Spezielle Beratung wird immer wichtiger
Wichtig wird auch die spezifische Beratung besonderer Zielgruppen. So wird der Selbstdarstellungsflyer des Pflegestützpunktes zeitnah in leichter Sprache veröffentlicht, um mehr Menschen zu erreichen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird die kultursensible Pflege. Dabei steht gar nicht die sprachliche Kompetenz im Vordergrund, sondern die Kenntnis über das Altern in verschiedenen Kulturkreisen. In besonderen Fortbildungen werden die Mitarbeitenden auf Wünsche und Ansprüche hingewiesen, die ihnen bisher nicht bekannt waren. Ziel ist es für mehr Menschen eine passgenaue Pflege zu finden, sie geeignet zu beraten und bei Problemen in der Pflege richtig helfen zu können.
Pflegestützpunkt

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch des Pflegestützpunktes in Schöneberg fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss).

„Mehrgenerationenhaus als Mittelpunkt des nachbarschaftlichen Miteinanders“ – Zu Besuch im Mehrgenerationenhaus Kurmärkischenstraße und im betreuten Wohnen für psychisch erkrankte Jugendliche

In der Kurmärkischenstraße Ecke Frobenstraße befindet sich eins von drei Mehrgenerationenhäuser, betrieben von der Kiezoase. Kooperation und Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders hat sich der Standort auf die Fahnen geschrieben. Egal ob beim biographischen Malprojekt, dass in einer Ausstellung im Haus mündete oder beim Austausch mit der Kindertagesstätte gegenüber – Gemeinschaftsarbeit steht hier im Mittelpunkt.

Ehrenamtliche sind der Kern des solidarischen Miteinanders
Einen besonderen Schwerpunkt hat die Kiezoase im Rahmen der Mehrgenerationehäuser Barbarossastraße, Kurmärkischestraße und Steinmetzstraße auf das Ehrenamt gelegt. Die Ehrensamtskoordinatorin koordiniert eine Börse mit Angeboten, die von der Pflege des Kiezgartens bis hin zum Einkaufen für bewegungseingeschränkte Senioren reicht. In der Barbarossastraße ist ein Raum für die Ehrenamtlichen reserviert, im dem sie Angebote wie Stellenanzeigen im Fenster finden. Immer wieder gehen Interessierte vorbei, gucken und entscheiden sich schließlich, sich zu engagieren. Wie im Kiezgarten werden auch die Ehrenamtlichen von der Kiezoase gehegt und gepflegt bzw. geschult und unterstützt.

Koralle: wunderschön und schützenswert
Unser zweiter Stopp führt uns in die Koralle. Den Namen gab sich das Projekt bewusst, denn ähnlich wie die psychisch erkrankten Jugendlichen, die in Wohngemeinschaften durch die geschulten Mitarbeitenden bei der Bewältigung des Alltags unterstützt werden, sind auch Korallen wunderschön und schützenswert, berichtete uns der Projektleiter, Herr Rosemann. Jugendliche mit Essstörungen, manisch-depressiven Erkrankungen und Bindungsstörungen haben häufig viele Maßnahmen durchlaufen, verschiedene Wohnformen ausgetestet, oder waren in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht, bevor sie im Betreuten Wohnen unterkommen. Dort werden sie mit Therapie, Beratung und angeleiteten Gruppengesprächen unterstützt. Auch im Alltag hilft ihnen geschultes Personal.
Kiezoase

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch in den Schöneberger Einrichtungen der Kiezoase fand am 23. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin Mechthild Rawert (MdB), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europa Parlament), Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg) Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) teil.

„Menschen eine Aufgabe geben“ – Zu Besuch in den Werkstätten und des Drogennotdienstes

Wie eine Baracke sieht das Gebäude aus, in dem sich die Werkstätten und die Krisenwohnungen des Drogennotdienst e.V. befinden. Dabei haben die grauen Gebäude ein wunderbares Innenleben. Hier wird gewerkelt, gekocht, gegärtnert und Honig gewonnen. Unterstützt durch das Arbeitsamt werden hier und an anderen Standorten des Drogennotdienstes Angebote für Menschen gemacht, die in der Vergangenheit suchtkrank waren. Doch die entsprechenden Angebote vorzuhalten wird durch das Jobcenter immer stärker erschwert.

Arbeit bringt Suchtkranken Bestätigung
Teil der Rehabilitation für suchtkranke Menschen sind Arbeitsmaßnahmen. Diese ermöglichen es ihnen sich zu beweisen, Bestätigung außerhalb des Alkohols zu finden und etwas Produktives für die Gesellschaft zu leisten. Die Angebote des Drogennotdienstes sind Teil dieser Maßnahmen. Doch es wird immer schwerer die Angebote den Wünschen einiger Jobcenter anzupassen, was dazu führt, dass bestimmte Angebote komplett eingestellt wurden. Bisher setzte der Drogennotdienst auf eine Vielzahl verschiedener Arbeitsprojekte. Passte ein Angebot nicht, gab es die Möglichkeit zu wechseln, zum Beispiel von der Gärtnerei in die Wäscherei. Doch das ist nicht mehr in allen Bezirken so möglich.
Die Menschen in den Werkstätten in der Fasanenstraße hingegen zeigen mit Stolz ihre gerade gebauten Stühle und Schränke, lassen uns die leckeren Nachspeisen kosten und den selbst angelegten Kräutergarten begutachten.

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch in der Werkstatt der Kiezoase fand am 23. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen neben mir Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europa Parlament, Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg) Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) teil.

„Auch die Großväter kommen zu uns“ – Zu Besuch bei Mann-O-Meter

In die Coming Out-Beratung und Selbsthilfegruppen bei Mann-O-Meter kommen nicht nur junge Männer, die im Outing-Prozess stecken. Auch ältere Männer besuchen die Angebote. Sehr viel Freude machte es den angestellten Beratern, als zuletzt ein älterer Herr gemeinsam mit seiner Tochter und dem Enkel die Einrichtung besuchte. Dieses Beispiel der generationenübergreifenden Unterstützung im Coming Out-Prozess sind vorbildlich, zeigen aber auch, dass der offene Umgang mit der sexuellen Orientierung und die gesellschaftliche Anerkennung nicht nur ein Thema junger Männer in der Pubertät ist. Die Angebote von Mann-O-Meter sind daher breit gefächert. Neben der Jugendgruppe für Teenager und junge Erwachsene, gibt es auch die Gruppe „Doppelherz“.

Beratung erhalten alle beim HIV-Schnelltest
Selbsthilfegruppen aller Art finden vor Ort statt wie die schwulen Väter oder die Anonymen Alkoholiker. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich der gesundheitsvorsorge mit den Schnelltests bei Angst vor AIDS, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten, die vor Ort für 15 EUR während der Sprechzeiten angeboten werden. Die Antwort gibt es noch am gleichen Tag. Beratung erhalten alle Menschen, die Test machen lassen. Niemand wird sich selbst überlassen mit der guten oder schlechten Botschaft.

Schwulen Straftätern helfen: „Es bringt was!“
Ein besonderes Projekt ist die angeleitete ehrenamtliche Arbeit im Gefängnis. Im eins zu eins Verhältnis werden schwule Straftäter betreut und ihnen damit der Weg zurück in die Gesellschaft geebnet. Ein Ehrenamtlicher betreut dabei einen Gefangenen und hilft ihm bei Problemen im Knast oder mit dem Leben draußen. So entstehen Bindungen, die häufig dazu führen, dass die sogenannten Freigänger (Männer im offenen Strafvollzug) die Beratungs- und Selbsthilfeangebote von Mann-O-Meter nutzen und sich besser gesellschaftlich integrieren. „Es bringt was“, sagt dazu einer der Mitarbeiter.

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch von Mann-O-Meter am Nollendorfplatz fand am 22. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (MdBVV).

„Man muss nicht verrückt sein, um hier her zu kommen“ – Zu Besuch bei KommRum

„Man muss nicht verrückt sein, um hierher zu kommen“, sagt Frau Pahl aus der Beratungsstelle von KommRum und verweist auf den leckeren Kuchen auf dem Tisch. KommRum in Friedenau ist eine offene Einrichtung mit Cafe-Betrieb und Beratungsstelle. Den Kuchen haben die sogenannten „Zuverdienstler*innen“ für unseren gemeinsamen Termin gebacken. Neben dem Cafe und der Beratungsstelle ist KommRum auch Träger von betreutem Wohnen und Apartment-Wohnen mit mehr als 100 Plätzen für Menschen mit psychischen Krankheiten. Auch bei KommRum stellt sich die Frage der Mietverdrängung für die Menschen im betreuten Wohnraum.

Keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Während wir reden füllt sich das helle Cafe in der Schnackenburgerstraße 4. Immer mehr Menschen kommen und stellen uns Fragen und wollen mitdiskutieren. Ein Herr weist darauf hin, dass selbst Bundesminister Bahr eine Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt hat, die besagt, dass fünf der zehn häufigsten Krankheiten aus dem Bereich der Psychiatrie kämen. Gleichzeitig fehle es aber an Möglichkeiten für psychische kranke Menschen am Leben und Arbeiten gleichwertig zu partizipieren. Eine Frau bestätigt dies. Sie spricht von „Null Chancen“ auf dem Arbeitsmarkt, als psychisch erkrankter Mensch. Entweder man lügt bezüglich Lücken im Lebenslauf oder man wird nicht eingestellt, beschreibt sie. Menschen, die gern arbeiten möchten, aber keine Vollzeit- oder Teilzeit-Arbeitsverhältnisse auf Grund ihrer seelischen Verfassung annehmen können, fallen durch das Raster. Sie können zwar als sogenannte „Zuverdienstler*innen“ im Cafe arbeiten, wünschen sich aber oft mehr. Ein deutlich durchlässigeres System mit integrativen Arbeitsplätzen – auch mal für fünf oder zehn Wochenstunden. Die Hoffnung bestand das System der Bürgerarbeit dahingehend weiterzuentwickeln. Mittlerweile ist die Bürgerarbeit als Modell des Dritten Arbeitsmarktes durch die Bundesregierung gestrichen worden. Die Konsequenz wird uns sehr drastisch beschrieben: Immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen werden früh verrenten und leiden darunter nicht zum produktiven Teil Gesellschaft zu gehören.

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch von KommRum in Friedenau fand am 20. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Marijke Höppner (MdBVV) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss).

„Inklusion bedarf die Neugier und Aufgeschlossenheit aller Kursteilnehmer“ – Zu Gast beim Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der Ufa-Fabrik

Einen besonderen Weg hat sich das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (kurz: NUSZ) überlegt und hat im Rahmen eines ausgeschriebenen Projektes im Inklusionsjahr 2012 viele Kurse vor Ort geöffnet für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Das bedarf die Neugier und Aufgeschlossenheit aller Kursteilnehmer“, so Renate Wilkening, Geschäftsführerin von NUSZ. Mittlerweile finanziert der Paritäter das Inklusionsprojekt. Den meisten Aufwand bereitet die Vorbereitung der Gruppen und der Teilnehmenden, denn einige Menschen sind noch unsicher, wie sich die Sport-, Tanz- und Musikgruppen entwickeln und ob sie in der Lage sind mit Menschen mit Beeinträchtigung umzugehen. Doch die Vorarbeit zahlt sich aus. Eine Vielzahl von Angeboten kann nun inklusiv angeboten werden. Schnell wird in der Diskussion klar, dass es unser aller Ziel ist, dass diese Vorbereitung irgendwann unnötig geworden ist und gemischte Gruppen zum Standard werden. Doch bis dahin ist noch ein Stück Weg zu gehen.

Wunsch nach mehr sozialen Kontakten in der Betreuung
Wir wechseln die Straßenseite. Waren wir eben noch im Familien- und Nachbarschaftstreffpunkt, so geht es nun zum ambulanten Pflegedienst gegenüber. Entstanden ist der Verein aus der Idee, dass Mütter, die krank sind, sich schwer um ihre Kinder kümmern können. Mittlerweile hat sich die Familienpflege etabliert. Wichtige Unternehmen wie die BSR nutzen die Familienpflege besonders für ihre weiblichen Angestellten mit Kindern, denn das Unternehmen will es sich nicht mehr leisten, hochkarätige Mitarbeiterinnen tageweise zu verlieren. Neben Eltern und kranken Menschen unterstützt der Pflegedienst auch Senioren mit Pflegestufe. Die Zeit, die für die Pflege älterer Menschen vorgesehen ist, ist aber kaum ausreichend. Der Wunsch nach mehr sozialen Kontakten steht sofort im Raum. So ist es nicht vorgesehen, dass die Selbstständigkeit älterer Menschen gefördert wird. Man darf zwar für sie einkaufen gehen, aber eben nicht mit ihnen, da dies deutlich mehr Zeit beansprucht. Die Hilfe zur Selbsthilfe sieht der Pflegezeitplan nicht vor.
NUSZ

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums (NUSZ) in der Ufa Fabrik fand am 15. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europaparlament), Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (MdBVV).

„Pflege muss sich mehr am Menschen orientieren“ – Zu Besuch in der Tagespflege des Nachbarschaftsheim Schöneberg

„Pflege muss sich mehr am Menschen orientieren“, beginnt der Geschäftsführer des Nachbarschaftsheim Schöneberg, Georg Zinner während wir im Gemeinschaftsraum der Tagespflege des NBHS in der Cheruskerstraße sitzen. Statt komplizierter Anmeldeverfahren sollten die Menschen je nach Bedarf täglich vorbeikommen können wie in einem offenen Haus – egal, ob mit Pflegestufe oder ohne. Die Abrechnungsverfahren müssten dafür deutlich vereinfacht werden. Doch das ist noch Wunschvorstellung. Während wir im Gruppenraum über die Tagespflege sprechen, findet nebenan schon das Tagesprogramm statt: Die Zeitungsrunde hat begonnen und es werden die aktuellen Schlagzeilen diskutiert.

In einer Wohngemeinschaft gemeinsam altern
Im gleichen Haus befinden sich zwei Wohngemeinschaften für Menschen im Alter. Unter dem Dach leben fünf Menschen mit Pflegebedarf. Frau Dacht (Name geändert) wohnt schon eine Weile in der WG. Sie erzählt uns, dass es ihr sehr gut gefällt, nur der Personalwechsel, wenn eine Mitarbeiterin in Urlaub oder krank ist, gefalle ihr nicht. Auch Imke Hoefer (Mitarbeiterin der Tagespflege) und Karen Gebert (Mitarbeiterin Wohngemeinschaften) bestätigen, dass es sehr schwer ist qualifiziertes Fachpersonal zu finden. In der Demenzwohngemeinschaft leben neun Menschen. Alle haben ihr eigenes Zimmer. Wohnzimmer, Küche und Bäder werden gemeinsam genutzt. Auch hier wird es politisch. Kritisch wird der unterschiedliche Umgang mit dem Wohngruppenzuschlag in den Berliner Sozialämtern diskutiert. Vorgesehen ist der Wohngruppenzuschlag von 200 EUR für zusätzliche Leistungen für Menschen, die ihn Wohngruppen gepflegt werden. Der Berliner Senat verlangt den Wohngruppenzuschlag der Hilfe zur Pflege anrechnen zu lassen. Einige verlangen sogar, dass der Wohngruppenzuschlag beantragt wird, damit er von der Hilfe zur Pflege abgezogen werden kann. Die tatsächliche Praxis im Bundesgebiet sieht anders aus. Hier bedarf es dringender rechtlicher Klärung. Völlig ungeklärt ist, wie die Bewohnerinnen und Bewohner von Wohngruppen einen Nutzen aus der für sie bestimmten zusätzlichen Leistung ziehen können.
NBHS

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Nachbarschaftsheim Schöneberg in der Cheruskerstraße fand am 20. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Mechthild Rawert (MdB), Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Marijke Höppner (MdBVV) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss) teil.

„Ich habe mit Klaus Wowereit getanzt“ – Zu Besuch bei den Golden Girls vom Werkhaus Antirost

„Ich habe mit Klaus Wowereit getanzt“, berichtete uns eine der älteren Damen. Bei Kaffee und Keksen wird eben über mehr gesprochen, als nur über das Werkhaus Antirost. Zum Beispiel über Klaus Wowereit oder über den „netten Opa“, der immer vorbei kommt und dem man nichts abschlagen kann, wenn er mal was genäht haben möchte.

Früher lernten die Mädels von mir, jetzt lerne ich von Ihnen
Das Werkhaus Antirost ist ein Verein für ältere Menschen, die fit bleiben möchten. In mehreren Werkstätten wird gehandwerkelt. Unter dem Dach des Stadtteilzentrums Kokuma befinden sich die Schneiderei, Acrylmalerei und Tiffany-Glasschmuck. Eine der älteren Damen führt uns durch die Schneiderei. Immer wieder unterrichtet sie Schülerinnen und Schüler der Eckner-Oberschule und hilft ihnen bei ihren Abschlussarbeiten in Modedesign. Eine der Schülerinnen, die früher Unterstützung in der Schneiderei von Antirost suchte, ist nun Studentin für Modedesign und kommt weiterhin. Mittlerweile bringt sie den Damen vor Ort neue Tricks und Kniffe bei.
Im Keller befinden sich die Metallwerkstatt, in der auch Fahrrädert repariert und gebaut werden, und die Holzwerkstatt. Hier wird geschnitzt und gesägt. Der erste Schwippbogen ist trotz warmer 26 Grad Außentemperatur schon für den Weihnachtsbazar fertig gestellt. Angst vorm älter werden haben die Damen hier nicht. Sie sind ständig unterwegs, lachen, kichern und machen ihre Witze.
Antirost

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Werkhaus Antirost fand am 15. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) teil.

„Wir sind Lotsen durch´s Gesundheitswesen“ Zu Besuch bei der Unabhängigen Patientenberatung in Friedenau

„Viele Patienten sind erschöpft von der Suche nach guten und vertrauenswürdigen Ärzten. Sie wünschen sich von uns eine Empfehlung“, beschreibt ein Mitarbeiter der Unabhängigen Patientenberatung (kurz: UPD) in Friedenau. Dabei darf die UPD keinen Arzt empfehlen, denn ob ein Patient oder eine Patientin mit einem Arzt zurechtkommt ist sehr individuell. Stattdessen geben die Mitarbeitenden mindestens drei Namen von Ärzten in der Umgebung heraus.

Patienten brauchen mehr Unterstützung ihre Rechte geltend zu machen
In einem Jahresbericht erfasst die UPD deutschlandweit, mit welchen Belangen sich die 75.000 Ratsuchenden an sie wenden. Für uns stellten sie eine TOP 5 zusammen, was in Friedenau am häufigsten nachgefragt wird: Ganz vorne stehen Behandlungsfehler besonders zu Hüftleiden und Zahngesundheit, dann folgen Krankengeld, Patientenverfügung und alternative Behandlungsmethoden. Diese Beratungsschwerpunkte weisen auf Schwachpunkte im Gesundheitswesen aus Sicht ratsuchender Versicherter hin. Deutlich wird auch, dass viele Patientinnen und Patienten ihre Rechte nicht oder zu wenig kennen und viele sich einen Umgang mit Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenkassen auf Augenhöhe nicht zutrauen. Kommt eine Anfrage bei den Fachleuten der UPD an, gehen sie der Recherche nach und klären das Anliegen. Die Beratung ist grundsätzlich kostenlos.
Am Friedenauer UPD-Standort wird zudem auch in Türkisch und Russisch beraten. Es besteht ein hoher Bedarf an muttersprachlichen Informationen. Einige ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind des Lesens und Schreibens in deutscher Sprache nicht mächtig. Daher ist die Beratung vor Ort sehr wichtig. Außerdem gibt es zwei kostenlose Telefonhotlines auf Türkisch und Russisch sowie spezifische Internetauftritte.
UPD

SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) am 15. August ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss) teil.

Hier finden Sie Rat:
Die UPD hat bundesweit 21 Beratungsstellen, die grundsätzlich mit je einer MitarbeiterIn mit den Qualifikationen Medizin, Recht und Sozialpädagogik besetzt sind. Auch gibt es für Ratsuchende ein bundesweites Beratungstelefon – 0800 0 11 77 22 (Deutsch), 0800 0 11 77 23 (Türkisch)
und 0800 0 11 77 24 (Russisch) aus dem deutschen Festnetz kostenfreie Beratung).

„Unser Traum ist ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum“ – Zu Besuch im Josephinchen des St. Joseph-Klinikum

Schon fast am Ende unserer Führung durch das Josephinchen, das Kinderkrankenhaus des St. Joseph Klinikums, sagt die Chefärztin Dr. Beatrix Schmidt: „Eigentlich wünschen sich mein Kollege Dr. Willner und ich ein Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, in dem es keine festen Abteilungen mehr gibt, sondern die verschiedenen physischen und psychischen Belange der Kinder abteilungsübergreifend behandelt werden können.“

Eine offene Kinder- und Jugendpsychiatrie
Unsere Führung durch das St. Joseph-Klinikum beginnt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Chefarzt Dr. Willner berichtet von den Päckchen, mit denen die Kinder auf die Station kommen: Essstörungen sind sehr häufig vertreten, Vernachlässigung durch die Eltern und in vielen Fällen liegen in der Familie schon diagnostizierte oder nicht-diagnostizierte psychische Erkrankungen vor. Daher wird besonderen Wert darauf gelegt, dass ein ganzheitlicher Heilungsansatz verfolgt wird, der vorsieht auch die Eltern in den Heilungsprozess des Kindes einzubeziehen. In vielen Bereichen kooperiert das Josephinchen mit dem Jugendamt, denn die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die einzige im Bezirk. Insgesamt hat die Klinik im stationären und teilstationären Bereich 50 Plätze. Viele Kinder werden auch im St. Joseph beschult. Stolz ist der Chefarzt darauf, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie eine offene Station ist. Kein Kind ist hier „eingesperrt“. Einschränkungen können speziell bei pubertierenden Jugendlichen kontraproduktiv sein.

Kranke Kinder kommen vor allem in den Monaten mit „r“
Für die körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird gegenüber gesorgt. In dem ehemaligen Schwesterngebäude befinden sich heute eine Säuglings- und Kleinkinderstation, eine Schulkinder- und Jugendlichenstation sowie eine Kinderintensivstation mit integrierter Neonatologie für Früh- und Neugeborene.
Als erste Kinderklinik weltweit wurde die Kinderklinik von der Weltgesundheitsorganisation und UNICEF als „babyfreundliches Krankenhaus“ zertifiziert. Entlang der schmalen Gänge können wir einen Blick in die Zimmer werfen. In Brutkästen liegt ein winziges Neugeborenes. Besonders ist hier, dass von Anfang an auf Elternkontakt gesetzt wird. Sobald es möglich ist, können die Eltern in besonderen dafür vorgesehen Stühlen die Kinder auf den Arm nehmen, füttern und pflegen. Auch in der Kinder-Klinik wird das sogenannte Rooming-In praktiziert. So wird das Übernachten im Krankenbett durch Eltern, Angehörige und Geschwisterkinder genannt. Der Hintergrund liegt darin, dass Kinder Zuspruch und Geborgenheit benötigen, um schneller wieder gesund zu werden. Diese kann die Familie am besten bieten.
Josephinchen

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Einrichtungen des Josephinchen im St. Joseph Krankenhaus fand am 14. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Michael Müller (Senator), Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) sowie die Bürgerdeputierten Dr. Rainer Baack und Dr. Jörg Tänzer teil.

„Der Arzt muss zu den Patienten kommen und nicht umgekehrt“ Zu Besuch im Wenckebach-Krankenhaus

„Der Arzt muss zu den Patienten kommen und nicht umgekehrt“, sagt Dr. Rolf Syben Geschäftsführender Direktor und Regionalleitung West von Vivantes auf der Geriatrischen Station des Wenckebach-Klinikums. Hier sollen Patienten und Patientinnen, die aufgrund ihres Alters schwere Frakturen erlitten haben, interdisziplinär, also über mehrere Fachbereiche hinweg, auf der gleichen Station behandelt werden. Es soll eine Entwicklung hin zu einer Alterstraumatologie durchgeführt werden, die das Wohl des Patienten im Auge hat. Der Patient soll also nicht von einer Station in die nächste gebracht werden und am besten noch viel Wartezeit mitbringen, sondern der Facharzt kommt direkt in das Zimmer des Patienten. Pflege und Ärzte verschiedener Disziplin ziehen an einem Strang und dokumentieren gemeinsam. „Mehr gibt es da nicht zu sagen. So einfach ist das“, ergänzt der Ärztliche Direktor Peter-Michael Albers nach seinem kurzen Vortrag und zeigt damit, wie er das Bild vom Patienten im Mittelpunkt der ärztlichen Versorgung und Pflege verinnerlicht hat.

Leben und Sterben in Würde – das Vivantes Hospiz
Unsere kleine Tour über das Vivantes-Gelände führt uns auch in das Hospiz. Auch hier dreht sich alles um den Patienten. Liebevoll eingerichtet sind die Aufenthaltsräume, Gruppen- und Andachtszimmer. 10% des Pflegesatzes muss das Hospiz aus Spenden finanzieren. Dabei übernehmen die Pflegekräfte und Ehrenamtlichen eine schwere Aufgabe: sie pflegen und unterstützen die Sterbenden und Angehörigen in dieser schwierigen Phase, bieten ihnen einen geschützten Raum und setzen sich gemeinsam mit ihnen mit dem bevorstehenden Sterben auseinander.

Anbau in der Klinik für Psychiatrie
Wir schließen die Tour im Innenhof des Klinikbereichs für Psychiatrie und Psychotherapie ab. Hier soll bald ein Anbau für mehr Platz sorgen. Der beengte Raum und wenig Ausweichmöglichkeiten haben auch Stresssituationen unter den Patienten befördert. Der Anbau soll daher nicht nur für räumliche Entlastung sorgen, sondern auch für psychische Entspannung.
Wenckebach

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch des Wenckebach Klinikums am 14. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An der Tour nahmen neben mir Hermann Zeller, Janis Hantke und Marijke Höppner aus der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg sowie dem Sozialausschussmitglied Jörg Tänzer teil.

„Alle Geschichten Enden gut“ – Auf Tour durch die Einrichtungen des Diakonischen Werk Simeon

In der geronoto-psychiatrischen Tagespflege am Löwenhardtdamm beginnt unsere Tour durch die Einrichtungen des Diakonischen Werk Simeon gGmbH. Hier können Senioren und Senorinnen, die zu Hause von ihren Angehörigen nicht mehr versorgt werden können Ihren Tag verbringen und werden fachgerecht gepflegt. Neben dem Fach- und Führungspersonal des DWS sitzt auch Herr Klein am Tisch. Er ist eine Art Patientenführsprecher und setzt sich für die Belange der Besucher und Besucherinnen ein. Viele leiden unter Demenz und anderen psychischen Beeinträchtigungen, doch wenn Herr Klein vorliest, sind alle wieder fit, zumindest wenn es nicht zu warm ist. Gern liest er Märchen und Fabeln vor. Doch alle seine Geschichten gehen gut aus, damit keiner der Zuhörenden schlechte Erinnerungen mitnimmt. Natürlich bezieht er seine Gruppe mit ein und häufig wird die Moral am Ende einer Fabel im Chor von den Besucherinnen und Besuchern aufgesagt.
Die Hausleitung beschreibt uns das System der Tagespflege: Je nach Pflegestufe übernimmt die Krankenkasse einen Tagessatz. 18 EUR Zuzahlung pro Tag werden privat eingenommen. Für viele Angehörige ist das eine Menge Geld, doch Sie nehmen es in Kauf, sind sie doch selber häufig durch die Pflege körperlich oder seelisch sehr belastet. Zudem bietet die Tagespflege die Möglichkeit der passgenauen Pflege. Morgens werden die Menschen mit einem Kleinbus abgeholt, sie frühstücken zusammen, dann folgen Gedächtnistraining, Mittagessen und Mittagsruhe. Auf das Gedächtnistraining folgt der Kaffeeklatsch und gegen 16 Uhr geht es zurück nach Hause.

Eine zweite Chance für schuldistanzierte Jugendliche
In einem kleinen Diakoniebus ging es weiter in die Rathaussstraße, wo wir eine weitere Tagespflegeeinrichtung für Seniorinnen und Senioren, die Tagesgruppe für Kinder, die Jugendmanufaktur, das Projekt 2. Chance und das Stadtteilzentrum KoKuMa besuchten. Die 2. Chance mit der Jugendmanufaktur wird geleitet von Herrn Haddad. Wegen Umstrukturierungen der Mittel des Europäischen Sozialfonds durch die Bundesregierung werden Projekte wie die 2. Chance, die sich an Schuldistanzierte Jugendliche richten, ab diesem Jahr komplett gestrichen. Für Jugendliche wie Benjamin (Name geändert) kommt eine Regelbeschulung nicht in Frage. Er berichtet uns über seine Sorgen sich in der großen Klasse seiner alten Schule mit 32 Mitschülern zu blamieren. Aus Angst ist er nicht mehr hingegangen und hat so immer weniger gelernt bis er nicht mehr mithalten konnte. In den kleinen Klassen der 2. Chance sieht das anders aus. Sieben Jugendliche sind in einer Klasse und nehmen Rücksicht aufeinander. Von einer normalen Schule, die die individuellen Bedürfnisse aller Schüler und Schülerinnen berücksichtigt wie die von Benjamin sind wir weit entfernt, so dass die Angebote der 2. Chance wichtig sind, um Jugendliche wieder in den Schulalltag integrieren zu können.

Für den Stadtteil Mariendorf

Das Mariendorfer Stadtteilzentrums Kokuma ist eine Kooperation: Ganz oben und im Keller befinden sich die Senioren-Werkstätten von Antirost. In den Etagen dazwischen finden Tagesgruppen, Frühstücke für Frauen und für junge Mütter und die Koordinierung der Ehrenamtlichen statt, auch die Migrationsberatungen für Erwachsene und Jugendliche sowie die Sozialberatung haben hier ihr Büro. Das Stadtteilzentrum zahlt sich für die Kiez als wichtige Anlaufstelle aus, nicht aber finanziell.

Hilfe für Jugendliche mit verzögerter Entwicklung

Der letzte Stopp der kleinen Tour durch die Projekte und Einrichtungen der Diakonie: Die Kinder- und Jugendambulanz. Sie befindet sich im südlichen Mariendorf am Mariendorfer Damm. Hier werden Eltern beraten und Kinder- und Jugendliche behandelt, die Entwicklungsverzögert sind. Eine ärztliche Entwicklungsdiagnostik und ein individueller Förderplan helfen den Kindern und Jugendlichen, die häufig über Kitas oder Schulen weitervermittelt werden.
DWS


Sommertour „gesund-sozial-queer“

Der Besuch der Einrichtungen des DWS in Tempelhof und Mariendorf fand am 13. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil: Angelika Schöttler (Bürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg), Oliver Schworck (Stadtrat für Jugend, Ordnungsamt und Bürgerdienste), Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europaparlment für die SPD), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg).

„Ich bin besser ohne Alkohol“ „Ich bin stark auch ohne Pillen“ Die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle Tempelhof-Schöneberg

„Ich bin besser ohne Alkohol“. “ Ich bin stark auch ohne Pillen“. Das sind die beiden Schlagwörter der Kampagne, mit der die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle für ihre Arbeit wirbt. Die Motive auf den Plakaten sind vielfältig – junge Frauen und alte Männer, Jugendliche, Familienväter, Paare – denn Betroffene gibt es in allen Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und von jedem Geschlecht. Männer sind häufiger von alkoholsüchtig, Frauen sind eher von Medikamentenabhängigkeit betroffen. Und immer sind auch die Angehörigen betroffen – Eltern, Partner, Kinder.

Angebotsspektrum
Deshalb sind auch die Angebote, die der Notdienst für Suchtmittelgefährdete und –abhängige Berlin e.V. anbietet, vielfältig, wie Michael Frommhold, Regionalleiter des Notdienst Tempelhof-Schöneberg uns erläuterte. Im Bezirk werden an mehreren Standorten in Schöneberg und Tempelhof Beratungsstellen mit verschiedenen Schwerpunkten, Betreutes Wohnen und Werkstätten betrieben. Angeboten werden Beratungen für Betroffene und/oder Angehörige, aber auch für Firmen und Organisationen. Außerdem die Durchführung von Präventionsveranstaltungen, z.B. in Schulen oder Einrichtungen der Jugendhilfe, ambulante Betreuung, Familienhilfen, Psychosozioale Betreuung von Substituierten, Beschäftigung für Erwachsene in den Werkstätten und lebenspraktische Unterstützung z.B. in begleiteten Selbsthilfegruppen. Die Vermittlung in weitere Hilfen erfolgt u.a. in Kooperation mit anderen Einrichtungen, bspw. dem Tannenhof in Lichtenrade, FAM (Frauen-Alkohol-Medikamente-Drogen) in Schöneberg, ÄrztInnen und ApothekerInnen und dem Wenckebach-Klinikum, in dem wöchentliche Sprechstunden angeboten werden.

Nachsorge ist wichtig um die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern

Die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle Tempelhof-Schöneberg, die im Frühjahr in ihre neuen Räumlichkeiten am Tempelhofer Damm 129 eingezogen ist, liegt, für Alle sehr gut erreichbar, direkt zwischen S+U-Bahnhof Tempelhof und dem U-Bahnhof Alt-Tempelhof. Für Menschen, denen der erste Schritt schwer fällt, bietet der Eingangsbereich mit dem Fahrstuhl Anonymität. Der Einrichtungsleiter, Christian Knuth, führte uns durch die barrierefrei direkt über einen Aufzug zu erreichenden Räume, und betonte, wie wichtig insbesondere auch die ambulante Nachsorgebehandlung nach stationärer Suchttherapie ist, um den Betroffenen die Rückkehr in einen Alltag ohne die Sucht zu erleichtern. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass Ärzte und Apotheker Anzeichen von Medikamentensucht schneller oder überhaupt erkennen und darauf reagieren sollen, um dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle am 13. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Besuch teilgenommen haben Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, sowie Marijke Höppner, Hermann Zeller und Janis Hantke aus der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg.

Suchttherapie hilft Mutter und Kind Besuch in der Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke, dem Tannenhof

Mütter, die mit Kindern in die Suchttherapie des Tannenhofes e.V. in Lichtenrade kommen, schließen die Therapie eher erfolgreich ab, als ohne Kinder, berichtet Herr Bröhmer, Geschäftsführer des Tannenhofes.

