„Ich bin besser ohne Alkohol“ „Ich bin stark auch ohne Pillen“ Die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle Tempelhof-Schöneberg

„Ich bin besser ohne Alkohol“. “ Ich bin stark auch ohne Pillen“. Das sind die beiden Schlagwörter der Kampagne, mit der die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle für ihre Arbeit wirbt. Die Motive auf den Plakaten sind vielfältig – junge Frauen und alte Männer, Jugendliche, Familienväter, Paare – denn Betroffene gibt es in allen Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und von jedem Geschlecht. Männer sind häufiger von alkoholsüchtig, Frauen sind eher von Medikamentenabhängigkeit betroffen. Und immer sind auch die Angehörigen betroffen – Eltern, Partner, Kinder.

Angebotsspektrum
Deshalb sind auch die Angebote, die der Notdienst für Suchtmittelgefährdete und –abhängige Berlin e.V. anbietet, vielfältig, wie Michael Frommhold, Regionalleiter des Notdienst Tempelhof-Schöneberg uns erläuterte. Im Bezirk werden an mehreren Standorten in Schöneberg und Tempelhof Beratungsstellen mit verschiedenen Schwerpunkten, Betreutes Wohnen und Werkstätten betrieben. Angeboten werden Beratungen für Betroffene und/oder Angehörige, aber auch für Firmen und Organisationen. Außerdem die Durchführung von Präventionsveranstaltungen, z.B. in Schulen oder Einrichtungen der Jugendhilfe, ambulante Betreuung, Familienhilfen, Psychosozioale Betreuung von Substituierten, Beschäftigung für Erwachsene in den Werkstätten und lebenspraktische Unterstützung z.B. in begleiteten Selbsthilfegruppen. Die Vermittlung in weitere Hilfen erfolgt u.a. in Kooperation mit anderen Einrichtungen, bspw. dem Tannenhof in Lichtenrade, FAM (Frauen-Alkohol-Medikamente-Drogen) in Schöneberg, ÄrztInnen und ApothekerInnen und dem Wenckebach-Klinikum, in dem wöchentliche Sprechstunden angeboten werden.

Nachsorge ist wichtig um die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern

Die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle Tempelhof-Schöneberg, die im Frühjahr in ihre neuen Räumlichkeiten am Tempelhofer Damm 129 eingezogen ist, liegt, für Alle sehr gut erreichbar, direkt zwischen S+U-Bahnhof Tempelhof und dem U-Bahnhof Alt-Tempelhof. Für Menschen, denen der erste Schritt schwer fällt, bietet der Eingangsbereich mit dem Fahrstuhl Anonymität. Der Einrichtungsleiter, Christian Knuth, führte uns durch die barrierefrei direkt über einen Aufzug zu erreichenden Räume, und betonte, wie wichtig insbesondere auch die ambulante Nachsorgebehandlung nach stationärer Suchttherapie ist, um den Betroffenen die Rückkehr in einen Alltag ohne die Sucht zu erleichtern. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass Ärzte und Apotheker Anzeichen von Medikamentensucht schneller oder überhaupt erkennen und darauf reagieren sollen, um dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Sommertour „gesund-sozial-queer“
Der Besuch der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle am 13. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Besuch teilgenommen haben Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, sowie Marijke Höppner, Hermann Zeller und Janis Hantke aus der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg.