Archiv für August 2012

LARA – Frauen Stabilität geben

Von Dr. Gisela Pravda
Lara
Zu LARA zu kommen war gar nicht so leicht. Es gibt zwar ein Fahrstühlchen, aber wir (Marijke Höppner. Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg und Gisela Pravda, stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit je einer normalen Tasche mussten uns drehen und wen-den, bis sich die Tür endlich schließen ließ. Rollstuhltauglich? Aussichtslos! Barrierefrei? Hoff-nungslos!
Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind extrem zerstörerisch für die Persönlichkeit. Viele betroffene Frauen leiden an chronischen und komplexen Gesundheitsproblemen. Deshalb halten wir die Arbeit von LARA für so überaus wichtig.
Unsere Gesprächspartnerin war Dr. Esther Lehnert … und wir saßen in der Küche! Kürzer lässt sich die Enge bei LARA nicht beschreiben. In jeder Ecke, an jeder Wand der Schreibtisch einer Beraterin. Und trotzdem war es in der Küche schön, vor allem interessant. „LARA bietet unbürokratische Hilfen für Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung, nach sexuellen An- oder Übergriffen und sexueller Belästigung.“ Das glaubt man/frau sofort. Von Montag bis Freitag Fr 9.00 -18.00 Uhr gibt es eine Hotline – auch in türkischer Sprache.
Der Ansturm auf LARA ist groß. Um überlange Wartezeiten für die betroffenen Frauen zu vermeiden, werden auch Gruppenberatungen als Erstgespräche angeboten, dann folgen Einzelgespräche – kostenlos und auf Wunsch anonym. Außer der gesundheitlichen und sozialen Beratung bietet LARA den Frauen auch eine Rechtsberatung.
Was wir mitnehmen ist: LARA braucht größere und barrierefreie Räume, viele – wie wir erst langsam erkennen – besonders von sexueller Belästigung und Vergewaltigung betroffene behinderte Frauen bleiben sonst ausgeschlossen.
Lara, Krisen und Beratungszentrum für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen, befindet sich in der Fuggerstraße 19 10777 Berlin-Schöneberg.

Halk Kösesi – Gleichstellung betrifft Frauen und Männer

Von Marijke Höppner
Halk Kösesi
„Die Väter haben nicht mehr die Rolle des Ernährers in den Familien“, beschreibt Frau Maurer-Kartal und zeichnet damit ein Bild über die Männer, die Stadtteilladen Halk Kösesi in der Crellestraße besuchen. Einige Männer, die aus der Türkei nach Deutschland einheiraten, haben Probleme Arbeit zu finden, hadern mit der Sprache und finden schwer Anschluss. Dies hinterlässt Spuren. Die traditionellen Rollenverhältnisse brechen auf. Die Rolle der Frau in der Beziehung oder Familie nimmt zu. Das kann schwer zu akzeptieren sein. So kommen nicht nur Frauen in die Beratung ins Halk Kösesi, sondern auch Männer, die Orientierung im Leben benötigen. Doch auch viele Frauen lassen sich in der Crellestraße blicken. Besonders die Beratungsangebote sind beliebt. In der Arbeitslosengeld II-Beratung sind zwei Drittel der aufsuchenden Frauen alleinerziehend. Aber auch Mädchen und junge Mütter in der Berufsorientierungs- oder Berufsumorientierungsphase suchen Unterstützung. Trotz abgeschlossener Ausbildung finden sie schwer etwas. Mit einem kleinen Kind sind Jobmöglichkeiten mit flexiblen Arbeitszeiten rar.
Auch bei jungen Männern spielt Berufsorientierung eine Rolle. Immer mehr junge Männer, auch mit Migrationshintergrund, finden im derzeitigen Schulsystem keinen Anschluss. Sie zu unterstützen, damit sie stärker am Leben teilhaben können, stellt eine große Herausforderung dar.
Neben den Beratungsangeboten bietet das Halk Kösesi auch Sprach- und Alphabetisierungskurse. Dabei wird auf die Ansprüche der Besuchenden Rücksicht genommen und Zeit gelassen, gelerntes zu verdauen.