Rechtslage sieht elterliche Aufgaben nicht als Teil der Therapie

56 Menschen kann die Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke aufnehmen. Davon sind 16 Plätze für Erwachsene mit Kindern reserviert. Das ist eine Besonderheit, denn die rechtlichen Voraussetzungen sehen nicht vor, dass suchtkranke Eltern in der Rehabilitation wieder für die Erziehung fit gemacht werden. Kritisch ist dies besonders, berichtete mir die Leiterin des Kinderhauses Frau Tzschoppe, weil die Kinder häufig in der Zeit der Sucht vernachlässigt wurden oder traumatische Erfahrungen machten. Die Eltern-Kind-Bindung ist gestört. Viele Kinder lernen schon früh Rücksicht auf Ihre Eltern zu nehmen, ziehen sich zurück oder entwickeln sich verzögert. Die Eltern müssen das Erziehen zunächst wieder erlernen, auch um später ihr Leben selbstständig bewältigen zu können. Eine Veränderung der Reha-Verordnung ist hier durch den Träger Tannenhof Berlin Bandenburg e.V. gewünscht. Die Wiederherstellung der Erziehungsfähigkeit sollte demnach als Teil des Therapieprogramms gelten. Mit dem Wunsch der Änderung der Reha-Verordnung trat der Tannenhof an die Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin Mechthild Rawert heran.

Unterstützung bei der Tannenhof-Schule

An die Bezirksebene richtete Herr Bröhmer den Wunsch nach der Unterstützung bei Suche nach geeigneten Schulräumen für die Tannenhof Schulen, darunter die Tagesgruppe im Haus am Dorfteich, die dringend neue Räume benötigen. Die Tagesgruppen in Lichtenrade wenden sich an Kinder und Jugendliche, die im Unterricht verhaltensauffällig sind und deshalb nicht regelbeschult werden können. Die Fähigkeiten sich in Gruppen zu orientieren und ihr Verhalten anzupassen lernen die Kinder in den Tagesgruppen. Dabei stellt sich heraus, dass die Kinder häufig ein eigenes Päckchen zu tragen haben und vielfach in schwierigen familiären Verhältnissen aufwachsen.
Tannenhof

Sommertour „gesund-sozial-queer“

Der Besuch des Tannenhofs in Lichtenrade am 13. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation.

„Unsere Menschen sind keine Pflegefälle“ Besuch im Tiele-Winkler-Haus

„Unsere Menschen sind keine Pflegefälle“, sagte Frau Scherer, Regionalleiterin des Tiele-Winckler-Hauses. Das Tiele-Winkler-Haus ist eine Einrichtung für Menschen, die aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigung besondere Aufmerksamkeit und Assistenz benötigen und nicht bei ihren Familien leben können.

Mit Brigitte durch an die schönsten Orte des Tiele Winkler Haus

Im Tiele-Winkler-Haus wird für die Einsicht geworben, dass Menschen mit geistiger Behinderung unabhängig von der Intensität des Hilfebedarfs ein selbstverständliches Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung haben. Deshalb war klar, dass auch Brigitte, eine Bewohnerin des Standortes in der Lichtenrader Mozartstraße, an unserem Treffen teilnahm. Brigitte zeigte uns ihre Lieblingsorte im Haus. Den Aufenthaltsraum auf der Etage in der sie wohnt und auch ihr Zimmer. Natürlich führte sie uns auch in den wunderbaren Garten hinter dem Haus, wo sonst das Sommerfest des Hauses stattfindet.

Wenn Zeit mit dem Pflegebedürftigen der Wirtschaftlichkeit zum Opfer fällt

Nach der Besichtigung des Gebäudes wurde diskutiert. Neben der zügigen Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention war der sogenannte Metzler-Leitfaden Thema. Der Leitfaden resultiert aus einem Gutachten nach Dr. Metzler. Dieses sieht eine Umstrukturierung des Wohnens von erwachsenen Menschen mit Behinderung im Bereich der vollstationären Einrichtungen vor. Ergebnis des vom Land beauftragten Gutachtens sind Zielvorgaben für die konkrete Arbeit mit den betroffenen Menschen. Beispielhaft wurde das Waschen eines Menschen mit Beeinträchtigung benannt. Ist das Ziel des Waschens gemäß dem Metzler-Leitfaden, die Wiederherstellung der Fähigkeit, dies zukünftig selber zu tun, so wird dem Vorgang Zeit zugesprochen. Wird ein Mensch hingegen in der Zukunft nicht mehr in der Lage sein, sich selbst zu waschen, so soll – laut Metzler – auch kein Aufwand betrieben werden. Frau Scherer folgert daraus: „Wir sollen die Frage beantworten, ob es einem Menschen noch nützt, Zeit mit ihm zu verbringen oder nicht?“ Besonders Menschen mit schweren Mehrfach-Beeinträchtigungen leiden unter diesen Vorgaben.

Sommertour „gesund-sozial-queer“

Der Besuch des Tannenhofs in Lichtenrade am 13. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation.

Tiele Winkler Haus

Eine zweite Chance für Schulverweigerer – „KEEP-sChOOL-Schulverweigerung – Die 2. Chance im Interview

Zum Ende des Jahres stellt die Bundesregierung die Projekte der 2. Chance ein. Diese Projekte widmen sich der Aufgabe Schulverweigerer wieder fit für den Unterricht zu machen. Um herauszufinden, was genau die 2. Chance macht und welche Auswirkung die Streichung dieser Projekte hat, sprach Marijke Höppner mit Michael Haddad, Koordinator und Leiter des ESF-Projektes „KEEPsChOOL – Schulverweigerung – Die 2. Chance in Tempelhof-Schöneberg“ und der Case Managerin Ulrike Braiger unterhalten.

Marijke Höppner:
Was genau ist 2. Chance?

Michael Haddad: Die 2. Chance ist ein Bundesprogramm des BMFSF, kofinanziert vom ESF und Bestandteil des Programms von Jugend Stärken. Das Programm richtet sich an aktive und passive Schulverweigerer und Schulverweigerinnen, deren einfachster Schulabschluss gefährdet ist. Ziel ist es, in den einzelnen Koordinierungsstellen diese ausgewählten Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren bis zum Beginn der letzten Klassenstufe der jeweiligen Kooperationsschule, individuell im Casemanagement (CM) zu betreuen und in der Regel innerhalb eines Jahres zu (re)integrieren, um ihnen im Zuge der Chancengleichheit, die Integration in sozialer, schulischer und beruflicher Hinsicht zu ermöglichen. Die Casemanagerin ist als Sozialpädagogin direkt täglich vor Ort in der Schule tätig. Sie, beziehungsweise er wird oft unterstützt durch weitere pädagogischer Mitarbeitende, wie zum Beispiel Werkpädagogen und -pädagoginnen, Erzieherinnen und Erzieher.

Marijke Höppner: Was genau machen die Jugendlichen bei Ihnen in der 2. Chance?

Michael Haddad:
Jugendliche unserer Koordinierungsstelle „KEEPsChOOL – Schulverweigerung – Die 2. Chance Tempelhof-Schöneberg werden im Case Management individuell unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler besuchen weiterhin ihre Regelklasse, werden aber im sozialpädagogisch dahingehend begleitet, zum Beispiel die Ursachen von Schulverweigerung zu klären und aufzuarbeiten. Wir bieten Gesprächsangebote für Eltern, Schülerinnen und Schüler und Familienangehörige an, entwickeln berufliche Perspektiven, vermitteln weiter und begleiten in andere Fach- und Beratungseinrichtungen. Wir bieten im Besonderen ein außerschulisches werkspädagogisches Angebot in den Räumen unserer erfolgreichen Jugendmanufaktur des DWTS, einer Jugendhilfeeinrichtung, die im Rahmen der Tagesgruppe nach § 32 SGB VIII gefördert wird, an. Sie betreut an einem außerschulischen Standort in der Nähe der Kooperationsschule in der Rathaussstraße 29, 30 jugendliche, schuldistanzierte Schülerinnen und Schüler aus Tempelhof-Schöneberg und ganz Berlin. Im Rahmen von CM existierte eine enge Zusammenarbeit unter den involvierten Akteurinnen und Akteuren, wie Schulleitung, Lehrkräften, Schulpsychologie, Jugendhilfe, soziale Fachdienste und Netzwerkpartner. Wichtige Aufgaben im Rahmen des CM sind die Erstellung individueller Förderpläne und Unterstützungsangebote sowie die Erfolgskontrolle.
Marijke Höppner: Was würde passieren, wenn die 2. Chance nicht mehr in Tempelhof-Schöneberg angesiedelt wäre?

Michael Haddad:
Dazu habe ich mich mit der Schulleitung der 7. ISS, Frau Weimar, ausgetauscht und sie hat mehrere mögliche Folgen benannt.
Die Zahl der schuldistanzierten Jugendlichen würde höchstwahrscheinlich wieder spürbar steigen. Unakzeptables Sozialverhalten im Schulalltag würde wieder verstärkt auftreten. Schulabschlüsse wären erneut gefährdet; Insgesamt wäre eine Verschlechterung der Schulsituation zu erwarten. Die Schulabbrecherquote würde wieder spürbar steigen. Folgeprobleme könnten auftreten und sich verstärken (Bsp. Jugendkriminalität).

Ulrike Braiger: Dann wären diese Schüler und Schülerinnen, die einer intensiven Betreuung bedürfen wieder im „luftleeren Raum“. Schulsozialarbeit mit den personellen und zeitlichen Ressourcen, wie sie an Schule arbeiten können – auch auf Grund ihrer pädagogischen Ausrichtung – kann sich der speziellen und umfassenden Problemlage nur bedingt annehmen. Daher muss dieses wichtige und erfolgreiche bisherige Angebot der 2. Chance unbedingt aufrechterhalten werden, damit wir die Schülerinnen und Schülern nicht vor den Kopf stoßen und sie mit ihren Problemen alleine lassen, wenn sie es am Dringendsten brauchen. Die jahrelange und kontinuierliche Vertrauensarbeit steht auf dem Spiel. Auch die Lehrkräfte fürchten ein erneutes konfliktträchtigeres Klima in ihren Klassen, was mit negativer Gruppendynamik einhergeht. Denn Schulverweigerer und Schulverweigerinnen sind oft auch Leistungsverweiger, denen der Spaß am Lernen erst wieder mühevoll beigebracht werden muss. Dies ist die Aufgabe der Koordinierungsstellen und Case Manager und Managerinnen vor Ort. Das dürfen wir nicht gefährden. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre 2. Chance verdient!

Marijke Höppner:
Warum sind die Projekte erforderlich?
Michael Haddad: Auch dazu habe ich mit der Schulleitung, Frau Weimar an unserer Partnerschule ausgetauscht. Frau Weimar gibt beispielsweise an, dass ihre Lehrkräfte nicht mehr in der Lage wären in dieser besonderen intensiven Form mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. In der Folge werden eventuell auch Probleme und verstärkte Konflikte in den Schulen und Klassen entstehen, da Verweigerer und Verweigerinnen auch die anderen Schülerinnen und Schüler ablenken und negativ beeinträchtigen. Infolge verschlechtert sich das Klassen- und Schulklima.

Marijke Höppner:
Warum sind Projekte für schuldistanzierte Jugendliche erforderlich?

Michael Haddad:
Da schuldistanziertes Verhalten – aktives oder auch passives – in der Regel nicht „über Nacht“ auftritt und daher ein längere Vorlaufzeit hat, ist auch eine präventive Intervention zwingend erforderlich. Die Erfahrung, dass wir bei Schulverweigerern und Schulverweigererinnen häufig unterschiedliche multikomplexen, familiären und außerfamiliäre Problemkonstellationen vorfinden, macht die umfassende und frühzeitige Aufarbeitung der Problemlage und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem CM beziehungsweise der Case Managerin unabdingbar. Verschiedene Risikofaktoren, z.B. in der Familie oder im sozialen Umfeld, in der Peergroup, personennahe Faktoren, wie auch Schule selbst oder die Gesellschaft können Ursachen für Schulverweigerung sein. Ca. 8% eines Jahrgangs in Deutschland verlassen die Schule ohne Abschluss. Um die Senkung der Anzahl dieser Schülerinnen und Schüler zu erreichen und die Vermittlung vor allem sozialer Kompetenzen zu ermöglichen, ist es notwendig , so früh wie möglich die Schülerinnen und Schüler individuell zu unterstützen- aber auch im Zuge der verstärkten Elternarbeit, die erzieherischen Kompetenzen der Eltern zu fördern – z.B. durch individuelle Unterstützung und Beratung im häuslichen Rahmen. Je früher die Jugendlichen aufgefangen werden- vor allem an den biografischen Sollbruchstellen, wie z. B. der Übergänge von Grundschule zur Sekundarschule, desto größer die Erfolgsquote zum Erreichen eines Schulabschlusses.

Friedenau zeigt Gesicht gegen Rechts

Gesicht zeigen gegen Rechts

Auf Einladung der SPD- Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof- Schöneberg diskutierten am Dienstag, den 28. Mai 2013 mehr als 50 Friedenauerinnen und Friedenauer über Strategien gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Anlass war eine gehäufte Zahl von rechtsextremistische Aktionen gegen Friedenauer Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Erinnerung an den Holocaust einsetzen. Bezirksbürgermeisterin Schöttler stellte den Rechtsextremismusbericht des Bezirks vor. Siehe hierzu auch Seite 2 der aktuellen TSaktuell.

Zunächst stellte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler den Rechtsextremismusbericht des Bezirksamts Tempelhof- Schöneberg vor. Sebastian Wehrhahn von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr), wies auf die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements hin und erläuterte zusätzliche Handlungsansätze. In ihrem Schlusswort unterstrich SPD- Fraktionsvorsitzende Elke Ahlhoff die gemeinsame Vorgehensweise von Politik und Zivilgesellschaft und sagte ein anhaltendes Engagement der SPD- Fraktion gegen Rassismus zu. Durch die mehr als 2- stündige Diskussion führte die Bezirksverordnete Marijke Hoeppner, die sich abschließend herzlich beim Nachbarschaftsheim Schöneberg, vertreten durch den Geschäftsführer Georg Zinner, für die Unterstützung. Die Veranstaltung fand in den Räumen des Nachbarschaftsheim in der Friedenauer Rheinstraße statt.

Rede zur Drs. 0558/XIX Registerstelle in Tempelhof-Schöneberg einrichten

Sehr selten veröffentliche ich Reden online. Dies liegt vorallem daran, dass die Rede im Plenum der Bezirksverornetenversammlung Tempelhof-Schöneberg laut geschäftsordnung frei gehalten werden müssen. Meine Überlegungen für die Rede zur Einrichtung einer bezirklichen Registerstelle möchte ich ausnahmsweise gern online stellen.

Rede zur Drs. 0558/XIX Registerstelle in Tempelhof-Schöneberg einrichten von Marijke Höppner:

Sehr geehrte Vorsteherin,
meine Damen und Herren,

gern möchte ich hier heute begründen, warum die SPD-Fraktion sich für eine Registerstelle in Tempelhof-Schöneberg einsetzt. Diese, von freien Trägern geführten, Sammelstellen für rechte, rassistische, antisemitische und heterosexistischen Aktivitäten, bieten eine wichtige Grundlage der organisierten Zivilgesellschaft und der Stärkung der Kieze in den Bezirken.
Um zu erklären, warum eine Registerstelle sinnvoll ist, empfiehlt es sich aber einen Blick in den Rechtsextremismusbericht für Tempelhof-Schöneberg in dieser Tagesordnung zu werfen, um dann zu schauen, wie die Registerstelle selbst ausgestaltet sein sollte. Letztendlich möchte ich gern eine kurze Anmerkung zum Ersetzungsantrag der CDU machen.
1.) Zahlengrundlage
In Tempelhof-Schöneberg gab es laut LKA 2010 81 politisch motivierte Straftaten mit einer steigenden Tendenz zu 2011. Damit gehören wir zu den Bezirk mit einem mittleren Fallaufkommen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Propagandadelikten. Tatverdächtige sind vor allem erwachsene Männer. Die Opfer wurden attackiert und aufgrund ihrer Hautfarbe, Nationalität oder politischer Einstellung beleidigt. Religion und sexuelle Identität werden auch zum Anlass genommen, die demokratisch gewährte Freiheit, sich zu entfalten, in Frage zu stellen.
Wichtig sind auch die Zahlen der Opferberatungsstelle Reach Out. Dort melden sich häufig Menschen hin, die Beratung nach rechten Angriffen benötigen, sich aber von der Polizei nicht ausreichend unterstützt fühlen. Dort wurden 10 Angriffe für unseren Bezirk im Jahr 2011 gezählt. In der Ausstellung „Tatorte“, die im Foyer des Rathaus gezeigt wurde, wurde deutlich, wie alltäglich die Tatorte rechter Gewalt waren: S-Bahnstationen, der Supermarkt um die Ecke, die Grünanlage,…
Rechte Parteien gründeten sich im Bezirk. Pro Deutschland begann gegenüber von uns im Kennedy Grill, die NPD tagte in Kneipen in Mariendorf und Marienfelde. Regelmäßig finden sich Schmierereien. Auffällig ist in letzter Zeit die Häufung rechter Aktivitäten in Friedenau. Dort finden sich Schmierereien an Gebäuden sozialer und kultureller Einrichtungen, an dem arabischen Frauenprojekt Al Nadi, dem türkischen Frauenprojekt Kidöb und einem muslimischen Kulturzentrum sowie die Schändung von Stolpersteinen und einer Stolperschwelle durch Schwärzungen. Auch, wenn Schmierereien wie kleinere Propagandadelikte wirken, dürfen sie nicht zum Normalzustand im Stadtbild werden. Denn so gelangen sie von den Wänden in die Köpfe.
Dass die rechten Aktivitäten eine neue Qualität gewonnen haben, zeigt der persönliche Angriff auf die Wohnung der Sprecherin der Stolpersteininitiative Stierstraße. Ein feiger Einschüchterungsversuch wurde vorgenommen, als nachts die Wohnungstür von Petra Fritsche mit den Worten „Vorsicht, Jugendfreundin“ besprüht und mit einem Sylvester-Böller versucht wurde, ihren Briefkasten in die Luft zu sprengen.
Menschen wie Petra Fritsche stechen durch Engagement heraus. Sie sind für Neonazis und Rassistinnen Angriffsfläche und sollten geschützt werden. Ihr Engagement ist ehrenwert und sollte unterstützt werden. Sehr begrüße ich deshalb den Anruf von Angelika Schöttler bei Frau Fritsche, um ihr Solidarität und Unterstützung zuzusprechen.
Viele andere Menschen engagieren sich auch gegen Rassismus, Antisemitismus und Heterosexismus. Erwähnenswert sind hier die spontanen und geplanten Demonstrationen in Marienfelde gegen die NPD, in Friedenau nach dem Angriff auf den Rabbiner Daniel Alter und immer wieder im Schöneberger Norden nach Übergriffen auf queere, insbesondere transidentitäre Menschen.

2.) Die Registerstellen
Die Registerstellen selbst bieten eine Möglichkeit, das Engagement vieler Menschen zu bündeln. Koordiniert durch einen freien Träger, werden Anlaufstellen im Bezirk eingerichtet. Nachbarschaftsheime, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen, soziale Projekte und viele weitere Standorte können aufgesucht werden, um rassistische, antisemitische und heterosexistische Ereignisse aller Art zu melden. Die Hemmschwelle wird genommen, die Polizei aufsuchen zu müssen. Taten, die unterhalb des Straftatbestands liegen, können in die Statistik eingebracht werden und so kann ein gesellschaftlicher Diskurs in Gang gesetzt werden.
Weitergeleitet werden die Informationen an eine Sammelstelle, die regelmäßig Berichte erstellt. Bezirke wie Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Pankow und Marzahn-Hellersdorf haben schon Registerstellen. In diesen Bezirken ist die Datenerfassung sehr dicht. Polizeistatistik und Registerstellen ergänzen sich und können so Gefahrenpotenziale leichter ermitteln und gezielt helfen. In den Westbezirken gibt es weniger Datenmaterial. Fachberatungsstellen und -projekte mahnen dies regelmäßig an, da deshalb rechtsextreme Potenziale kaum entdeckt und früh auf sie reagiert werden kann. Wie dramatisch und schnell sich rechte Potenziale entwickeln, sehen wir derzeit in Friedenau. Eine Registerstelle hätte hier ein Frühwarnsystem sein können.
Die Registerstellen sind zudem vernetzt. Durch das Filialprinzip im Bezirk stehen Sie im regelmäßigen Kontakt mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Eine Vernetzungsgruppe der Registerstellen ermöglicht die Vergleichbarkeit der Arbeit und bietet die Chance zum Austausch auf der Fachebene.

3.) Die CDU und der Ersetzungsantrag:
Kurz möchte ich noch Stellung nehmen auf den Ersetzungsantrag der CDU. Hier werden diverse Begrifflichkeiten in den Antrag gemengt, die darin nichts zu suchen haben. Es geht um Religion, Linksextremismus und sonst welche „Feindlichkeiten“. An diesem Sammelsurium lässt sich erkennen, dass die CDU bis heute keinen gesunden Umgang mit dem Themenfeld Rechtsextremismus bekommen hat. Eine Anerkennung, dass Rechtsextremismus grundsätzlich falsch ist und die Schreckenszeit der NS-Diktatur unvergleichbar dasteht, findet nicht statt. Stattdessen kann man sich die Uhr nach dem „Linksextremismus“-Reflex stellen, der leider bis heute keine wissenschaftliche Definition gefunden hat und im universitären Bereich belächelt wird. Gefüllt wurde der Begriff durch die Bundesregierung mit Inhalten, die einen besonders stark ausgeprägten Marxismus, Antimilitarismus oder Antifaschismus beinhalten. Mit diesen Worten beschreibt sich jeder Jusos in der SPD und viele Genossinnen und Genossen zu Recht heute noch. Warum diese Positionen zu Gewalt führen sollten, ist mir schleierhaft. Bisher standen gewalttätige Übergriffe durch die SPD- Fraktion in der BVV aus. Ich denke das bleibt so!
Ich empfehle Ihnen die Annahme der Drucksache 0017/XIX. Und wünsche – mit einem Blick nach Rechts – eine hoffentlich nicht zu berechenbare Diskussion.

Presseerklärung: JHA-Vorsitzende begrüßen Einigung des Rates der Bürgermeister: Ein Meilenstein für die Kinder und Jugendlichen in Berlin!

Am vergangenen Donnerstag entschloss sich der Rat der Bürgermeister mehrheitlich für ein neues Konzept zur Finanzierung der Jugendarbeit. Dieses zunächst auf zwei Jahre festgelegte Übergangsmodell nimmt die Anzahl der in einem Bezirk lebenden Kinder und Jugendlichen als Grundlage der bereitzustellenden Finanzmittel für die Bezirke. Neu ist auch, dass die Bezirke bei der Sicherung der Jugendarbeit unterstützt werden, die ihre Mittel im Bereich Jugendarbeit auch tatsächlich sachbezogen verwenden und nicht für andere Bereiche verausgaben. 11 Mio. Euro soll der Senat dafür zur Verfügung stellen, um einen positiven Anreiz für die Entwicklung der Jugendarbeit zu schaffen. Alle Augen sind nun auf die Regierungskoalition gerichtet, denn am Ende entscheidet das Abgeordnetenhaus darüber, wie viel ihnen die Jugendarbeit wert ist und ob dieses Modell umgesetzt werden kann.

Die Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse begrüßen diese Entwicklung. Schon Ende 2012 wiesen sie in einem Brandbrief auf die dramatische Situation der Jugendarbeit in den Bezirken hin. Die finanzielle Ausstattung des Bereichs Jugendarbeit reichte kaum aus, um die bestehenden Einrichtungen auskömmlich zu finanzieren. Angebotseinschränkungen und Schließungen von Einrichtungen sind die Folge stetiger Kürzungen im Bereich Jugend. 10% des Jugendhilfeetats sollen laut gesetzlicher Vorgabe in Jugendfreizeiteinrichtungen, Streetwork und Jugendverbandsarbeit investiert werden. Tatsächlich werden bisher kaum 5% erreicht, um den präventiven Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu sichern

Die Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse fordern daher die Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses und besonders die Regierungskoalition aus SPD und CDU auf, sich für die Kinder und Jugendlichen in Berlin stark zu machen und das Übergangsmodell zu unterstützen.

Bei Nachfragen stehen Ihnen Marijke Höppner, Vorsitzendes des Jugendhilfeausschuss Tempelhof-Schöneberg, unter 0179-2088800 und Florian Schwanhäußer, Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss Mitte, unter 0172-3823832, zur Verfügung.

Einladung: „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts am 28.5.13 um 19:30 Uhr im NBHS, Rheinstraße 53-54

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr gern möchten wir Sie zu der Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“ einladen.

In Anbetracht einer Zunahme rechter Propagandadelikte in Friedenau wie Schmierereien an Gebäuden sozialer und kultureller Einrichtungen von Al Nadi, Kidöb und einem muslimischen Kulturzentrum sowie der Schändung von Stolpersteinen und einer Stolperschwelle durch Schwärzungen, stellt sich die Frage, ob rechtsextreme Aktivitäten in Friedenau zugenommen haben.
Rassistische Schmierereien dürfen nicht zum Normalzustand im Friedenauer Stadtbild werden. Daher möchten wir gemeinsam mit den Betroffenen, Initiativen vor Ort, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und den Friedenauern und Friedenauerinnen diskutieren, wie wir im Kiez zeigen können, damit rassistisches Gedankengut bei uns kein Platz findet.

Einen Einstieg wird uns Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin, in die Thematik gebeten und den gerade veröffentlichten Rechtsextremismusbericht vorstellen. Sebastian Wehrhahn von den Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Berlin wird uns als Experte für die Einschätzung rechter Aktivitäten in Friedenau zur Seite stehen.

    Sie sind herzlich eingeladen gemeinsam mit uns zu diskutieren:


    Diskussionsveranstaltung „Friedenau zeigt Zivilcourage gegen Rechts“
    am Dienstag, 28. Mai 2013
    von 19:30 bis 21:30 Uhr
    im Nachbarschaftsheim Schöneberg, Rheinstraße 53-54, 12161 Berlin

Grußwort: Georg Zinner, Geschäftsführer Nachbarschaftsheim Schöneberg

Vorstellung des Rechtsextremismusberichts Tempelhof-Schöneberg – Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin

Einschätzung der rechtsextremen Potenziale in Friedenau – Sebastian Wehrhahn, Mobile Beratungsteams gegen Rechtsextremismus

Offene Diskussion „Wie können wir rechten Aktivitäten begegnen?“

Schlusswort: Elke Ahlhoff, Vorsitzende der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Moderation: Marijke Höppner, SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg

Wir freuen uns über eine Zusage bis zum 26. Mai 2013 an post@spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Ahlhoff


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Große Anfrage: Schuldistanzierten Jugendlichen in Tempelhof-Schöneberg eine zweite Chance geben!

Wir fragen das Bezirksamt:

1.) Was ist das Teilprogramm „Zweite Chance“ im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend stärken“?

2.) Welche Standorte der „Zweiten Chance“ gibt es in Tempelhof-Schöneberg?

3.) Wie bewertet das Bezirksamt die Arbeit der „Zweiten Chance Projekte“ in Tempelhof-Schöneberg

4.) Wie wird sich die Beendigung des Bundesprogramms „Jugend stärken“ mit den Teilprogrammen, wie „Zweite Chance“ und „Kompetenzagenturen“ mit Ablauf der ESF-Förderperiode zum 31.12. 2013 auf die bezirkliche Situation von jungen Menschen auswirken?

5.) Welche Möglichkeiten zur Weiterführung des Programms „Zweite Chance“ sieht der Bezirk?

Berlin, den 06.05.2013
Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 15.05.13.

Antrag: Komplette Nutzung der Kita- Nahariya- Straße

Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Räume der Kita- Nahariya- Straße wieder vollständig für den Eigenbetrieb zur Verfügung zu stellen. Zur Entlastung des Bereichs Schule von Infrastrukturkosten und zur Schaffung dringend benötigter Kitaplätze soll zukünftig die Hortbetreuung der Kinder der Nahariya Grundschule wieder in den Räumen der Grundschule stattfinden.
Der BVV ist bis August 2013 zu berichten.

Begründung:
Der durch den Senat erstellte „Bedarfsatlas 2013 Kindertagesbetreuung“ hat einen erhöhten Bedarf an Kita- Plätze in den Regionen des Alt- Bezirks Tempelhofs festgestellt. Es ist wichtig alle Potenziale für Kitaplätze auszuschöpfen.

Berlin, den 06.05.2013
Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 15.05.13.

Antrag: Bedarf der Jugendarbeit in Marienfelde prüfen

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt zu prüfen, welche zusätzlichen Bedarfe an Kinder- und Jugendarbeit in der Jugendhilferegion Marienfelde und ihren Planungsräumen aufgrund schwacher Sozialstruktur und/oder auffällige Jugendgruppen bestehen.

Der BVV ist bis zum 31.07.2013 zu berichten.

Begründung:
Im Rahmen der durch das Jugendamt zur Verfügung gestellten Fact Sheets lässt sich erkennen, dass die Planungsräume Marienfelde Nordost und Marienfelde Süd in der Jugendhilfe Region Marienfelde eine auffällige Sozialstruktur haben. Diese bezieht sich auf die hohe Anzahl der Transferleistungsbeziehenden, Alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften und Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Im westlichen Teil des Planungsraums Marienfelde Süd liegt das sogenannte W40 Gebiet, ein Kiez mit ausgewiesenem Förderbedarf. Darüber hinaus wurde von auffälligen Jugendgruppen berichtet, die auch Mitarbeitende in Jugendfreizeiteinrichtungen einschüchterten.

Berlin, den 11.03.2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 20.03.13.

Antrag: Miteinander und Jugendhilfe im Haus of Fun entwickeln

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt zu prüfen, wie nachbarschaftliches Miteinander und besonders Jugendarbeit am Standort Haus of Fun in Marienfelde gestärkt werden können, so dass sich das Haus of Fun zu einem Jugend- , Nachbarschafts- und Familienzentrum weiterentwickeln kann.
Hierzu ist genauer zu prüfen, inwiefern das Angebotsspektrum vor Ort auch über den Jugendhilfebereich hinaus erweitert und in das Haus folgende Bereiche integriert werden können:

Volkshochschule und Musikschule,
Aktivierung von Ehrenamtlichen,
Selbsthilfeangebote,
Beratungsangebote aus den Bereichen Jugendhilfe, Gesundheit und Soziales (bsplw. Pflege- , Renten- , Erziehungs- und Rechtsberatung, Beratung im Fall von häuslicher Gewalt),
Zielgruppenspezifische Angebote (bsplw. für Eltern, Senioren, Menschen nicht deutscher Herkunftssprache),
Treffpunkt für Menschen aus dem Kiez (ggf. ein Kiez Cafe),
Kooperationen vor Ort (bsplw. Schule, Kita, W40, Wohnbaugesellschaften).

Mögliche Drittmittelquellen sind der Prüfung beizulegen. Der BVV ist zum 30.7.2013 zu berichten.

Begründung:
Das Haus of Fun hat einen zentralen Standort im Quartiersentwicklungsgebiet W40. Über ein Drittel der Marienfelder_innen (Marienfelde Süd: 13.472; Marienfelde insg.: 30.156) lebt in diesem Gebiet auf Verhältnismäßig engem Raum. Ein zusätzlicher Förderbedarf wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erkannt, die die Region Rund um die Waldsassener Straße einen besonderen Quartiersentwicklungsbedarf attestierte. Über das Quartiersbüro werden kleinere Projekte angestoßen und Vernetzung gefördert. Dennoch fehlt es an Regelstrukturen, die den Kiez stabilisieren und langfristig stärken. Eine langfristige Stärkung und Stabilisierung ließe sich durch einen Jugend- und Nachbarschaftsstandort erreichen. Das Haus of Fun bietet durch seinen Größe, den Gartenbereich und seine zentrale Lage eine optimale Anlaufstelle, die es ermöglicht alle Angebote zu vereinen.

Berlin, den 11.03.2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 20.03.13.

Antrag: Transparent für bunte Vielfalt am Rathaus Friedenau

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt das Spruchband, das im Rahmen der Proteste gegen rechte Akteure im Rathaus Schöneberg geschaffen wurde, am Rathaus Friedenau aufzuhängen.

Begründung:
In Anbetracht einer Zunahme rechter Propagandadelikte in Friedenau wie Schmierereien an Gebäuden sozialer und kultureller Einrichtungen wie Al Nadi, Kidöb und einem muslimischen Kulturzentrum sowie Schändung von Stolpersteinen und einer Stolperschwelle durch Schwärzung ist es wichtig zu verdeutlichen, dass diese Aktivitäten nicht toleriert werden und ein sichtbares Zeichen dagegen zu setzen.

Berlin, den 08. April 2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 17.04.13.

Antrag: Bündnis gegen Rechts in Tempelhof- Schöneberg einrichten

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt ein Bündnis gegen Rechtsradikalismus, Rassismus, Antisemitismus und Heterosexismus in Tempelhof- Schöneberg zu initiieren. Das Bündnis soll lokale Bündnisse nicht ersetzen, sondern die Vernetzung und Unterstützung sichern.

Begründung:
In den vergangenen Jahren zog es immer wieder rechte Parteien und Akteure nach Tempelhof- Schöneberg. So wurden die Rathäuser in Tempelhof und Schöneberg als Veranstaltungsorte angefragt und/oder genutzt, neue Parteigliederungen gründeten sich im Bezirk, eine größere Demonstration der NPD führte im vergangenen Jahr durch Marienfelde. Darüber hinaus gab es diverse Angriffe und Körperverletzungen zuletzt an einer jüdischen Transfrau in Nordschöneberg. Hinzu kommen Schmierereien rechter Parolen und Sachbeschädigung bzw. Schändung von Stolpersteinen im Bezirk.
Eine Häufung politisch- motivierter rechter Aktivitäten hat das Ziel der Ausgrenzung verschiedener Personengruppen. Dies kann als Angriff auf die Grundwerte der Demokratie verstanden werden und hat das Ziel die gesellschaftliche Pluralität zu zerstören.
Ein Bündnis hat die Funktion zivilgesellschaftlichen Protesten gegen Rechts und Engagement für eine vielfältige Gesellschaft in Tempelhof- Schöneberg zu fördern, Aktivitäten zu planen und sich gegenseitig zu informieren.

