Archiv für September 2012

Auf Tour in Friedenau

Jugendhilfe-Sommertour Friedenau am 27.08.12

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die sechste Sommertour führte mich durch die Region Friedenau. Ich besuchte das Nachbarschaftsheim Schöneberg, den Kinderfreizeitreff Menzeldorf und die Burg, die Gemeinschaftsschule Schöneberg mit dem angegliederten Netzwerk sowie den Schwerpunktträger Hugo e.V.

Das Nachbarschaftsheim Schöneberg bietet diverse Angebote zur Unterstützung nachbarschaftlichen Engagements und zur familiären Unterstützung. Dabei hat das NBHS ein breit gefächertes Angebot in Kooperation mit vielen Partnern und Unterstützung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg: Über Kindertagesstätten, Jugendfreizeiteinrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Jugendarbeit an Schulen und Schulsozialarbeit bis hin zu Kultur- und Sportangeboten, Ausflügen im Rahmen ambulante Familienpflege sowie Beratungs- und Selbsthilfeangebote.
Ein bisschen Natur bringt das Menzeldorf zurück nach Friedenau. In der Freizeiteinrichtung des Nachbarschaftsheims Schöneberg, welches indem Auftrage des Jugendamtes betrieben wird, finden Kinder zwischen Asphalt und Beton ein kleines Stück Natur. Im Garten befinden sich ein kleiner Teich mit Fisch, Frosch und Wasserfloh, ein Insektenhotel und geheime Gänge, von Pflanzen überwuchert. Etwas Besonderes ist der kleine Tierbauernhof. Statt in der engen Stadtwohnung können Kinder hier zu Kaninchen und Meerschweinchen eine Patenschaft übernehmen. Die Tiere werden regelmäßig gefüttert, gepflegt und gestreichelt. Wer sich nicht um ein Patentier kümmern kann, kann auch einfach so vorbeischauen, Hausarbeiten machen, auf dem Abenteuerspielplatz oder mit den Mini-Schweinen spielen.
Menzeldorf [JFE Menzeldorf]
Die erste Gemeinschaftsschule Schöneberg war Gastgeber für das Treffen mit dem Friedenauer Bildungsnetzwerk. Gemeinschaftsschule, umliegende Kindertagesstätten, Elternvertretende, Regionaler Sozialer Dienst (RSD), offene Ganztagsbetreuung und der Schülerclub Oase, Alle Akteure arbeiten regelmäßig im Netzwerk mit dem Ziel die Regeleinrichtungen vor Ort zu stärken. Initiiert durch das Jugendamt ist es das zentrale Anliegen der Gründung, den Übergang der Kita-Kinder in die erste Klasse unterstützen, um einen möglichst abbruchfreien Bildungsverlauf zu erzielen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, wie Lehrer-Erzieher-Austausche von Kita zu Schule und andersherum. Kita-Kinder konnten den Schulalltag tageweise kennen lernen und vieles Mehr. Hinzu kamen Projekte zur Verbesserung der Eltern-Lehrer-Kommunikation. Unterstützt wurde das Netzwerk durch das NBHS, das im Rahmen des bezirklichen Demografieprojektes Mittel erhielt, um die Online-Darstellung der Schule zu verbessern. Mittlerweile hat das Netzwerk neue Ziele: Die Unterstützung der Kinder beim Übergang von Grund- zur Oberschule. Bemerkenswert ist weiterhin die 2010 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der 1. Gemeinschaftsschule, dem Jugendamt und allen anderen Akteuren. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann, die Handlungsfelder richten sich nach den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler und Schülerinnen aus.
Bildungsnetzwerk [Bildungsnetzwerk]
Hugo e.V. bietet ambulante Erziehungshilfen unter dem Dach der AWO. Sowohl in der Rubensstraße, als auch in der Hedwigstraße bietet Hugo verschiedene Angebote für Eltern und Kinder. Ein besonderes Projekt dient der Wiedergewinnung elterlicher Autorität. Eltern ziehen mit Lehrern und den umliegenden Einrichtungen gemeinsam an einem Strang. Darüber hinaus wird unter dem Dach der AWO ein Qualitätsdialog durchgeführt. Im Gespräch mit anderen Erziehungshelferinnen und –helfern wurden über einen längeren Zeitraum hindurch Verfahren für die Durchführung von Hilfen diskutiert und in einem Handbuch erfasst.
Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Die Burg befindet sich am Friedrich-Wilhelm-Platz. Wer die Burg erkunden möchte, benötigt einen Tag Zeit. Durch verwinkelte Gänge vorbei an alten Mosaiken und Figuren findet man hinter Zimmern weitere Zimmer und Gänge. Viele mit verschiedenen Zwecken wie der Töpfer-, der Sport-, der Bastelraum. Ein offenes Café bietet die Möglichkeit sich zu Treffen und auszutauschen. Die Drachenpost ist die hauseigene Zeitung. Events wie der Mittelaltermarkt sind liebevoll vorbereitet. In vielen der Räume besteht grundlegender Renovierungs- und Sanierungsbedarf.
Die Burg [Die Burg]

