LARA – Frauen Stabilität geben

Von Dr. Gisela Pravda
Lara
Zu LARA zu kommen war gar nicht so leicht. Es gibt zwar ein Fahrstühlchen, aber wir (Marijke Höppner. Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg und Gisela Pravda, stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit je einer normalen Tasche mussten uns drehen und wen-den, bis sich die Tür endlich schließen ließ. Rollstuhltauglich? Aussichtslos! Barrierefrei? Hoff-nungslos!
Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind extrem zerstörerisch für die Persönlichkeit. Viele betroffene Frauen leiden an chronischen und komplexen Gesundheitsproblemen. Deshalb halten wir die Arbeit von LARA für so überaus wichtig.
Unsere Gesprächspartnerin war Dr. Esther Lehnert … und wir saßen in der Küche! Kürzer lässt sich die Enge bei LARA nicht beschreiben. In jeder Ecke, an jeder Wand der Schreibtisch einer Beraterin. Und trotzdem war es in der Küche schön, vor allem interessant. „LARA bietet unbürokratische Hilfen für Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung, nach sexuellen An- oder Übergriffen und sexueller Belästigung.“ Das glaubt man/frau sofort. Von Montag bis Freitag Fr 9.00 -18.00 Uhr gibt es eine Hotline – auch in türkischer Sprache.
Der Ansturm auf LARA ist groß. Um überlange Wartezeiten für die betroffenen Frauen zu vermeiden, werden auch Gruppenberatungen als Erstgespräche angeboten, dann folgen Einzelgespräche – kostenlos und auf Wunsch anonym. Außer der gesundheitlichen und sozialen Beratung bietet LARA den Frauen auch eine Rechtsberatung.
Was wir mitnehmen ist: LARA braucht größere und barrierefreie Räume, viele – wie wir erst langsam erkennen – besonders von sexueller Belästigung und Vergewaltigung betroffene behinderte Frauen bleiben sonst ausgeschlossen.
Lara, Krisen und Beratungszentrum für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen, befindet sich in der Fuggerstraße 19 10777 Berlin-Schöneberg.