Leben Lernen – Mädchen und jungen Frauen eine Perspektive bieten

„Es gibt keinen Einheitsbrei, jede bekommt das Gericht zu essen, was sie braucht.“, sagt Valerie Lenk, Vorsitzende Leben Lernen e.V., und meint es im übertragenen Sinne. Bei Leben Lernen wird seit 1978 Mädchenarbeit betrieben: betreutes Wohnen für Mädchen, junge Frauen und junge (werdende) Mütter. Entstanden aus der Heimarbeit, war den Gründerinnen von Leben Lernen e.V. klar, dass ein Angebot für Frauen und junge Mädchen notwendig wurde. Mädchen und Frauen brauchen eine passgenaue Ansprache, um sich sicher zu fühlen und entwickeln zu können.
Leben Lernen
Das betreute Mädchenwohnen findet in der Wohngemeinschaft oder allein statt. Die Mädchen können zu Hause nicht mehr leben, sind aber noch nicht so weit auf eigenen Beinen zu stehen. Viele Mädchen und junge Frauen bringen ernste Sorgen mit wie Essstörungen, Gewalt, Drogen und Selbstverletzungen. Ein Mädchen bzw. eine junge Frau wird von einer Sozialpädagogin begleitet. „Geht ein Mädchen in die Schule oder macht ihren Abschluss nach, dann wird sie zu Hause mit einer Tasse Tee willkommen. Es wird gefragt wie der Tag war und was nötig ist, damit es ihr gut geht“, beschreibt eine Mitarbeiterin von Leben Lernen und verdeutlicht damit wie wichtig die eins-zu-eins-Beziehung ist, denn viele Mädchen haben die Erfahrung, dass sich jemand für sie Zeit nimmt, zu Hause nicht gemacht. Kein Mädchen ist wie das andere, so wird ein passgenaues Angebot entwickelt, eben kein Einheitsbrei.
Das Mutter-Kind-Wohnen nimmt junge Frauen ab 16 Jahren und ab dem 6. Monat der Schwangerschaft auf. Auch Mütter mit Kind werden aufgenommen. Auch dieses Projekt leistete Pionierarbeit zur Gründung 1981. Junge Frauen kommen mit belasteten Biografien in die Einrichtung. In vielen Fällen ist das betreute Wohnen eine Auflage des Jugendamtes, um den Kinderschutz zu gewährleisten, wenn der Übergang von einer Pflegefamilie zurück zur leiblichen Mutter erfolgen soll. Andere Frauen haben Suchtprobleme oder fühlen sich mit der Aufgabe allein gelassen ein Kind zu erziehen. Auch gibt es eine eins-zu-eins-Betreuung für die jungen Frauen, aber auch Hilfe und Austausch in der Gruppe wird angeboten. Die Mutter lernt ihre Erwartungen, die aus schwerwiegenden Sorgen und Ängsten entstanden sind, nicht auf das Kind zu projezieren. Eine Methode, der Mutter zu zeigen, was sie mit dem Kind erreicht hat, ist die Methode des „Guten Bildes“. Die Frau wird mit dem Kind gefilmt. Anders als bei der Supernanny im Privatfernsehen, werden der Mutter, aber nicht die negativen Bilder gezeigt, sondern ein „gutes Bild“ bei dem Mutter und Kind Freude ausstrahlen beim Spielen oder Wickeln. Diese Bilder hinterlassen bei der Mutter häufig einen tiefen Eindruck und sie kann sich in schwierigen Situationen an diese positiven Bilder zurück erinnern. Nicht nur die Bilder helfen den Frauen in der Zukunft. Den Mitarbeiterinnen bei Leben Lernen ist es wichtig, dass Mädchen sich entwickeln in der Zeit in der sie die Unterstützung erhalten. So machen viele eine Ausbildung oder wiederholen ihren Abschluss. Verlassen die Frauen das betreute Wohnen, so ist es Leben Lernen wichtig, ihnen einen gemeinsamen Plan mitzugeben.
Neben dem Betreuten Wohnen, bietet Leben Lernen e.V. auch eine Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen in Tempelhof-Schöneberg. Themen wie Sexualität, Differenzen mit den Eltern, Schuldruck, Drogen und vieles mehr werden in der Beratung angesprochen. Die Beratung dauert meist eine Stunde. Der Bedarf ist groß. Leben lernen hält 735 Beratungsstunden im Jahr. Weitere 385 Stunden leistet leben lernen an der 7. ISS (Integrierte Sekundarstufe). Dabei stellen Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren die größte Beratungsgruppe dar. Die meistens Aufsuchenden stammen aus Tempelhof, gefolgt von Schöneberg Nord/Süd und Lichtenrade. Mit der Beratungsstelle vervollständigt Leben Lernen ihre Angebotspalette und leistet einen Bestandteil zur Prävention. Die Spezialisierung auf die Beratung von Mädchen ist im Bezirk einzigartig.
Der Besuch bei Leben Lernen e.V. am 17. August war Teil der Frauensommertour von Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik. Begleitet wurde Höppner von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin.