Marijke Höppner

Auf Tour in Mariendorf

Jugendhilfe-Sommertour Mariendorf am 21.08.12

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Mariendorf. Ich besuchte die Jugendarbeit an der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule, die Jugendfreizeiteinrichtungen KiJuM und Bungalow sowie die Straßensozialarbeit von Outreach, die Kindertagesstätte am Volkspark des Kitaeigenbetriebes Südwest, den Schwerpunktträger VbU und den Standort des Nachbarschaftstreffpunkt KoKuMa des Diakonische Werks Tempelhof-Schöneberg mit den Projekten Mutter-Kind-Cafe Atempause, den Jugendmigrationsdienst und die Jugendmanufaktur sowie die Standorte der Tagesgruppe.

Der Schülerclub Villa befindet sich in der Rudolf-Hildebrandt-Grundschule. Betrieben wird der Schülerclub sowie von NUSZ. Dabei stellt der Raum in der ersten Etage nicht nur einen Standort der Betreuung nach der Schule dar, sondern es werden kiezorientierte Projekte, wie eine Fotoausstellung zu den Lieblingsorten der Schüler und Schülerinnen veröffentlicht. [Rudolf Hildebrandt-Grundschule]
Rudolf Hildebrandt-Grundschule [
Der Bungalow ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung am Mariendorfer Damm in unmittelbarer Nähe des Volksparks Mariendorf. Kinder- und Jugendarbeit findet über offene Angebote statt. Zudem gibt es diverse sportorientierte Angebote wie Billiard, Basketball und Fußball auf dem großen angegliederten Gelände. Tanzen, gemeinsames Kochen oder Hausaufgabenhilfen finden in dem großen sanierten Gebäude statt. Erinnerungskultur und Aufarbeitung der NS-Zeit, Akzeptanz unterschiedlicher Menschen werden mit Projekten aufgegriffen. Der Bungalow ist auch Standort und Beratungsbüro der Straßensozialarbeiter*innen von Outreach.
Bungalow [Bungalow]
Outreach spricht Jugendliche an, die durch klassische Jugendfreizeitangebote nicht erreicht werden. Mit Sportangeboten, Theateraufführungen und anderen Gruppenangeboten werden die Jugendlichen motiviert, sich einzubringen. Häufig erstaunt das Engagement und die Kooperationsbereitschaft für die Gruppenprojekte die Lehrer und Lehrerinnen der Jugendlichen. Erschwert hat sich das Streetworking allerdings seit die Hermann Köhl-Schule in Mariendorf nicht mehr existiert.
Der Verein für betreuten Umgang (VbU) e.V. bietet Hilfen zur Erziehung. Betreuter Umgang ist der Fachbegriff für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich in Scheidung bzw. Trennung befinden, in Fällen, in denen den Eltern der Umgang mit den Kindern schwer fällt. So spielt auch Trennungs- und Scheidungsberatung eine wichtige Rolle bei VbU. Eine besondere Ansprache bietet VbU mit dem Projekt „Besondere Kinder – besondere Eltern“ und bietet in offenen Gruppen Unterstützung für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung.
Das KoKuMa (Kommunikation und Kultur in Mariendorf) ist ein Stadtteilzentrum des Diakonischen Werk Tempelhof-Schöneberg. Neben allgemeinen Beratungsangeboten gibt es kreative, musische und Bewegungsangebote. Ehrenamtliches Engagement soll mit dem Känguru-Projekt befördert werden. Im Cafe Atempause (ein Kooperationsprojekt mit dem Jugendamt) können Mütter mit Kleinkindern sich beim Frühstück austauschen und nach Wunsch Erziehungs- und Gesundheitsfragen beantworten lassen. Der im Haus ansässige Jugendmigrationsdienst (JMD) begleitet und berät junge Migrant*innen. Der JMD ist eine der wenigen Projekte, die sich auf die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund in Mariendorf spezialisiert haben und bildet somit eine Ausnahme. Die Jugendmanufaktur (JuMa) bietet Schulverweigerern die Chance, in den Lernwerkstätten für den Bereich Holz- bzw. Textilverarbeitung ihren Abschluss zu erreichen. Ziel ist es, Schüler und Schülerinnen der 7. Integrierten Sekundarstufe am Ende des Programms in die Regelschule zu reintegrieren.
JuMa [JuMa]
Die kommunale Jugendfreizeiteinrichtung KiJuM (Kinder- und Jugendhaus Mariendorf) bietet offene und Gruppenangebote über 2 Etagen an. Die dritte Etage ist aufgrund von Brandschutzbestimmungen bis zu dem Bau einer Feuertreppe geschlossen, so dass die Angebote vor allem im Sportbereich nur eingeschränkt stattfinden können. In Kooperation mit der JFE Bungalow bietet das KiJuM freitags einen Mädchentag, während das Bungalow einen Jungentag durchführt. Der Skater-Standort Ringpark wird in die Angebotsstruktur mit eingebunden. Beliebt ist auch das gemeinsame Kochen.
KiJuM [KiJuM]
Marijke Höppner

