„Auch die Großväter kommen zu uns“ – Zu Besuch bei Mann-O-Meter

In die Coming Out-Beratung und Selbsthilfegruppen bei Mann-O-Meter kommen nicht nur junge Männer, die im Outing-Prozess stecken. Auch ältere Männer besuchen die Angebote. Sehr viel Freude machte es den angestellten Beratern, als zuletzt ein älterer Herr gemeinsam mit seiner Tochter und dem Enkel die Einrichtung besuchte. Dieses Beispiel der generationenübergreifenden Unterstützung im Coming Out-Prozess sind vorbildlich, zeigen aber auch, dass der offene Umgang mit der sexuellen Orientierung und die gesellschaftliche Anerkennung nicht nur ein Thema junger Männer in der Pubertät ist. Die Angebote von Mann-O-Meter sind daher breit gefächert. Neben der Jugendgruppe für Teenager und junge Erwachsene, gibt es auch die Gruppe „Doppelherz“.

Beratung erhalten alle beim HIV-Schnelltest
Selbsthilfegruppen aller Art finden vor Ort statt wie die schwulen Väter oder die Anonymen Alkoholiker. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich der gesundheitsvorsorge mit den Schnelltests bei Angst vor AIDS, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten, die vor Ort für 15 EUR während der Sprechzeiten angeboten werden. Die Antwort gibt es noch am gleichen Tag. Beratung erhalten alle Menschen, die Test machen lassen. Niemand wird sich selbst überlassen mit der guten oder schlechten Botschaft.

Schwulen Straftätern helfen: „Es bringt was!“
Ein besonderes Projekt ist die angeleitete ehrenamtliche Arbeit im Gefängnis. Im eins zu eins Verhältnis werden schwule Straftäter betreut und ihnen damit der Weg zurück in die Gesellschaft geebnet. Ein Ehrenamtlicher betreut dabei einen Gefangenen und hilft ihm bei Problemen im Knast oder mit dem Leben draußen. So entstehen Bindungen, die häufig dazu führen, dass die sogenannten Freigänger (Männer im offenen Strafvollzug) die Beratungs- und Selbsthilfeangebote von Mann-O-Meter nutzen und sich besser gesellschaftlich integrieren. „Es bringt was“, sagt dazu einer der Mitarbeiter.

Sommertour „gesund, sozial, queer“

Der Besuch von Mann-O-Meter am Nollendorfplatz fand am 22. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik), und Marijke Höppner (MdBVV).