Es ist so easy – Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

Tag der offenen Tür bei ISI e.V.

Zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, besuchte die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner bei der Frauensommertour am 15. August 2012 den Verein Initiative Selbständiger Immigrantinnen (ISI e.V.).
Isi
ISI e.V. fördert seit 1991 Frauen unterschiedlicher ethnischer und nationaler Herkunft in ihrem Wunsch nach wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Die Besonderheit dieses Angebots ist es, dass hier Migrantinnen Migrantinnen fördern. Bei ISI e.V. können verschiedene Kursangebote und Einzelberatungen in Anspruch genommen werden, die zur Existenzgründung benötigt werden und vollkommen auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten werden. Die Dozentinnen von ISI e.V. kennen dank eigener Migrationsgeschichte und Integrationserfahrungen die Probleme der potentiellen Gründerinnen genau. Viele Frauen, die zu ISI e.V. kommen, haben im Herkunftsland einen Beruf gelernt oder studiert, aber ihre Berufsabschlüsse werden in Deutschland nicht anerkannt. Diesen Frauen bleibt, wenn sie ihre in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten einsetzen wollen, nur der Weg der Selbstständigkeit.

ISI e.V. veranstaltete anlässlich des Besuchs einen Tag der offenen Tür. So waren viele ehemalige Teilnehmerinnen der Existenzgründungskurse anwesend und stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor.
Dr. Czarina Wilpert Vorstandsfrau von ISI e.V. erklärte eindrucksvoll, dass sie 1988 in Zusammenarbeit mit der UNESCO eine internationale Tagung zum Thema Frauen und Migration an der TU Berlin durchführte. Diese Tagung war der Anstoß für sie und einige engagierte Studentinnen, ISI e.V. zu gründen und ein Ausbildungsprojekt für Migrantinnen, die eine Existenzgründung vorhaben, zu entwickeln.
Frau Dr. Wilpert wurde dafür 2006 mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet.

ISI e.V. ist seit 2011 in der Kurfürstenstr. 126 in Schöneberg zu finden.

„Bei Economista liegt das Herzblut, Geld wird im eigenen Unternehmen verdient.“

Von Manuela Harling
Im Rahmen der Frauensommertour besuchten am 15. August 2012 die frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem wirtschaftspol. Sprecher, Jan Rauchfuß, und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Manuela Harling, den Verein Economista.
Economista existiert seit 1989, ist aber erst 2009 nach Schöneberg gezogen.
Economista
Ziel von Economista ist es Frauen mit Existenzgründungskursen Unternehmensgründungen zu ermöglichen. Frauen, die den Gedanken der Selbstständigkeit haben, erhalten hier das Know-how und die Bestärkung für ihr Vorhaben.
Weiterhin ermöglicht Economista, dass sich die Frauen vernetzen. Denn auch der Vernetzungsgedanke ist Teil des Konzeptes.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass die Kursleiterinnen alle ebenfalls als Selbstständige arbeiten und die Kursleitung nur mit einem geringen Honorar vergütet werden. So ist auch eine praxisnahe Informationsvermittlung möglich.