Auf Tour in Lichtenrade

Jugendhilfe-Sommertour Lichtenrade am 24.08.12 und 10.09.12

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die vierte Sommertour führte mich durch die Region Lichtenrade. An zwei Terminen besuchte ich den Standort für Suchttherapie und Rehabilitation, den Tannenhof, die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club vom AHB, das Jugendcafe am Dorfteich, das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche und die Kinder- und Jugendetage im Gemeinschaftshaus Lichtenrade sowie die Straßensozialarbeit am Standort Waschhaus. Außerdem konnte ich die Tagesgruppe des Tannenhof in der Alten Feuerwache und den Nachbarschaftstreff vom AHB in der Finchleystraße besuchen.
Der Tannenhof ist sowohl Namensgeber eines Vereins mit mehreren Projekten der Suchthilfe, als auch Standort der stationären Suchthilfe und Rehabilitation. Als einer der ersten Standorte für suchtkranke Mütter und Väter können nicht nur 40 Erwachsene aufgenommen werden, sondern auch 16 Kinder. Im Kinderhaus, einem eigenen Haus auf dem Gelände, werden die Kinder betreut (finanziert über Hilfe zur Erziehung, § 32, Erziehung in einer Tagesgruppe). Das moderne Haus bietet nicht nur Zimmer und kleine Wohnungen für Familien, sondern auch eine Wohngemeinschaft und Therapieräume sowie ein großes weitläufiges Gelände mit Hühnerställen und Garten.
Die Jugendfreizeiteinrichtung Lortzing Club befindet sich in einer Gegend mit vielen Einfamilienhäusern in der Lortzingstraße. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren können sich in der alten Villa im Cafe des offenen Bereichs treffen, Billard oder Kicker spielen, im Hausaufgabenraum Schularbeiten machen oder im Mädchen- oder Jungenraum chillen. Auch ein extra eingerichteter Raum für die Mitglieder im Kinder- und Jugendparlament wird angeboten. Der Lortzing Club ist zudem Anlaufstelle des Deutschen Kinderhilfswerks.
Lortzing Club [Lortzing Club]
Die Alte Feuerwache ist nach umfassenden Renovierungsarbeiten Standort, vom Tannenhof betriebene Tagesgruppen geworden. In den Tagesgruppen werden Kinder zum Teil ganztägig beschult, die aus unterschiedlichen Gründen nicht im Regelschulsystem Fuß fassen können. Neben der Beschulung macht auch die Verhaltenstherapie einen großen Anteil aus. Dabei befinden sich Eltern wie Kinder häufig in schwierigen, belasteten Lebenssituationen. Der Hilfebedarf bezieht sich in vielen Fällen nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf die Eltern, die Unterstützung bei komplexen Problemen benötigen.
Tagesgrupp[Tagesgruppe]
Das Jugendcafe am Dorfteich ist eine kommunale Jugendfreizeiteinrichtung mit einem Schwerpunkt für Internet und Computer. Neben dem Computerführerschein net-comp@ss können allerdings auch sportliche Angebote wie Streetdance oder Fußball genutzt werden. Im Garten trainiert seit einiger Zeit ein Mädchenteam. Neu ist, dass es neben dem Mädchentag nun auch einen Jugendtag geben wird. Die zeitlich getrennten Angebote sollen es Mädchen wie Jungen ermöglichen sich frei von gesellschaftlichen Rollenvorgaben zu entwickeln.
