„Menschen eine Aufgabe geben“ – Zu Besuch in den Werkstätten und des Drogennotdienstes

Wie eine Baracke sieht das Gebäude aus, in dem sich die Werkstätten und die Krisenwohnungen des Drogennotdienst e.V. befinden. Dabei haben die grauen Gebäude ein wunderbares Innenleben. Hier wird gewerkelt, gekocht, gegärtnert und Honig gewonnen. Unterstützt durch das Arbeitsamt werden hier und an anderen Standorten des Drogennotdienstes Angebote für Menschen gemacht, die in der Vergangenheit suchtkrank waren. Doch die entsprechenden Angebote vorzuhalten wird durch das Jobcenter immer stärker erschwert.

Arbeit bringt Suchtkranken Bestätigung
Teil der Rehabilitation für suchtkranke Menschen sind Arbeitsmaßnahmen. Diese ermöglichen es ihnen sich zu beweisen, Bestätigung außerhalb des Alkohols zu finden und etwas Produktives für die Gesellschaft zu leisten. Die Angebote des Drogennotdienstes sind Teil dieser Maßnahmen. Doch es wird immer schwerer die Angebote den Wünschen einiger Jobcenter anzupassen, was dazu führt, dass bestimmte Angebote komplett eingestellt wurden. Bisher setzte der Drogennotdienst auf eine Vielzahl verschiedener Arbeitsprojekte. Passte ein Angebot nicht, gab es die Möglichkeit zu wechseln, zum Beispiel von der Gärtnerei in die Wäscherei. Doch das ist nicht mehr in allen Bezirken so möglich.
Die Menschen in den Werkstätten in der Fasanenstraße hingegen zeigen mit Stolz ihre gerade gebauten Stühle und Schränke, lassen uns die leckeren Nachspeisen kosten und den selbst angelegten Kräutergarten begutachten.

Sommertour „gesund, sozial, queer“
Der Besuch in der Werkstatt der Kiezoase fand am 23. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen neben mir Sylvia-Yvonne Kaufmann (Kandidatin für das Europa Parlament, Jan Rauchfuß (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg) Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik) teil.