Economista richtet sein Angebot an alle Frauen, die sich mit dem Gedanken an eine Existenzgründung tragen. Es gibt weder eine Alters- noch eine Branchenbeschränkung. An den Kursen teilnehmende Frauen schätzen besonders, dass sie in einem geschützten Raum mit Expertinnen und gleichgesinnten Frauen an der Verwirklich ihrer beruflichen Träume arbeiten können.

Neben den Kursen, die es als Langzeitkurs oder als Kompaktkurs angeboten werden, gibt es auch die Möglichkeit von Einzelberatung. So kann zum Beispiel dem Businessplan in einer Einzelberatung der letzte Schliff gegeben werden.

Probleme hat Economista derzeit mit der Zusammenarbeit mit den Jobcentern. Bis zum letzten Jahr wurde ALG-II-Empfängerinnen die Teilnahme an den Kursen von Economista ermöglicht, teilweise auch der geringe Beitrag, den Economista den Frauen für die Kursteilnahme in Rechnung stellt, übernommen. Nunmehr ist dies nicht mehr möglich.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, der im Bezirksamt auch die Wirtschaftsförderung untersteht, machte Economista das Angebot zu einem Gespräch mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung. Sie würde gern die Angebote der Wirtschaftsförderung dem Verein nahe bringen, aber ihn z.B. auch mit existierenden Unternehmensnetzwerken bekannt zu machen.

Economista e.V. befindet sich in der Meinigerstr. 11 in Schöneberg.

Kidöb – Beratung und Erfahrungsaustausch

Zunächst für Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei, die sich am Grazer Platz niederließen, gegründet, hat sich Kidöb als Beratungseinrichtung und Treffpunkt für Türkei-stämmige Frauen etabliert. Beratung findet bei ausländerrechtliche Problemen, Sozialhilfefragen wie dem Austausch mit dem Jobcenter, familiären und Erziehungsthemen sowie häuslicher Gewalt statt.
Darüber hinaus bietet Kidöb in der Rheinstraße 53/54 Deutsch- und Alphabetisierungskurse an. Auch Mütterkurse, Deutschkurse für Mütter, während die Kinder sich in der Schule oder Kita befinden, werden durchgeführt.
kidöb
Einen weiteren Schwerpunkt bietet die Hausaufgabenhilfe für Mädchen an. Studentinnen und Ehrenamtliche unterstützen die Mädchen in Kleingruppen bei den Hausaufgaben. Starker Druck in der Schule machte einen Ausbau der Zielgruppe Mädchen in der 11. Klasse notwendig.
Neben den Informationsveranstaltungen im Bereich Gesundheit, Erziehung und Ernährung, gibt es diverse Freizeitangebote wie gemeinsame Theater- und Ausstellungsbesuche sowie gemeinsame Feste.
Zwischen dem 13. Und 17. August besuchte Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, frauenpolitische Einrichtungen und Netzwerke, darunter auch Kidöb. Zu dem Besuch bei Kidöb wurde Marijke Höppner begleitet durch Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin) und Orkan Özdemir (Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg).

Al Nadi – Beratung für arabische Frauen

Seit 1984 bietet Al Nadi Beratung für arabisch-sprachige Frauen. Damit hat Al Nadi ein Alleinstellungsmerkmal, denn keine weitere Berliner Einrichtung hat diese Spezialisierung, so dass Frauen aus ganz Berlin die Einrichtung aufsuchen. Die Beratung wird für vieles in Anspruch genommen wie Unterstützung mit Behördenkommunikation, Hilfe mit Briefen des Jobcenters, Orientierung im Schulsystem, Beratung bei häuslicher Gewalt und bei Trennung. Besonders für den Bereich häuslicher Gewalt wird die (Sprach-) Kompetenz von Al Nadi von professionellen spezialisierten Beratungseinrichtungen in Anspruch genommen.
Neben der Beratung stützt Al Nadi die Familien vor Ort. Mit dem Schülerpatenprojekt wird erreicht Sprachkompetenzen zu erlangen.
Al Nadi
Gleichzeitig haben viele Besucherinnen von Al Nadi eine belastete Biografie und bringen Erfahrung aus Kriegs- und Krisenregionen mit. Viele können in Deutschland nicht arbeiten. Nach den Traumata aus ihrer Heimat, kommt eine gewisse Orientierungslosigkeit in der Aufnahmegesellschaft. Da es berlinweit nur eine arabisch-sprachige Therapeutin gibt, haben die Treffen bei Al Nadi einen Selbsthilfecharakter. Viele Frauen stützen sich gegenseitig und teilen ihre Erfahrung mit einander. Dabei werden sie begleitet von den einfühlsamen Sozialarbeiterinnen.
Der Besuch bei Al Nadi fand im Rahmen der Frauensommertour, einer Tour durch die Frauenprojekte und –verbände in Tempelhof-Schöneberg statt. Die Tour wurde initiiert von der frauenpolitischen Sprecherinnen, Marijke Höppner. Begleitet wurde Höppner von der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und dem Vorsitzenden der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