Das Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche befindet sich im Nahariya-Kiez. Der Abenteuerspielplatz bietet vielen Kindern die Möglichkeit selbstständig mit Säge, Hammer und Nägeln, Buden und Häuser zu bauen. Am Ende des Sommers wird das tollste Haus der Kinder prämiert. Hier kann gelernt werden, wie man das eigene Fahrrad repariert. Basteln und Töpfern ist ebenfalls Teil der Angebotsstruktur.
Die GskA – gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH ist Träger der Straßensozialarbeit von Outreach im Nahariya-Kiez. In der Groß-Ziethener-Straße hat Outreach eine Anlaufstelle (Waschhaus) für Streetworker. Hier kann Beratung stattfinden, gemeinsam gegessen und gekocht werden, gekickert und Sportangebote koordiniert werden. Gleichzeitig spricht Outreach Jugendliche in Konfliktsituationen an. In einem Gespräch mit einer jungen Frau wurde bestätigt, dass einige Besuchende des Waschhauses selber Erfahrung im Jugendhilfesystem gemacht haben. Ihnen ist es wichtig eine Anlaufstelle zu haben, in der Sie ernst genommen und akzeptiert werden. Der Nutzungsvertrag für das Waschhausxx wurde vom Vermieter gekündigt. Die Zukunft der Jugendsozialarbeit steht mindestens vor einer Neuorientierung. Klar ist aber, dass die bisherigen Angebote so nicht weiter durchgeführt werden könnten und das Angebotsspektrum stark eingeschränkt werden würde.
Der vom AHB betriebene Nachbarschafts- und Familientreff befindet sich in der Finchleystraße in der John-Locke-Siedlung. Der Standort bietet Raum für viele Aktivitäten: Es gibt ein Kiezcafe und einen Bewegungsraum für sportliche Gruppenangebote. Im Keller befindet sich der vom NUSZ betriebene Jugendkeller, der zurzeit wegen Schimmelbefalls geschlossen werden musste. Das Streetworkprojekt Kick betreibt in der Finchleystraße Boxangebote für Jungen und Mädchen. Besonders ist auch das Engagement für die Unterstützung von Menschen in Notsituationen zu erwähnen. Hilfe bieten dabei die Kleiderkammer, die Lebensmittelausgabe „Laib und Seele“ sowie die Suppenküche am Sonntag. Ein kleiner Unterstützungsetat wird durch den Flohmarkt einmal im Jahr erarbeitet. Mit den Spenden wird Menschen geholfen, die durch das Netz des Regelsystems durchfallen.
Nachbarschaftstreff [Nachbarschaftsheim]
Der Kinder- und Jugendclub Barnetstraße befindet sich im Gemeinschaftshaus Lichtenrade (kurz: G-Haus). Diese kommunale Jugendfreizeiteinrichtung bietet Kindern und Jugendlichen auf zwei Etagen offene und gruppenbezogene Angebote. Durch die runden Fenster fühlt man sich im Jugendclub im Erdgeschoss wie im U-Boot. In der ersten Etage wird mehr für Kinder angeboten: Töpfern, Tanzen oder Hausarbeiten machen gehören ins Programm.

