„Fragen zum Familien- und Asylrecht sind am häufigsten “ – Zu Besuch beim LSVD

In der Beratung des Lesben- und Schwulen Verband Berlin-Brandenburg (kurz: LSVD) sind Rechtsberatungen zum Thema Asyl und Familie am häufigsten gefragt. Die Asylrechtsberatung ist am stärksten von Menschen russischer Herkunft frequentiert und zeigt damit wie viel Druck Menschen im Ausland, besonders in Russland aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erfahren. Die Demonstration „enough is enough“, die zum Ziel hatte, die Menschenrechte für lesbisch, schwule, bi- und transsexuelle in Russland zu verbessern, wurde auch von vielen Sozialdemokrat*innen besucht. Darunter die Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, der Bezirkspolitiker Hermann Zeller und die Vorsitzende der Bezirksgruppe der Schwusos, Petra Nowacki.

Immer mehr Regenbogenfamilien
Der zweite Schwerpunkt der Beratung sind Fragen des Familienrechts. Immer mehr Paare möchten Regenbogenfamilien gründen, sind sich aber der rechtlichen Voraussetzungen nicht sicher. Die Nachfrage boomt, so dass in diesem Jahr das erste Regenbogenfamilienzentrum unter dem Dach des LSVD gegründet wurde. Grundsätzliche Fragen wie man zur Familie wird, beantwortet die Mitarbeiterin des Regenbogenfamilienzentrums, Constanze Körner. Rechtliche Fragen werden an die zwei ausgebildete Rechtsanwält*innen des LSVD gestellt. Aber auch die Rechtsberatung kommt an ihre Grenzen, wenn die Politik nicht mitzieht. Die Frage des Adoptionsrechts für lesbische und schwule Paare steht immer noch ganz oben auf der Wunschliste an die schwarz-gelbe Bundesregierung, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen, im Gegensatz zur SPD, schwertut.
LSVD

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch des LSVD in der Nähe des Nollendorfplatz fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Petra Nowacki (Vorsitzende der Schwusos – Lesben und Schwule in der SPD Tempelhof-Schöneberg).