Berlin, den 08. April 2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 17.04.13.

Antrag: Registerstelle in Tempelhof- Schöneberg einrichten

Die Bezirksverordnetenversammlung empfiehlt dem Bezirksamt sich bei den zuständigen Stellen für die Finanzierung einer Registerstelle zur Erfassung von rechten, rassistischen, antisemitischen und heterosexistischen Vorfällen einzusetzen. Die Registerstellen soll dem Format in Treptow- Köpenick nachempfunden werden.

Begründung:
Ein Register ist eine Sammlung von rechten, rassistischen, antisemitischen und homophoben Vorfällen, die sich in den jeweiligen Stadtbezirken Berlins ereignet haben. Diese Vorfälle wurden von Bürgerinnen und Bürgern des Bezirks bei verschiedenen Anlaufstellen, die über den Bezirk verteilt sind, gemeldet. Diese Stellen leiten die Informationen an die Koordinierungsstelle des Registers weiter. Dort werden sie gesammelt, halbjährlich ausgewertet und die Ergebnisse werden veröffentlicht. Teilweise werden die Vorfälle in einer Chronik auf der zugehörigen Internetseite dokumentiert,

Die Register der einzelnen Bezirke sind untereinander vernetzt. Es finden regelmäßige Treffen statt, z.B. im Rahmen der halbjährlichen Auswertung. Gleichzeitig sind die Register in ein Netzwerk eingebunden, dass auch über den Bezirk hinausgeht.
Ziel der Register ist nicht nur die Sammlung und Auswertung von rassistischen, rechtsextremen, homophoben oder antisemitischen Vorfällen, sondern vor allem das Sichtbarmachen von Diskriminierung im Alltag.

Im Gegensatz zu bestehenden Statistiken bezieht das Register nicht nur anzeigerelevante Vorfälle wie Sachbeschädigungen und gewalttätige Übergriffe ein, sondern es werden auch sogenannte niedrigschwellige Vorfälle aufgenommen, wie Pöbeleien, rechte „Schmierereien“ und Aufkleber, und Vorfälle, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anzeige gebracht werden.

Das Registrieren solcher Vorfälle in lokalen Anlaufstellen schafft für die Betroffenen einen Raum, in dem sie ihre Erlebnisse schildern können, und sie merken, dass sie mit ihren Problemen nicht allein dastehen. Es besteht die Möglichkeit die Betroffenen an andere Stellen weiterzuleiten, wie z.B. an die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr) oder die Opferberatungsstelle ReachOut.

Durch die Veröffentlichung der Vorfälle und die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Register, soll langfristig eine Sensibilisierung für die Problematik der Diskriminierung entstehen.

Die Ergebnisse des Registers sollen außerdem den unterschiedlichen, demokratischen Akteuren im Bezirk ein detailliertes Bild darüber vermitteln, welche Vorfälle im Bezirk stattfinden, und wo sich Schwerpunkte für bestimmte Formen der Diskriminierung herauskristallisieren.
(Quelle: www.reachoutberlin.de/index.php?module=htmlpages&func=display&pid=11)

Berlin, den 8. April 2013

Marijke Höppner

Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 17.04.13.

Jugendhilfe im Wandel

Mit diesem Beitrag möchte ich eine Übersicht der bisherigen Initiativen im Land Berlin zur Verbesserung der Jugendhilfe und Jugendarbeit geben. Es stellt mehr eine Sammlung an wichtigen Informationen, als einen Artikel dar. Aber bevor man sucht, findet sich hier alles auf den ersten Blick.

    Berliner Initiativen:

    Brandbrief der JHA Vorsitzenden„>Brandbrief der Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden:
    Brandbrief JHA-Vorsitzende

    Offener Brief der Jugendamtsleiter:
    Jugendamtsleiter Offener Brief

    Presseerklärung GEW:
    PE GEW

    „Ein Damoklesschwert hängt über der Berliner Jugendarbeit“ – Stellungnahmen von Geschäftsführern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin und des Landesjugendrings:
    Liga und LJR

    „Die AWO teilt die bekundete Sorge“
    Stellungnahme der Arbeitwerwohlfahrt Berlin zum offenen Brief der Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden
    Stellungnahme der AWO

    Antwortschreiben von Senatorin Sandra Scheeres an die Vorsitzenden der Jugendhilfeausschüsse:
    Antwort der Senatsverwaltung

    Antwortschreiben von Die Linke an die Vorsitzenden der Jugendhilfeausschüsse:
    Antwort_DieLinke an JHA Vors

    Online Petition der AG § 78 Offene Kinder- und Jugendarbeit Pankow zur Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit im Land Berlin:
    Online-Petition

    Tempelhof-Schöneberger Inititiativen:

    „In Sorge um die Kinder und Jugendlichen in Tempelhof-Schöneberg“
    Resolution des Jugendhilfeausschuss und der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg:
    Resolution Tempelhof-Schoeneberg

    Antwortschreiben von Staatssekretärin Sigrid Klebba an die Jugendhilfeausschussvorsitzende Tempelhof-Schöneberg:
    Antwort Klebba_Resolution TS

    Salut Levallois! Das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg trifft ihre Partner aus Levallois, Frankreich

    Vom 26. bis zum 27. Januar 2013 trafen sich auf Initiative des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und dem Centre fraincais Berlin das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg mit dem Kinder- und Jugendparlament aus Levallois, Frankreich. Das erste Aufeinandertreffen fand im Rathaus Schöneberg statt. Dort wurden alle vom Jugendamtsdirektor, Wolfgang Mohns und der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Marijke Höppner begrüßt.
    KJP Levallois

    Mehr zu dem Austausch erfahrt Ihr hier.

    Antrag: Häusliche Gewalt früh erkennen und bekämpfen!

    Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

    Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt verpflichtende Schulungen zur Umsetzung von Interventionsstandards gegen häusliche Gewalt für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anzubieten, die in den Bereichen des Bezirksamtes mit Publikumsverkehr tätig sind wie beispielsweise die Beratungs- und Leistungsvergabestellen des Jugend- , Sozial- und Gesundheitsamtes sowie die Bereiche des Bürger- , Ordnungs- und Standesamtes. Mögliche Schulungspartner sollen mit der Frauenbeauftragten ermittelt werden und spezifisch auf die Anforderungen der Fachbereiche zugeschnitten werden.
    Der BVV ist ein Zeitplan bis April 2013 für die Schulungen vorzulegen.

    Der Bezirksverordnetenversammlung ist jährlich zu berichten, wie der Implementierungsstand innerhalb der jeweiligen Arbeitsprozesse ist.

    Begründung:
    Jede 4. Frau (25 %) berichtet über Erfahrungen mit körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt in der Partnerschaft (Schröttle, M. et al 2004 „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, Repräsentativstudie, BMFSJ). Laut Fachliteratur steigt das Risiko, Opfer von Partnergewalt in bestimmten Lebensphasen zu werden. Dazu gehören Heirat (38 %), Zusammenziehen (34 %), Geburt eines Kindes (20 %), Entschluss zur Trennung (13 %) und Schwangerschaft (10 %).
    In vielen Fällen werden Anzeichen für Partnergewalt nicht erkannt. Gleichzeitig schämen sich Gewaltopfer oder fühlen sich machtlos, sprechen nicht über die Gewalt, die ihnen widerfährt, so dass Hilfe sie schwer erreichen kann. Hilfe erreicht daher nur einen Bruchteil der betroffenen Frauen.
    Die SIGNAL- Patientinnenbefragung in der Rettungsstelle der Charité Campus Benjamin Franklin von 2003 hat gezeigt, dass fast 80% der befragten Frauen befürworten, nach Gewalterfahrungen gefragt zu werden.
    Die Studie von Kavemann/Helfferich zum „Platzverweis nach Polizeieinsatz bei häuslicher Gewalt“ verdeutlicht, dass Frauen ergebnisoffene Beratung und Prozessbegleitung wünschen.

    Intervention bei Partnergewalt ist für jede Profession an jedem Arbeitsplatz möglich und erfordert geschultes Personal, weil Fachkräfte oft eine große Unsicherheit haben, nach Gewalt zu fragen und nicht wissen, wie sie weiter verfahren sollen, wenn Betroffene auf Nachfrage von Partnergewalt berichten.

    Ziel der Implementierung von Interventionsstandards in den bürgernahen Bereichen des Bezirksamtes und bei den freien Trägern ist es, Partnergewalt an Frauen früh zu erkennen, um ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen.
    Das besondere Potenzial des Bezirksamtes liegt darin, dass viele Betroffenen unabhängig von ihrem Hintergrund erreicht werden können.

    Berlin, den 03.12.2012

    Marijke Höppner
    SPD

    Marius Feldkamp
    Bündnis 90/Die Grünen

    Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung am 12.12.12. Den Verlauf des Antrages finden Sie hier.

    Presseerklärung: SPD Fraktion setzt ein Zeichen gegen häusliche Gewalt!

    Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Projekt Frauenzimmer e.V. in Schöneberg. Der Verein bietet Zufluchtswohnungen, Beratung und viele weitere Angebote für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Frauenzimmer e.V. setzt sich in Berlin besonders stark für die Aufnahme von gewaltbetroffener Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderung ein. „Wir möchten den diesjährigen Tag gegen Gewalt an Frauen dazu verwenden, um besonders auf die Belange von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung hinzuweisen, die Opfer von Gewalt geworden sind.“

    Die Studie des BMFSJ zur „Lebenssituation und Belastung von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“, die zwischen Mai 2009 und November 2011 erstellt wurde, beschreibt eindringlich die Gewalterfahrungen von Frauen mit Behinderung, die sie in Kindheit und Erwachsenenleben gemacht haben. Demnach macht jede zweite bis dritte Frau in ihrem Leben Erfahrungen von sexueller Gewalt. Über zwei Drittel der Befragten erlebten psychische Übergriffe im Erwachsenenleben. Fast doppelt so viele beeinträchtigte und behinderte Frauen wie Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt wurden Opfer körperlicher Gewalt (58-73 % Frauen der Studie). Dabei spielen familiäre und partnerschaftliche Situationen genauso eine Rolle wie die Grenzüberschreitungen in der professionellen Pflege. „Viele Frauen, besonders die in Einrichtungen, wissen kaum um Ihre Rechte oder Ihnen fehlen die Möglichkeiten diese nach außen zu kommunizieren. Ein Mangel an Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten fehlt. Deshalb möchten wir uns um Aufklärung und Befähigung von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung kümmern. Gewalterfahrungen sollten nicht zum Standard werden!“

    Um das Thema häusliche Gewalt stärker ins Bewusstsein von Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal zu rufen, hat die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg die Drs. 0461/XIX Ausstellung Rosenstraße 76 eingebracht. Es handelt sich um eine Ausstellung für ein Tempelhof-Schöneberger Krankenhaus, die aus einem Nachbau einer Dreizimmerwohnung besteht. Es soll gezeigt werden wie alltäglich Gewalt sein kann.

    Brandbrief: Berliner Jugendhilfeausschussvorsitzenden schlagen Alarm!

    Massiver Personalabbau und stetige Kürzungen im Jugendhilfebereich machten einen Brandbrief der Vorsitzenden der Berliner Jugendhilfeausschüsse notwendig.

    Zwei Forderungen bilden dabei den Kern:

    1.) Ein Moratium soll eingerichtet werden, dass zu Gunsten des Erhalts der Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit handelt.
    Seit 2008 liegen die Kürzungen im Jugendhilfebereich aller Bezirke bei 5 bis 8 %. In absoluten Zahlen sind das 4 bis 7 Mio. Euro jährlich. Meist wird an der Kinder- und Jugendarbeit gekürzt. Es werden Jugendfreizeiteinrichtungen geschlossen! Laut gesetzt ist die Jugendarbeit allerdings mit 10% des Gesamtjugendetas auszustatten. Tatsächlich sind es im Berliner Durchschnitt 2011 nur noch 4,3 % (in Tempelhof-Schöneberg 3,1 %).

    2.) Eine Mindestpersonalausstattungen im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst der bezirklichen Jugendämter soll festgeschrieben werden.
    Der Regionale Sozialpädagogische Dienst (RSD) hat im wesentlichen die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten. Die Arbeit im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst ist keine Leichte! Von den integrativen Lerntherapien bis zum Missbrauch und Gewalt in der Familie reicht das Spektrum der zu betreuenden Fälle. Vorgesehen ist, dass eine*r Sozialpädagoge*in max. 35 Kinderschutzfälle und 25 weitere Erziehungshilfenfälle bearbeitet. Mittlerweile zwingt die schlechte Personalausstattung die Mitarbeitenden dazu zwischen 80 und 140 Fälle (Region Tempelhof) zu bearbeiten. Mitarbeitende und Jugendhilfeausschüsse haben festgestellt, dass eine verantwortliche Bearbeitung von Kinderschutzfällen so nicht möglich ist.

    Der Personalmangel trifft hier auf eine ohnehin schon unzureichende Personalzumessung. Dabei spielt nicht nur die Verteilungsfrage der zugewiesenen Globalsumme eine Rolle, sondern auch eine generelle finanzielle Unterausstattung der Berliner Bezirke. Wo wenig gegeben wird, kann auch nur wenig verteilt werden. Es geht eher um eine Mangelverwaltung als die Erfüllung bürgernaher Aufgaben. Für den Jugendbereich bedeutet dies, dass „gut dasteht“ wer mit besonders wenig Personal hohe Mengen schreibt. Die Qualität ist in einem auf Quantität ausgerichteten System nachrangig.

    Den kompletten Brandbrief finden Sie hier:

    Offener Brief an die Senatoren für Finanzen und Jugend sowie die Mitglieder des Abgeordnetenhauses zu Berlin.

    Brandbrief

    Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende schlagen Alarm!

    Wir fordern:

    1. Moratorium zugunsten der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit beschließen!
    2. Mindestpersonalstellenausstattung im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst der bezirklichen Jugendämter festlegen!

    Sehr geehrte Frau Senatorin Scheeres, sehr geehrter Herr Senator Nußbaum, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
    seit 2008 ist zu verzeichnen, dass die von den Bezirken für Kinder- und Jugendarbeit des öffentlichen Trägers und der freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe ausgegebenen Gelder stetig sinken.
    Aufgrund der unzureichenden Mittelausstattung der Bezirke werden in vielen BVVen Beschlüsse gefasst, in deren Konsequenz große Teile der Angebote nach § 11 KJHG eingestellt oder nur noch unter fragwürdigen Bedingungen fortgeführt werden. Ganze Einrichtungen werden auf Dauer geschlossen, die bezirkliche Infrastruktur wird in vielen Bezirken ausgedünnt oder abgewickelt. Und dies geschieht, obwohl die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der Stadt wächst, und gegen den Widerstand der Jugendpolitiker/innen der Bezirke, die angesichts der Bedarfslagen in den Quartieren seit Jahren den Ausbau der Angebote anmahnen.
    Die jährlichen Kürzungen liegen derzeit auf alle Bezirke gesehen bei ca. 5% bis ca. 8%. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Abbau von rund 4 bis 7 Mio. € jährlich. Auf diese Weise wird sich die Angebotsreduzierung und Schließung von Einrichtungen weiter fortsetzen, da sich die zukünftige Ausstattung mit Mitteln an den Ausgaben des jeweiligen Vorvorjahres orientiert. Eine nicht zu stoppende Abwärtsspirale wird somit auf Dauer festgeschrieben. Die bildungs- und sozialpolitische Wirkung der Kinder- und Jugendarbeit sowie die gesetzliche Aufgabe zur Förderung der Kinder und Jugendlichen nach dem KJHG bleiben dabei unberücksichtigt.
    Wir bitten Sie daher im Abgeordnetenhaus ein Moratorium zu beschließen, das den Abbau der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin bis auf weiteres stoppt.
    Das Moratorium soll dazu dienen, Zeit für eine politische Lösung zur Ausstattung und Verwendung von Mitteln für die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit zu erarbeiten. Wir schlagen vor, die Bezirke analog der Budgetzuweisung des Jahres 2011 für die Kinder- und Jugendarbeit im Jahr 2013 auszustatten sowie diese zu verpflichten, die Mittel für die Angebote nach § 11 KJHG zweckgebunden zu verwenden.
    Welche Konsequenzen drohen, sollte ein Moratorium scheitern, wollen wir Ihnen an folgenden Beispielen aus den Ortsteilen Wedding und Schöneweide verdeutlichen:

    Im Sommer 2012 schloss der Kinderschutzbund seinen Schülerladen A 13 in der Amsterdamer Str. 13 im Wedding. Das Angebot durch einen anderen Träger fortführen zu lassen, hat der Senat verweigert. Nur wenige Straßen entfernt, nutzen viele der Jugendlichen mittlerweile ein vermeintliches Alternativangebot. Die Hells Angels-nahe Gang MC Streetfighter in der Schererstraße bietet den Jugendlichen einen Ort, an dem sie sich treffen, Sport treiben, Musik hören und „abhängen“ können. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sie dort auch zu kriminellen Handlungen ermutigt werden, psychisch und physisch unter Druck gesetzt und in Ihrer persönlichen Freiheit massiv bedroht werden.

    Ab dem 1. Januar 2013 wird die Lückekindereinrichtung Labude in Schöneweide aufgrund eines Konsolidierungsplans mit einem Kürzungsvolumen von mehr als 750.000 Euro geschlossen. Gleichzeitig breitet sich in der Umgebung die Neonazi-Szene aus. Von der stadtbekannten Neonazikneipe „Zum Henker“ bis hin zu einem Military-Store schaffen sich die Rechtsradikalen dort ihre eigene Infrastruktur und schüchtern nicht selten auch mit Gewalt Initiativen und Privatpersonen ein! Neben den Neonazis sind pädosexuelle Straftäter durch das Betreiben von sogenannten offenen Wohnungen, die ähnlich ausgestattet sind wie Jugendfreizeiteinrichtungen, auf der Suche nach Opfern. Insgesamt wurden bislang 13 solcher „offenen Wohnungen“ in Schöneweide aufgedeckt. In anderen Bezirken gab es in solchen Wohnungen teilweise einen Durchlauf von 50-70 Kindern pro Woche. Zudem treibt in Schöneweide eine Sekte ihr Unwesen und versucht die Notlage von Kindern und Jugendlichen auszunutzen und diese „einzufangen“.

    Unser zweites Anliegen an Sie ist, dass wir Sie auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass in den bezirklichen Jugendämtern eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste verbindlich festgelegt wird.
    Diese Personalausstattung, die wesentlich die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten hat, darf grundsätzlich nicht zur Erreichung der sogenannten Personalzielzahlen herangezogen werden. Mitarbeiter/-innen im RSD haben teilweise mehr als 90 Fälle zu bearbeiten – der Richtwert liegt bei 60 – darunter auch viele Kinderschutzfälle. Die schwer verletzten und toten Kinder, die wir in den vergangenen Jahren zu beklagen hatten, lassen Untätigkeit nicht zu. Wir beobachten, dass die Problemlagen in den Familien komplizierter werden. In zunehmend häufiger auftretenden Multiproblemfamilien überlagern sich psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, häusliche Gewalt, usw.
    Wir bitten Sie daher, einen Beschluss im Abgeordnetenhaus zu fassen, der eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Bezirke festlegt.
    Das fehlende Personal muss dabei sofort und auch ohne vorheriges Genehmigungsverfahren bei der Hauptverwaltung durch die Bezirke eingestellt werden. Was eine Nichtbesetzung von freien Stellen und das Fehlen einer Mindestausstattung bedeutet, möchten wir Ihnen anhand von Beispielen aus den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Marzahn-Hellersdorf aufzeigen:

    Im vergangenen Juni teilten die Sozialarbeiter/-innen des RSD in Tempelhof-Schöneberg in einem Brandbrief mit, dass sie sich nicht mehr in der Lage sähen, ihre gesetzlichen Aufgaben und ihren Kinderschutzauftrag verantwortungsvoll auszufüllen. Auf eine Sozialarbeiterin in Vollzeit kommen in der Region Tempelhof 120 bis 140 Fälle. Auch der Jugendhilfeausschuss Tempelhof-Schöneberg musste feststellen, dass eine fachlich angemessene Betreuung der Familien unter diesen Umständen nicht möglich ist.
    In Marzahn-Hellersdorf ist das Verhältnis von Mitarbeitenden zu Fällen 1 : 80 bis 120 Familien, so dass aus Besorgnis um die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben Sozialarbeiter/-innen aus Jugendfreizeiteinrichtungen abgezogen wurden, um die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Eine Jugendfreizeiteinrichtung musste dafür vorübergehend geschlossen werden. Die Anzahl von Kinderschutzfällen stieg hier von 2007 auf 2011 von 385 betroffenen Kindern auf 1068.

    Wir, die Vorsitzenden der bezirklichen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse, bitten Sie eindringlich, im Sinne der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt tätig zu werden. Kinder und Jugendliche haben keine eigene Lobby. Unsere Aufgabe als Vorsitzende der Kinder- und Jugendhilfeausschüsse ist es, anwaltlich die Interessen der Kinder und Jugendlichen zu vertreten und Schäden für die Kinder und für die Gesellschaft, die irreparabel sind, aufzuzeigen. Für Rückfragen stehen Ihnen die Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeausschusses Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, unter der Rufnummer 0179 – 20 888 00, und der Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeausschusses Mitte, Florian Schwanhäußer, unter der Rufnummer 0172 / 382 38 32 zur Verfügung. Gerne würden wir Ihnen die Situation auch in einem Gespräch erläutern und verdeutlichen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf, Milan Neuhoff, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, Andy Hehmke, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg, Kerstin Zimmer, Die Linke.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, Marlitt Köhnke, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Mitte, Florian Schwanhäußer, CDU.
    Kinder- und Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Pankow, Torsten Wischnewski-Ruschin, Bündnis 90/Die Grünen.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf, Andrea Behnke, Bündnis 90/Die Grünen.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Spandau, Christiane Mross, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, Renate Krohm, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzende Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, SPD.
    Jugendhilfeausschussvorsitzender Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, Alexander Freier, SPD.

    Antrag: Kriterien für Vergaben von Planungsleistungen

    Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt bei der Beauftragung von Planungen für die Gestaltung von Plätzen, Grünanlagen, Straßen und anderen Freiräumen von sozialer Bedeutung die Berücksichtigung der planerischen Aspekte Geschlechtergerechtigkeit („Gender- Mainstreaming“), Barrierefreiheit und Partizipation/Kommunikation grundsätzlich in den vertraglichen Verpflichtungen der Auftragnehmer und Auftragnehmerinnen zu verankern. Im Rahmen des vorzulegenden Erläuterungsberichtes sollen zukünftig auch die oben genannten Aspekte berücksichtigt werden.

    Die an Vergabeverfahren beteiligten Büros sollen bereits im Vorfeld der Beauftragung neben der gestalterischen Kompetenz ihre Qualifikation hinsichtlich der genannten sozialen Aspekte nachweisen. Für die Beurteilung der Qualifikation soll eine präzisierende Checkliste bis Januar 2013 entwickelt werden und dem zuständigen Ausschuss zur Zustimmung vorgelegt werden.

    Berlin, den 12.11.2012

    Marijke Höppner
    Fraktion der SPD

    Marius Feldkamp
    Fraktion Bündnis90/Grüne

    Den Verlauf der Drucksache finden Sie hier.

    Eingebracht in die Bezirksverordnetenversammlung vom 21.11.12.

    Antrag: Ausstellung Rosenstraße 76

    Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, die Ausstellung „Rosenstr. 76“ zum Thema häusliche Gewalt, die 2008 von der evangelischen Kirche in Westfalen und „Brot für die Welt“ konzipiert und als Wanderausstellung in Nordrhein- Westfalen gezeigt wurde, in Kooperation mit einem und in einem Tempelhof- Schöneberger Krankenhaus zu zeigen. Ziel ist es, pflegerische und ärztliche Mitarbeitende und alle Interessierten zu sensibilisieren, häusliche Gewalt wahrzunehmen und auf die gesundheitlichen Folgen häuslicher Gewalt hinzuweisen.

    Begründung:
    Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ ist die Nachstellung einer normalen Dreizimmerwohnung. Die Wohnung steht exemplarisch für Räume, in denen die Gewalt zu Hause ist. Dies ist einer der brutalen Orte, an dem Menschen psychisch und sexuell erniedrigt, geschlagen, vergewaltigt und manchmal auch getötet werden. 35 Informationsschilder an einzelnen alltäglichen Gegenständen zeigen Zahlen, Fakten und Schicksale auf.
    Auf der Website der Charité zur Ausstellung Rosenstraße 76 wird ausgeführt: „Was hinter den Türen der „Rosenstr. 76“ verborgen geschieht, könnte überall passieren: In Deutschland oder in anderen Nationen, in engen Großstadtwohnungen oder vornehmen Villen, in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien oder bei den oberen Zehntausend – sogar in unserem unmittelbaren Umfeld.“

    Den Verlauf des Antrags finden Sie hier.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 21.11.12.

    Kleine Anfrage: Die Umsetzung des Hausrechts

    Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 051 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

    Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

    1.) Wer übt das Hausrecht im Rathaus Schöneberg aus
    a) Während der Plenarsitzung der Bezirksverordnetenversammlung?
    b) Während einer Ausschusssitzung?
    c) Bei Veranstaltungen Dritter?

    a) Nach § 7 Abs. 2 des Bezirksverwaltungsgesetzes übt die Bezirksverordnetenvorsteherin das Hausrecht in den Räumen der Bezirksverordnetenversammlung aus. Das bedeutet: Die Bezirksverordnetenvorsteherin übt das Hausrecht in allen bezirklichen Räumen aus, die ausschließlich der Bezirksverordnetenversammlung zur Verfügung stehen. Stehen Räume der Bezirksverordnetenversammlung nicht ausschließlich zur Verfügung, übt die Bezirksverordnetenvorsteherin das Hausrecht dort in den Zeiten aus, in denen diese Räume von der Bezirksverordnetenversammlung genutzt werden.
    In Plenarsitzungen übt folglich die Bezirksverordnetenvorsteherin das Hausrecht im BVV-Saal und den zugeordneten Nebenräumen aus.

    b) In den Ausschusssitzungen übt ebenfalls die Bezirksverordnetenvorsteherin das Hausrecht aus bzw. in ihrem Namen die/der Ausschussvorsitzende.

    c) Im Übrigen, also insbesondere auch in den Fällen der Überlassung bezirklicher Räume an Dritte, wird das Hausrecht vom Bezirksamt wahrgenommen. Die Verwaltungspraxis geht dahin, dass die Zuständigkeit bei der für die Hausverwaltung zuständigen Abteilungsleitung – hier der Abt. Bauwesen – liegt. Diese hat die Wahrnehmung des Hausrechts auf den Fachbereich Objektmanagement übertragen, dessen Mit-arbeiter/innen – insbesondere die jeweiligen Hausverwalter/innen und Hausmeister aber auch die Pförtner/innen sowie ggf. auch die im Auftrag des Bezirksamtes im Pförtnerdienst eingesetzten Beschäftigten der Wachdienstleister – das Hausrecht ausüben

    2.) Wer übt das Hausrecht in anderen bezirklichen Gebäuden aus
    a) Während einer Ausschusssitzung?
    b) Bei Veranstaltungen Dritter?

    a) Auf die Antwort zu 1 b) wird verwiesen.

    b) Auf die Antwort zu 1 c) wird verwiesen.


    3.) Welche Sachverhalte machen es möglich/nötig, dass vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden kann?
    Bitte geben Sie auch Vertretungsregelungen an, sofern die vorgesehene Person, die das Hausrecht ausübt, nicht anwesend sein kann.

    Vom Hausrecht kann und ‑ im Einzelfall ‑ muss ggf. Gebrauch gemacht werden, um die Verwirklichung des Widmungszwecks der Räume zu gewährleisten und Störungen des Dienstbetriebs abzuwenden. Die Palette einschlägiger Sachverhalte reicht von Störungen der Sitzungen der Bezirksverordnetenversammlung durch Zuschauer z. B. durch penetrante Zwischenrufe, über die Weigerung eines/einer des Saales verwiesenen Bezirksverordneten, diesen zu verlassen, bis hin zur Begehung von Straftaten gegenüber Bediensteten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Krüger

    Kleine Anfrage: Benennung von öffentlichem Straßen und Plätzen sowie bezirklichen Einrichtungen

    Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 050 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

    Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

    1.) Welche öffentlichen Straßen und Nummernstraßen sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
    Nicht benannte, aber bereits hergestellte öffentliche Straßen und Plätze mit eigener Erschließungsfunktion existieren im Bezirk nicht.
    In 11 Fällen (Stand: Juni 2012) sind öffentliche Straßen lediglich mit einer Nummer bezeichnet. Es handelt sich dabei um:
    1. Straße 7 (OT Mdf.)
    2. Straße 9 (OT Li)
    3. Straße 17 (OT Schbg.; ehem. Privatstraße; künftig eher Charakter eines Kolonieweges wg. Sportplatzbau im Umfeld)
    4. Straße 20a (OT Te.)
    5. Straße 40 (OT Li)
    6. Straße 229 (OT Md.)
    7. Straße 427 (OT Mf.)
    8. Straße 432 (OT Li.)
    9. Straße 435 (OT Mf.)
    10. Straße 478 (OT Mf.)
    11. Straße 483 (OT Md.).
    Die zuletzt benannte Nummernstraße im Bezirk war die ehem. Straße 490, die nunmehr den Namen Friedenfelser Straße trägt, da sie unmittelbar an den Verlauf der schon zuvor benannten Friedenfelser Straße anschließt. Diese Benennung erfolgte im Jahr 2009.

    2.) Welche öffentlichen Plätze sind im Bezirk noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
    In Einzelfällen mag es mehr oder weniger platzartige Straßenausformungen geben, die allerdings keine eigene Erschließungsfunktion und somit keine Anlieger haben.
    Als solche eventuell benennbare Platzfläche (ohne Anlieger) käme vielleicht die neu entstandene Straßenausbuchtung („Straßen-Nase“), welche durch den Anschluss der Wilhelm-Kabus-Straße an der Kreuzung Naumannstr./ Wilhelm-Kabus-Straße/ Torgauer Straße entstanden ist, in Frage.
    Eine Auflistung weiterer derartiger Stellen existiert jedoch nicht.

    3.) Welche bezirklichen Einrichtungen sind noch nicht benannt (bitte aufzählen)?
    Nach § 76 Schulgesetz obliegen Schulgebäude und Sporthallennamen der Schulkonferenz und den vorgesetzten Dienststellen.
    Diverse Einrichtungen sind nach den Stadtgebieten benannt, in denen sie sich befinden.
    Schule 7. ISS
    Schule 8. ISS
    Sporthalle Baußnernweg
    Sportanlage Matthäifriedhofsweg
    Diverse Sporthallen auf Schulgrundstücken
    Medienhaus Marienfelde
    Dienstgebäude Rathausstraße/ Königstraße
    Dienstgebäude Strelitzstraße

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Krüger

    Antrag: Privatanschrift von Bezirksverordneten und politisch engagierten Menschen schützen

    Die Bezirksverordnetenversammlung empfiehlt dem Bezirksamt sich für den Schutz der Privatsphäre von Bezirksverordneten einzusetzen. Zudem wird die Vorsteherin gebeten, dieses Anliegen an den für Inneres zuständigen Senator und an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses heranzutragen.

    Insbesondere die Veröffentlichung der Meldeanschriften von Bewerberinnen und Bewerbern für Bezirksverordnetenversammlungen und für das Abgeordnetenhaus im Amtsblatt, von der nur abgesehen werden kann, wenn eine konkrete Gefährdung bereits besteht, ist aus heutiger Sicht auch im Lichte von Bürgernähe und Transparenz nicht zu rechtfertigen. Das haben die rechtsradikal motivierten Angriffe auf Privatwohnungen eines Bewerbers für die Bezirksverordnetenversammlung und eines gewählten Verordneten in Treptow-Köpenick, aber auch der anonyme Versand von Postkarten bedrohlichen Inhalts an Bewerberinnen und Bewerber für Bezirksverordnetenversammlungen und für das Abgeordnetenhaus in Berlin gezeigt.

    Darum fordern wir, insbesondere die Veröffentlichung der persönlichen Daten im Amtsblatt für jede/n Kandidat/in für die Bezirksverordnetenversammlung oder das Abgeordnetenhaus freizustellen. Dafür soll bereits bei der Meldung der Kandidatur von jeder oder jedem angegeben werden, welche Daten zur Veröffentlichung im Amtsblatt freigegeben sind und welche nicht. Eine Begründung für den Schutz der eigenen Anschrift und anderer Daten ist hierbei nicht notwendig.

    Anschließend muss allen gewählten Verordneten und Abgeordneten die Art und Weise der Veröffentlichung von Kontaktdaten freigestellt sein. Es bestehen andere Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger zur Kontaktaufnahme mit Politikerinnen und Politiker, als der postalische Weg zur Privatanschrift. Unter anderem das Internet ermöglicht vollumfängliche Kontaktaufnahme mit den politischen Vertreter/innen aller Ebenen. Auch postalisch ist die Kontaktaufnahme über die BVV- oder Fraktionsbüros gewährleistet.

    Den Verlauf des Antrags finden Sie hier.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 24.10.12.

    Antrag: Kampagne zum Thema Essstörungen anregen

    Die Bezirksverordnetenversammlung empfiehlt dem Bezirksamt, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, eine landesweite Kampagne zum Thema Essstörungen zu initiieren. Ziel soll es sein die seelische Funktion des Essens, also die Kompensation psychischer Probleme durch Zwangsverhalten beim Essen, zu thematisieren

    Begründung:
    In Berlin gibt es nur eine öffentlich geförderte Beratungseinrichtung für den Bereich Essstörungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verweist auf die Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts, wonach bei einem Fünftel aller 11- bis 17-jährigen in Deutschland der Verdacht auf eine Essstörung vorliegt. Bei jedem dritten Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, liegt nach KiGGS ein Hinweis auf eine Essstörung vor. Bei Jungen sind es 13,5 %. Zudem bestätigt das BZgA eine Zunahme von Essstörungen.

    Die einzige öffentlich durch den Senat geförderte auf Essstörungen spezialisierte Beratungsstelle Dick und Dünn e.V. beschreibt Folgendes zum Thema Essstörungen:

    „Essstörungen beginnen im Kopf. Die ständige Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt zu Diätversuchen oder eingeschränktem Essen, d.h. bestimmte Nahrungsmittel werden vermieden (z.B. hochkalorische) oder die Menge und die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt. Diäten und restriktives Essverhalten können ein Einstieg in Essstörungen sein! Sie verstärken die Fixierung des Denkens auf das Essen, der Körper wird mit seinen Bedürfnissen als bedrohlich gesehen, denn er signalisiert Hunger oder sogar Gier.

    Die Gedanken kreisen ständig um das Essen, der Umgang mit Nahrung und mit dem Körpergewicht wird immer zwanghafter. Das beherrschende Thema ist: Kontrolle. Schritt für Schritt wird alles andere unwichtig: Freunde, Spaß haben, etwas zusammen unternehmen…“

    Der Verlauf des Antrages ist hier zu verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung am 24.10.2012 eingebracht.

    In Sorge um die Kinder- und Jugendhilfe in Tempelhof-Schöneberg - Die Situation im RSD verbessern!

    RESOLUTION

    Auf Grund der katastrophalen Personalsituation u.a. in den Regionen Tempelhof und Mariendorf sehen sich, die Sozialarbeiterinnen im RSD (Regionaler Sozialer Dienst), wie in einem Brandbrief mitgeteilt, nicht mehr in der Lage, ihre gesetzlichen Aufgaben verantwortungsvoll zu gewährleisten. Vier Stellen im RSD konnten lange Zeit nicht besetzt werden. In den Regionen Tempelhof-Mariendorf und Marienfelde-Lichtenrade musste aufgrund der hohen Arbeitsbelastung der RSD jeweils für eine Woche geschlossen werden. Der Jugendhilfeausschuss ist über diese Entwicklung sehr besorgt.

    Im Bezirk leben ca. 54.000 Kinder und Jugendliche (unter 20 Jahren). Viele davon in einkommensschwachen- oder von Sozialleistungen abhängigen Familien.

    Schon jetzt ist eine Sozialarbeiterin in Vollzeit für bis zu 140 Familien zuständig. Die Anzahl der Familien in denen die psychische Erkrankung bzw. Suchterkrankung eines Elternteils, häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und andere kinderschutzrelevante Faktoren eine Rolle spielen, ist massiv gestiegen. Eine fachlich angemessene Betreuung der Familien ist unter diesen Umständen nicht gewährleistet.

    Der monatelange Personalmangel trifft auf eine seit Jahren ohnehin unzureichende Personalzumessung, eine hohe Mitarbeiterinnenfluktuation durch Wechsel in andere Arbeitsbereiche bzw. Schwangerschaften. Allein in der Region Tempelhof erfolgte in den letzten 2,5 Jahren auf zwölf Stellen sieben Mal ein Mitarbeiterinnenwechsel.
    Für neue Mitarbeiterinnen bedeutet dies tendenziell von Anfang an eine fachliche Überforderung, da eine Einarbeitung und allein verantwortliche Übernahme der zu betreuenden Familien schnellstens erfolgen muss. Jedoch benötigen neue Mitarbeiterinnen mehr Zeit für die Einarbeitung, um insbesondere die Gefahr der fachlichen Fehleinschätzung im Kinderschutzbereich zu minimieren.
    Stundenreduzierungen der Mitarbeiterinnen werden nicht zeitnah und vollständig ausgeglichen, bzw. entsprechend durch Stellenschaffungen aufgestockt. Diese Situation wird sich verschärfen, da weitere Mitarbeiterinnen nach Rückkehr aus dem Mutterschutz bzw. Elternzeit Stundenreduzierungen angekündigt haben. Im kommenden Jahr gehen erfahrene Kolleginnen in den Ruhestand, weitere Personallücken sind zu erwarten.

    • Der Jugendhilfeausschuss fordert die Berliner Regierungskoalition auf, eine am Bedarf orientierte Personalplanung gemeinsam mit den Bezirken zu erarbeiten. Freie Stellen im RSD müssen umgehend mit qualifiziertem Personal neu besetzt und befristete Arbeitsverträge unbefristet verlängert werden können. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, in Mutterschutz und Elternzeit befindliche Fachkräfte zu vertreten.

    • Wir fordern den Senat und die Regierungskoalition auf, eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Berliner Jugendämter zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien dürfen nicht die Leidtragenden der Haushaltspolitik des Senats werden.

    Beschlossen durch den JHA am 17.10.12
    Beschlossen durch die BVV am 24.10.12

    Auf Tour in Friedenau

    Jugendhilfe-Sommertour Friedenau am 27.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die sechste Sommertour führte mich durch die Region Friedenau. Ich besuchte das Nachbarschaftsheim Schöneberg, den Kinderfreizeitreff Menzeldorf und die Burg, die Gemeinschaftsschule Schöneberg mit dem angegliederten Netzwerk sowie den Schwerpunktträger Hugo e.V.

    Das Nachbarschaftsheim Schöneberg bietet diverse Angebote zur Unterstützung nachbarschaftlichen Engagements und zur familiären Unterstützung. Dabei hat das NBHS ein breit gefächertes Angebot in Kooperation mit vielen Partnern und Unterstützung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg: Über Kindertagesstätten, Jugendfreizeiteinrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Jugendarbeit an Schulen und Schulsozialarbeit bis hin zu Kultur- und Sportangeboten, Ausflügen im Rahmen ambulante Familienpflege sowie Beratungs- und Selbsthilfeangebote.
    Ein bisschen Natur bringt das Menzeldorf zurück nach Friedenau. In der Freizeiteinrichtung des Nachbarschaftsheims Schöneberg, welches indem Auftrage des Jugendamtes betrieben wird, finden Kinder zwischen Asphalt und Beton ein kleines Stück Natur. Im Garten befinden sich ein kleiner Teich mit Fisch, Frosch und Wasserfloh, ein Insektenhotel und geheime Gänge, von Pflanzen überwuchert. Etwas Besonderes ist der kleine Tierbauernhof. Statt in der engen Stadtwohnung können Kinder hier zu Kaninchen und Meerschweinchen eine Patenschaft übernehmen. Die Tiere werden regelmäßig gefüttert, gepflegt und gestreichelt. Wer sich nicht um ein Patentier kümmern kann, kann auch einfach so vorbeischauen, Hausarbeiten machen, auf dem Abenteuerspielplatz oder mit den Mini-Schweinen spielen.
    Menzeldorf [JFE Menzeldorf]
    Die erste Gemeinschaftsschule Schöneberg war Gastgeber für das Treffen mit dem Friedenauer Bildungsnetzwerk. Gemeinschaftsschule, umliegende Kindertagesstätten, Elternvertretende, Regionaler Sozialer Dienst (RSD), offene Ganztagsbetreuung und der Schülerclub Oase, Alle Akteure arbeiten regelmäßig im Netzwerk mit dem Ziel die Regeleinrichtungen vor Ort zu stärken. Initiiert durch das Jugendamt ist es das zentrale Anliegen der Gründung, den Übergang der Kita-Kinder in die erste Klasse unterstützen, um einen möglichst abbruchfreien Bildungsverlauf zu erzielen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, wie Lehrer-Erzieher-Austausche von Kita zu Schule und andersherum. Kita-Kinder konnten den Schulalltag tageweise kennen lernen und vieles Mehr. Hinzu kamen Projekte zur Verbesserung der Eltern-Lehrer-Kommunikation. Unterstützt wurde das Netzwerk durch das NBHS, das im Rahmen des bezirklichen Demografieprojektes Mittel erhielt, um die Online-Darstellung der Schule zu verbessern. Mittlerweile hat das Netzwerk neue Ziele: Die Unterstützung der Kinder beim Übergang von Grund- zur Oberschule. Bemerkenswert ist weiterhin die 2010 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der 1. Gemeinschaftsschule, dem Jugendamt und allen anderen Akteuren. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann, die Handlungsfelder richten sich nach den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler und Schülerinnen aus.
    Bildungsnetzwerk [Bildungsnetzwerk]
    Hugo e.V. bietet ambulante Erziehungshilfen unter dem Dach der AWO. Sowohl in der Rubensstraße, als auch in der Hedwigstraße bietet Hugo verschiedene Angebote für Eltern und Kinder. Ein besonderes Projekt dient der Wiedergewinnung elterlicher Autorität. Eltern ziehen mit Lehrern und den umliegenden Einrichtungen gemeinsam an einem Strang. Darüber hinaus wird unter dem Dach der AWO ein Qualitätsdialog durchgeführt. Im Gespräch mit anderen Erziehungshelferinnen und –helfern wurden über einen längeren Zeitraum hindurch Verfahren für die Durchführung von Hilfen diskutiert und in einem Handbuch erfasst.
    Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Die Burg befindet sich am Friedrich-Wilhelm-Platz. Wer die Burg erkunden möchte, benötigt einen Tag Zeit. Durch verwinkelte Gänge vorbei an alten Mosaiken und Figuren findet man hinter Zimmern weitere Zimmer und Gänge. Viele mit verschiedenen Zwecken wie der Töpfer-, der Sport-, der Bastelraum. Ein offenes Café bietet die Möglichkeit sich zu Treffen und auszutauschen. Die Drachenpost ist die hauseigene Zeitung. Events wie der Mittelaltermarkt sind liebevoll vorbereitet. In vielen der Räume besteht grundlegender Renovierungs- und Sanierungsbedarf.
    Die Burg [Die Burg]

    Marijke Höppner

    Auf Tour in Mariendorf

    Jugendhilfe-Sommertour Mariendorf am 21.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Mariendorf. Ich besuchte die Jugendarbeit an der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule, die Jugendfreizeiteinrichtungen KiJuM und Bungalow sowie die Straßensozialarbeit von Outreach, die Kindertagesstätte am Volkspark des Kitaeigenbetriebes Südwest, den Schwerpunktträger VbU und den Standort des Nachbarschaftstreffpunkt KoKuMa des Diakonische Werks Tempelhof-Schöneberg mit den Projekten Mutter-Kind-Cafe Atempause, den Jugendmigrationsdienst und die Jugendmanufaktur sowie die Standorte der Tagesgruppe.

    Der Schülerclub Villa befindet sich in der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule. Betrieben wird der Schülerclub sowie von NUSZ. Dabei stellt der Raum in der ersten Etage nicht nur einen Standort der Betreuung nach der Schule dar, sondern es werden kiezorientierte Projekte, wie eine Fotoausstellung zu den Lieblingsorten der Schüler und Schülerinnen veröffentlicht. [Rudolf Hildebrandt-Grundschule]
    Rudolf Hildebrandt-Grundschule [
    Der Bungalow ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung am Mariendorfer Damm in unmittelbarer Nähe des Volksparks Mariendorf. Kinder- und Jugendarbeit findet über offene Angebote statt. Zudem gibt es diverse sportorientierte Angebote wie Billiard, Basketball und Fußball auf dem großen angegliederten Gelände. Tanzen, gemeinsames Kochen oder Hausaufgabenhilfen finden in dem großen sanierten Gebäude statt. Erinnerungskultur und Aufarbeitung der NS-Zeit, Akzeptanz unterschiedlicher Menschen werden mit Projekten aufgegriffen. Der Bungalow ist auch Standort und Beratungsbüro der Straßensozialarbeiter*innen von Outreach.
    Bungalow [Bungalow]
    Outreach spricht Jugendliche an, die durch klassische Jugendfreizeitangebote nicht erreicht werden. Mit Sportangeboten, Theateraufführungen und anderen Gruppenangeboten werden die Jugendlichen motiviert, sich einzubringen. Häufig erstaunt das Engagement und die Kooperationsbereitschaft für die Gruppenprojekte die Lehrer und Lehrerinnen der Jugendlichen. Erschwert hat sich das Streetworking allerdings seit die Hermann Köhl-Schule in Mariendorf nicht mehr existiert.
    Der Verein für betreuten Umgang (VbU) e.V. bietet Hilfen zur Erziehung. Betreuter Umgang ist der Fachbegriff für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich in Scheidung bzw. Trennung befinden, in Fällen, in denen den Eltern der Umgang mit den Kindern schwer fällt. So spielt auch Trennungs- und Scheidungsberatung eine wichtige Rolle bei VbU. Eine besondere Ansprache bietet VbU mit dem Projekt „Besondere Kinder – besondere Eltern“ und bietet in offenen Gruppen Unterstützung für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung.
    Das KoKuMa (Kommunikation und Kultur in Mariendorf) ist ein Stadtteilzentrum des Diakonischen Werk Tempelhof-Schöneberg. Neben allgemeinen Beratungsangeboten gibt es kreative, musische und Bewegungsangebote. Ehrenamtliches Engagement soll mit dem Känguru-Projekt befördert werden. Im Cafe Atempause (ein Kooperationsprojekt mit dem Jugendamt) können Mütter mit Kleinkindern sich beim Frühstück austauschen und nach Wunsch Erziehungs- und Gesundheitsfragen beantworten lassen. Der im Haus ansässige Jugendmigrationsdienst (JMD) begleitet und berät junge Migrant*innen. Der JMD ist eine der wenigen Projekte, die sich auf die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund in Mariendorf spezialisiert haben und bildet somit eine Ausnahme. Die Jugendmanufaktur (JuMa) bietet Schulverweigerern die Chance, in den Lernwerkstätten für den Bereich Holz- bzw. Textilverarbeitung ihren Abschluss zu erreichen. Ziel ist es, Schüler und Schülerinnen der 7. Integrierten Sekundarstufe am Ende des Programms in die Regelschule zu reintegrieren.
    JuMa [JuMa]
    Die kommunale Jugendfreizeiteinrichtung KiJuM (Kinder- und Jugendhaus Mariendorf) bietet offene und Gruppenangebote über 2 Etagen an. Die dritte Etage ist aufgrund von Brandschutzbestimmungen bis zu dem Bau einer Feuertreppe geschlossen, so dass die Angebote vor allem im Sportbereich nur eingeschränkt stattfinden können. In Kooperation mit der JFE Bungalow bietet das KiJuM freitags einen Mädchentag, während das Bungalow einen Jungentag durchführt. Der Skater-Standort Ringpark wird in die Angebotsstruktur mit eingebunden. Beliebt ist auch das gemeinsame Kochen.
    KiJuM [KiJuM]
    Marijke Höppner

    Auf Tour in Lichtenrade

    Jugendhilfe-Sommertour Lichtenrade am 24.08.12 und 10.09.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Lichtenrade. An zwei Terminen besuchte ich den Standort für Suchttherapie und Rehabilitation, den Tannenhof, die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club vom AHB, das Jugendcafe am Dorfteich, das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche und die Kinder- und Jugendetage im Gemeinschaftshaus Lichtenrade sowie die Straßensozialarbeit am Standort Waschhaus. Außerdem konnte ich die Tagesgruppe des Tannenhof in der Alten Feuerwache und den Nachbarschaftstreff vom AHB in der Finchleystraße besuchen.
    Der Tannenhof ist sowohl Namensgeber eines Vereins mit mehreren Projekten der Suchthilfe, als auch Standort der stationären Suchthilfe und Rehabilitation. Als einer der ersten Standorte für suchtkranke Mütter und Väter können nicht nur 40 Erwachsene aufgenommen werden, sondern auch 16 Kinder. Im Kinderhaus, einem eigenen Haus auf dem Gelände, werden die Kinder betreut (finanziert über Hilfe zur Erziehung, § 32, Erziehung in einer Tagesgruppe). Das moderne Haus bietet nicht nur Zimmer und kleine Wohnungen für Familien, sondern auch eine Wohngemeinschaft und Therapieräume sowie ein großes weitläufiges Gelände mit Hühnerställen und Garten.
    Die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club befindet sich in einer Gegend mit vielen Einfamilienhäusern in der Lortzingstraße. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren können sich in der alten Villa im Cafe des offenen Bereichs treffen, Billard oder Kicker spielen, im Hausaufgabenraum Schularbeiten machen oder im Mädchen- oder Jungenraum chillen. Auch ein extra eingerichteter Raum für die Mitglieder im Kinder- und Jugendparlament wird angeboten. Der Lortzing Club ist zudem Anlaufstelle des Deutschen Kinderhilfswerks.
    Lortzing Club [Lortzing Club]
    Die Alte Feuerwache ist nach umfassenden Renovierungsarbeiten Standort, vom Tannenhof betriebene Tagesgruppen geworden. In den Tagesgruppen werden Kinder zum Teil ganztägig beschult, die aus unterschiedlichen Gründen nicht im Regelschulsystem Fuß fassen können. Neben der Beschulung macht auch die Verhaltenstherapie einen großen Anteil aus. Dabei befinden sich Eltern wie Kinder häufig in schwierigen, belasteten Lebenssituationen. Der Hilfebedarf bezieht sich in vielen Fällen nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf die Eltern, die Unterstützung bei komplexen Problemen benötigen.
    Tagesgrupp[Tagesgruppe]
    Das Jugendcafe am Dorfteich ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung mit einem Schwerpunkt für Internet und Computer. Neben dem Computerführerschein net-comp@ss können allerdings auch sportliche Angebote wie Streetdance oder Fußball genutzt werden. Im Garten trainiert seit einiger Zeit ein Mädchenteam. Neu ist, dass es neben dem Mädchentag nun auch einen Jugendtag geben wird. Die zeitlich getrennten Angebote sollen es Mädchen wie Jungen ermöglichen sich frei von gesellschaftlichen Rollenvorgaben zu entwickeln.
    Das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche befindet sich im Nahariya-Kiez. Der Abenteuerspielplatz bietet vielen Kindern die Möglichkeit selbstständig mit Säge, Hammer und Nägeln, Buden und Häuser zu bauen. Am Ende des Sommers wird das tollste Haus der Kinder prämiert. Hier kann gelernt werden, wie man das eigene Fahrrad repariert. Basteln und Töpfern ist ebenfalls Teil der Angebotsstruktur.
    Die GskA – gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH ist Träger der Straßensozialarbeit von Outreach im Nahariya-Kiez. In der Groß-Ziethener-Straße hat Outreach eine Anlaufstelle (Waschhaus) für Streetworker. Hier kann Beratung stattfinden, gemeinsam gegessen und gekocht werden, gekickert und Sportangebote koordiniert werden. Gleichzeitig spricht Outreach Jugendliche in Konfliktsituationen an. In einem Gespräch mit einer jungen Frau wurde bestätigt, dass einige Besuchende des Waschhauses selber Erfahrung im Jugendhilfesystem gemacht haben. Ihnen ist es wichtig eine Anlaufstelle zu haben, in der Sie ernst genommen und akzeptiert werden. Der Nutzungsvertrag für das Waschhausxx wurde vom Vermieter gekündigt. Die Zukunft der Jugendsozialarbeit steht mindestens vor einer Neuorientierung. Klar ist aber, dass die bisherigen Angebote so nicht weiter durchgeführt werden könnten und das Angebotsspektrum stark eingeschränkt werden würde.
    Der vom AHB betriebene Nachbarschafts- und Familientreff befindet sich in der Finchleystraße in der John-Locke-Siedlung. Der Standort bietet Raum für viele Aktivitäten: Es gibt ein Kiezcafe und einen Bewegungsraum für sportliche Gruppenangebote. Im Keller befindet sich der vom NUSZ betriebene Jugendkeller, der zurzeit wegen Schimmelbefalls geschlossen werden musste. Das Streetworkprojekt Kick betreibt in der Finchleystraße Boxangebote für Jungen und Mädchen. Besonders ist auch das Engagement für die Unterstützung von Menschen in Notsituationen zu erwähnen. Hilfe bieten dabei die Kleiderkammer, die Lebensmittelausgabe „Laib und Seele“ sowie die Suppenküche am Sonntag. Ein kleiner Unterstützungsetat wird durch den Flohmarkt einmal im Jahr erarbeitet. Mit den Spenden wird Menschen geholfen, die durch das Netz des Regelsystems durchfallen.
    Nachbarschaftstreff [Nachbarschaftsheim]
    Der Kinder- und Jugendclub Barnetstraße befindet sich im Gemeinschaftshaus Lichtenrade (kurz: G-Haus). Diese kommunale Jugendfreizeiteinrichtung bietet Kindern und Jugendlichen auf zwei Etagen offene und gruppenbezogene Angebote. Durch die runden Fenster fühlt man sich im Jugendclub im Erdgeschoss wie im U-Boot. In der ersten Etage wird mehr für Kinder angeboten: Töpfern, Tanzen oder Hausarbeiten machen gehören ins Programm.

    Marijke Höppner

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    Auf Tour in Marienfelde

    Jugendhilfe-Sommertour Marienfelde am 03.09.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die siebte Sommertour führte mich durch die Region Marienfelde. Ich besuchte die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten, den Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße, die Tagesgruppe auf dem Bauernhof, das elternaktivierende Projekt Impuls von JakuS in der Greulichstraße, die Jugendfreizeitstätte haus of fun und das Vorort Büro von W40.
    Die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten (Träger nusz) im Marienfelder Luckeweg betritt man durch ein kleines Elterncafe. Hier können sich Eltern in der Eingewöhnungszeit die Zeit vertreiben oder Gespräche mit Erzieherinnen führen. Anziehungspunkt und Gesprächsstoff bietet der Axolotl. Das aus Mexiko stammende Tier ist ein Aquatil. Das Thema „Tiere“ zieht sich durch die Kita. So können Kinder hier in Kontakt kommen mit Fischen, Schnecken und vielen anderen kriechenden Tierchen. Nicht nur das große Außengelände bietet viel zu erkunden, auch der Innenbereich lässt viel Raum zum Erproben: An der Wand sind Fahrräder oder Gartentore angebracht, so dass die Kinder klingeln, öffnen und schließen können, ohne, dass sich der Nachbar beschwert.
    4 Jahrenszeiten [Kita 4-Jahrenszeiten]
    Der Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße wird vom AHB betrieben. Die 100 qm werden schwerpunktmäßig für die Arbeit mit kleineren Kinder genutzt. Während der Arbeit hat sich jedoch herauskristallisiert, dass es neben dem Bedarf, Angebote für kleinere Kinder zu schaffen, auch einen Bedarf für die Beratung von Müttern gibt. Das aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen den Sozialarbeiterinnen vor Ort zu den Besucherinnen führte dazu, dass auch Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, sich ratsuchend an die Mitarbeiterinnen wenden.
    Die Tagesgruppe „auf dem Bauernhof“ (Träger Tannenhof) befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes in der Marienfelder Allee. Die Tagesgruppe dient der Unterstützung von Eltern, deren Kinder überfordert sind und/oder familiäre Probleme haben, was sich häufig in Schwierigkeiten in der Schule ausdrückt. Am Nachmittag beteiligen sich die Kinder an Programmen der Einrichtung wie Verhaltenstraining, Unterstützung bei Schulproblemen und Konflikttraining. Aber auch die Eltern erhalten Unterstützung. Besonders hervorzuheben ist das Schulbegleiterprojekt der Tagesgruppe. Ein Sozialarbeiter unterstützt die Eltern bei der Kommunikation mit den Lehrern, unterstützt aber auch Schüler und Lehrer, damit das Kind in der Regelbeschulung bleiben kann.
    Tagesgruppe [Tagesgruppe]
    Die familienaktivierende Wohngruppe Impuls von JakuS bietet acht Plätze für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Die Kinder wohnen in Einzel- oder Doppelzimmern. Immer ist ein*e Sozialarbeiter*in anwesend. Strukturierte Tages- und Wochenabläufe geben den Kindern und Jugendlichen hier einen Rahmen. Die Wohngruppe wird ausgewählt, wenn die Kinder und Jugendlichen Schwierigkeiten haben und nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Die Eltern bleiben während des Aufenthaltes des Kindes in Verantwortung, werden an Entscheidungen beteiligt und besuchen das Kind mindestens einmal pro Woche. Durch Coaching werden die Eltern in Erziehungsfragen unterstützt.
    Das Haus of Fun ist eine kommunale Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Im Tirschenreuther Ring befindet sich das große Gelände mit seinem Bauspielplatz. Gebaut werden unter Anleitung Häuschen, Buden und Baumhäuser. Auf dem Gelände wird Fußball gespielt. Das auf dem Gelände angebaute Gemüse wird für das gemeinsame Kochen frisch geerntet und verbraucht. Das Haus wird vielfältig genutzt: Tanzen, Spielen, Töpfern und Basteln gehören zu den Angeboten. Auch andere Gruppen nutzen die Räume und treiben Sport.
    Haus of Fun [Haus of Fun]
    Das bezirkliche Quartiersentwicklungsprojekt W40 „Demographischer Wandel – Strategien für Berliner Bezirke“ befindet sich in der Waldsassenerstraße und dient der nachbarschaftlichen Vernetzung und der Aufwertung des Kiezes. Im Gemeinschaftsraum der degewo traf ich mich mit den Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen der am Tag besuchten Projekte sowie der Leiterin des Übergangswohnheims für Asylbewerber/innen vom Internationalen Bund in der Marienfelder Allee. Wichtig war allen Beteiligten der Austausch zum Thema häusliche Gewalt. Zudem wurde von den Entwicklungen rund um den Standort Marienfelder Allee gesprochen: Mittlerweile leben 600 Flüchtlinge in der Einrichtungen. Davon sind die Hälfte der dort lebenden unter 18 Jahre alt. Die Anwohnenden nehmen die Flüchtlinge wohlwollend auf.
    Marijke Höppner

    Auf Tour im Schöneberger Norden

    Jugendhilfe-Sommertour Schöneberg Nord am 20.08.12

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die dritte Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg Nord. Die Tour startete im Mehrgenerationenhaus der Kiezoase in der Barbarossastraße, führte weiter in die Jugendfreizeiteinrichtung Villa Schöneberg, zum JuXirkus, in den PallasT, zum regionalen Träger für Hilfen Zur Erziehung Jugendwohnen im Kiez und weiter zum Nachbarschaftstreff Neue Steinmetzstraße.
    Villa
    Das Mehrgenerationenhaus der Kiezoase befindet sich in der Barbarossastraße 65. Das Nachbarschafts- und Familienzentrum erstreckt sich über zwei Etagen eines Altbau-Wohnhauses. Ehrenamtliche zu motivieren spielt eine große Rolle: über Kiezgarten und Elterncafé wird hier Vieles angeboten. In der ersten Etage finden Eltern-Kind-Frühstücke statt. Ein Spielplatz auf der gleichen Etage bietet die Möglichkeit flexibel auf den Bewegungswunsch von Kindern einzugehen. Die Einrichtung setzt genauso wie in ihren Kindertagesstätten auf das Early-Excellence Programm und beobachtet Kinder, um sie dann in ihren Stärken zu fördern.
    Die „Villa“ ist eine Jugendfreizeiteinrichtung in der Trägerschaft der Gesellschaft für sozial kulturelle Arbeit (GskA) – das Team der mobilen Kinder- und Jugendarbeit Outreach ist in der Villa mit seinem Büro und den Peerhelpern fest verankert. Die Straßensozialarbeit richtet sich in Schöneberg Nord modellhaft bereits auch an Kinder. In der Frobenstraße 27 befindet sich die Villa in unmittelbarer Nähe eines Nachbarschaftstreffpunktes und einer Kita – aber eben auch des Straßenstrichs. Dabei stellt sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution mehrdimensional dar. Sowohl die Frage Sauberkeit des attraktiven Außengeländes der Einrichtung und Wahrnehmung der Prostituierten durch die Jugendlichen spielen eine Rolle, wie auch Toleranzförderung der Jugendlichen gegenüber den Prostituierten.
    Der JuXirkus ist eine Jugendfreizeiteinrichtung der Kiezoase. Etwa 120 Kinder und Jugendliche besuchen die Zirkuseinrichtung regelmäßig und nutzen die Angebote wie beispielsweise Einrad fahren, Jonglieren, Kautschuk (den Körper verbiegen), Akrobatik sowie viele andere besondere Kurse. Darüber hinaus bietet das Ensemble des „Juxi“ regelmäßig Aufführungen für ein offenes Publikum an. Zudem gibt es einen engen Austausch mit der angegliederten Werbellinsee-Grundschule und vielen weiteren engen Netzwerkpartnern.
    Juxircus
    Der PallasT ist ein Ort des nachbarschaftlichen Miteinanders, der Begegnung und des Austausches. Das Haus für Kinder, Kultur und Nachbarschaft bietet eine breite Angebotspalette: Sprach-, Computer-, Integrationskurse für Erwachsene und Treffen interkultureller Vereine an dem Standort. In der ersten Etage befindet sich die Freizeiteinrichtung KinderpallasT. Neben der offenen Arbeit, gibt es diverse Angebote wie Schularbeitshilfe, Trommeltraining und –bau, Hip Hop-Tanzgruppen, u.v.m.
    Jugendwohnen im Kiez ist der regionale Schwerpunktträger für Hilfen zur Erziehung im Schöneberger Norden. Mit der Jugendhilfestation Schöneberg/Mitte ist er Ausgangspunkt der sozialräumlichen Arbeit. Von hier aus werden verschiedene ambulante Hilfen angeboten, darunter Tagesgruppen, Familienhilfen, begleiteter Umgang, Betreuungshilfen, Einzelbetreuung und Gruppenarbeit. Und der Träger arbeitet aktiv im Bildungsnetzwerk Schöneberg Nord mit.
    In der Steinmetzstraße befindet sich ein Nachbarschaftstreff der Kiezoase/PFH. Seit 2004 gibt es hier eine breite Angebotspalette der Eltern-Kind-Arbeit, aber auch spezialisierte Angebote wie Väterkurse und Frauenfrühstücke. Durch ehrenamtliches Engagement konnte eine Hausaufgabenhilfe für Kinder etabliert wertem. Da viele Menschen mit Migrationsbiografien aus arabischen Ländern in der Umgebung leben, spielen auch arabisch-sprachige Angebote eine Rolle. Die Kooperation mit der Neumark-Grundschule wurde mit dem Integrationspreis belohnt.
    Kiezoase

    Marijke Höppner

    GEDOK – Künstlerinnen mit Qualität

    Von Melanie Kühnemann
    Gedok
    Die GEDOK ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten und hat sein Büro im Kulturhaus Kyffhäuser Straße.
    Die GEDOK wurde 1926 als Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Ihr Anliegen war die Förderung künstlerischer Talente von Frauen.
    Die GEDOK ist vielen natürlich ein Begriff, dennoch wollten wir mehr über die Akteurinnen und ihre Engagement herausfinden und freuten uns, dass uns am 14. August 2012 die Vorsitzende der GEDOK Berlin Frau Erika Großmann und die erste Schriftführerin Frau Dr. Anne Meckel empfingen.
    Wir erfuhren, dass die GEDOK heute rund 3.600 Mitglieder in 24 deutschen Städten und Regionen hat und sich derzeitig eine neue Gruppe in Wien im Aufbau befindet. Darüber hinaus ist die vorderste Aufgabe das Werk und die Leistung von Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu bringen und die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Dabei setzt sich die GEDOK für die geschlechtergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens ein und engagiert sich über nationale und internationale Kultureinrichtungen, politische Gremien, Verbände und Multiplikatoren für ihre Mitglieder. Die GEDOK bietet ihren Mitgliedern ideelle und finanzielle Hilfe durch das Engagement ihrer Kunstförderer, Männer und Frauen.

    Die GEDOK unterstützt die Künstlerinnen durch aktive Mitarbeit bei allen Veranstaltungen und präsentiert sich der Öffentlichkeit durch interdisziplinäre Kunstprojekte, internationale Wettbewerbe, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Symposien. Es werden zudem Kataloge, Dokumentationen sowie Anthologien, CDs und DVDs publiziert.

    Da die GEDOK sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen finanziert, sind Förderinnen und Förderer jeder Zeit willkommen.
    Bei unserem Gespräch erfuhren wir, dass die Aufnahme in die GEDOK über die Regionalgruppen erfolgt und hohe Hürden dabei genommen werden müssen. Im Durchschnitt schaffen dies nur zwei bis drei Künstlerinnen pro Jahr.
    Im Moment sucht die GEDOK Berlin neue Räumlichkeit, die auch kleinere Ausstellungen und Vernissagen ermöglichen. Besonders gefreut hat es uns, zu hören, dass die GEDOK Berlin in jedem Fall in Schöneberg bleiben will.
    Bei der Suche nach einem passenden Ladengeschäft sind wir natürlich gerne behilflich.

    Wirtschaftsweiber – „Lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar machen“

    Von Marijke Höppner
    Wirtschaftsweiber
    Mit dem Ziel lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar zu machen, strickt Wirtschaftsweiber e.V. branchenübergreifend ein Netzwerk für lesbische Fach- und Führungskräfte. 160 Frauen engagieren sich bei Wirschaftsweiber e.V. bundesweit. In Berlin haben sich etwa 30 Frauen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen. Das Spektrum der Mitfrauen ist breit gefächert: Etwa hälftig sind Selbstständige und Angestellte in Berlin vertreten. Die regelmäßigen Treffen dienen der Vernetzung und dem Austausch. Das Thema ‚Vernetzung‘ ist auch international groß geschrieben. So werden Netze nach Österreich, Dänemark und in die Schweiz gesponnen.
    Die Aktivitäten sind politisch motiviert. „Diversity wird in großen Unternehmen immer mehr zum Thema!“, berichtet Karin Windt, die Koordinatorin für die Regionalgruppe Berlin und meint damit das die Global Player auf interkulturelle und sexuelle Vielfalt setzen, um ihre Offenheit nach außen zu zeigen: „Dennoch stoßen lesbische Frauen auch an die gläserne Decke.“ Die ‚gläserne Decke‘ ist aus frauenpolitischen Diskursen bekannt. Sie bezeichnet die Hürden, die Frauen im Berufsleben in den Weg gestellt werden, wenn sie aufsteigen wollen. Auszeit für Kindererziehung ist zum Beispiel ein Grund. Lesbische Frauen können schon mal mit klischeehaft dargestellt werden, um ihre Kompetenzen abzuwerten. Selten wird diesen Diskriminierungen entgegen getreten. Auch deshalb setzt sich Wirtschaftsweiber für lesbische Frauen im Berufsleben ein. Natürlich ist dies mit dem Appell verbunden, dass nicht nur die Betroffenen selbst Ungerechtigkeiten anzeigen sollten. Die gleiche Gesellschaft sei nur dann möglich, wenn alle Menschen sensibilisiert sind, Ungleichheiten aufzudecken und in konkreten Diskriminierungsfällen einzugreifen.