Marijke Höppner

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Auf Tour in Marienfelde

Jugendhilfe-Sommertour Marienfelde am 03.09.12

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die siebte Sommertour führte mich durch die Region Marienfelde. Ich besuchte die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten, den Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße, die Tagesgruppe auf dem Bauernhof, das elternaktivierende Projekt Impuls von JakuS in der Greulichstraße, die Jugendfreizeitstätte haus of fun und das Vorort Büro von W40.
Die Kindertagesstätte Vierjahreszeiten (Träger nusz) im Marienfelder Luckeweg betritt man durch ein kleines Elterncafe. Hier können sich Eltern in der Eingewöhnungszeit die Zeit vertreiben oder Gespräche mit Erzieherinnen führen. Anziehungspunkt und Gesprächsstoff bietet der Axolotl. Das aus Mexiko stammende Tier ist ein Aquatil. Das Thema „Tiere“ zieht sich durch die Kita. So können Kinder hier in Kontakt kommen mit Fischen, Schnecken und vielen anderen kriechenden Tierchen. Nicht nur das große Außengelände bietet viel zu erkunden, auch der Innenbereich lässt viel Raum zum Erproben: An der Wand sind Fahrräder oder Gartentore angebracht, so dass die Kinder klingeln, öffnen und schließen können, ohne, dass sich der Nachbar beschwert.
4 Jahrenszeiten [Kita 4-Jahrenszeiten]
Der Nachbarschaftstreff in der Waldsassenerstraße wird vom AHB betrieben. Die 100 qm werden schwerpunktmäßig für die Arbeit mit kleineren Kinder genutzt. Während der Arbeit hat sich jedoch herauskristallisiert, dass es neben dem Bedarf, Angebote für kleinere Kinder zu schaffen, auch einen Bedarf für die Beratung von Müttern gibt. Das aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen den Sozialarbeiterinnen vor Ort zu den Besucherinnen führte dazu, dass auch Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, sich ratsuchend an die Mitarbeiterinnen wenden.
Die Tagesgruppe „auf dem Bauernhof“ (Träger Tannenhof) befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes in der Marienfelder Allee. Die Tagesgruppe dient der Unterstützung von Eltern, deren Kinder überfordert sind und/oder familiäre Probleme haben, was sich häufig in Schwierigkeiten in der Schule ausdrückt. Am Nachmittag beteiligen sich die Kinder an Programmen der Einrichtung wie Verhaltenstraining, Unterstützung bei Schulproblemen und Konflikttraining. Aber auch die Eltern erhalten Unterstützung. Besonders hervorzuheben ist das Schulbegleiterprojekt der Tagesgruppe. Ein Sozialarbeiter unterstützt die Eltern bei der Kommunikation mit den Lehrern, unterstützt aber auch Schüler und Lehrer, damit das Kind in der Regelbeschulung bleiben kann.
Tagesgruppe [Tagesgruppe]
Die familienaktivierende Wohngruppe Impuls von JakuS bietet acht Plätze für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Die Kinder wohnen in Einzel- oder Doppelzimmern. Immer ist ein*e Sozialarbeiter*in anwesend. Strukturierte Tages- und Wochenabläufe geben den Kindern und Jugendlichen hier einen Rahmen. Die Wohngruppe wird ausgewählt, wenn die Kinder und Jugendlichen Schwierigkeiten haben und nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Die Eltern bleiben während des Aufenthaltes des Kindes in Verantwortung, werden an Entscheidungen beteiligt und besuchen das Kind mindestens einmal pro Woche. Durch Coaching werden die Eltern in Erziehungsfragen unterstützt.
Das Haus of Fun ist eine kommunale Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Im Tirschenreuther Ring befindet sich das große Gelände mit seinem Bauspielplatz. Gebaut werden unter Anleitung Häuschen, Buden und Baumhäuser. Auf dem Gelände wird Fußball gespielt. Das auf dem Gelände angebaute Gemüse wird für das gemeinsame Kochen frisch geerntet und verbraucht. Das Haus wird vielfältig genutzt: Tanzen, Spielen, Töpfern und Basteln gehören zu den Angeboten. Auch andere Gruppen nutzen die Räume und treiben Sport.
Haus of Fun [Haus of Fun]
Das bezirkliche Quartiersentwicklungsprojekt W40 „Demographischer Wandel – Strategien für Berliner Bezirke“ befindet sich in der Waldsassenerstraße und dient der nachbarschaftlichen Vernetzung und der Aufwertung des Kiezes. Im Gemeinschaftsraum der degewo traf ich mich mit den Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen der am Tag besuchten Projekte sowie der Leiterin des Übergangswohnheims für Asylbewerber/innen vom Internationalen Bund in der Marienfelder Allee. Wichtig war allen Beteiligten der Austausch zum Thema häusliche Gewalt. Zudem wurde von den Entwicklungen rund um den Standort Marienfelder Allee gesprochen: Mittlerweile leben 600 Flüchtlinge in der Einrichtungen. Davon sind die Hälfte der dort lebenden unter 18 Jahre alt. Die Anwohnenden nehmen die Flüchtlinge wohlwollend auf.
Marijke Höppner

Auf Tour im Schöneberger Norden

Jugendhilfe-Sommertour Schöneberg Nord am 20.08.12

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die dritte Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg Nord. Die Tour startete im Mehrgenerationenhaus der Kiezoase in der Barbarossastraße, führte weiter in die Jugendfreizeiteinrichtung Villa Schöneberg, zum JuXirkus, in den PallasT, zum regionalen Träger für Hilfen Zur Erziehung Jugendwohnen im Kiez und weiter zum Nachbarschaftstreff Neue Steinmetzstraße.
Villa
Das Mehrgenerationenhaus der Kiezoase befindet sich in der Barbarossastraße 65. Das Nachbarschafts- und Familienzentrum erstreckt sich über zwei Etagen eines Altbau-Wohnhauses. Ehrenamtliche zu motivieren spielt eine große Rolle: über Kiezgarten und Elterncafé wird hier Vieles angeboten. In der ersten Etage finden Eltern-Kind-Frühstücke statt. Ein Spielplatz auf der gleichen Etage bietet die Möglichkeit flexibel auf den Bewegungswunsch von Kindern einzugehen. Die Einrichtung setzt genauso wie in ihren Kindertagesstätten auf das Early-Excellence Programm und beobachtet Kinder, um sie dann in ihren Stärken zu fördern.
Die „Villa“ ist eine Jugendfreizeiteinrichtung in der Trägerschaft der Gesellschaft für sozial kulturelle Arbeit (GskA) – das Team der mobilen Kinder- und Jugendarbeit Outreach ist in der Villa mit seinem Büro und den Peerhelpern fest verankert. Die Straßensozialarbeit richtet sich in Schöneberg Nord modellhaft bereits auch an Kinder. In der Frobenstraße 27 befindet sich die Villa in unmittelbarer Nähe eines Nachbarschaftstreffpunktes und einer Kita – aber eben auch des Straßenstrichs. Dabei stellt sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution mehrdimensional dar. Sowohl die Frage Sauberkeit des attraktiven Außengeländes der Einrichtung und Wahrnehmung der Prostituierten durch die Jugendlichen spielen eine Rolle, wie auch Toleranzförderung der Jugendlichen gegenüber den Prostituierten.
Der JuXirkus ist eine Jugendfreizeiteinrichtung der Kiezoase. Etwa 120 Kinder und Jugendliche besuchen die Zirkuseinrichtung regelmäßig und nutzen die Angebote wie beispielsweise Einrad fahren, Jonglieren, Kautschuk (den Körper verbiegen), Akrobatik sowie viele andere besondere Kurse. Darüber hinaus bietet das Ensemble des „Juxi“ regelmäßig Aufführungen für ein offenes Publikum an. Zudem gibt es einen engen Austausch mit der angegliederten Werbellinsee-Grundschule und vielen weiteren engen Netzwerkpartnern.
Juxircus
