FFGZ – Frauengesundheit in eigener Hand

von Manuela Harling

FFGZ
1974 gründete sich das Feministische FrauenGesundheitsZentrum, seit 1985 ist es in Tempelhof-Schöneberg ansässig.
Marijke Höppner, frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg, die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg und Gesundheitspolitikerin, Manuela Harling und Dr. Gisela Pravda, beide für die AsF-Tempelhof-Schöneberg, Hermann Zeller, sozialpol. Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg und die gesundheitspol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg Ingrid Kühnemann besuchten das FFGZ zum Informationsaustausch am 14. August im Rahmen der „Frauensommertour“.

Das FFGZ bietet Beratung für Frauen zum Thema Gesundheit entweder persönlich vor Ort, telefonisch oder auch berlinweit bei diversen Kooperationsträgern. Es gibt Informationsveranstaltungen , Workshops und ein Kursangebot. In verständlicher Sprache werden gesundheitliche und medizinische Sachverhalte differenziert vermittelt. Das gilt auch für die eigene Zeitschrift Clio und die diversen Broschüren, die vom FFGZ herausgegeben werden.
Das FFGZ kooperiert mit anderen Trägern und arbeitet in Netzwerken. So entstand auch eine Kooperation mit der Volkshochschule und auch Migrationsprojekten.

Ein Projekt, dass aus der Kooperation mit Frauenmigrationsprojekten und der VHS entstand, ist die Patientinnenschulung. Hier lernen Frauen einen selbstbewußten Umgang mit den „Göttern in Weiß“, sie lernen, dass sie Rechte haben, Fragen stellen dürfen und auch die geplante Therapie hinterfragen dürfen. Für Migrantinnen, die deutsch nicht perfekt beherrschen, ist diese Schulung eine wichtige Erfahrung, denn sie lernen auch, dass Arzt und Ärztin in der Pflicht sind zur Information, die die Patientin auch versteht.
Das Thema Wechseljahre beschäftigt das FFGZ seit seiner Gründung. Hier kann frau Hilfe erfahren, wenn sie sich fragt, ob eine Hormontherapie hilfreich und sinnvoll ist oder es andere Alternativen gibt. Das Gleiche gilt für das Thema Verhütung.
Das FFGZ hat eine umfassende Bibliothek zur Frauengesundheit und kann auch mit bewährten weiterführenden Adressen helfen.
Petra Bentz, Cornelia Burgert und Martina Schröder vom FFGZ berichteten bei dem Besuch auch von Vorhaben, die sie gern verwirklicht sehen würden. Das FFGZ wünscht sich mehr Information an den Schulen zur HPV-Impfung, So müsste es ihrer Ansicht nach eine Vernetzung mit dem Bereich Schule geben, denn das Thema Impfung gegen Human Papilloma Viren ist Thema im Rahmen des Biologieunterrichts und die BiologielehrerInnen werden mit Materialien der Pharmaunternehmen ausgestattet, die natürlich eine kritische Sichtweise zu dieser Impfung vermissen lassen. Der Impfstoff ist nicht das Allheilmittel für Gebärmutterkrebs schlechthin und in den Familien sollte mehr über Wirkungsweise und Risiken informiert werden. Im Jahr 2008 gab es bereits eine umfassende Kampagne des bezirklichen Gesundheitsnetzwerkes, aber die Schülerinnen „wachsen“ nach.

Zusammen mit anderen Trägern des Gesundheitsverbundes für Benachteiligte bietet das FFGZ Kurse zum Thema Umgang mit Depression und Stressbewältigung. Gerade bei älteren Frauen, die in ALG II-Bezug geraten finden sich in diesen Kursen wieder. Eine Finanzierung durch das Jobcenter wäre deshalb anratenswert, denn die Frauen verlassen den Kurs mit Motivation und Empowerment.
Ein großer Wunsch ist auch die Installierung einer überregionalen Traumastation für Frauen, die an den Folgen von Gewalt leiden. Seit Jahren arbeitet das FFGZ am Thema Folgen sexualisierter Gewalt, Das FFGZ weiß, dass die Nichtbehandlung oder auch eine späte und unzureichende Behandlung z schweren Folgen führen kann.
Das FFGZ ist in der Bamberger Str. 51 in Berlin Schöneberg.