    LARA – Frauen Stabilität geben

    Von Dr. Gisela Pravda
    Lara
    Zu LARA zu kommen war gar nicht so leicht. Es gibt zwar ein Fahrstühlchen, aber wir (Marijke Höppner. Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg und Gisela Pravda, stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit je einer normalen Tasche mussten uns drehen und wen-den, bis sich die Tür endlich schließen ließ. Rollstuhltauglich? Aussichtslos! Barrierefrei? Hoff-nungslos!
    Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind extrem zerstörerisch für die Persönlichkeit. Viele betroffene Frauen leiden an chronischen und komplexen Gesundheitsproblemen. Deshalb halten wir die Arbeit von LARA für so überaus wichtig.
    Unsere Gesprächspartnerin war Dr. Esther Lehnert … und wir saßen in der Küche! Kürzer lässt sich die Enge bei LARA nicht beschreiben. In jeder Ecke, an jeder Wand der Schreibtisch einer Beraterin. Und trotzdem war es in der Küche schön, vor allem interessant. „LARA bietet unbürokratische Hilfen für Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung, nach sexuellen An- oder Übergriffen und sexueller Belästigung.“ Das glaubt man/frau sofort. Von Montag bis Freitag Fr 9.00 -18.00 Uhr gibt es eine Hotline – auch in türkischer Sprache.
    Der Ansturm auf LARA ist groß. Um überlange Wartezeiten für die betroffenen Frauen zu vermeiden, werden auch Gruppenberatungen als Erstgespräche angeboten, dann folgen Einzelgespräche – kostenlos und auf Wunsch anonym. Außer der gesundheitlichen und sozialen Beratung bietet LARA den Frauen auch eine Rechtsberatung.
    Was wir mitnehmen ist: LARA braucht größere und barrierefreie Räume, viele – wie wir erst langsam erkennen – besonders von sexueller Belästigung und Vergewaltigung betroffene behinderte Frauen bleiben sonst ausgeschlossen.
    Lara, Krisen und Beratungszentrum für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen, befindet sich in der Fuggerstraße 19 10777 Berlin-Schöneberg.

    Halk Kösesi – Gleichstellung betrifft Frauen und Männer

    Von Marijke Höppner
    Halk Kösesi
    „Die Väter haben nicht mehr die Rolle des Ernährers in den Familien“, beschreibt Frau Maurer-Kartal und zeichnet damit ein Bild über die Männer, die Stadtteilladen Halk Kösesi in der Crellestraße besuchen. Einige Männer, die aus der Türkei nach Deutschland einheiraten, haben Probleme Arbeit zu finden, hadern mit der Sprache und finden schwer Anschluss. Dies hinterlässt Spuren. Die traditionellen Rollenverhältnisse brechen auf. Die Rolle der Frau in der Beziehung oder Familie nimmt zu. Das kann schwer zu akzeptieren sein. So kommen nicht nur Frauen in die Beratung ins Halk Kösesi, sondern auch Männer, die Orientierung im Leben benötigen. Doch auch viele Frauen lassen sich in der Crellestraße blicken. Besonders die Beratungsangebote sind beliebt. In der Arbeitslosengeld II-Beratung sind zwei Drittel der aufsuchenden Frauen alleinerziehend. Aber auch Mädchen und junge Mütter in der Berufsorientierungs- oder Berufsumorientierungsphase suchen Unterstützung. Trotz abgeschlossener Ausbildung finden sie schwer etwas. Mit einem kleinen Kind sind Jobmöglichkeiten mit flexiblen Arbeitszeiten rar.
    Auch bei jungen Männern spielt Berufsorientierung eine Rolle. Immer mehr junge Männer, auch mit Migrationshintergrund, finden im derzeitigen Schulsystem keinen Anschluss. Sie zu unterstützen, damit sie stärker am Leben teilhaben können, stellt eine große Herausforderung dar.
    Neben den Beratungsangeboten bietet das Halk Kösesi auch Sprach- und Alphabetisierungskurse. Dabei wird auf die Ansprüche der Besuchenden Rücksicht genommen und Zeit gelassen, gelerntes zu verdauen.

    Leben Lernen – Mädchen und jungen Frauen eine Perspektive bieten

    „Es gibt keinen Einheitsbrei, jede bekommt das Gericht zu essen, was sie braucht.“, sagt Valerie Lenk, Vorsitzende Leben Lernen e.V., und meint es im übertragenen Sinne. Bei Leben Lernen wird seit 1978 Mädchenarbeit betrieben: betreutes Wohnen für Mädchen, junge Frauen und junge (werdende) Mütter. Entstanden aus der Heimarbeit, war den Gründerinnen von Leben Lernen e.V. klar, dass ein Angebot für Frauen und junge Mädchen notwendig wurde. Mädchen und Frauen brauchen eine passgenaue Ansprache, um sich sicher zu fühlen und entwickeln zu können.
    Leben Lernen
    Das betreute Mädchenwohnen findet in der Wohngemeinschaft oder allein statt. Die Mädchen können zu Hause nicht mehr leben, sind aber noch nicht so weit auf eigenen Beinen zu stehen. Viele Mädchen und junge Frauen bringen ernste Sorgen mit wie Essstörungen, Gewalt, Drogen und Selbstverletzungen. Ein Mädchen bzw. eine junge Frau wird von einer Sozialpädagogin begleitet. „Geht ein Mädchen in die Schule oder macht ihren Abschluss nach, dann wird sie zu Hause mit einer Tasse Tee willkommen. Es wird gefragt wie der Tag war und was nötig ist, damit es ihr gut geht“, beschreibt eine Mitarbeiterin von Leben Lernen und verdeutlicht damit wie wichtig die eins-zu-eins-Beziehung ist, denn viele Mädchen haben die Erfahrung, dass sich jemand für sie Zeit nimmt, zu Hause nicht gemacht. Kein Mädchen ist wie das andere, so wird ein passgenaues Angebot entwickelt, eben kein Einheitsbrei.
    Das Mutter-Kind-Wohnen nimmt junge Frauen ab 16 Jahren und ab dem 6. Monat der Schwangerschaft auf. Auch Mütter mit Kind werden aufgenommen. Auch dieses Projekt leistete Pionierarbeit zur Gründung 1981. Junge Frauen kommen mit belasteten Biografien in die Einrichtung. In vielen Fällen ist das betreute Wohnen eine Auflage des Jugendamtes, um den Kinderschutz zu gewährleisten, wenn der Übergang von einer Pflegefamilie zurück zur leiblichen Mutter erfolgen soll. Andere Frauen haben Suchtprobleme oder fühlen sich mit der Aufgabe allein gelassen ein Kind zu erziehen. Auch gibt es eine eins-zu-eins-Betreuung für die jungen Frauen, aber auch Hilfe und Austausch in der Gruppe wird angeboten. Die Mutter lernt ihre Erwartungen, die aus schwerwiegenden Sorgen und Ängsten entstanden sind, nicht auf das Kind zu projezieren. Eine Methode, der Mutter zu zeigen, was sie mit dem Kind erreicht hat, ist die Methode des „Guten Bildes“. Die Frau wird mit dem Kind gefilmt. Anders als bei der Supernanny im Privatfernsehen, werden der Mutter, aber nicht die negativen Bilder gezeigt, sondern ein „gutes Bild“ bei dem Mutter und Kind Freude ausstrahlen beim Spielen oder Wickeln. Diese Bilder hinterlassen bei der Mutter häufig einen tiefen Eindruck und sie kann sich in schwierigen Situationen an diese positiven Bilder zurück erinnern. Nicht nur die Bilder helfen den Frauen in der Zukunft. Den Mitarbeiterinnen bei Leben Lernen ist es wichtig, dass Mädchen sich entwickeln in der Zeit in der sie die Unterstützung erhalten. So machen viele eine Ausbildung oder wiederholen ihren Abschluss. Verlassen die Frauen das betreute Wohnen, so ist es Leben Lernen wichtig, ihnen einen gemeinsamen Plan mitzugeben.
    Neben dem Betreuten Wohnen, bietet Leben Lernen e.V. auch eine Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg. Themen wie Sexualität, Differenzen mit den Eltern, Schuldruck, Drogen und vieles mehr werden in der Beratung angesprochen. Die Beratung dauert meist eine Stunde. Der Bedarf ist groß. Leben lernen hält 735 Beratungsstunden im Jahr. Weitere 385 Stunden leistet leben lernen an der 7. ISS (Integrierte Sekundarstufe). Dabei stellen Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren die größte Beratungsgruppe dar. Die meistens Aufsuchenden stammen aus Tempelhof, gefolgt von Schöneberg Nord/Süd und Lichtenrade. Mit der Beratungsstelle vervollständigt Leben Lernen ihre Angebotspalette und leistet einen Bestandteil zur Prävention. Die Spezialisierung auf die Beratung von Mädchen ist im Bezirk einzigartig.
    Der Besuch bei Leben Lernen e.V. am 17. August war Teil der Frauensommertour von Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin.

    Es ist so easy – Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

    Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

    Zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, besuchte die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner bei der Frauensommertour am 15. August 2012 den Verein Initiative Selbständiger Immigrantinnen (ISI e.V.).
    Isi
    ISI e.V. fördert seit 1991 Frauen unterschiedlicher ethnischer und nationaler Herkunft in ihrem Wunsch nach wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Die Besonderheit dieses Angebots ist es, dass hier Migrantinnen Migrantinnen fördern. Bei ISI e.V. können verschiedene Kursangebote und Einzelberatungen in Anspruch genommen werden, die zur Existenzgründung benötigt werden und vollkommen auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten werden. Die Dozentinnen von ISI e.V. kennen dank eigener Migrationsgeschichte und Integrationserfahrungen die Probleme der potentiellen Gründerinnen genau. Viele Frauen, die zu ISI e.V. kommen, haben im Herkunftsland einen Beruf gelernt oder studiert, aber ihre Berufsabschlüsse werden in Deutschland nicht anerkannt. Diesen Frauen bleibt, wenn sie ihre in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten einsetzen wollen, nur der Weg der Selbstständigkeit.

    ISI e.V. veranstaltete anlässlich des Besuchs einen Tag der offenen Tür. So waren viele ehemalige Teilnehmerinnen der Existenzgründungskurse anwesend und stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor.
    Dr. Czarina Wilpert Vorstandsfrau von ISI e.V. erklärte eindrucksvoll, dass sie 1988 in Zusammenarbeit mit der UNESCO eine internationale Tagung zum Thema Frauen und Migration an der TU Berlin durchführte. Diese Tagung war der Anstoß für sie und einige engagierte Studentinnen, ISI e.V. zu gründen und ein Ausbildungsprojekt für Migrantinnen, die eine Existenzgründung vorhaben, zu entwickeln.
    Frau Dr. Wilpert wurde dafür 2006 mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet.

    ISI e.V. ist seit 2011 in der Kurfürstenstr. 126 in Schöneberg zu finden.

    „Bei Economista liegt das Herzblut, Geld wird im eigenen Unternehmen verdient.“

    Von Manuela Harling
    Im Rahmen der Frauensommertour besuchten am 15. August 2012 die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, den Verein Economista.
    Economista existiert seit 1989, ist aber erst 2009 nach Schöneberg gezogen.
    Economista
    Ziel von Economista ist es Frauen mit Existenzgründungskursen Unternehmensgründungen zu ermöglichen. Frauen, die den Gedanken der Selbstständigkeit haben, erhalten hier das Know-how und die Bestärkung für ihr Vorhaben.
    Weiterhin ermöglicht Economista, dass sich die Frauen vernetzen. Denn auch der Vernetzungsgedanke ist Teil des Konzeptes.

    Besonders hervorzuheben ist auch, dass die Kursleiterinnen alle ebenfalls als Selbstständige arbeiten und die Kursleitung nur mit einem geringen Honorar vergütet werden. So ist auch eine praxisnahe Informationsvermittlung möglich.

    Economista richtet sein Angebot an alle Frauen, die sich mit dem Gedanken an eine Existenzgründung tragen. Es gibt weder eine Alters- noch eine Branchenbeschränkung. An den Kursen teilnehmende Frauen schätzen besonders, dass sie in einem geschützten Raum mit Expertinnen und gleichgesinnten Frauen an der Verwirklich ihrer beruflichen Träume arbeiten können.

    Neben den Kursen, die es als Langzeitkurs oder als Kompaktkurs angeboten werden, gibt es auch die Möglichkeit von Einzelberatung. So kann zum Beispiel dem Businessplan in einer Einzelberatung der letzte Schliff gegeben werden.

    Probleme hat Economista derzeit mit der Zusammenarbeit mit den Jobcentern. Bis zum letzten Jahr wurde ALG-II-Empfängerinnen die Teilnahme an den Kursen von Economista ermöglicht, teilweise auch der geringe Beitrag, den Economista den Frauen für die Kursteilnahme in Rechnung stellt, übernommen. Nunmehr ist dies nicht mehr möglich.

    Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, der im Bezirksamt auch die Wirtschaftsförderung untersteht, machte Economista das Angebot zu einem Gespräch mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung. Sie würde gern die Angebote der Wirtschaftsförderung dem Verein nahe bringen, aber ihn z.B. auch mit existierenden Unternehmensnetzwerken bekannt zu machen.

    Economista e.V. befindet sich in der Meinigerstr. 11 in Schöneberg.

    Kidöb – Beratung und Erfahrungsaustausch

    Zunächst für Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei, die sich am Grazer Platz niederließen, gegründet, hat sich Kidöb als Beratungseinrichtung und Treffpunkt für Türkei-stämmige Frauen etabliert. Beratung findet bei ausländerrechtliche Problemen, Sozialhilfefragen wie dem Austausch mit dem Jobcenter, familiären und Erziehungsthemen sowie häuslicher Gewalt statt.
    Darüber hinaus bietet Kidöb in der Rheinstraße 53/54 Deutsch- und Alphabetisierungskurse an. Auch Mütterkurse, Deutschkurse für Mütter, während die Kinder sich in der Schule oder Kita befinden, werden durchgeführt.
    kidöb
    Einen weiteren Schwerpunkt bietet die Hausaufgabenhilfe für Mädchen an. Studentinnen und Ehrenamtliche unterstützen die Mädchen in Kleingruppen bei den Hausaufgaben. Starker Druck in der Schule machte einen Ausbau der Zielgruppe Mädchen in der 11. Klasse notwendig.
    Neben den Informationsveranstaltungen im Bereich Gesundheit, Erziehung und Ernährung, gibt es diverse Freizeitangebote wie gemeinsame Theater- und Ausstellungsbesuche sowie gemeinsame Feste.
    Zwischen dem 13. Und 17. August besuchte Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, frauenpolitische Einrichtungen und Netzwerke, darunter auch Kidöb. Zu dem Besuch bei Kidöb wurde Marijke Höppner begleitet durch Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin) und Orkan Özdemir (Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg).

    Al Nadi – Beratung für arabische Frauen

    Seit 1984 bietet Al Nadi Beratung für arabisch-sprachige Frauen. Damit hat Al Nadi ein Alleinstellungsmerkmal, denn keine weitere Berliner Einrichtung hat diese Spezialisierung, so dass Frauen aus ganz Berlin die Einrichtung aufsuchen. Die Beratung wird für vieles in Anspruch genommen wie Unterstützung mit Behördenkommunikation, Hilfe mit Briefen des Jobcenters, Orientierung im Schulsystem, Beratung bei häuslicher Gewalt und bei Trennung. Besonders für den Bereich häuslicher Gewalt wird die (Sprach-) Kompetenz von Al Nadi von professionellen spezialisierten Beratungseinrichtungen in Anspruch genommen.
    Neben der Beratung stützt Al Nadi die Familien vor Ort. Mit dem Schülerpatenprojekt wird erreicht Sprachkompetenzen zu erlangen.
    Al Nadi
    Gleichzeitig haben viele Besucherinnen von Al Nadi eine belastete Biografie und bringen Erfahrung aus Kriegs- und Krisenregionen mit. Viele können in Deutschland nicht arbeiten. Nach den Traumata aus ihrer Heimat, kommt eine gewisse Orientierungslosigkeit in der Aufnahmegesellschaft. Da es berlinweit nur eine arabisch-sprachige Therapeutin gibt, haben die Treffen bei Al Nadi einen Selbsthilfecharakter. Viele Frauen stützen sich gegenseitig und teilen ihre Erfahrung mit einander. Dabei werden sie begleitet von den einfühlsamen Sozialarbeiterinnen.
    Der Besuch bei Al Nadi fand im Rahmen der Frauensommertour, einer Tour durch die Frauenprojekte und –verbände in Tempelhof-Schöneberg statt. Die Tour wurde initiiert von der frauenpolitischen Sprecherinnen, Marijke Höppner. Begleitet wurde Höppner von der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und dem Vorsitzenden der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

    Berufsorientierung bei Frauen auf dem Weg: „Wie eine Lawine für mein Leben“

    „Wie eine Lawine brach der Kurs auf mein Leben ein!“, berichtete Birgit. Seit 27 Jahren betreibt „Frauen auf dem Weg“ Berufsorientierungskurse für Frauen. In 3 monatigen Kursen werden Frauen, wie der ehemaligen Kursteilnehmerin Birgit, die Augen geöffnet. Auf dem Weg, bis Birgit wusste, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte, erfuhr sie ein hohes Maß an Unterstützung.
    Hauptzielgruppe von Frauen auf dem Weg sind Frauen zwischen 25 und 60 Jahren, Langzeitarbeitslose, Wiedereinsteigerinnen und Frauen, die existenzsichernde Selbstständigkeit suchen, Frauen mit Migrationshintergrund und eine hohe Zahl von Akademikerinnen, die keinen Arbeitsplatz finden. Zunächst wird den Frauen geholfen wieder Zutrauen zu fassen. Denn nach vielen Absagen im Bewerbungsverfahren, ist es wichtig Selbstbewusstsein zu gewinnen. Zudem stellt der gesellschaftliche Druck für Frauen wie er in vielen Magazinen geschaffen wird „erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Partnerin“ zu sein, eine enorme Belastung dar.
    Den Kursleiterinnen ist es wichtig gegen gesellschaftliche Entwicklungen an zuarbeiten: Fachkräftemangel, mit 76% eine hohe Teilzeitrate unter den Wiedereinsteigerinnen und daraus resultierend natürlich Altersarmut unter Frauen. Ziel des Kurses ist daher unter anderem wirtschaftliche Unabhängigkeit bei den Frauen herzustellen sowie die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen.
    Auf dem Weg
    Die Kursabsolventin Birgit kümmerte sich viele Jahre ausschließlich um ihre Kinder und Ehe. Die wichtigste Erkenntnis des Kurses war, so berichtete Birgit, die Entdeckung: „Es gibt auch mich!“ Mittlerweile hat Birgit Arbeit in einer sozialen Einrichtung gefunden und bildet sich fort, um in die Managementebene aufzusteigen.
    Frauen auf dem Weg ist ein Projekt des Nachbarschaftsheim Schöneberg und sitzt in der Rheinstraße 54 in Friedenau. Wir besuchten das Projekt als Teil der Frauensommertour, eine Tour durch die in Tempelhof-Schöneberg ansässigen frauenpolitischen Projekte und Netzwerke. Begleitet wurde die Intiatorin der Tour von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin und Orkan Özdemir, Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

    FAM – „Es soll der Frau leicht gemacht werden!“

    FAM hat es sich zum Ziel gesetzt, es Frauen im Entzug so leicht wie möglich zu machen, berichtet Frau Brandt.
    Während der Frauensommertour zwischen dem 13. Und 17. August der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg wurden Frauenprojekte und –netzwerke besucht. FAM (lang: Frauen Alkohol Medikamente) besuchten Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, die Initiatorin der Tour, und Angelika Schötter, Bezirksbürgermeisterin. Die Beratungsstelle in der Merseburgerstraße richtet sich an alkohol- und medikamentensüchtige Frauen, die wieder die Oberhand in ihrem Leben gewinnen wollen.
    FAM
    „So leicht wie möglich“ bedeutet, dass die Beratung vorurteilsfrei und ohne Hürden stattfindet. Der Erstkontakt ist bedingungslos. In der Einzelberatung wird für die Frauen ein individueller Hilfeplan ermittelt. In der Einzel- und Gruppenberatung wird innerhalb von 8 bis 12 Wochen Stabilität für die Betroffene erzielt. In den Gesprächen widerfährt die Frau Unterstützung, kann Frustration und Ängste loswerden. Viele Frauen haben in ihrem Leben einschneidende Erlebnisse gehabt. Sie wurden Opfer von Gewalt, Vergewaltigung, mangelnder Anerkennung, schweren körperlichen Erkrankungen.
    Ein besonderes Anliegen ist es FAM auf die Sucht von Medikamenten hinzuweisen. 1,4 bis 1,5 Mio Menschen sind medikamentenabhängig, die Meisten von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Das entspricht der Summe alkoholkranken Menschen. Während Alkoholismus als eine „Männerkrankheit“ betrachtet werden kann ( etwa 1,1 Mio der Betroffenen ca. 1,4 Mio Kranken sind Männer, kann Medikamentenabhängigkeit als „Frauenphänomen“ betrachtet werden, denn hier verkehrt sich die Situation. Es kann von 1,1 Mio weiblichen Abhängigen ausgegangen werden. Gleichzeitig liegt der Anteil der Hilfesuchenden im Bereich der Medikamentenabhängigkeit sehr gering. Reguläre Beratungseinrichtungen helfen ca. einem Prozent der Betroffenen. FAM leistet in diesem Bereich Pionierarbeit. Durch Aufklärung und informativer Werbung kann FAM etwa 12% der betroffenen Frauen in ihrer Beratungseinrichtung helfen.

    Die seelische Funktion des Essens ergründen – Dick und Dünn e.V.

    von Manuela Harling

    Die Frauensommertour führte am 16.08.12 zu Dick & Dünn e.V.. Marijke Höppner hatte zum Informationsgespräch im Beratungszentrum auch die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schönberg ,Mechthild Rawert, die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist , und Manuela Harling, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Tempelhof-Schöneberg, angemeldet.
    Dick &Dünn ist in Berlin das einzige Beratungszentrum bei Ess-Störungen. Der Verein existiert bereits seit 27 Jahren in Schöneberg. Rund 1000 Erstkontakte im Jahr hat die Beratungsstelle zu absolvieren. Ihr Angebot ist sehr vielfältig. Es gibt Einzelberatungen für Betroffene und für Angehörige, es gibt offene Gruppenberatungen, es werden Informationsveranstaltungen angeboten. Beratung und Information zum Thema Ess-Störung gibt es für alle. Sie richtet sich sowohl an die Betroffenen als auch an die Angehörigen und an Lehr- und andere Fachkräfte. Zudem geht Dick & Dünn an die Schulen.
    Hier hat Dick &Dünn den Ansatz, nicht vom „Gesunden Essen“ zu predigen, stattdessen erarbeiten sie zusammen mit den Kindern wann und warum sie zu Süßigkeiten oder Chips greifen. So begreifen die Kinder, die durchaus wissen, was gesunde und ungesunde Ernährung ist, die Mechanismen, die zu unkontrolliertem Essen führen. Das Begreifen der Zusammenhänge ist Voraussetzung zur Veränderung des Essverhaltens.
    Thema beim Besuch war auch die finanzielle Ausstattung des Vereins. Leider ist er chronisch unterfinanziert, da er lediglich Zuwendungen des Landes Berlin erhält und einen Eigenanteil erwirtschaften muss. Eine große Herausforderung ist für den Verein die Bewältigung des Generationswechsel bei den Mitarbeiterinnen. Denn, zwei Mitarbeiterinnen gehen in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Sie wollen in der verbleibenden Zeit neue Kolleginnen eingearbeiten, damit die wichtige Arbeit weitergeführt werden kann. Aber diese Stellen sind in der Übergangszeit derzeit nicht finanziert.
    Dennoch möchte der Verein das Angebot unbedingt aufrecht erhalten und geht auch immer wieder neue Wege, um die vielfältigen Anfragen zum Thema Ess-Störungen zu bewältigen.
    Während der Anfangszeiten des Vereins kamen die meisten die Erstkontakte über das Telefon zustande. Heute kommen viele Anfragen per Mail aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland. Durch eine Schulung von Mitarbeiterinnen anderer Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern finden Betroffene und Angehörige kompetente Ansprechpartnerinnen nun auch außerhalb Berlins. Ganz neu ist ein Online-Angebot für Eltern von Ess-Störungen betroffener Kinder.
    Das Beratungszentrum des Vereins Dick & Dünn e.V. befindet sich in der Innsbrucker Str. 37.

    FFGZ – Frauengesundheit in eigener Hand

    von Manuela Harling

    FFGZ
    1974 gründete sich das Feministische FrauenGesundheitsZentrum, seit 1985 ist es in Tempelhof-Schöneberg ansässig.
    Marijke Höppner, frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg, die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg und Gesundheitspolitikerin, Manuela Harling und Dr. Gisela Pravda, beide für die AsF-Tempelhof-Schöneberg, Hermann Zeller, sozialpol. Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg und die gesundheitspol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg Ingrid Kühnemann besuchten das FFGZ zum Informationsaustausch am 14. August im Rahmen der „Frauensommertour“.

    Das FFGZ bietet Beratung für Frauen zum Thema Gesundheit entweder persönlich vor Ort, telefonisch oder auch berlinweit bei diversen Kooperationsträgern. Es gibt Informationsveranstaltungen , Workshops und ein Kursangebot. In verständlicher Sprache werden gesundheitliche und medizinische Sachverhalte differenziert vermittelt. Das gilt auch für die eigene Zeitschrift Clio und die diversen Broschüren, die vom FFGZ herausgegeben werden.
    Das FFGZ kooperiert mit anderen Trägern und arbeitet in Netzwerken. So entstand auch eine Kooperation mit der Volkshochschule und auch Migrationsprojekten.

    Ein Projekt, dass aus der Kooperation mit Frauenmigrationsprojekten und der VHS entstand, ist die Patientinnenschulung. Hier lernen Frauen einen selbstbewußten Umgang mit den „Göttern in Weiß“, sie lernen, dass sie Rechte haben, Fragen stellen dürfen und auch die geplante Therapie hinterfragen dürfen. Für Migrantinnen, die deutsch nicht perfekt beherrschen, ist diese Schulung eine wichtige Erfahrung, denn sie lernen auch, dass Arzt und Ärztin in der Pflicht sind zur Information, die die Patientin auch versteht.
    Das Thema Wechseljahre beschäftigt das FFGZ seit seiner Gründung. Hier kann frau Hilfe erfahren, wenn sie sich fragt, ob eine Hormontherapie hilfreich und sinnvoll ist oder es andere Alternativen gibt. Das Gleiche gilt für das Thema Verhütung.
    Das FFGZ hat eine umfassende Bibliothek zur Frauengesundheit und kann auch mit bewährten weiterführenden Adressen helfen.
    Petra Bentz, Cornelia Burgert und Martina Schröder vom FFGZ berichteten bei dem Besuch auch von Vorhaben, die sie gern verwirklicht sehen würden. Das FFGZ wünscht sich mehr Information an den Schulen zur HPV-Impfung, So müsste es ihrer Ansicht nach eine Vernetzung mit dem Bereich Schule geben, denn das Thema Impfung gegen Human Papilloma Viren ist Thema im Rahmen des Biologieunterrichts und die BiologielehrerInnen werden mit Materialien der Pharmaunternehmen ausgestattet, die natürlich eine kritische Sichtweise zu dieser Impfung vermissen lassen. Der Impfstoff ist nicht das Allheilmittel für Gebärmutterkrebs schlechthin und in den Familien sollte mehr über Wirkungsweise und Risiken informiert werden. Im Jahr 2008 gab es bereits eine umfassende Kampagne des bezirklichen Gesundheitsnetzwerkes, aber die Schülerinnen „wachsen“ nach.

    Zusammen mit anderen Trägern des Gesundheitsverbundes für Benachteiligte bietet das FFGZ Kurse zum Thema Umgang mit Depression und Stressbewältigung. Gerade bei älteren Frauen, die in ALG II-Bezug geraten finden sich in diesen Kursen wieder. Eine Finanzierung durch das Jobcenter wäre deshalb anratenswert, denn die Frauen verlassen den Kurs mit Motivation und Empowerment.
    Ein großer Wunsch ist auch die Installierung einer überregionalen Traumastation für Frauen, die an den Folgen von Gewalt leiden. Seit Jahren arbeitet das FFGZ am Thema Folgen sexualisierter Gewalt, Das FFGZ weiß, dass die Nichtbehandlung oder auch eine späte und unzureichende Behandlung z schweren Folgen führen kann.
    Das FFGZ ist in der Bamberger Str. 51 in Berlin Schöneberg.

    Auf Tour in Tempelhof

    Jugendhilfe-Sommertour Tempelhof am 8.8.2012

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die zweite Sommertour führte mich in der Region Tempelhof durch die Einrichtungen des Nachbarschafts- und Familienzentrums der Ufa Fabrik wie den Kinderbauernhof, das Familienzentrum, die Kita MaRiS und die Ganztagsbetreuung der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld, in den Lindenhof, um die Kindertagesstätte, den Jugendclub und das ansässige Netzwerk kennenzulernen, in die Jugendeinrichtungen Bose-Club, Cafe Albrecht (mit dem Kooperationsprojekt Tik e.V.) und in das Jugi Hessenring.
    Bauernhof [Kinderbauernhof]
    Das Nachbarschafts- und Familienzentrum der Ufa-Fabrik (NUSZ) ist ein Träger vieler sozialer Einrichtungen. Das Familienzentrum bietet in den neu gestalteten und renovierten Räumen Kurse für junge Mütter und Frauen. Inklusionsangebote finden sich genauso wie Rückbildungsangebote für Mütter. Kinder bis 14 Jahre können den Kinderbauernhof in der offenen Jugendarbeit besuchen. Patenschaften mit Kaninchen, Meerschweinchen und Hühnern können eingegangen werden. Außerdem wird Hausaufgabenhilfe, Tanzen und Ponyreiten angeboten. Für Mädchen wurde auf dem Gelände des Kinderbauernhofes in einem Bauwagen ein selbstverwalteter Rückzugsort geschaffen.
    Die Kita MaRiS schwebt wie ein Raumschiff in der Manfred-von-Richthofen-Straße. 205 Kinder werden in Gruppen von 12 bis 16 Kindern betreut. Kooperationen mit der anliegenden Grundschule „Grundschule auf dem Tempelhofer Feld“ unterstützen den ganzheitlichen Bildungsansatz der Kindertagesstätte. Im offenen Ganztagsbetrieb kooperiert NUSZ mit der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld und der Tempelherren Grundschule.
    Kita Maris [Kita MaRiS, Manfred-von-Richthofen-Straße]
    Der Lindenhof stellt einen in sich geschlossenen Sozialraum dar; Kindertagesstätte, Ganztagsbetreuung, Schule und Jugendfreizeiteinrichtung arbeiten eng zusammen. Steigende Kinderzahlen in Kita und Schule machten die Betreuung in den bestehenden Einrichtungen unmöglich. Um die Übergangslösungen mit Containern auf dem Schulhof zu umgehen, werden umfassende Umbaumaßnahmen durchgeführt, die es ermöglichen alle Kinder an einem Standort unterzubringen und eine Durchmischung der Altersstufen zu erreichen. Die JFE im Lindenhof wechselt die Trägerschaft und wird in die Hände des Nachbarschaftsheim Schöneberg übergeben, so dass die Angebote von Schule, Ganztagsbetreuung und Jugendfreizeiteinrichtung auf die veränderten Bedingungen abgestimmt werden können und ein aufeinander aufbauendes Angebot kreiert werden kann. Im Netzwerk Lindenhof schließen sich Akteure aus dem Lindenhof zusammen wie Wohnbaugesellschaft, Schule, Jugendhilfe, Polizei, Senioreneinrichtung, etc. um strategisch die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
    In der Bosestraße 6 befindet sich der Bose-Club. Als Gemeinschaftsprojekt des Bezirksamtes, NUSZ und K*I*D*S e.V. bietet der Bose-Club ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche. Dabei bietet die Umgebung mit Spielplatz und Fußballkäfig viele Möglichkeiten.
    Das Ev. Jugendzentrum Cafe Albrecht hat seinen Schwerpunkt für Jugendliche im Bereich der Bandarbeit. Gemeinsam mit dem Träger Tik e.V. bieten sie auch verschiedene Angebote für Kinder an.
    Der Jugi-Hessenring ist eine bezirkliche Jugendfreizeiteinrichtung in Neu-Tempelhof. Neben Hausaufgabenbetreuung, Tischtennis-Zeiten, geschlechter-differenzierten Computerangeboten, Koch- und Back-Aktionen sowie (Theater-)Schminkkursen, bietet der Jugi-Hessenring einen großen Veranstaltungssaal mit Bühne. Zur Förderung von Mädchen dienen besondere Angebote und ein gemeinsam gestalteter Mädchenraum.
    Jugi-Hessenring [Jugi-Hessenring]

    Bücherfrauen – Interessensvertretung rund ums Buch

    Bücherfrauen
    Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk für Frauen, die in der Buchbranche arbeiten. Mit Ziel von Austausch und Vernetzung treffen sich Bundesweit 900 in Berlin 160 Lektorinnen, Autorinnen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen, Verlegerinnen, usw.
    Vernetzt wird sich regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, aber auch auf regelmäßigen internen und öffentlichen Veranstaltungen. Auch frauenpolitische Themen heben die Bücherfrauen auf das Tableau. So befasst sich die hauseigene Studie „Mehr.Wert in der Bücherbranche“ mit der Gleichbehandlung von Frauen in der Bücherbranche. Zwar stellen Frauen mit 80 % der Mitarbeiterinnen, die Mehrheit in der Bücherbranche, jedoch erhalten Männer noch 28 % mehr Gehalt als Frauen. Die Studie bot mit dieser und vieler anderer Erkenntnisse den Grundstock für das politische Handeln des Frauenvereins. So begeht der Verein den Equal Pay Day und unterstützt Frauen bei Gehaltsverhandlungen. In Entscheidungsgremien fordern die Bücherfrauen 40% Frauen innerhalb von 5 Jahren.
    Am 13. August 2012 trafen sich auf Einladung von Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Melanie Kühnemann (Vorsitzende des Kulturausschuss), Gudrun Blankenburg (Sprecherin für Kulturpolitik) und Dr. Gisela Pravda (Stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit Stefanie Lembke und Frau Henze und Frau Seehofer von den Bücherfrauen.