Berufsorientierung bei Frauen auf dem Weg: „Wie eine Lawine für mein Leben“

„Wie eine Lawine brach der Kurs auf mein Leben ein!“, berichtete Birgit. Seit 27 Jahren betreibt „Frauen auf dem Weg“ Berufsorientierungskurse für Frauen. In 3 monatigen Kursen werden Frauen, wie der ehemaligen Kursteilnehmerin Birgit, die Augen geöffnet. Auf dem Weg, bis Birgit wusste, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte, erfuhr sie ein hohes Maß an Unterstützung.
Hauptzielgruppe von Frauen auf dem Weg sind Frauen zwischen 25 und 60 Jahren, Langzeitarbeitslose, Wiedereinsteigerinnen und Frauen, die existenzsichernde Selbstständigkeit suchen, Frauen mit Migrationshintergrund und eine hohe Zahl von Akademikerinnen, die keinen Arbeitsplatz finden. Zunächst wird den Frauen geholfen wieder Zutrauen zu fassen. Denn nach vielen Absagen im Bewerbungsverfahren, ist es wichtig Selbstbewusstsein zu gewinnen. Zudem stellt der gesellschaftliche Druck für Frauen wie er in vielen Magazinen geschaffen wird „erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Partnerin“ zu sein, eine enorme Belastung dar.
Den Kursleiterinnen ist es wichtig gegen gesellschaftliche Entwicklungen an zuarbeiten: Fachkräftemangel, mit 76% eine hohe Teilzeitrate unter den Wiedereinsteigerinnen und daraus resultierend natürlich Altersarmut unter Frauen. Ziel des Kurses ist daher unter anderem wirtschaftliche Unabhängigkeit bei den Frauen herzustellen sowie die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen.
Auf dem Weg
Die Kursabsolventin Birgit kümmerte sich viele Jahre ausschließlich um ihre Kinder und Ehe. Die wichtigste Erkenntnis des Kurses war, so berichtete Birgit, die Entdeckung: „Es gibt auch mich!“ Mittlerweile hat Birgit Arbeit in einer sozialen Einrichtung gefunden und bildet sich fort, um in die Managementebene aufzusteigen.
Frauen auf dem Weg ist ein Projekt des Nachbarschaftsheim Schöneberg und sitzt in der Rheinstraße 54 in Friedenau. Wir besuchten das Projekt als Teil der Frauensommertour, eine Tour durch die in Tempelhof-Schöneberg ansässigen frauenpolitischen Projekte und Netzwerke. Begleitet wurde die Intiatorin der Tour von Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin und Orkan Özdemir, Vorsitzender der AG Migration Tempelhof-Schöneberg.