Der PallasT ist ein Ort des nachbarschaftlichen Miteinanders, der Begegnung und des Austausches. Das Haus für Kinder, Kultur und Nachbarschaft bietet eine breite Angebotspalette: Sprach-, Computer-, Integrationskurse für Erwachsene und Treffen interkultureller Vereine an dem Standort. In der ersten Etage befindet sich die Freizeiteinrichtung KinderpallasT. Neben der offenen Arbeit, gibt es diverse Angebote wie Schularbeitshilfe, Trommeltraining und –bau, Hip Hop-Tanzgruppen, u.v.m.
Jugendwohnen im Kiez ist der regionale Schwerpunktträger für Hilfen zur Erziehung im Schöneberger Norden. Mit der Jugendhilfestation Schöneberg/Mitte ist er Ausgangspunkt der sozialräumlichen Arbeit. Von hier aus werden verschiedene ambulante Hilfen angeboten, darunter Tagesgruppen, Familienhilfen, begleiteter Umgang, Betreuungshilfen, Einzelbetreuung und Gruppenarbeit. Und der Träger arbeitet aktiv im Bildungsnetzwerk Schöneberg Nord mit.
In der Steinmetzstraße befindet sich ein Nachbarschaftstreff der Kiezoase/PFH. Seit 2004 gibt es hier eine breite Angebotspalette der Eltern-Kind-Arbeit, aber auch spezialisierte Angebote wie Väterkurse und Frauenfrühstücke. Durch ehrenamtliches Engagement konnte eine Hausaufgabenhilfe für Kinder etabliert wertem. Da viele Menschen mit Migrationsbiografien aus arabischen Ländern in der Umgebung leben, spielen auch arabisch-sprachige Angebote eine Rolle. Die Kooperation mit der Neumark-Grundschule wurde mit dem Integrationspreis belohnt.
Kiezoase

Marijke Höppner

GEDOK – Künstlerinnen mit Qualität

Von Melanie Kühnemann
Gedok
Die GEDOK ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten und hat sein Büro im Kulturhaus Kyffhäuser Straße.
Die GEDOK wurde 1926 als Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Ihr Anliegen war die Förderung künstlerischer Talente von Frauen.
Die GEDOK ist vielen natürlich ein Begriff, dennoch wollten wir mehr über die Akteurinnen und ihre Engagement herausfinden und freuten uns, dass uns am 14. August 2012 die Vorsitzende der GEDOK Berlin Frau Erika Großmann und die erste Schriftführerin Frau Dr. Anne Meckel empfingen.
Wir erfuhren, dass die GEDOK heute rund 3.600 Mitglieder in 24 deutschen Städten und Regionen hat und sich derzeitig eine neue Gruppe in Wien im Aufbau befindet. Darüber hinaus ist die vorderste Aufgabe das Werk und die Leistung von Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu bringen und die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Dabei setzt sich die GEDOK für die geschlechtergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens ein und engagiert sich über nationale und internationale Kultureinrichtungen, politische Gremien, Verbände und Multiplikatoren für ihre Mitglieder. Die GEDOK bietet ihren Mitgliedern ideelle und finanzielle Hilfe durch das Engagement ihrer Kunstförderer, Männer und Frauen.