    SHP – Frauen in die Gesellschaft holen!

    SHP [mit Herrn Dere]
    Am 13. August 2012 besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Interkulturelle Selbsthilfeprojekt für Frauen(SHP) in der Naumannstraße.
    1985 wurde SHP gegründet, seitdem hat sich der Träger etabliert und bietet vor allem Deutsch- und Integrationskurse für Frauen an. Frauen aus muslimisch geprägten Ländern nehmen die Angebote besonders gern wahr, da sie diskriminierungsfrei und ohne verurteilt zu werden, mit und ohne Kopftuch, an den Kursen teilnehmen können. Eine unbeschwerte Atmosphäre bieten die Kurse dadurch, dass ausschließlich Frauen das Angebot nutzen dürfen. „Frauen sollen aus der Isolation in die Gesellschaft geholt werden“, so Fatih Dere der Geschäftsführer von SHP.
    Die beiden Kindertagesstätten „Rosen“ und „Knospen“ greifen interkulturelle Kompetenz und Sprachförderung auf. Dabei gilt die Sprachförderung nicht nur den Kindern, sondern auch die Eltern werden leicht an Sprachkurse und Integrationskurse herangeführt.
    Viele weitere Kurse werden mit Herzblut und viel Engagement betrieben wie Koch- und Nähkurse. Beratung und Vermittlung zu Experten und Expertinnen machen den Standort in der Naumannstraße zu einem Stützpunkt für Familienberatung.

    Der Besuch bei SHP fand am 13. August 2012 statt.

    Seit 20 Jahren interkulturelle Mädchenarbeit

    von Dr. Gisela Pravda
    Cafe Pink [v.l.n.r. Angelika Schöttler, Dr. Gisela Pravda, Elisabeth Wagner, Marijke Höppner]
    Angelika Schöttler (Bürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion und Initiatorin), Dr. Gisela Pravda (für die AsF Tempelhof-Schöneberg) haben am 13. August 2012 das Cafe PINK besucht. Das Cafe PINK ist seit 20 Jahren ein Interkultureller Treffpunkt für Mädchen ab 10 und junge Frauen der Region Schö-neberg – Nord auf der Rechtsgrundlage des § 11 und § 13 (1) des Jugendhilfegesetzes
    Die Arbeit des Café PINK lässt sich beschreiben mit den Vokabeln
    parteilich,
    interkulturell,
    feministischen und
    partizipativ.

    Hier können sich Mädchen ab 10 mit Freundinnen treffen, Spiele spielen, Musik hören, an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, Hilfe bei Hausaufgaben bekommen, Theater spielen, ihre Probleme besprechen. Außerdem gibt es eine Computerwerkstatt, eine KreativWerkstatt und eine Kochgruppe.
    Wir wurden sehr offen und liebenswürdig empfangen, haben die zum Teil von den Besuche-rinnen gestalteten – mal coolen, mal kuscheligen – Räume kennengelernt und befanden uns schnell in einer professionellen und vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre. Herzlichen Dank an Elisabeth Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin und an Ulrike Dietrich, Diplompädagogin.

    Das Cafe Pink befindet sich in der Goltzstraße 40.

    Auf Tour durch Schöneberg-Süd

    Jugendhilfe-Sommertour durch Schöneberg Süd

    Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die erste Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg-Süd. Die Tour führte von der Kita Rosa-Turm, in denKiezgarten und die Familienküche, zur Familienberatungsstelle FAB e.V., zu den Jugendfreizeiteinrichtungen Haiways und Flipper und endete im Wunderland für Kinder bis 12 Jahre, dem Jugendheim Lassenpark.
    Rosa Turm [Kita Rosa-Turm]
    Die Montessouri-Kita Rosa Turm, gehört zum Träger Täks e.V.. Täks e.V. ist ein gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe, der im Schöneberger Süden und darüber hinaus Krippenangebote, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulkooperationen, Jugendeinrichtungen und Nachbarschafts- und Familieneinrichtungen betreibt.
    haiways [Wandbild JFE Haiways]
    Kiezgarten [Lehmhütte im Kiezgarten]
    Kreativ gestaltet sind die Wände in der Jugendfreizeiteinrichtung Haiways. Stadtplanung wird zum Gemälde, wenn Jugendliche malen, wie ihr Kiez sich entwickeln soll. Mit dem Computer kann man mehr als nur spielen und so wurde aus dem Kochprojekt nicht nur das Nachkochen der Rezepte, sondern auch die Gestaltung eines kleinen Kochbuches. Die räumlich angegliederte Lernwerkstatt Familienküche ist ein Inklusionsprojekt. Wunderbar gestaltet, so dass ein Ort der Kommunikation Menschen den Zugang zu den vielfältigen Programmen gewährt. Workshops gibt es u.a. zu den Themen gesunde Ernährung, Kochen und Tanzen.
    Der Garten Kiezinsel ist ein besonderes Nachbarschafts- und Familienprojekt. Gemeinsames Gärtnern führt die Nachbarschaft zusammen. Die Gestaltung und Pflege liegt in der Hand der Freiwilligen. Die Kita-Kinder unterhalten kleine Gärten, gestalten bunte Vogelscheuchen und bauen aus Lehm eine Hütte. Sport- und Spielenachmittage werden organisiert, im Winter werden Märchen vorgelesen.
    Kiezküche [Kiezküche]
    In der Teltow-Grundschule konnte ich mir ein Bild über die Kooperation von Jugendhilfe und Schule machen. Die neue Rektorin legt viel Wert auf eine konzeptionelle Zusammenarbeit. Auch hier gestalten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kreative Programme für die Kinder.
    http://marijkehoeppner.blogsport.de/wp-admin/upload.php [Essen in der Teltow GS]
    Das Jugendfreizeitheim Flipper des Kinderhauses Friedenau e.V. liegt am S-Bahnhof Schöneberg. Akzeptanz, Individualität, Miteinander ohne Ausgrenzung sind Ziele der Einrichtung. Kinder werden ermutigt selbständig Kurse anzubieten und bringen anderen etwas bei. Über Zirkuspädagogik werden Kinder motiviert aus sich hinauszugehen und besondere Fähigkeiten wie Einrad fahren zu erlenen. Die Kinder und Jugendlichen vor Ort haben eine enge Bindung an die Pädagogen und Pädagoginnen. Die individuelle Begrüßung und Verabschiedung gibt den Jugendlichen einen Rahmen.
    Flipper [JFE Flipper] FAb [Gruppenbild FAB e.V.]

    In den Höfen der Crellestraße bietet Fab e.V. Unterstützungsleistungen für Familien und junge Menschen mit und ohne Behinderung an. Besondere Unterstützung erhalten Kinder, die selber oder deren Eltern psychisch oder seelisch krank sind. In der Projektküche werden besondere Kochangebote für Kinder mit Asberger und Autismus gegeben. Besonders viel Wert wird auf die Prävention in der Jugendhilfe gelegt.
    Lassenpark [JFE Lassenpark]
    Ein kleines Wunderland ist die
    bezirkseigene Jugendfreizeiteinrichtung Lassenpark. Angrenzend an den Lassenpark liegt sie hinter dem Jugendmuseum. Draußen finden sich ein Piratenboot, selbstgebaute Hütten und eine Feuerstelle. Überall finden sich selbstgenähte, getöpferte, gebastelte, gehämmerte, geschraubte Schweinchen, denn das Schwein ist das selbstgewählte Lieblingstier der Kinder. Im Haus kann man in jeder Ecke und Schublade etwas entdecken. Fernseher sind keine Fernseher, sondern ein Rahmen für selbstgestaltete Gemälde. Gartenwerkzeug und Elektroschrott wird zu einem selbstgebastelten Pfau. Handpuppen sehen aus als hätte sie Paul Klee selbst gestaltet. Und im Kindercafe sitzt die Porzellangans Gisela, die die Kinder auf jedem Ausflug begleitet.

    Die Sommertour durch Schöneberg Süd fand am 7. August 2012 statt. Begleitet wurde ich auf der Tour durch den Stadtrat Oliver Schworck.

    Reinigen der »Stolpersteine«

    Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg Elke Ahlhoff, Oliver Fey, Marijke Höppner und Gudrun Blankenburg, rufen dazu auf, am Sonntag, den 12. August 2012 um 14.00 Uhr an der Freizeitstätte Stierstraße 20 in Berlin-Friedenau beim Putzen der in der Stierstraße verlegten »Stolpersteine« zu helfen.

    Die kurze Stierstraße hat nur 20 Hausnummern, weist aber über 50 Stolpersteine auf. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Friedenauer Initiativen wie die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße oder Brünnhildestraße sorgen dafür, dass das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird.

    Jedesmal sind die Recherchen zu den deportierten und ermordeten Menschen verbunden mit tiefgehenden, schmerzlichen Recherchen zu jedem einzelnen Schicksal. Die Stolpersteine finden ihren Platz vor dem Haus, in dem die Opfer der Nazi-Willkür ihren letzten Wohnort hatten, bevor sie von dort aus in die Todeslager deportiert wurden.

    Vandalismus an einer betreffenden Informationstafel in der Stierstraße 18/19 begegnete die Initiativgruppe Stolpersteine Friedenau mit überzeugenden Erneuerung der Schautafel.

    Damit die Stolpersteine mit den Namen der Opfer leuchten, soll durch diese Putzaktion ein Zeichen gesetzt werden, dass diese Stolpersteine ein lebendiger Gedenkort sind und zur aktiven Gedenkarbeit auffordern.

    Die Initiatoren freuen sich über Ihre Hilfe – machen Sie mit! Für Putzmaterial ist gesorgt.

    ‚Mit Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘ – Gedenkort für Hilde Radusch wurde eingeweiht

    „Das ist ein toller Bezirk, dieses Schöneberg, in dem eine Lesbin und eine Kommunistin geehrt werden kann“, sagte Dr. Gabriele Wohlauf, eine Weggefährtin Hilde Raduschs, während der Eröffnung des Gedenkortes in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldstraße. Tatsächlich wurde an diesem 23. Juni der erste Berliner Gedenkort für eine lesbische Frau, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde eingeweiht.
    Hilde Radusch 1
    [Gedenkort Hilde Radusch mit Miss Marples Schwestern]
    Um die 60 Menschen, vor allem Frauen, versammelten sich, um der Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch in Schöneberg beizuwohnen. Darunter auch Weggefährtinnen und Freundinnen von Radusch, wie Wohlauf, die sich durch Hilde Radusch haben bewegen lassen in ihrem Leben. Radusch war Dichterin, Politikerin, Kommunistin, Frauen-und Lesbenbewegte und vor allem eine Kämpferin. Sie gab nicht auf, als sie von den Nazis verfolgt wurde und auch nicht als sie ihre Arbeit als Leiterin des Schöneberger Büros der „Opfer des Faschismus“ verlor, da sie als „lesbisch“ denunziert wurde.
    Hilde Radusch 2
    [Gedenkort Hilde Radusch]
    Als Miss Marples Schwestern an die SPD Fraktion in Tempelhof-Schöneberg herantraten, war klar, dass es politischer Wille sein musste diese Ausnahmeperson zu ehren. Der Antrag wurde 2009 eingebracht. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler beschrieb in ihrer Eröffnungsrede den Werdegang: Der Antrag wurde 2010 konsensual beschlossen, 2011 unterstützte die Bezirksverordnetenversammlung den Gedenkort mit Sondermitteln. Der mangelnde Kooperationswillen des Vermieters führte dazu, dass nicht eine unauffällige Gedenkplatte am ehemaligen Wohnhaus Raduschs zu finden ist, sondern statt dessen ein auffälliger Gedenkort in der Eisenacherstraße Ecke Winterfeldplatz entstand. Zwei Sitzgelegenheiten, stehen vor den Tafeln. Sie laden ein mehr über Hilde Radusch zu erfahren, die die/den Betrachter*in von einer der Tafel keck anschaut.
    Ilona Scheidle, eine Mitstreiterin von Miss Marples Schwestern“ und Mitgestalterin der Inhalte auf der Tafel verlas einen persönlichen Brief an Hilde, den sie vor Ort verlas und beschrieb Radusch so: „Du warst Macherin und Kämpferin in Wort und Schrift, warst eine verletzbare Agitatorin der Ersten und Zweiten Frauenbewegung, hemmungslos leidenschaftliche Demokratin mit dem ‚Mut zum Entschluss und der Stirn zu unterscheiden‘..“. Und in Anbetracht der gerade statt findenden Pride Week führte sie aus: „Frauen zu vergessen ist gesellschaftlich nicht mehr konsensfähig, konsensfähig ist, dass Lesben zur NS-Gedenkformation, dem Nadelöhr deutscher Geschichtsbewusstheit gehören. Gut so.“
    Hilde Radusch 3
    [Gedenkort Hilde Radusch mit Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin]

    TSaktuell: Frauen sind aller Ehren wert

    Die TSaktuell ist erschienen!

    In der Juni-Ausgabe findet Ihr den Artikel Frauen sind aller Ehren wert
    , denn bei der Benennung von Straßen spielen Frauen kaum eine Rolle. Das soll sich ändern. In den Artikel könnt Ihr hier reinschmulen.
    Frauenstra�ennamen
    Hast Du auch einen Vorschlag? Dann schick uns mit einer kurzen Begründung, warum gerade die von Ihnen vorgeschlagene Frau, geehrte werden soll. Wir reichen Deinen Vorschlag dann weiter.

    Antrag: Baumaßnahme Kurfürstenstraße 41- 44 (B- Plan II- 125- 1VE)

    Die BVV empfiehlt dem Bewzirksamt, sich bei den zuständigen Stellen des Bezirks Mitte dafür einzusetzen, dass im Zusammenhang mit der Baumaßnahme Kurfürstenstraße 41- 44 (B- Plan II- 125- 1VE) folgende Belange berücksichtigt werden.

    1. Das Erdgeschoss mit Ladennutzung soll offen und transparent gestaltet werden (keine verklebten Schaufensterscheiben).

    2. Sollte der Bau eines Parkhauses unverzichtbar sein, müssen Sicherheitskriterien in die Planung einfließen. Die besondere Situation des Quartiers bzgl. der Prostitution (Vollzug im geschützten Parkhaus) ist zu beachten).

    3. Hofbereiche und unbebaute Grundstücksbereiche sind einzufrieden.

    Begründung:
    Ggf. mündlich

    Berlin, den 11.06.2012

    Nihan Dönertaş

    Der Verlauf des Antrages ist hier zu verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung am 20.06.2012 eingebracht.

    TSaktuell: Eröffnung des Gedenkortes Hilde Radusch

    Die TSaktuell ist erschienen.

    In der Juni-Ausgabe findet Ihr einen Artikel zur Einweihung des Gedenkortes für Hilde Radusch.

      Gern möchte ich Euch auf diesen Termin aufmerksam machen:
      am Freitag, den 22. Juni wird um 17 Uhr in der Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldstraße.

    Mehr zur Kämpferin Hilde Radusch könnt Ihr hier lesen.
    TSaktuell-HildeRadusch

    TSaktuell: Interview mit der Lesbenberatung

    Die TSaktuell ist erschienen.

    Für die Juni-Ausgabe habe ich ein Interview mit Claudia Apfelbacher, Lesbenberatung geführt. „Es geht um Lösungsstrategien“. Von coming out bis Mehrfachdiskriminierung – Die Lesbenberatung kümmert sich um viele Themen könnt ihr schon mal hier lesen.
    TSaktuell_Lesbenberatung1

    Ein Balanceakt: Alleinerziehend Arbeit und Familie vereinen – Ein Besuch bei Alfa Netpoint in Friedenau

    Am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr werden in der Friedenauer Lauterstraße Näharbeiten und Goldschmiedeschmuck angeboten und verkauft. Die Besonderheit: Die Produkte stammen aus den Lehrwerkstätten des Ausbildungs- und Kulturzentrums (kurz: AKC) in der Lauterstraße.
    Das Projekt bildet seit 1988 in Friedenau aus. Ziel ist es Jugendliche in Berlin besonders junge Frauen aus belasteten Lebenssituationen aufzufangen und durch eine Ausbildung Perspektive zu bieten. Die Ausbildungen als Maßschneiderin und Goldschmiedin werden in einem geschützten Rahmen angeboten, so dass die jungen Frauen ihre individuellen Fähigkeiten entfalten und erweitern können. Der ganzheitliche Ansatz des Vereins unterstützt eine selbstbewusste und eigenverantwortliche Lebensführung.
    Alfa Netpoint Logo
    Ein Schwerpunkt setzt der AKC in der Beratung und im Coaching für Alleinerziehende. Das dazugehörige Projekt Alfa Netpoint besuchten Angelika Schöttler, Bürgermeisterin Tempelhof-Schönebergs, und Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, am 11. Mai 2012. Alfa Netpoint entstand im Rahmen des Bundesprogramms „Gute Arbeit für Alleinerziehende“. Den ganzheitlichen Ansatz des AKC aufgreifend, geht es um Unterstützung, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Alleinerziehende. Es werden gemeinsam Wege gefunden Beruf und Betreuungsmöglichkeit zu vereinen und finanzielle Regelungen dafür zu finden. Da eine umfassende Beratung, eine entsprechende Begleitung benötigt, wird sich vor Ort Zeit genommen. Die Beraterinnen und Berater begleiten die jungen Frauen über mehrere Monate hinweg und unterstützen sie bei vielen kleinen und großen Lebensschritten, so dass ein hoher Nachhaltigkeitseffekt erzielt wird. Die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder das Nachholen eines Schulabschlusses sind dabei sehr wichtig. Einige Frauen beteiligen sich aber auch an Praktika, Sprach- oder Integrationskursen auf dem Weg zu ihrem Traumjob. „Wichtig ist es die Wünsche der Besucherinnen im Auge zu behalten, um sich dann Schritt für Schritt ihrem Ziel zu nähern“, so der Berater Martin Kositza.
    AKC arbeit Wer sich ein Bild der Arbeit des Ausbildungs- und Kulturzentrums machen möchte, kann am 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr in der Lauterstraße (nähe Breslauer Platz) das Projekt unterstützen und während des Sommerverkaufstages Produkte aus der Schneider- und Goldschmiedewerkstatt kaufen.

    Besuch bei gleich und gleich e.V.

    Gleich und gleich e.V. bietet betreutes Wohnen für Jugendliche an. Bundesweit nimmt der Verein eine besondere Rolle dabei ein, denn die Ansprache bezieht die Interessen von lesbischen, schwulen und trans* Jugendliche ein und nimmt so Rücksicht auf die spezifischen Erlebnisse und Bedürfnisse.
    Um mehr über den Verein und dessen Arbeit zu erfahren, besuchte Marijke Höppner, frauenpolitische Sprecherin, am 10. Mai 2012 gleich und gleich e.V. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Manuela Harling (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwulen in der SPD Tempelhof-Schöneberg) sowie Friederike Nitzsche (Beisitzerin im Vorstand der Schwusos).
    Die zielgruppenspezifische Ansprache gibt es deutschlandweit selten. Andere Bundesländer wie Bayern empfehlen Jugendliche nach Berlin in das betreute Einzel- oder Wohngemeinschaftswohnen. Eine Ansprache auf die Bedürfnisse von lesbisch, schwulen und trans* Jugendlichen ist nicht unbedingt üblich im Bereich des betreuten Wohnens.
    Stefan Pröpper (Geschäftsführer) und die beiden Sozialpädagoginnen Ingrid Bergter und Katja Imholz berichteten darüber wie die Jugendlichen im Alltag gestärkt werden, um ihr Leben selbstständig zu meistern. Die Jugendlichen wenden sich zum Erfahrungsaustausch an die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die selber lesbisch, schwul oder trans* sind. Der Umgang mit öffentlichen Diskriminierungserfahrungen durch Nachbarn und Mitmenschen wird häufig zum Thema. Liebe, Partnerschaft, Hausarbeiten und Arbeitsplatzsuche sind genauso wichtig, um in ein selbstbestimmtes Leben geleitet zu werden.
    Gleich und gleich befindet sich in der Kulmerstraße 16 in Berlin Schöneberg.
    gleich und gleich e.V.
    Hintere Reise: Frau Bergter, Frau Imholz, Herr Pröpper
    Vordere Reihe: Ursula Hasecke (Frauenbeauftragte), Angelika Schöttler, Petra Nowacki, Mannuela Harling, Frederike Nitzsche, Marijke Höppner

    Presseerklärung: SPD fordert Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer des Bürgeramtes

    Auf Forderung der SPD- Fraktion beschloss die Bezirksverordnetenversammlung in Tempelhof- Schöneberg in der Plenarsitzung vom 25. April 2012 die Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer- TV der Bürgerämter. Kontaktinformationen von Beratungseinrichtungen sollen nun durch Werbe- und Informationsfernsehen in den drei Bürgerämtern in Schöneberg, Tempelhof und Lichtenrade gezeigt werden.

    Die Auswirkungen von häuslicher Gewalt sind weiterhin gravierend. Die Repräsentativstudie von 2004 zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (Schröttle et al.) kommt zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau (25%) körperliche und/oder sexuelle Gewalt in mindestens einem Fall durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt hat. Jeweils ein Drittel der Frauen machte Erfahrungen von langanhaltender Gewalt bzw. folgenschwerer Gewalt. 40% der befragten Frauen befinden sich über einen längeren Zeitraum als ein Jahr in einer Gewaltbeziehung, 17 % mehr als 5 Jahre.

    Laut der Betreiberfirma Mediaspot werden 70.000 bis 120.000 Menschen pro Jahr in den Warteräumen der Bezirksämter erreicht, etwa die Hälfte sind Frauen. „Viele gewaltbetroffene Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. In einigen Fällen beschränken ihre Partner die Kontakte in die Außenwelt“, so Marijke Höppner, Frauen- politische Sprecherin der SPD Fraktion, und fährt fort: „Die Chancen, dass eine gewaltbetroffene Frau den Spot bei einer alltäglichen Aktivität wie der Beantragung eines neuen Personalausweises sieht, ist groß.“
    Die Ausstrahlung eines Warte- TV- Spots stellt somit ein niederschwelliges Informationsformat für viele Frauen dar, um über Hilfsangebote informiert zu werden. Es erhöht zudem die Möglichkeiten, an die entsprechenden Informationen zu gelangen.

    Antrag: Beteiligung am internationalen Hurentag

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt, sich durch eine Kooperation mit der Fachgruppe Kurfürstenstraßenkiez und der AG Gesunder Kunde an den Aktivitäten zum internationalen Hurentag zu beteiligen. Diese Beteiligung soll erstmals am 02.06.2013 satt finden.
    Ziel ist es, die Mitmenschen im Kurfürstenstraßenkiez und die Freier auf ein respektvolles und menschenwürdiges Miteinander hinzuweisen.

    Begründung:
    Immer wieder kommt es zu Beschimpfungen und gewalttätigen Übergriffen wie Flaschenwür-fen oder Handgreiflichkeiten von Anwohnenden gegenüber Sexarbeiter*innen. Tatsächlich soll es sogar zu Kellerraumvermietungen als Wohnraum zu hohen Summen an mehrere Prostituierte gekommen sein. Freier gehen häufig fahrlässig mit der Gesundheit von Frauen, Männern und Trans* um und zwingen sie zum Verzicht auf Kondome. Der internationale Hu-rentag bietet uns im Bezirk die Chance auf einen menschwürdigen Umgang mit den Sexar-beiter*innen hinzuweisen.
    Zur Geschichte des internationalen Hurentag: Am 2. Juni 1975 besetzten über 100 Prostitu-ierte die Kirche Saint-Nizier in Lyon/Frankreich, um auf die katastrophale Situation von Frau-en, die anschaffen gehen, hinzuweisen. Die Zahl der Prostituierten, die sich dem Streik an-schlossen, nahm in den nächsten Tagen weiter zu. Die Bevölkerung und auch die Kirchenlei-tung äußerten sich positiv und unterstützten die Frauen. Der Streik der Prostituierten weitete sich auch auf andere Städte wie Marseille, Grenoble und Paris aus. Forderungen gingen bis an die höchsten staatlichen Stellen, die jedoch nicht bereit waren, für menschenwürdige Le-bens- und Arbeitsbedingungen zu sorgen. Die nationale und internationale Presse berichtete über den Streik. Hier wurden zum ersten Mal Prostituierte – ohne die herkömmlichen Kli-schees – für Menschen sichtbar. Sie sind berufstätige Frauen, die um ihre Menschenwürde kämpfen. Am 10. Juni ’75 wurde die Kirche um 5 Uhr morgens brutal durch die Polizei ge-räumt. Zur Erinnerung daran haben Sexarbeiter/innen und deren Organisationen den 2. Juni zum Internationalen Hurentag erklärt. Quelle: http://www.hydra-berlin.de
    Berlin, den 07.05.2012

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 16.05.2012

    Antrag: Frauen haben Vorrang – reloaded

    Die Bezirksverordnetenversammlung bestätigt ihren Beschluss vom 16.2.2005 Drs. 1088/XVII Frauen haben Vorrang und ersucht das Bezirksamt bei Neubenennungen von öffentlichen Straßen , Plätzen, Grünanlagen und bezirklichen Einrichtungen die Namen von Frauen so lange vorrangig zum Zuge kommen zu lassen, bis eine im bezirklichen Gesamtbild angemessene Vertretung beider Geschlechter in der Benennung von Straßen, Plätzen, Grünanlagen und öffentlichen Einrichtungen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg erreicht ist.

    Beteiligungsverfahren von Bürgerinnen und Bürger sowie den vor Ort angebundenen Akteuren sind anzustreben.

    Ein thematischer Bezug bzw. ein Bezug zum Bezirk Temelhof-Schöneberg sind wünschenswert.

    Dieser Antrag wurde am 10.05.2012 im Ausschuss für Frauen und Queer beschlossen. Der Antrag wird am 16.05.2012 in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht. Den weiteren Verlauf des Antrages finden Sie hier.

    Frauennamenspool: Diese Frauen sollen auf Straßenschildern geehrt werden!

    Wir wol­len Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen!

    Die tra­di­tio­nel­le Ge­schichts­schrei­bung hatte Frau­en lange über­se­hen. Dies zeigt sich auch in der Be­nen­nung von Stra­ßen. In Tem­pel­hof-Schö­ne­berg fin­den sich kaum Frau­en auf Stra­ßen­schil­dern wie­der. Dabei sind weib­li­che Ga­li­ons­fi­gu­ren als Vor­bil­der für eine gleich­be­rech­tig­te Ge­sell­schaft sehr wich­tig. Mit einer Liste oder einem Na­men­spool mit Frau­en­na­men für Stra­ßen­be­nen­nun­gen, ver­bin­den wir den Wunsch, dem weib­li­chen Blick auf die Welt Aus­druck zu ver­lei­hen und die Viel­falt weib­li­chen Schaf­fens und Den­kens sicht­bar zu ma­chen. (Quel­le: Drs. 0209/XIX)

    Für den An­trag Drs. 0209/XIX Frau­en im Be­zirk sicht­bar ma­chen re­cher­chier­te die ASF Tem­pel­hof- Schö­ne­berg für die SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg die Bio­gra­fi­en vie­ler tol­ler Frau­en, die wir für eh­rens­wert hal­ten:

    Pina Bausch
    Pina (Phil­ip­pi­na) Bausch (27.​07.​1940 in So­lin­gen – 30.​06.​2009 in Wup­per­tal) war eine deut­sche Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­fin, Tanz­päd­ago­gin und Bal­lett­di­rek­to­rin. Nach Ihr wurde das Tanz­thea­ter Pina Bausch in Wup­per­tal be­nannt, das Welt­ruhm er­lang­te. Pina Bausch, seit den 1970er- ​Jah­ren als Kul­tur­fi­gur der in­ter­na­tio­na­len Tanzs­ce­ne ge­fei­ert, gilt heute als eine der be­deu­tens­ten Cho­reo­gra­fen/innen der Ge­gen­wart. Ihren Stil präg­ten die Ver­stri­ckung von Tanz mit an­de­ren Gen­res der dar­stel­len­den Kunst wie Ge­sang aber auch Me­di­en­per­for­mance. Das Tanz­thea­ter Pina Bausch be­fin­det sich in der Part­ner­stadt Tem­pel­hof- ​Schö­ne­bergs Wup­per­tal.
    Quel­len: http://​www.​pina- ​bausch.​de/​, http://​www.​pina- film.​de/​de/​pina- bausch.​html

    Mar­ga­re­te Be­rent
    Mar­ga­re­te Be­rent (9.​7.​1887 Ber­lin – 23.​6.​1965 New York) war 1919 die erste Frau mit einem ju­ris­ti­schen Staats­ex­amen in Preu­ßen und wurde zur Spe­zia­lis­tin für Ehe- und Fa­mi­li­en­recht. Sie pro­mo­vier­te 1914 „Über die Zu­ge­winn­ge­mein­schaft der Ehe­gat­ten“. Be­rent war Mit­be­grün­de­rin di­ver­ser Frau­en­ver­ei­ne dar­un­ter des Ju­ris­tin­ne­bun­des und des Aka­de­mi­ke­rin­nen­ver­eins sowie Vor­stands­mit­glied des Jü­di­schen Frau­en­bun­des. Ihre Pra­xis be­fand sich in der Goltz­str. 34. 1933 wurde Be­rent aus der Rechts­an­walts­pra­xis aus­ge­schlos­sen. 1939 emi­grier­te sie über Chile in die USA.
    Quel­len: Jü­di­sche Frau­en im 19. und 20. Jahr­hun­ter. Le­xi­kon zu Leben und Werk, hrsg. Jutta dick, Ma­ri­na Sas­sen­berg, Rein­bek 1993.

    Ger­trud Hanna
    Ger­trud Hanna (22.​6.​1876- 26.​1.​1944 Ber­lin) war von 1909 bis 1933 Lei­te­rin des Ar­bei­te­rin­nen­se­kre­ta­ri­ats beim ADGB und Mit­glied des preu­ßi­schen Land­tags 1919 bis 1933 für die SPD. Sie setz­te sich für die An­er­ken­nung weib­li­cher Mit­glie­der in der Ge­werk­schaft ein und en­ga­gier­te sich in der SPD für die Frau­en­po­li­tik. Zer­mürbt von der Na­zi- ​Ver­fol­gung be­gang Hanna ge­mein­sam mit Ihrer Schwes­ter den Selbst­mord. Han­nah lebte vor 1918 in Neu- ​Tem­pel­hof.

    Jenny Hirsch
    Jenny Hirsch (25.​11.​1829 Zerbst – 10.​3.​1902 Ber­lin) war Frau­en- ​ und So­zi­al­ar­bei­te­rin, Schrift­stel­le­rin und Über­set­ze­rin. Sie war Mit­be­grün­de­rin des All­ge­mei­nen Deut­schen Frau­en Ver­eins (ADF) und des in Schö­ne­berg an­säs­si­gen Let­te- ​Ver­eins, in dem sie zeit­wei­lig Schrift­füh­re­rin war. Als Mit­ar­bei­te­rin zahl­rei­cher Frau­en­zeit­schrif­ten gab sie unter an­de­rem „Frau­en- ​An­walt. Organ des Ver­ban­des der Frau­en­bil­dungs- ​ und Er­werbs­ver­ei­ne“ her­aus.

    Clara Im­mer­wahr, verh. Haber
    Clara Im­mer­wahr (21.​6.​1870 – 2.​5.​1915) war die jüngs­te Toch­ter des Che­mi­kers Phil­lip Im­mer­wahr und sei­ner Ehe­frau Anna Krohn, einer gut­bür­ger­li­chen Fa­mi­lie in Bres­lau. Nach einer Leh­re­rin­nen­aus­bil­dung stu­dier­te Clara Che­mie. Als erste Frau an der Uni­ver­si­tät Bres­lau pro­mo­vier­te sie 1900 in phy­si­ka­li­scher Che­mie. Ihren Ab­schluß mach­te sie „Summa cum Laude“. 1901 hei­ra­te­te sie den Che­mi­ker Fritz Haber. Sie hoff­te auch als Ehe­frau wei­ter in der For­schung ar­bei­ten zu kön­nen, diese Hoff­nung er­füll­te sich nicht. Wäh­rend Fritz eine stei­le Kar­rie­re mach­te und schließ­lich zum Di­rek­tor des In­sti­tuts für Phy­si­ka­li­sche Che­mie und Elek­tro­che­mie der Kai­ser- ​Wil­helm- ​Ge­sell­schaft be­ru­fen wurde, muss­te Clara die un­dank­ba­re Rolle der re­prä­sen­tie­ren­den, um­sor­gen­den und al­len­falls zu­ar­bei­ten­den Pro­fes­so­ren­gat­tin über­neh­men. In der Ehe kri­sel­te es. Fritz war fa­na­ti­scher Pa­tri­ot und wid­me­te seine For­schun­gen voll­kom­men der Suche nach neuen Kampf­ga­sen. Im Laufe des Krie­ges wurde er Ab­tei­lungs­lei­ter im Kriegs­mi­nis­te­ri­um und über­nahm die wis­sen­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung für das ge­sam­te Gas­kampf­we­sen. Clara bezog dazu deut­lich Stel­lung und be­zeich­ne­te das ganze Un­ter­neh­men als «Per­ver­si­on der Wis­sen­schaft», Haber warf ihr «Lan­des­ver­rat» und «an­ti­mi­li­tä­ri­sche Ein­stel­lung» vor. Am 22. April 1915 be­feh­lig­te Haber an der West­front bei Ypern in Bel­gi­en den erst­ma­li­gen Ein­satz von Chlor­gas. Am 2. Mai 1915 er­schoss sich Clara aus Pro­test gegen die von ihrem Mann ge­lei­te­te erste che­mi­sche Mas­sen­ver­nich­tung und deren un­ab­seh­ba­re Fol­gen. Doch am nächs­ten Tag stand in der Zei­tung, das die Grün­de für ihren Frei­tod un­be­kannt seien. Seit 1991 ehrt der Ver­ein In­ter­na­tio­na­le Ärzte für die Ver­hü­tung des Atom­krie­ges (IPPNW)das An­denken an die Pa­zi­fis­tin mit der Ver­lei­hung der Cla­ra- ​Im­mer­wahr- ​Me­dail­le

    Luise Kau­tsky
    Luise Kau­tsky (11.​8.​1864 Wien – 1.​11.​1944 Aus­schwitz- ​Bir­ken­au) war als Ehe­frau von Karl Kau­tsky seine po­li­ti­sche Weg­ge­fähr­tin und un­ent­behr­li­che Stüt­ze. Sie hat durch ei­gen­stän­di­ge Über­set­zun­gen so­zia­lis­ti­scher Texte aus dem Eng­li­schen und Fran­zö­si­schen maß­ge­bend zur in­ter­na­tio­na­len Ver­stän­di­gung der Ar­bei­ter­be­we­gung bei­ge­tra­gen. Als Freun­din von Rosa Lu­xem­burg war sie deren erste Bio­gra­fin. Als Jüdin wurde sie mit 80 Jah­ren nach Ausch­witz- ​Bir­ken­au de­por­tiert. Auf dem Kran­ken­la­ger ant­wor­te­te sie, dem Tode nahe, dem KZ- ​Arzt Men­ge­le auf seine Frage, ob sie des Kom­mu­nis­ten Frau sein: „ Ich bin des So­zia­lis­ten Frau“. Luise Kau­tsky war seit 1890 mit Karl Kau­tsky ver­hei­ra­tet. Al­lein in Frie­denau hatte das Ehe­paar mit ihren drei Söh­nen vier Wohn­adres­sen. Von 1900 bis 1902 wohn­ten sie in dem heute denk­mal­ge­schütz­ten Haus Saar­stra­ße 14. Das Haus wurde zum Treff­punkt der frü­hen So­zi­al­de­mo­kra­tie. Die drei Söhne gin­gen in Frie­denau zur Schu­le. Au­ßer­dem lebte sie in der Wie­land­stra­ße 26.

    Erna Pros­kau­er
    Erna Pros­kau­er (5.​8.​1903 – 18.​1.​2001), ge­bo­ren in Brom­berg, muss­te sie mit 17 Jah­ren ihre Ge­burts­stadt auf­grund des Ver­sail­les Ver­tra­ges ver­las­sen. Die Fa­mi­lie zieht nach Ber­lin in die Kai­ser­al­lee (heute Bun­des­al­lee). Erna Pros­kau­er stu­diert als eine der ers­ten Frau­en Rechts­wis­sen­schaf­ten. 1933 wird die frisch­ge­ba­cke­ne Ge­richt­s­as­ses­so­rin „bis auf wei­te­res“ vom Dienst sus­pen­diert. Als Jüdin wird ihr auch die Zu­las­sung als An­wäl­tin ver­wei­gert. Zu­sam­men mit ihrem Mann Max, der eben­falls Ju­rist ist, emi­griert sie nach Is­ra­el. An­fang der 50er Jahre keh­ren sie nach Deutsch­land zu­rück. Sie neh­men sich eine Woh­nung in Schö­ne­berg, Max lässt sich als An­walt nie­der. Erna be­an­tragt die Wie­der­auf­nah­me in den Jus­tiz­dienst, doch diese wird ihr nach jah­re­lan­gen Pro­zes­sen letzt­end­lich mit der Be­grün­dung ver­wei­gert, daß Erna Pros­kau­er nicht als Jüdin be­nach­tei­ligt wor­den sein soll, son­dern aus be­am­ten­recht­li­chen Grün­den zu­al­ler­erst „als ver­hei­ra­te­te Frau“. Dafür gibt es keine Wie­der­gut­ma­chung. Für ihre „Ver­diens­te um die Ber­li­ner Jus­tiz“ wurde Erna Pros­kau­er 1995 das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen. Sie starb 2001 in ihrem 98. Lebensjahr.​Sie starb 2001 in ihrem 98. Le­bens­jahr.

    Ger­tru­de Sand­mann

    Ger­tru­de Sand­mann (16.​11.​1893 in Ber­lin – 6.​1.​1981 Ber­lin) war eine Ber­li­ner Künst­le­rin und Grün­de­rin der Grup­pe L47. Als les­bisch jü­di­sche Ma­le­r­in durf­te sie zu­nächst nicht an der Aka­de­mie der Küns­te ler­nen und be­leg­te Kurse beim Ver­ein Ber­li­ner Künst­le­rin­nen. In der NS- ​Zeit wurde sie ver­folgt und tauch­te unter. Ihre Ge­dan­ken zum Über­le­bens­kampf im Ber­li­ner Un­ter­grund, zum Ju­den­tum und der ge­sell­schaft­li­chen Po­si­ti­on Frau las­sen Ihre Werke in einem po­li­ti­schen Kon­text er­schei­nen.

    Eli­sa­beth Schu­ma­cher
    Eli­sa­beth Schu­ma­cher (geb. Ho­hen­em­ser: 28.​04.​1904 – 22.​12.​1942 Ber­lin) war Gra­fi­ke­rin und Mit­glied der „Roten Ka­pel­le“. Wäh­rend des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges ko­pier­te und mi­ni­a­tu­ri­sier­te sie ge­hei­me Ma­te­ria­li­en der deut­schen Luft­waf­fe, und ver­teil­te mit der Grup­pe il­le­gal Flug­blät­ter und do­ku­men­tier­te Ver­bre­chen des NS- ​Re­gimes. Sie ver­brei­te­te selbst il­le­ga­le Wi­der­stands­schrif­ten und ver­such­te, jü­di­sche An­ge­hö­ri­ge vor der De­por­ta­ti­on zu schüt­zen. 1942 wur­den Sie, ihr Mann, der Bild­hau­er Kurt Schu­ma­cher, den sie 1934 ge­hei­ra­tet hatte, und zahl­rei­che wei­te­re Mit­glie­der Wi­der­ständ­ler ver­haf­tet. Sie wurde am 19. De­zember vom Reichs­kriegs­ge­richt wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat“, „Lan­des­ver­rat“ und wei­te­rer po­li­ti­scher Ver­ge­hen zum Tode ver­ur­teilt und am 22. De­zember im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin- ​Plöt­zen­see unter dem Fall­beil hin­ge­rich­tet.

    He­le­ne Stö­cker
    He­le­ne Stö­cker (13.​11.​1869 El­ber­fels – 24.​2.​1943 New York) war eine deut­sche Se­xu­al­re­for­me­rin und Pa­zi­fis­tin. Stö­cker war eine der ers­ten Ber­li­ner Ab­itu­ri­en­tin­nen und Gast­hö­re­rin­nen der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät. 1905 Grün­de­te sie den „Bund für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“. Ihr Frie­de­nau­er Wohn­sitz in der Sen­ta­stra­ße 5 wurde zweit­wei­se zum Sitz des Ver­eins. Stö­cker setz­te sich u.a. für die Se­xu­al­auf­klä­rung, Ver­hü­tung und Se­xu­al­hy­gie­ne sowie für die Straf­frei­heit der Ab­trei­bung, freie Se­xua­li­tät für Frau­en auch au­ßer­halb der Ehe und männ­li­che Ho­mo­se­xua­li­tät ein. Mit Aus­bruch des Ers­ten Welt­krie­ges en­ga­gier­te sich Stö­cker in der Frie­dens­be­we­gung und wurde Mit­glied des „Bun­des für Kriegs­dienst­geg­ner“ (BdF). Nach der Macht­über­nah­me der Nazis floh sie über die Schweiz und Schwe­den in die USA.

    Gerda Sze­pans­ky
    Gerda Sze­pans­ky (geb.: 6. De­zember 1925 Ber­lin – 3. Au­gust 2004 Ber­lin- ​Ma­ri­en­dorf) war Jour­na­lis­tin, Leh­re­rin, und Pu­bli­zis­tin und er­hielt 1996 das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Bande ver­lie­hen. In der Nach­kriegs­zeit wur­den sie und ihr Mann Wolf­gang Sze­pans­ky, ein Über­le­ben­der des KZ Sach­sen­hau­sen, den sie auf einer Ver­samm­lung an­ti­fa­schis­ti­scher Leh­rer kurz nach Kriegs­en­de ken­nen­ge­lernt hatte, wegen „ak­ti­ver Be­tä­ti­gung im Sinne der SED“ per Straf­be­scheid aus dem Schul­dienst ent­las­sen. Sie über­nahm die Lei­tung des Kul­tur­clubs der Ge­sell­schaft für Deutsch- ​So­wje­ti­sche Freund­schaft in West- ​Ber­lin. Als His­to­ri­ke­rin be­schäf­tig­te sie sich mit der Auf­ar­bei­tung der Le­bens­ge­schich­ten von Frau­en, sie en­ga­gier­te sich für die Ge­denk­stät­te des Frau­en- ​KZ Ra­vens­brück, or­ga­ni­sier­te Austel­lun­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gern für die Bran­den­bur­gi­sche Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung und war auch im Ver­band deut­scher Schrift­stel­ler in der Ge­werk­schaft ver.​di aktiv.

    Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us
    Fran­zis­ka Ti­bur­ti­us (geb.: 24. Ja­nu­ar 1843 auf Rügen – 5. Mai 1927 Ber­lin) war eine der ers­ten deut­schen Ärz­tin­nen und Kämp­fe­rin für die Öff­nung der Uni­ver­si­tä­ten für Frau­en.
    Nach dem Schul­ab­schluss ar­bei­te­te sie zu­nächst als Er­zie­he­rin auf Rügen und in Eng­land, bevor sie sich ent­schloss, Me­di­zin zu stu­die­ren. In Deutsch­land war es Frau­en zu die­ser Zeit nicht ge­stat­tet die Uni­ver­si­tät zu be­su­chen, daher ging sie 1871 nach Zü­rich, wo be­reits seit den 1860er Jah­ren Frau­en im­ma­tri­ku­liert wur­den und ihnen das Pro­mo­ti­ons­recht ge­bo­ten wurde. Be­reits 1876 schloss sie ihr Me­di­zin­stu­di­um mit her­vor­ra­gen­den Leis­tun­gen ab und ging an­schlie­ßend als Vo­lon­tär­ärz­tin nach Leip­zig, dann in die Kö­nig­li­che Ent­bin­dungs­an­stalt Dres­den, wo sie sich ver­geb­lich um eine Ap­pro­ba­ti­on be­müh­te. Dar­auf­hin zog sie nach Ber­lin und grün­de­te ge­mein­sam mit Emi­lie Leh­mus im Prenz­lau­er Berg eine ei­ge­ne Pra­xis, sie muss­ten sich dabei je­doch als „Dr. med. in Zü­rich“ aus­wei­sen und hat­ten damit nur etwa den Sta­tus eines Heil­prak­ti­kers. 1908 er­öff­ne­te sie ge­mein­sam mit einer wei­te­ren Kol­le­gin, Agnes Ha­cker, Mit­be­grün­de­rin des „Deut­schen Bun­des für Mut­ter­schutz und Se­xu­al­re­form“, die „Chir­ur­gi­sche Kli­nik weib­li­cher Ärzte“. Dort wurde ins­be­son­de­re auch Ar­bei­te­rin­nen die ärzt­li­che Be­hand­lung durch nied­ri­ge Ho­no­ra­re er­mög­licht, und vor allem jun­gen Ärz­tin­nen Aus- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten ge­bo­ten. Noch im glei­chen Jahr wur­den Frau­en erst­mals an preu­ßi­schen Uni­ver­si­tä­ten, und ab 1914 zur Ap­pro­ba­ti­on zu­ge­las­sen.

    Sie ken­nen tolle Frau­en nach denen Stra­ßen be­nannt wer­den kön­nen? Wir freu­en uns über Ihre Vor­schlä­ge an post(at)spd- fraktion- tempelhof- schoeneberg.​de

    Presseerklärung: Frauen in Tempelhof-Schöneberg sichtbar machen!

    Zur Plenarsitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 25. April 2012 bringen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam einen Antrag ein, der es sich zum Ziel setzt, Frauen im öffentlichen Straßenland sichtbar zu machen. Durch einen Pool mit Namen von Frauen, die Großes geleistet haben, soll sich dies nun ändern. Denn, obwohl die Bezirksverordnetenversammlung schon 2004 einen Beschluss fasste, der die bevorzugte Benennung von Straßen und bezirklichen Einrichtungen nach Frauen vorsieht, gab es immer wieder Diskussionen darum, ob Männer nicht wieder stärkere Beachtung finden sollten.

    Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Laut einer Mitteilung zur Kenntnisnahme von 2005 gibt es in Tempelhof-Schöneberg 385 Straßen, davon sind 28 Straßen nach Frauen benannt, etwa ein Drittel der Namen bezieht sich auf Figuren aus Wagneropern und aus der Mythologie. Seit dem sind eine Handvoll Frauen auf Schilder gekommen, darunter die Erika Gräfin von Brockdorff in Schöneberg oder Hildegard Knef am Bahnhof Südkreuz.

    „Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig.“, stellen die frauenpolitische Sprecherin, Marijke Höppner (SPD), und der frauenpolitische Sprecher, Marius Feldkamp (Bündnis 90/Die Grünen), fest. „Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.“

    Dass es den beiden Fraktionen ernst ist, zeigt sich darin, dass sie dem Wunsch nach einem Namenspool schon mehrere Namen beigefügt haben, darunter die antifaschistische Autorin Gerda Szepansky aus Mariendorf und die jüdisch lesbische Malerin Gertrude Sandmann.

    Antrag: Warte-TV zur Aufklärung über häusliche Gewalt nutzen

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen im Warte-TV der bezirklichen Einrichtungen ein Spot gezeigt werden kann, der Frauen über häusliche Gewalt und mögliche Anlaufstellen informiert. Eine Kooperation mit einem lokal angesiedelten Anti-Gewalt-Projekt wie Frauenzimmer e.V. soll angestrebt werden.
    Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, ob Kosten entstehen und ob diese ggf. durch Sponsoring abgedeckt werden können.

    Begründung:
    In Tempelhof-Schöneberg gibt es vier Anlaufstellen mit Warte-TV in den Wartezimmern bezirklicher Einrichtungen wie dem Bürgeramt.
    Die Reichweite liegt momentan berlinweit mit 45 TV-Geräten in 29 Ämtern bei etwa 360.000 intensiven Besucherkontakten pro Monat. Je nach Größe und Einzugsgebiet rechnet Central Media Spots allgemein mit 70.000 bis 120.000 Besuchern pro Jahr in Bürgeramt für die Standorte Rathaus Schöneberg, Rathaus Tempelhof und Lichtenrade.
    Durch die Kombination von Werbung und tagesaktuellen Nachrichten, Bürgerinformationen, Sehenswürdigkeiten im Stadtbezirk, Quizfragen, Tiervermittlung, Kulturinfos u.a. genießt das Wartefernsehen eine sehr hohe Akzeptanz bei den Besucher*innen und ist gleichzeitig ein informativer und angenehmer Bürgerservice. (Informationen von Central Media Spots)

    Durch das Warte-Fernsehen, könnten verhältnismäßig viele Menschen niedrigschwellig erreicht werden.

    Die Repräsentativstudie von 2004 zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (Schröttle et al.) kommt zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau (25%) körperliche und/oder sexuelle Gewalt in mindestens einem Fall durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt hat. Knapp ein Drittel der befragten Frauen berichtete über eine einzige Gewalterfahrung, ein Drittel über 2-10 Situationen und ebenfalls ein Drittel über häufige und langanhaltende Gewalt. Zwei Drittel der Frauen erlebten mittlere bis schwere Formen der Gewalt mit Verletzungsfolgen und Angst vor ernsthaften und lebensgefährlichen Verletzungen. Bei 40% der gewaltbetroffenen Frauen dauerte die Gewaltbeziehung länger als ein Jahr, bei 17%, mehr als 5 Jahre. Jede siebte Frau berichtete über Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder Nötigung zu sexuellen Handlungen.
    Erhöhte Risiken für den Beginn häuslicher Gewalt bestehen in bestimmten Lebens- und Umbruchphasen wie Heirat (38%), Zusammenziehen (34%), Geburt des Kindes (20%) und Schwangerschaft (10%). Misshandlungen sind intensiver und häufiger, wenn Frauen schwanger sind oder kleine Kinder haben, nicht zu vergessen, dass ungewollte Schwangerschaften auch eine Gewaltfolge sein können.
    50% der gewaltbetroffenen Frauen hatten bereits als Kind direkt Gewalt erlebt oder waren Zeuginnen von Häuslicher Gewalt. Misshandlung in der Kindheit und Jugendzeit ist somit einer der größten Risikofaktoren, im Erwachsenenleben Partnergewalt zu erleben oder auszuüben und hat langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gesundheitshandeln als Erwachsene.
    Studien belegen, dass es auch ein hohes Risiko für die Misshandlung von Kindern bei Gewalt in der Partnerschaft gibt, d.h. eine Gleichzeitigkeit von häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Kinder verbreitet ist. (Quelle: http://www.frauenzimmer-ev.de/index.php?n=n301#weiterlesen)

    Das Warte-TV bietet die Möglichkeit viele Frauen zu erreichen, und sie über die Kontaktstellen und Hilfemöglichkeiten bei häuslicher Gewalt zu informieren.

    Den Verlauf dieses Antrages finden Sie hier.

    Eingebracht in die BVV am 25.04.2012.

    Antrag: Frauen im Bezirk sichtbar machen!

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    1) Die BVV ersucht das Bezirksamt einen Namenspool bzw. eine Namensliste mit Frauennamen anzufertigen, die für eine Straßenbenennung in Tempelhof-Schöneberg in Frage kommen. Die Namensvorschläge sind mit einer Begründung zu versehen. Die Liste soll nicht abschließend sein und kontinuierlich ergänzt werden können, auch durch direkte Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern. Die Namensvorschläge sollen vom Amt für Weiterbildung und Kultur gesammelt und einmal jährlich dem zuständigen Ausschuss vorgelegt werden. Die Vorlage ist mindestens einen Monat vor Einbringung in den Ausschuss öffentlich zu machen.

    2) Folgende Personen sind bei der Liste zu berücksichtigen:
    Pina Bausch
    Margarete Berent
    Gertrud Hanna
    Jenny Hirsch
    Clara Immerwahr
    Luise Kautsky
    Erna Proskauer
    Getrude Sandmann
    Elisabeth Schumacher
    Helene Stöcker
    Gerda Szepansky
    Franziska Tiburtius

    Begründung:

    Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig. Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen, verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.

    Den Verlauf dieses Antrages finden Sie hier.

    Eingebracht in die BVV am 25.04.2012.

    Dieser Antrag wird gemeinsam von der SPD Fraktion und Bündnis 90/Die grünen eingebracht.

    Antrag: Ausstellung Homestory Deutschland

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob die Ausstellung „Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ sowie die dazugehörige Szenische Lesung im Rahmen des Programms Cross Kultur 2012 oder 2013 in Tempelhof-Schöneberg gezeigt und aufgeführt werden können.

    Begründung:

    „Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ ist eine Ausstellung der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – ISD Bund e.V., gefördert durch die Bundeszentrale politische Bildung und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft – EVZ.
    Die Ausstellung wird als ein kollektives Selbstportrait beschrieben, dass afrikanische, afrikanisch-amerikanische und afrikanisch-deutsche Erinnerungstraditionen aufgreift. Mündliche und schriftliche Weitergabe gelebter Erfahrungen kommt eine maßgebliche Rolle zu.
    Siebenundzwanzig aufbereitete Biografien schwarzer Männer und Frauen stellen exemplarisch dar wie gesellschaftliche Verhältnisse sich in den individuellen Lebensentwürfen widerspiegeln. Während eine bebilderte Zeitleisten Schwarze Geschichte von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart faktisch belegen.
    Die Szenische Lesung der Autorinnen ManuEla Ritz und Sharon Otoo zeichnet sechs Schwarze deutsche Lebensgeschichten nach, die einen Bogen über 300 Jahre deutsche Geschichte spannen.
    Mehr Infos unter www.homestory-deutschland.de

    Den Verlauf des Antrages finden sie hier.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 25.04.2012

    Kleine Anfrage Bedarf von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade ermitteln

    Kleine Anfrage gemäß § 39 GO BVV, lfd. Nr. 004 der Bezirksverordneten Marijke Höppner

    Die vorbezeichnete Kleine Anfrage wird wie folgt beantwortet:

    Zu 1.) Welche Hinweise können Datenerhebung/Statistik und aktuelle Berichte von Polizei, Beratungsstellen für Opfer von häuslicher Gewalt und Notaufnahme bzw. Hausarztpraxen bezüglich häuslicher Gewalt in Marienfelde und/oder Lichtenrade geben?
    Zu den aktuellen polizeilichen Daten bezüglich häuslicher Gewalt in Marienfelde und Lichtenrade (Abschnitt 47) antwortet die zuständige Direktion 4 des Polizeipräsidenten in Berlin wie folgt:

    „Die polizeiliche Recherche von Delikten, die dem Phänomen Häusliche Gewalt zuzuordnen sind, basiert auf verschiedenen Kennzeichnungsmöglichkeiten betreffender Strafanzeigen im Rahmen der Anzeigenaufnahme oder weiteren Bearbeitung der Vorgänge in der EDV (POLIKS = Polizeiliches Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung). Es handelt sich dabei aber nicht um Zwangseingaben, so dass eine gewisse Unschärfe der Resultate entsprechender Erhebungen berücksichtigt werden muss. Daneben werden nach Einsätzen der Polizei Berlin im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt grundsätzlich sog. Formelle Nachrichten (= Fernschreiben) abgesetzt. Diese FN werden im Stab der Direktion 4 von der Koordinatorin HG/OSB (Häusliche Gewalt/Opferschutzbeauftragte) ausgewertet und bilden eine weitere Erhebungsgrundlage. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass den eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten ein Ermessensspielraum bei der deliktischen Zuordnung eines Sachverhaltes als Häusliche Gewalt zur Verfügung steht. Auf andere Quellen kann die Polizei Berlin nicht zurückgreifen.

    Im Anschluss werden zunächst Daten zur Häuslichen Gewalt im Abschnittsbereich 47 nach der Auswertung der Formellen Nachrichten von 2009 bis 2011 durch die Koordinatorin Häusliche Gewalt/Opferschutzbeauftragte der Direktion 4 dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass die Auswertung der Formellen Nachrichten nicht mit dem Datenbestand des POLIKS vergleichbar ist, und hier keine gesonderte Betrachtung der Ortsteile erfolgt, sondern der Abschnitt 47 insgesamt betrachtet wird:

    Tabelle 1: Einsatzzahlen im Abschnittsbereich 47

    Jahr HG-Einsätze
    Abschnitt 47 Wegweisungen
    Abschnitt 47 Wegweisungs-
    quote Abschnitt 47 HG-Einsätze
    Direktion 4
    gesamt Anteil der HG-Einsätze
    im Abschnitt 47 an den HG-Einsätzen
    in der Direktion 4
    2009 134 30 22,4% 1028 13%
    2010 163 34 20,9% 1024 16%
    2011
    (einschl. 20.12.) 190 35 18,4% 1146 16,6%
    Tabelle 2: Aufschlüsselung der eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Deliktsgruppen

    Jahr Körper-
    verletzungen Bedrohungen Verstoß
    Gewaltschutzgesetz Stalking Tötungs
    -delikte Sonstige
    2009 89 25 6 8 0 72
    2010 64 19 2 4 0 30
    2011
    (einschl. 20.12.) 99 27 10 15 1 63

    Evident ist in der 1. Tabelle, dass im Abschnitt 47 sowohl die Einsätze bei Häuslicher Gewalt als auch die Wegweisungen in den absoluten Zahlen von 2009 bis 2011 einen Anstieg aufweisen; bei den Einsätzen sogar ein deutlicher Anstieg von 134 Einsätzen in 2009 bis zu 190 in 2011. Bei den Wegweisungen ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen von 30 (2009) auf 35 (2011).

    Zusammengefasst heißt das, dass im Abschnitt 47 eine Zunahme von Häuslichen Gewalt zu verzeichnen ist.

    Auch in der 2. Tabelle, welche die Aufschlüsselung der eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Deliktgruppen darstellt, ist von 2009 bis 2011 ein Anstieg in allen Deliktgruppen festzustellen bis auf die unter „Sonstige“ zusammengefassten Deliktsgruppen.
    Im Jahr 2011 ist sogar ein Tötungsdelikt festgestellt worden. Bei den Stalking-Fällen gab es nahezu eine Verdopplung; Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz erhöhen sich um 66%, und bei den Körperverletzungen – die mit Abstand größte Deliktgruppe – wird eine Zunahme von 10 Fällen registriert von 89 (2009) auf 99 Fälle (2011), d.h. zusammengefasst:

    In allen schwerwiegenden Deliktsgruppen von Häuslichen Gewalt ist im Abschnitt 47 von 2009-2011 ein Anstieg zu verzeichnen.

    Die beiden nachfolgenden Tabellen zeigen Daten aus dem Referat Verbrechensbekämpfung über Straftaten im Rahmen der Häuslichen Gewalt im Abschnittsbereich 47, ausdifferenziert nach den Ortsteilen Lichtenrade und Marienfelde in 2010 und 2011.

    Tabelle 3: Straftaten im Rahmen der „Häuslichen Gewalt“ im Bereich A 47 – Gruppiert nach Obergruppen

    Anzahl Vorgänge Jahr Abschnitt Ortsteil Jahr Abschnitt
    2010 ∑ TSch 2010 2011 ∑ TSch 2011
    A 47 A 47
    Obergruppe Lichtenrade Marienfelde Lichtenrade Marienfelde
    einfacher Diebstahl 2 1 3 3 4 7
    Rohheitsdelikte 143 69 212 117 91 208
    Sexualdelikte - 1 1 - 1 1
    Sonstige Straftaten 30 17 47 21 25 46
    Straftaten gegen das Leben 1 - 1 - - -
    Vermögensdelikte 1 1 2 3 - 3
    Gesamtergebnis 177 89 266 144 121 265

    Tabelle 4: Straftaten im Rahmen der „Häuslichen Gewalt“ im Bereich A 47 – Gruppiert nach Obergruppen
    Das Datenmaterial wurde seitens der Direktionsleitung für eine kurze Einschätzung bezüglich der derzeitigen Situation von Häuslichen Gewalt in der Region (Abschnitt 47) herangezogen und in folgender Weise zusammengefasst:

    „Die Fallzahlen für Einsätze im Abschnittsbereich 47, die dem Phänomen Häusliche Gewalt zugeordnet wurden, sind seit 2009 gestiegen, vgl. Tabelle Dir 4 St 421. Ursachen könnten eine gewachsene Sensibilität eingesetzter Polizeikräfte und damit einhergehend eine höhere Anzeigebereitschaft betroffener Frauen sein. Die Erhebungen des Referates VB indizieren im Vergleich der Jahre 2010 und 2011 zwar erhebliche Fallzahlenschwankungen innerhalb der betrachteten Ortsteile, allerdings bei nahezu identischer Gesamtbelastung.“

    Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet die o.g. Frage wie folgt:

    „Das Miterleben von häuslicher Gewalt stellt in aller Regel eine Gefahr für das Wohl und die Entwicklung der Kinder dar. Eine Meldung über häusliche Gewalt ist deshalb in den Regionen Lichtenrade und Marienfelde, wie im gesamten Jugendamt T-S eine Kinderschutzmeldung. Das berlineinheitliche Verfahren wird in Anwendung der AV Kinderschutz JugGes Nr.6 verbindlich durchgeführt (1.Stufe: Risikoeinschätzung, 2.Stufe: Einschätzung der Kindeswohlgefährdung). In aller Regel ist ein Vor-Ort-Besuch erforderlich und in beiden Stufen erfolgt die Einschätzung verpflichtend nach dem Vier-Augen-Prinzip. Im Rahmen der Einschätzung der Kindeswohlgefährdung ist ein Hilfe- und Schutzkonzept zu erstellen.

    Die Anzahl der Kinderschutzmeldungen insgesamt sind in den letzten Jahren in beiden Regionen stetig gestiegen:

    Marienfelde:
    Kinderschutzmeldungen insgesamt Anteil häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt %
    2009 89 29 32,6
    2010 103 28 27,2
    2011
    (Stand:30.11.11) 122
    48 39,3

    Lichtenrade:
    Kinderschutzmeldungen insgesamt Anteil häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt %
    2009 156 31 19,9
    2010 201 55 27,4
    2011
    (Stand:30.11.11) 187
    52 27,8

    Deutlich wird, dass es für die Region Lichtenrade von 2009 zu 2010 einen deutlichen Anstieg der Kinderschutzmeldungen insgesamt gab und auch der Anteil an häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt deutlich zugenommen hat. Im Jahr 2011 erreichen die Meldungen einen ähnlich hohen Stand wie in 2010.

    Für die Region Marienfelde zeigt sich, dass es von 2010 zu 2011 zu einem erheblichen Anstieg der Kinderschutzmeldungen insgesamt kam, insbesondere im Bereich häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt.

    In beiden Regionen erfolgte die Meldung überwiegend durch die Polizei in Folge von polizeilichen Einsätzen.“

    zu 2.) Welche Informationen gibt es von regional orientierten Einrichtungen über einen erhöhten Bedarf von Vorberatung und Vermittlung von Opfern von häuslicher Gewalt?
    Diese Frage wird durch die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste wie folgt beantwortet:

    „Aufgrund der Dringlichkeit konnte nur eine Auswahl an Regelträgern in den beiden Regionen befragt werden, darunter das Quartiersbüro W40 und der Träger AHB-Berlin Süd gGmbH mit dem Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße in Lichtenrade und dem Nachbarschaftstreff Marienfelde in der Waldsassenerstraße.

    Für die Region Lichtenrade gab es keine Meldung an erhöhtem Bedarf von Vorberatung und Vermittlung von Opfern häuslicher Gewalt von den befragten Trägern.

    Für die Region Marienfelde meldete ein Träger im Zusammenhang mit den unter Punkt 3 beschriebenen Vorfällen zusätzlichen Bedarf an Personal an, um in akuten Fällen die Beratungen zeitintensiver gestalten und um die Frauen persönlich zu anderen Einrichtungen oder zur Polizei begleiten zu können.

    Gleichzeitig bestätigte der Träger, dass er in den drei beschriebenen Fällen die betroffenen Frauen durch seine Fachkräfte qualifiziert beraten und an entsprechende Institutionen weitervermitteln konnte.

    zu 3.) Inwiefern ist dem Bezirksamt bekannt, dass Frauen in bezirklich geförderten Einrichtungen Schutz vor Gewalt gesucht haben?
    Hierzu berichtet die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste:

    „Für die Region Lichtenrade wurden von den Trägern keine Fälle gemeldet, in denen Frauen in bezirklich geförderten Einrichtungen Schutz vor Gewalt gesucht haben.

    Für die Region Marienfelde berichtete der Träger AHB, der in Marienfelde in der Waldsassener Str. 16 einen Nachbarschaftstreff für Kinder und Jugendliche und deren Familien betreibt, aktuell von drei Fällen, in denen Frauen in den Räumen des Nachbarschaftstreffs Schutz suchten. Die Lebenspartner dieser Frauen verschafften sich Zutritt zu der Einrichtung und bedrohten ihre Frauen und die Mitarbeiterinnen des Trägers massiv. Die Vorfälle fanden während der Öffnungszeiten der Einrichtung statt. In einem Fall wurde Anzeige gegen einen Lebenspartner erstattet.“

    zu 4.) Wie werden Einrichtungen dabei unterstützt qualifiziert und koordiniert Opfern von häuslicher Gewalt weiterzuhelfen?
    Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet diese Frage wie folgt:
    „Einrichtungen, die ihre Leistungen im Rahmen der Jugendhilfe gemäß SGB VIII, wie das Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße und der Nachbarschaftstreff Marienfelde in der Waldsassenerstraße erbringen, haben sich im Rahmen eines Leistungsvertrages verpflichtet, qualifizierte Fachkräfte einzusetzen und für die Fachkräfte Fortbildung und Praxisberatung sicherzustellen.

    Eine qualifizierte Fachkraft, die im Bereich der Jugendhilfe tätig ist, sollte auf Problembereiche wie häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch, Sucht usw. vorbereitet sein bzw. zunächst vom eigenen Träger Unterstützung erhalten.

    Die Einrichtungen bzw. Träger haben darüber hinaus in beiden Regionen, Lichtenrade und Marienfelde, durch die enge Vernetzung der Träger mit dem Jugendamt über die regionale Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII, die regelmäßigen Treffen der Geschäftsführer mit der Regionalleitung, der Teilnahme der Träger an Fallteamsitzungen und nicht zuletzt die Kontaktaufnahme zum regionalen Sozialdienst die Möglichkeit, qualifiziert unterstützt zu werden.

    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorortbüro W40 sind mit den Institutionen und Trägern im Gebiet so eng vernetzt, dass sie bei aktuellen Vorkommnissen schnell und qualifiziert an die entsprechenden Stellen weitervermitteln können.“

    zu 5.) Inwiefern sieht das Bezirksamt einen Mehrbedarf zur Unterstützung von bezirklichen Einrichtung in der Region Marienfelde bzw. Lichtenrade im Umgang mit Opfern von häuslicher Gewalt?
    Die Abteilung Jugend, Ordnung, Bürgerdienste beantwortet diese Frage wie folgt:

    „Für die Region Lichtenrade kann aus Sicht des Jugendamtes kein Mehrbedarf an Unterstützung von Einrichtungen im Umgang mit Opfern erkannt werden. Für die Region Lichtenrade haben die Träger keinen Mehrbedarf angemeldet.

    In der Region Marienfelde sehen wir die unter Punkt 3 beschriebenen Vorfälle im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Kinderschutzmeldungen insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt. Wir stellen einen Mehrbedarf an intensiver Beratung zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt in der Region fest. Für dieses Beratungsangebot für Opfer von häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt müssten entsprechende Räumlichkeiten und eine Finanzierung gefunden werden.

    Gemäß des Leistungsvertrags, der zwischen dem Träger AHB und dem Jugendamt geschlossen wurde, hat der Träger den Auftrag Angebote für Kinder aus der Region in seiner Einrichtung vorzuhalten. Die unter Punkt 3 beschriebenen massiven Bedrohungen fanden in Gegenwart der Kinder statt, die sich dort in ihrer Freizeit aufhielten. Der Schutz dieser Kinder wäre nicht mehr zu gewährleisten, wenn in der Einrichtung neben dem normalen Betrieb gleichzeitig ein Beratungsangebot für Opfer von häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt stattfinden würde.“

    Weitere Hinweise:

    Zu dieser kleinen Anfrage haben sowohl die Abteilung Bildung, Kultur und Sport als auch die Abteilung Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung Fehlanzeige gemeldet, wobei letztere zusätzlich auf die Aktivitäten von S.I.G.N.A.L. Intervention im Gesundheitsbereich gegen Gewalt e.V. im Land Berlin verweist.

