Presseerklärung: SPD Fraktion setzt ein Zeichen gegen häusliche Gewalt!

Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Projekt Frauenzimmer e.V. in Schöneberg. Der Verein bietet Zufluchtswohnungen, Beratung und viele weitere Angebote für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Frauenzimmer e.V. setzt sich in Berlin besonders stark für die Aufnahme von gewaltbetroffener Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderung ein. „Wir möchten den diesjährigen Tag gegen Gewalt an Frauen dazu verwenden, um besonders auf die Belange von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung hinzuweisen, die Opfer von Gewalt geworden sind.“

Die Studie des BMFSJ zur „Lebenssituation und Belastung von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“, die zwischen Mai 2009 und November 2011 erstellt wurde, beschreibt eindringlich die Gewalterfahrungen von Frauen mit Behinderung, die sie in Kindheit und Erwachsenenleben gemacht haben. Demnach macht jede zweite bis dritte Frau in ihrem Leben Erfahrungen von sexueller Gewalt. Über zwei Drittel der Befragten erlebten psychische Übergriffe im Erwachsenenleben. Fast doppelt so viele beeinträchtigte und behinderte Frauen wie Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt wurden Opfer körperlicher Gewalt (58-73 % Frauen der Studie). Dabei spielen familiäre und partnerschaftliche Situationen genauso eine Rolle wie die Grenzüberschreitungen in der professionellen Pflege. „Viele Frauen, besonders die in Einrichtungen, wissen kaum um Ihre Rechte oder Ihnen fehlen die Möglichkeiten diese nach außen zu kommunizieren. Ein Mangel an Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten fehlt. Deshalb möchten wir uns um Aufklärung und Befähigung von Frauen mit Beeinträchtigung und Behinderung kümmern. Gewalterfahrungen sollten nicht zum Standard werden!“

Um das Thema häusliche Gewalt stärker ins Bewusstsein von Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal zu rufen, hat die SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg die Drs. 0461/XIX Ausstellung Rosenstraße 76 eingebracht. Es handelt sich um eine Ausstellung für ein Tempelhof-Schöneberger Krankenhaus, die aus einem Nachbau einer Dreizimmerwohnung besteht. Es soll gezeigt werden wie alltäglich Gewalt sein kann.