„Inklusion statt Ausgrenzung“ – Zu Gast im Pinel

Kaum nach dem ersten „Hallo“ kam es zur wichtigsten Frage: „Kann das Pinel am Standort Dominicusstraße weiter bestehen?“ Das Haus, in dem derzeit ca. 16 Menschen mit psychischen Erkrankungen betreut wohnen können, ist im Eigentum von Vivantes. Vivantes selbst nutzt eine Etage mit einer Tagesklinik. Das Gebäude soll nun in einem Bieterverfahren verkauft werden, was in Anbetracht der Verknappung von Wohnraum eine Verdrängung des sozialen Projektes aufgrund steigender Mieten zur Folge haben könnte. Der Status ist derzeit ungeklärt, daher hat sich auch die Bezirksverordnetenversammlung in einem Allparteienantrag, die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler an Vivantes gewandt, um den Standort zu sichern.

Inklusion durch Beteiligung am Arbeitsleben
Unsere Tour durch die drei Schöneberger Standorte des Pinels beginnt in der Wexstraße. Dort befindet sich die Geschäftsstelle. Wir sprechen über das betreute Wohnen. Hier und an den anderen Standorten sind schizophrene Erkrankungen am häufigsten vertreten. Den Menschen wird geholfen ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Ein wichtiges Element ist dabei die Möglichkeit Arbeiten zu gehen. Das Pinel hat im nahen Umfeld einen Second Hand Laden und eine Wäscherei. Stundenweise können die Menschen nach und nach anfangen zu arbeiten. Einige schaffen sogar den Wiedereinstig in den Arbeitsmarkt. Für wenige Klienten bietet Pinel auch eine Art Ausbildung im eigenen Haus an. Dabei kann der/die Azubi den Verwaltungsapparat und Einrichtungen des Gesundheitswesens im psychosozialen Bereich kennen lernen. Leider steht am Ende der Zeit keine anerkannte Ausbildung. Einige Absolventen und Absolventinnen finden bei Pinel einen Beruf in der Geschäftsstelle. Offen bleibt jedoch der Wunsch nach inklusiven Arbeitsverhältnissen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollten, wann immer möglich, an dort Arbeit finden, wo alle anderen Menschen auch Arbeit finden.
Pinel

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch des Pinels in Schöneberg fand am 26. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen Mechthild Rawert (MdB), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) und Dr. Jörg Tänzer (Bürgerdeputierter im Sozialausschuss) teil .