    S.I.G.N.A.L. gibt selbst Auskünfte zur Kleinen Anfrage allerdings fokussiert auf 4.) und 5.) der Kleinen Anfrage also zu der Frage nach Qualifizierung und Unterstützung – hier bezogen auf medizinisches- und Pflegepersonal und auf die Frage nach „Mehrbedarf“. Hierzu führt S.I.G.N.A.L. aus:

    Im Rahmen des S.I.G.N.A.L.-Interventionsprogramms hat das Projekt 2011 drei Fortbildungen für Beschäftigte des St. Joseph Krankenhauses durchgeführt, „an denen 50-60 Personen (Pflegekräfte, Hebammen, Sozialdienst, Psychologinnen) teilnahmen. Seit 2010 ist die Thematik „Intervention bei häuslicher Gewalt“ in die Pflegeausbildung der Pflegeschule am St. Joseph Krankenhauses integriert.
    Weitere Kontakte bestehen zum Wenckebach-Krankenhaus. Im März 2011 fand eine Projektpräsentation für alle pflegerischen und ärztlichen Leitungen der Rettungsstellen
    der Vivantes Kliniken durch die Koordinierungsstelle statt.“

    Bezogen auf den Bedarf liegen S.I.G.N.A.L. keine Daten aus Krankenhäusern und Arztpraxen in Tempelhof-Schöneberg vor. Seitens des Trägers wird davon ausgegangen, „dass die hohe Prävalenz von häuslicher und sexualisierter Gewalt (Schröttle et al. 2004) ebenfalls für den Bezirk Tempelhof/Schöneberg zutrifft.“ S.I.G.N.A.L. geht davon aus, dass diese wissenschaftlich untersetzte Annahme auch auf die Region Lichtenrade und Marienfelde übertragen werden kann.

    Angelika Schöttler

    NPD aus Marienfelde vertrieben!

    150 Menschen kamen zur – durch Gunter Hädke (SPD Marienfelde, Lichtenrade) und Rainer Jehle (Grüne) angemeldeten Kundgebung vor der Notaufnahmestelle für Flüchtlinge. Anlass war ein durch die NPD verlegter Aufmarsch, der für die Ausweisung von „kriminellen Ausländern“ werben sollte. Gunter Hädke (SPD), Rainer Jehle (Grüne), Harald Gindra (Linke), Frank Röder (Piraten) sowie die staatssekretärin Barbara Loth (SPD) und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) sprachen auf der Kundgebung. Schöttler fand während der Kundgebung klare Worte: „Der Bezirk Tempelhof Schöneberg steht für Weltoffenheit und Akzeptanz. Aufmärsche wie der von der NPD heute geplante, sind nicht erwünscht.“

    Im Anschluss fand der von der Polizei hoch geschützte Aufzug der NPD statt. Viele Marienfelder und Marienfelderinnen standen am Straßenrand und begleiteten den Demonstrationszug mit kritischen Sprechchören. Die menschenverachtenden Megafonansagen der NPD hatten kaum eine Chance. Menschen riefen aus den Fenstern, dass die NPD unerwünscht sei, einige hatten Transparente gemalt und warben von Hausdach zu Hausdach für Akzeptanz und ein menschliches Miteinander. Kleinere Sitzblockaden hielten den Demonstrationszug kurzfristig auf. Weitere 60 Menschen, versammelten sich nach dem Aufruf einer Nachbarschaftsinitiative vor dem Dorothee-Söller-Haus in der Waldsassener Straße 9. Dort kam der Neo-Nazi-Aufmarsch ins Stocken. Fast eine Stunde versuchten Sie ihr rassistisches Gedankengut zu verbreiten, während Gegendemonstranten sie unterbrachen. Schließlich gab der Demonstrations- und NPD-Kader die Ansage zum Abzug. Die NPD zog vorzeitig ab aus Marienfelde, die angekündigte Wegstrecke konnten sie nicht mehr bis zum Ende laufen. Gegen 22 Uhr konnten auch die Gegendemonstranten nach Hause gehen.

    Für den kurzfristigen organisierten Protest gilt der Dank den zivilgesellschaftlichen Gruppen und spontan entstandenen Initiativen, die sich wie wir ein Marienfelde ohne braunes Gedankengut wünschen.

    Aufruf zur Kundgebung gegen NPD Aufmarsch in Marienfelde

    Aufruf zur Kundgebung gegen den geplanten NPD Aufmarsch in Marienfelde am 13. April um 18 Uhr, Marienfelder Allee 66. Kommt zahlreich!

    Erklärung aller in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg vertretenen Parteien anlässlich der geplanten NPD Demonstration in Marienfelde am 13. April 2012

    Marienfelde gehört allen Menschen!
    Toleranz statt Rassismus und Unmenschlichkeit

    Die Fraktionen von SPD, Bündnis90/Die Grünen, CDU und Piraten sowie die Mitglieder von Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung sprechen
    sich für ein vielfältiges und tolerantes Tempelhof-Schöneberg aus. Alle Menschen sollen in unserem Bezirk unabhängig von sozialer und ethnischer
    Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Lebensweise frei und unbeschwert leben können.

    Am Freitag, dem 13. April 2012 um, 18:30 Uhr will die rechtsradikale NPD durch Marienfelde marschieren. Starten soll die Demonstration an der Marienfelder Allee/Nahmitzer Damm, weiter führt sie über die Hildburghauser Straße, die Waldsassener Straße, den Tirschenreuther Ring, die Ahrensdorfer Straße und
    über den Luckeweg wieder zurück zum Ausgangspunkt. In räumlicher Nähe befindet sich auch die Zentrale Aufnahmestelle Berlins, die ZAB. Dort werden
    politische Flüchtlinge und Verfolgte aus aller Welt aufgenommen.

    Zum Hintergrund: Die NPD Neukölln plante als Gegenreaktion auf eine Solidaritätsdemonstration einen Aufmarsch in Neukölln. Dort wurde ein 22-jähriger Mann mit türkischem Migrationshintergrund ermordet, zwei Jugendliche wurden schwer verletzt. Das Motto der Neonazis „Zeit zu Handeln – Kriminelle Ausländer raus“ dient nun dazu, den Mordfall zu instrumentalisieren. Denn hier wird versucht, die rassistische Zuschreibung, alle Ausländer seien kriminell, zu treffen.

    In einer weltoffenen und kosmopolitischen Stadt wie Berlin hat die rassistische Hetze der NPD keinen Platz. Menschen egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht leben in Berlin gemeinsam und akzeptieren einander. Kriminalität ist keine Frage der Herkunft, sondern ein gesellschaftliches Problem, auf das die Politik Antworten finden muss.

    Wir nehmen die Position der NPD als einen gezielten Angriff auf das gleichberechtigte Miteinander in Tempelhof-Schöneberg wahr und stellen dem einen respektvollen Umgang und Toleranz entgegen.

    Donnerstag, 12. April 2012

    Frauenpolitischer Bericht der Aktivitäten der SPD Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg

    An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekte der Mädchen- und Frauenprojekte und -vereine in Tempelhof-Schöneberg:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    seit der Konstituierung der Bezirksverordnetenversammlung und der Wahl des Bezirksamtes ist etwas Zeit verstrichen und so möchte ich die letzten Züge des Frauenmonats März nutzen, um Ihnen einen Überblick über die frauenpolitischen Schwerpunkte der SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg zu geben.

    Tempelhof-Schöneberg nimmt im Vergleich der Bezirke eine besondere Rolle ein. Während andere Bezirke ausschließlich Männer zu Bürgermeistern gewählt haben, hat Tempelhof-Schöneberg mit Angelika Schöttler (SPD) eine kompetente und engagierte Frau zur Bürgermeisterin gemacht. Im Bezirksamt bilden Frauen die Mehrheit. Das Präsidium wird ausschließlich von Frauen geleitet. Diese Besonderheit gegenüber den anderen Bezirken soll sich natürlich auch in der Politik wiederfinden. Seit Januar konnten wir mehrere Anträge stellen:

    - Die Beteiligung der Bürgermeisterin und der Stadträtinnen und Stadträte am Girl’s Day 2012 wurde zu unserer ersten frauenpolitischen Forderung. Mit einer Mehrheit aus SPD, Grünen, Piraten und Der Linken wurde der Antrag beschlossen.

    - Auch Erinnerungskultur wird ein Standbein unserer frauenpolitischen Arbeit sein. Mädchen und junge Frauen brauchen starke Vorbilder. Das Leben und Schicksal Mathilde Hofers, einer bewundernswert starken Frau, gestorben in Ausschwitz, soll anlässlich des internationalen Gedenktages an den Holocaust in einer Ausstellung gewürdigt werden.

    - Ende vergangenen Jahres führten die Vereinten Nationen den Weltmädchentag ein. Am 11. Oktober 2012 soll nun auch in Tempelhof-Schöneberg das erste Mal auf die enachteiligungen und das Ungleichgewicht von Mädchen und jungen Frauen hingewiesen werden.

    - Lisa Albrecht war Turnlehrerin des Arbeiter_innensports,Frauenrechtlerin und Pazifistin. Als engagierte Sportlerin und Widerständlerin gegen das Naziregime, soll sie Vorbild für viele Sportler und Sportlerinnen im Bezirk werden. Wir beführworten daher die Benennung der Sporthalle am Baußnernweg nach Lisa Albrecht. Der Antrag befindet sich in der Ausschussberatung.

    Ein frauenpolitischer Schwerpunkt soll auch weiterhin auf der Förderung von Frauen im Sport liegen. Unser politisches Anliegen haben wir mit einem Besuch des Schöneberger Fraueneishockeyteams, den OSC Eisladys, gestützt. Frauensport wird immer noch medial und finanziell vernachlässigt. Dies wollen wir ändern!

    Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns wichtig. Viele Menschen, besonders junge Frauen und Mädchen identifizieren sich mit ihr. Sogenannte Ehrenmorde sind eine spezifische usprägung von Gewalt gegen Frauen, die wir bekämpfen müssen. Wir möchten allerdings vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums warnen. Dort werden Frauen immer dann zu Opfern gemacht, wenn die Tat einem bestimmten Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Häusliche Gewalt findet unabhängig von Ethnie, Bildungsniveau und sozialem Status statt. Alle Formen von Gewalt sind gleich schwerwiegend.

    Eingesetzt haben wir uns auch für den Erhalt der Seniorinnenfreizeitstätte Huzur. Frauen, vorwiegend mit türkischem Migrationshintergrund, treffen und organisieren sich dort. Huzur ist ein einmaliges Angebot für Seniorinnen nicht deutscher Herkunftssprache im Bezirk.

    Eine weitere kleine Anfrage diente der Ermittlung des Bedarfs von (Vor)Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt in Marienfelde/Lichtenrade. Erschreckend sind die Zahlen des Polizeiabschnitts, der einen Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verzeichnet. Wir werden die Ergebnisse auswerten und politisch Handeln. Die kleine Anfrage finden Sie zeitnah hier.

    Frauenpolitik bedeutet auch sich zu vernetzen – auch überparteilich. Daher haben sich Frauen der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen entschieden gemeinsam frauenpolitische Projekte zu verfolgen.

    Seit Januar gestalten wir bezirkliche Frauenpolitik und konnten einiges anstoßen. Bezirkliche Frauenpolitik ist jedoch mehr als das, was wir in der Bezirksverordnetenversammlung besprechen. Sie lebt von Ihrem Engagement in den Projekten und Vereinen. Daher möchte ich Sie herzlich einladen Ihre Anliegen mit mir zu teilen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marijke Höppner

    Eisladies werden Zweite im DEB Pokalendspiel

    „5 Teams, 2 Tage, 10 Spiele“ war das Motto des DEB-Pokalturniers der Frauen im Jahr 2012.

    Am 18. März 2012 besuchten die Bezirksverordneten Oliver Fey, Marijke Höppner und Jan Rauchfuß sowie interessierte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokratinnen das Pokalfinale im Damen-Eishockey. Im Berliner Wellblechpalast spielten fünf Gäste Teams EC Bergkamener Bären, der SC Garmisch-Partenkirchen, der ECDC Memmingen sowie der ESC Planegg. In zwei Spieltagen fielen 47 Tore, es gab 55 Vorlagen und es wurden 200 Strafminuten vergeben.

    Schließlich gewann der ESC Planegg den Pokal und holte gleichzeitig das Double. Die Eisladies des Schönebergers OSC konnten daheim den zweiten Platz erreichen. Platz 1 in der Scorer-Wertung mit acht Punkten belegten Franziska Busch (OSC Eisladies – 5 Tore/3 Vorlagen). Nationalspieler Anja Scheytt wurde zur besten Stürmerin des Turniers gewählt.

    Wir möchten uns herzlich beim OSC für die Einladung zum DEB Pokalfinanle der Damen bedanken. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht!

    OSC Eisladies

    Presseerklärung: Mehr Geld in die Rassismusprävention – die Bundes-regierung muss handeln!

    Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus weist die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg auf die Bedeutung des Kampfes gegen Rassismus hin. Der Fördertopf des Be-gleitausschusses „Toleranz fördern – Kompetenz stärken!“ der Bundesregierung ist schon ausgeschöpft, doch immer wieder kommt es zu Aktivitäten von Rassisten
    und Rassistinnen in Tempelhof-Schöneberg.

    In den vergangenen Monaten kam es mehrfach zu zerstörerischen Anschlägen auf Stolpersteine in der Gleditsch- und in der Stierstraße in Schöneberg. Ein muslimisches Kulturzentrum in der Hedwigstraße und ein asiatischer Imbiss in der Nähe des Breslauer Platzes wurden mehrfach mit rassistischen Schmierereien wie „Ausländer raus“ oder mit Hakenkreuzen versehen. Die Mittel für die Förderung von Toleranz und den Kampf gegen Rechts, die der Bezirk im Rahmen des Förderprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken!“ wurden jedoch schon in der ersten Sitzung für das Jahr 2012 im Januar vergeben. Es gab mehr antragstellende Projekte, als finanzielle Mittel zu vergeben waren.

    „Es ist schon kritisch, wenn gute Projekte aufgrund eines zu gering ausgestatteten Fördertopfes abgewiesen werden müssen. Vor allem, da ein Anstieg von rechter Aktivität in Tempelhof-Schöneberg zu beobachten ist“, so die Integrationspolitische Sprecherin, Marijke Höppner. „Die Fördersumme nahm stetig ab. Während 2009 noch 100.000 EUR zu vergeben waren, wurde die Summe 2010 auf 60.000 EUR gesenkt. 2012 waren es nur 30.000 EUR. Eindeutig zu wenig! Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, mehr Geld in den Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu investieren.“

    Die SPD Fraktion hat schon im Januar einen Antrag auf den Weg gebracht, rechte Aktivi-täten in einem Bericht zu erfassen – Drs. 0017/XIX Rechtsextremismusbericht.

    Interview mit Larissa Neu von Harmonie e.V.

    Die neue TS Aktuell ist da. Diesmal mit einem Interview mit Larissa Neu von Harmonie e.V. Wer mehr lesen möchte, findet die TS Aktuell auch online.

    Interview_HarmonieeV

    Kleine Anfrage: Kunst am Bau

    Kleine Anfrage, lfd. Nr. 0020/XIX der Bezirksverordneten Marijke Höppner
    betr.: Kunst am Bau

    Sehr geehrte Frau Dittmeyer,

    die o.g. Kleine Anfrage beantworte ich nach Abstimmung mit der Abt. Bauwesen wie folgt:

    1. Inwiefern wird die Regelung zu „Kunst am Bau, Kunst im Stadtraum“ als Bestandteil der Allgemeinen Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins und der Bezirke (Anweisung Bau – ABau – Teil I „Allgemeines“ Nr. 7 http://www.berlin.de/imperia/md/content/senwfk/pdf-datei-en/kiskab/rundschreiben.pdf?start&ts=1175673644&file=rundschreiben.pdf%29) im Bezirk umgesetzt?

    Antwort: Die entsprechenden Regelungen der Anweisung Bau werden grundsätzlich umgesetzt. Beispiel: Kunst am Bau im Rahmen des Konjunkturpakets II für den Neubau der Sporthalle Bergius-Schule.

    2. Wie häufig tagt die durch das Kunstamt zu betreuende Beratungskommission zu Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum?

    Antwort: Die Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission zu Kunst am Bau ist in der Anweisung Bau nicht vorgesehen. Gem. der Anweisung Bau ist bei der für kulturelle Angelegenheiten zuständigen Senatsverwaltung vielmehr ein „Beratungsausschuss Kunst“ einzurichten. Dies ist auch erfolgt.
    Gegenwärtig prüft das Bezirksamt, ob die zusätzliche Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission zweckmäßig ist. Die Durchführung von Maßnahmen gem. der Anweisung Bau ist von der Einrichtung einer bezirklichen Beratungskommission unabhängig.

    3. Wie ist der Beratungsausschuss im Bezirk besetzt?

    Antwort: Siehe Antwort zu Frage 2

    4. Inwiefern wurde die Kommission ihrer Verantwortung entsprechend I 3. Der AA gerecht?

    Antwort: „I 3 der AA“ ist der SE FM nicht bekannt.

    5. Wie häufig wurde/wird der BVV ein Bericht zu Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum vorgelegt?

    Antwort: Siehe Antwort zu Frage 2.
    Die SE FM informiert die zuständigen Ausschüsse regelmäßig über die Einleitung als auch die Umsetzung von Bauvorhaben.
    In Vorbereitung befindet sich zur Neukonstituierung der bezirklichen Kommission Kunst am Bau/Kunst im Stadtraum eine BA-Vorlage, die in enger Abstimmung zwischen der Abt. Bauwesen und der Abt. Bildung, Kultur und Sport erarbeitet wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jutta Kaddatz

    Presseerklärung: Frauen in den Sport/Besuch des DEB-Dameneishockeypokals

    Die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg nimmt den internationalen Frauentag 2012 zum Anlass um auf die besondere Rolle von Frauen im Sport hinzuweisen.

    Frauen und Männer treiben gleichermaßen gern Sport. Dennoch unterscheiden sich ihre Präferenzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sport findet vorrangig getrennt nach Geschlechtern statt. Diese Geschlechtertrennung vollzieht sich grundsätzlich in allen Sportformen in der Wahl der Sportarten. So werden die meisten Sportarten immer noch in ‚typisch männliche‘ wie Fußball und ‚typisch weibliche‘ wie Turnen und Gymnastik unterteilt. Auch in den Medien finden besonders die sogenannten Männersportarten stärkere Beachtung in der Berichterstattung. Dies schafft indirekte Zugangsbarrieren besonders für Frauen. „Wir wollen, dass Frauen genauso Beachtung in der öffentlichen Sportförderung finden wie Männer: eine gleichberechtigte Nutzungsverteilung von Sporthallen und –platzangeboten, eine gerechte Ressourcenverteilung zugunsten des Frauensports und eine Rücksichtnahme auf die Belange von Eltern, die Familie, Beruf und Sport unter einen Hut bringen müssen,“ fordert die frauenpolitische Sprecherin der SPD Fraktion, Marijke Höppner.

    Oliver Fey (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses ergänzt: „Wir wollen nicht nur darüber sprechen wie wichtig Frauensport ist, sondern dies auch zeigen.“ Um Frauensport stärker in den Vordergrund zu stellen, laden wir Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns die Finalrunde des DEB-Pokals, hoffentlich unter Beteiligung des Schöneberger Dameneishockeyteams, der OSC Eisladies, zu schauen. Zu Gast sind die Teams EC Bergkamener Bären, der SC Garmisch-Partenkirchen, der ECDC Memmingen sowie der ESC Planegg.

    Das gesamte Turnier findet am 17./18. März, jeweils von 8 bis 18 Uhr im Wellblechpalast, statt. Wir werden die beiden Final-Spiele am Sonntag, ab 14 Uhr besuchen. Anstoß ist jeweils um 14 und 16 Uhr.
    Wir treffen uns am Sonntag, den 18. März um 13:30 Uhr vor dem Sportforum Hohenschönhausen, Weißenseer Weg 51 – 55, 13053 Berlin. Sie sind herzlich illkommen!!!! Der Eintritt ist frei!

    Anmeldungen an: Marijke Höppner, info@marijke-hoeppner.de oder Oliver Fey, Oliver.Fey@spd-friedenau.de

    „Wir sind alle anders“ – Frauenmonat März in Tempelhof-Schöneberg

    Zwischen dem 2. und dem 31. März findet erneut das spannende und bunte Programm des Frauenmärz Tempelhof-Schöneberg statt. Diesmal mit dem Motto „Wir sind alle anders“.
    Der Frauenmärz wird jährlich anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März durchgeführt. Die initiale Forderung des Weltfrauentages, die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft, ist auch heute weiterhin aktuell.

    Weitere Informationen zum Programm des Frauenmärzes 2012 und zum
    Eröffnungsfest mit Prof. Dr. Gesine Schwan und der Sängerin Maren Kroymann finden Sie hier.

    Besonders erwähnenswert ist die Diskussionen um Equal Pay am 15. März sowie zum Schönheitswahn und -pperationen unter dem Titel „Wa(h)re Schönheit“ am 21. März (mit dabei die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert).

    Die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg unterstützt den Frauenmärz. Das vielfältige Programm ist Ausdruck der vielfältigen Fähigkeiten der Frauen in der Gesellschaft.

    Antrag: Ausstellung „Berliner Tatorte“ im Rathaus Schöneberg zeigen

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Dokumentationen („Berliner Tatorte“) rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt im Rathaus Schöneberg auszustellen.
    Weiterhin soll geprüft werden, welcher öffentliche Tempelhofer Standort in Frage kommt, die Ausstellung zusätzlich zu zeigen.
    Die Ausstellung von Reachout Berlin zusammengestellt, umfasst 60 in DIN A3 Format gerahmte Aufnahmen von Tatorten, mit angefügter Beschreibung des Tathergangs.
    Das Bezirksamt wird ersucht, alle Tempelhof/Schöneberger Schulen auf die Ausstellung hinzuweisen.

    Begründung:

    Rechte Gewalt gegen politisch Andersdenkende, aus rassistischen und antisemitischen Motiven, sind in unserer Gesellschaft kein Einzelphänomen. Diese Art von Gewalt hat zugenommen, deshalb ist es wichtig für die breite Öffentlichkeit eine stärkere Sensibilität für diese menschenverachtenden Handlungen zu schaffen. Mit der Ausstellung kann ein Nachdenken über ein demokratisches, tolerantes Miteinander geschaffen werden. Zudem kann ebenso eine verstärkte Wachsamkeit und Zivilcourage befördert werden. Diese Ausstellung sollte ein Zeichen setzen, dass alle demokratisch gewählten Parteien Gewalt aus rassistischen und antisemitischen Gründen nicht nur ablehnen, sondern auch verurteilen.

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 15.02.2012.

    Antrag: Benennung der Sporthalle Baußnernweg nach Lisa Albrecht

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt die Sporthalle Baußnernweg nach der Turnlehrerin für Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter Lisa Albrecht (1896-1970) zu benennen.

    Begründung:

    Lisa Albrecht besuchte in Berlin die Hochschule für Leibesübungen und wurde Sportlehrerin. Als ausgebildete Sportlehrerin unterrichtete sie vor allem Fabrikarbeiterinnen. Zudem lehrte Albrecht an der „Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt“. Sie engagierte sich für Frauenrechte und für den Frieden. „1933, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, musste sie ihren Beruf und ihre politische Arbeit aufgeben, wurde mehrmals durch die Gestapo verhaftet, misshandelt und gedemütigt und für etliche Monate ins Moabiter Frauengefängnis geschleppt.“ Albrecht wurde Mitglied des ersten Deutschen Bundestages.

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 14.02.2012

    Antrag: Weltmädchentag

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt den von der UN deklarierten Weltmädchentag am 11. Oktober 2012 erstmals zu begehen, um auf die gesellschaftliche Ungleichheit von Mädchen in der Gesellschaft ist hinzuweisen. Ein geeignetes Format (beispielsweise Veranstaltung, Fachdiskussion, pressewirksame Aktivität, etc.) soll gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg gefunden werden.

    Begründung:

    Im Dezember 2011 entschieden die Vereinten Nationen, den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“, dem Welt-Mädchentag, zu ernennen. „Denn ein Welt-Mädchentag macht auf die Herausforderungen und Probleme, mit denen Mädchen in aller Welt konfrontiert sind, aufmerksam [und] führt dazu, dass Mädchen sichtbarer werden,“ so Plan Deutschland, Initiatoren des Weltmädchentages. Quelle: http://www.plan-deutschland.de/news/article/welt-maedchentag-wird-endlich-wirklichkeit/
    Da der Weltmädchentag 2012 in den Herbstferien liegt, soll das Bezirksamt gemeinsam mit der Fachgruppe Mädchen und junge Frauen ein geeignetes Format finden, um den Welt-Mädchentag zu begehen und auf die besonderen Herausforderungen und Probleme von Mädchen und jungen Frauen hinzuweisen.

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 15.02.2012

    Einladung: Schöneberger Damen Eishockey

    Am 19. Februar um 16:30 Uhr besuchen Mitglieder und Freunde der SPD Tempelhof- Schöneberg ein Spiel der OSC Eisladiesdes, dem Schöneberger Fraueneishockeyteam.

    Frauensport erlangt selten den Ruhm typischer Männersportarten. Und auch die mediale und finanzielle Unterstützung fällt für Frauen- Teams häufig geringer aus.

    Das wollen wir ändern. Daher möchten wir noch vor dem Weltfrauentag ein hervorragendes Fraueneishockeyteam, die OSC Eisladies, unterstützen.

    Die Eishockeydamen des OSC spielen in der 1. Bundesliga und waren seit 1991 fünf Mal Deutsche Meisterinnen.

    Wir treffen uns am 19. Februar um 16:00 Uhr vor dem Wellblechpalast – Eissporthalle im Sportforum, Weißenseerweg 51- 55, 13053 Berlin. Je nach Anmeldestand und Interesse würden wir gern Fahrgemeinschaften dorthin bilden.

    Deshalb bitten wir bis zum 12. Februar um Anmeldung bei Oliver Fey (ollifey(at)gmx.de) oder Marijke Hoeppner (info(at)marijke- hoeppner.de)

    DER EINTRITT IST FREI, FREIWILLIGE SPENDEN WERDEN AN DER KASSE ABER NICHT ABGELEHNT!!!!

    Oliver Fey, Vorsitzender des Sportausschusses in der BVV Tempelhof- Schöneberg

    Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik in der BVV Tempelhof- Schöneberg

    OSC Eisladies

    Kleine Anfrage: Mieterschutz am Dürerplatz

    Kleine Anfrage gem. § 39 der Geschäftsordnung der BVV, lfd. Nr.: 0010/XIX der Bezirksverordneten Marijke Höppner (SPD)

    Hinter diesem Link verbirgt sich die Beantwortung der Kleinen Anfrage zum Mieterschutz am Dürerplatz.

    Presseerklärung: Eine mutige Frau – Gedenken an Hatun Sürücü

    Der 7. Februar setzt den Rahmen für das Gedenken an Hatun Sürücü, deren 7. Todestag sich heute jährte. Dabei gilt das Gedenken der Frau und Mutter Hatun Sürücü, die mutig für ein selbstbestimmtes Leben eingetreten ist, aber auch den vielen Frauen, die Opfer von Gewalt im Namen der Ehre geworden sind. Am Gedenkstein Hatun Sürücüs in der Oberlandstraße/Oberlandgärten 1 sammelten sich Vertreterinnen und Vertreter des Bezirksamtes, politischer Parteien und Vereine. In eindrucksvollen Reden stellten die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und die Staatssekretärin Barbara Loth (SPD) heraus, dass jede Schattierung von Gewalt gegen Frauen zu verurteilen sei und ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle Frauen möglich gemacht werden muss.

    „Hatun Sürücü ist in der öffentlichen Disskussion zu einem Symbol für viele Menschen, besonders Mädchen und Frauen geworden, die sich mit Ihrem Mut identifizieren können. Das Gedenken an Hatun Sürücü ist uns in der SPD sehr wichtig“, so die Frauen- und Integrationspolitische Sprecherin Marijke Höppner. „Warnen möchten wir jedoch vor den Argumenten des rechtspopulistischen Spektrums. Dort spielt Gewalt an Frauen immer dann eine besonders große Rolle, wenn die Tat einem spezifischen Kulturkreis zugeschrieben werden kann. Wir möchten eine Stigmatisierung von Gewalt an Frauen nicht Vorschub leisten. Gewalt an Frauen findet in allen Kulturkreisen statt, unabhängig von sozialem Status oder Bildungsniveau. Natürlich ist die angeblich religiös-legitimierte Gewalt eine spezifische Ausprägung, die besonders beachtet und politisch bekämpft werden muss“, schließt Höppner ab.

    Gedenken Hatun Sürücü

    Presseerklärung: Erhalt von Harmonie e.V. – SPD sammelt 400 EUR Spenden

    Am 27. Januar, während des Neujahrsempfangs der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg, sammelten Gäste und Fraktionsmitglieder insgesamt 400 EUR für das Integrationszentrum Harmonie e.V.

    Harmonie e.V. ist eine Migrantenselbstorganisation, welche mit Migrantinnen und Migranten aus dem russischen Sprachraum arbeitet, aber auch viele andere ethnische Gruppen haben im Verein ein zu Hause gefunden. Seit Jahren sind viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Verein tätig. Harmonie e.V. finanziert sich über Spenden und Drittmittel öffentlicher Stellen. Da die Übergangsphase von einem Förderzeitraum zum nächsten diesmal länger ausfällt und die Vereinsbeiträge allein das Mietvolumen nicht abdecken können, steht die produktive, fachliche Arbeit des Integrationszentrums Harmonie e.V. in Frage.

    „Harmonie e.V. arbeitet seit 12 Jahren sehr erfolgreich in Tempelhof- Schöneberg. Es ist uns ein großes Anliegen, Harmonie e.V. zu erhalten“, so die Fraktionsvorsitzende Elke Ahlhoff.

    Marijke Höppner, Sprecherin für Integrationspolitik, ergänzt: „Die 400 EUR können natürlich nur ein Anfang sein, um die wichtigen Angebote des Vereins, besonders für Menschen aus dem russischsprachigen Raum, am Leben zu erhalten. Daher rufen wir alle Menschen auf, für Harmonie e.V. zu spenden.“

    Harmonie e.V. arbeitet gemeinsam mit vielen anderen Projekten und Vereinen. Kreative Ideen gehen Hand in Hand mit nachhaltigen Konzepten. Die Beteiligung und Unterstützung von Migrantinnen und Migranten steht dabei im Vordergrund. Neben dem Angebot von Integrations- , Sprach- und Computerkursen, beteiligt Harmonie e.V. sich auch an der Berliner Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ und engagiert sich im Projektfond Quartiersentwicklung Waldsassener Straße für sozialen Frieden und ein tolerantes Miteinander.

    SPENDEN SIE FÜR HARMONIE!
    Bei Bedarf stellt Ihnen der Verein auch gerne eine Spendenquittung aus.
    Die Spenden gehen an
    Harmonie e.V.
    Bank für Sozialwirtschaft
    BLZ: 100 20500
    Kto. Nr.: 0003252700
    Verwendungszweck: Mietkosten 2012

    Adresse:
    Integrationszentrum Harmonie e.V.
    Katzlerstraße 11
    10829 Berlin

    Antrag: Queerpolitischer Bericht

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt einen queerpolitischen Bericht zu erstellen.
    Der Bericht soll die bezirkliche Umsetzung des Berliner Aktionsplans gegen Homophobie und der Senatsinitiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ entsprechend der relevanten Handlungsfelder enthalten. Darüber hinaus soll der Bericht eine Übersicht der Einrichtungen, Verbände, Vereine und Projekte der jeweiligen Fachbereiche sowie eine Übersicht bezirklicher Beratungs-Angebote für queere Menschen enthalten.

    Der BVV ist dieser bis Juni 2012 vorzulegen.

    Der Verlauf des Antrages ist hier zur verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012

    Antrag: Mathilde Hofer – Schicksal einer bewundernswert starken Frau

    Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die BVV ersucht das Bezirksamt zu prüfen, ob die Ausstellung „Am Ende stand Auschwitz: Das Schicksal der Mathilde Hofer“ anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in Tempelhof-Schöneberg im Januar 2013 in Kooperation mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ gezeigt werden kann.

    Begründung:

    „Mathilde Hofer, aus wohlhabender jüdischer Familie stammend, war seit 1903 mit dem expressionistischen Maler Karl Hofer verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hatte. Ihre eigene Laufbahn als Sängerin gab sie zugunsten der Kinder und der künstlerischen Karriere ihres Mannes auf. Die Ehe wurde 1938 geschieden.

    In der Zeit danach lebte Mathilde Hofer – nicht mehr geschützt durch eine privilegierte Mischehe – in Wiesbaden in der Kapellenstraße. Am 1. 09. 1942 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Wiesbadener Polizeigefängnis gebracht. Von dort wurde

    sie am 28. Oktober 1942 zunächst nach Ravensbrück, dann nach Auschwitz deportiert und dort am 21. 11. 1942 ermordet.“ Mathilde Hofers Nachlass beinhaltet „einzigartige Bild- und Textdokumente aus dem Nachlass Mathilde Hofers. Sie geben Einblick in das Leben und tragische Schicksal einer bewundernswerten, starken Frau.“ (Quelle: http://www.am-spiegelgasse.de/wp-content/downloads/Flyer-Hofer.pdf)

    Mathilde Hofer lebte zeitweise in der Grunewaldstraße 44 in Schöneberg.

    Einer der über 900 Gedenksteine, die die Schülerinnen und Schüler der Löcknitz-Grundschule zu einer Gedenkmauer an die jüdischen Nachbarn errichtet haben, trägt den Namen von Mathilde Hofer.

    Den Verlauf des Antrages können Sie hier verfolgen.

    In die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht am 18.01.2012