Die GEDOK unterstützt die Künstlerinnen durch aktive Mitarbeit bei allen Veranstaltungen und präsentiert sich der Öffentlichkeit durch interdisziplinäre Kunstprojekte, internationale Wettbewerbe, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Symposien. Es werden zudem Kataloge, Dokumentationen sowie Anthologien, CDs und DVDs publiziert.

Da die GEDOK sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen finanziert, sind Förderinnen und Förderer jeder Zeit willkommen.
Bei unserem Gespräch erfuhren wir, dass die Aufnahme in die GEDOK über die Regionalgruppen erfolgt und hohe Hürden dabei genommen werden müssen. Im Durchschnitt schaffen dies nur zwei bis drei Künstlerinnen pro Jahr.
Im Moment sucht die GEDOK Berlin neue Räumlichkeit, die auch kleinere Ausstellungen und Vernissagen ermöglichen. Besonders gefreut hat es uns, zu hören, dass die GEDOK Berlin in jedem Fall in Schöneberg bleiben will.
Bei der Suche nach einem passenden Ladengeschäft sind wir natürlich gerne behilflich.

Wirtschaftsweiber – „Lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar machen“

Von Marijke Höppner
Wirtschaftsweiber
Mit dem Ziel lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar zu machen, strickt Wirtschaftsweiber e.V. branchenübergreifend ein Netzwerk für lesbische Fach- und Führungskräfte. 160 Frauen engagieren sich bei Wirschaftsweiber e.V. bundesweit. In Berlin haben sich etwa 30 Frauen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen. Das Spektrum der Mitfrauen ist breit gefächert: Etwa hälftig sind Selbstständige und Angestellte in Berlin vertreten. Die regelmäßigen Treffen dienen der Vernetzung und dem Austausch. Das Thema ‚Vernetzung‘ ist auch international groß geschrieben. So werden Netze nach Österreich, Dänemark und in die Schweiz gesponnen.
Die Aktivitäten sind politisch motiviert. „Diversity wird in großen Unternehmen immer mehr zum Thema!“, berichtet Karin Windt, die Koordinatorin für die Regionalgruppe Berlin und meint damit das die Global Player auf interkulturelle und sexuelle Vielfalt setzen, um ihre Offenheit nach außen zu zeigen: „Dennoch stoßen lesbische Frauen auch an die gläserne Decke.“ Die ‚gläserne Decke‘ ist aus frauenpolitischen Diskursen bekannt. Sie bezeichnet die Hürden, die Frauen im Berufsleben in den Weg gestellt werden, wenn sie aufsteigen wollen. Auszeit für Kindererziehung ist zum Beispiel ein Grund. Lesbische Frauen können schon mal mit klischeehaft dargestellt werden, um ihre Kompetenzen abzuwerten. Selten wird diesen Diskriminierungen entgegen getreten. Auch deshalb setzt sich Wirtschaftsweiber für lesbische Frauen im Berufsleben ein. Natürlich ist dies mit dem Appell verbunden, dass nicht nur die Betroffenen selbst Ungerechtigkeiten anzeigen sollten. Die gleiche Gesellschaft sei nur dann möglich, wenn alle Menschen sensibilisiert sind, Ungleichheiten aufzudecken und in konkreten Diskriminierungsfällen einzugreifen.