FAM – „Es soll der Frau leicht gemacht werden!“

FAM hat es sich zum Ziel gesetzt, es Frauen im Entzug so leicht wie möglich zu machen, berichtet Frau Brandt.
Während der Frauensommertour zwischen dem 13. Und 17. August der SPD Fraktion Tempelhof-Schöneberg wurden Frauenprojekte und –netzwerke besucht. FAM (lang: Frauen Alkohol Medikamente) besuchten Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik, die Initiatorin der Tour, und Angelika Schötter, Bezirksbürgermeisterin. Die Beratungsstelle in der Merseburgerstraße richtet sich an alkohol- und medikamentensüchtige Frauen, die wieder die Oberhand in ihrem Leben gewinnen wollen.
FAM
„So leicht wie möglich“ bedeutet, dass die Beratung vorurteilsfrei und ohne Hürden stattfindet. Der Erstkontakt ist bedingungslos. In der Einzelberatung wird für die Frauen ein individueller Hilfeplan ermittelt. In der Einzel- und Gruppenberatung wird innerhalb von 8 bis 12 Wochen Stabilität für die Betroffene erzielt. In den Gesprächen widerfährt die Frau Unterstützung, kann Frustration und Ängste loswerden. Viele Frauen haben in ihrem Leben einschneidende Erlebnisse gehabt. Sie wurden Opfer von Gewalt, Vergewaltigung, mangelnder Anerkennung, schweren körperlichen Erkrankungen.
Ein besonderes Anliegen ist es FAM auf die Sucht von Medikamenten hinzuweisen. 1,4 bis 1,5 Mio Menschen sind medikamentenabhängig, die Meisten von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Das entspricht der Summe alkoholkranken Menschen. Während Alkoholismus als eine „Männerkrankheit“ betrachtet werden kann ( etwa 1,1 Mio der Betroffenen ca. 1,4 Mio Kranken sind Männer, kann Medikamentenabhängigkeit als „Frauenphänomen“ betrachtet werden, denn hier verkehrt sich die Situation. Es kann von 1,1 Mio weiblichen Abhängigen ausgegangen werden. Gleichzeitig liegt der Anteil der Hilfesuchenden im Bereich der Medikamentenabhängigkeit sehr gering. Reguläre Beratungseinrichtungen helfen ca. einem Prozent der Betroffenen. FAM leistet in diesem Bereich Pionierarbeit. Durch Aufklärung und informativer Werbung kann FAM etwa 12% der betroffenen Frauen in ihrer Beratungseinrichtung helfen.

Die seelische Funktion des Essens ergründen – Dick und Dünn e.V.

von Manuela Harling

Die Frauensommertour führte am 16.08.12 zu Dick & Dünn e.V.. Marijke Höppner hatte zum Informationsgespräch im Beratungszentrum auch die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schönberg ,Mechthild Rawert, die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist , und Manuela Harling, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Tempelhof-Schöneberg, angemeldet.
Dick &Dünn ist in Berlin das einzige Beratungszentrum bei Ess-Störungen. Der Verein existiert bereits seit 27 Jahren in Schöneberg. Rund 1000 Erstkontakte im Jahr hat die Beratungsstelle zu absolvieren. Ihr Angebot ist sehr vielfältig. Es gibt Einzelberatungen für Betroffene und für Angehörige, es gibt offene Gruppenberatungen, es werden Informationsveranstaltungen angeboten. Beratung und Information zum Thema Ess-Störung gibt es für alle. Sie richtet sich sowohl an die Betroffenen als auch an die Angehörigen und an Lehr- und andere Fachkräfte. Zudem geht Dick & Dünn an die Schulen.
Hier hat Dick &Dünn den Ansatz, nicht vom „Gesunden Essen“ zu predigen, stattdessen erarbeiten sie zusammen mit den Kindern wann und warum sie zu Süßigkeiten oder Chips greifen. So begreifen die Kinder, die durchaus wissen, was gesunde und ungesunde Ernährung ist, die Mechanismen, die zu unkontrolliertem Essen führen. Das Begreifen der Zusammenhänge ist Voraussetzung zur Veränderung des Essverhaltens.
Thema beim Besuch war auch die finanzielle Ausstattung des Vereins. Leider ist er chronisch unterfinanziert, da er lediglich Zuwendungen des Landes Berlin erhält und einen Eigenanteil erwirtschaften muss. Eine große Herausforderung ist für den Verein die Bewältigung des Generationswechsel bei den Mitarbeiterinnen. Denn, zwei Mitarbeiterinnen gehen in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Sie wollen in der verbleibenden Zeit neue Kolleginnen eingearbeiten, damit die wichtige Arbeit weitergeführt werden kann. Aber diese Stellen sind in der Übergangszeit derzeit nicht finanziert.
Dennoch möchte der Verein das Angebot unbedingt aufrecht erhalten und geht auch immer wieder neue Wege, um die vielfältigen Anfragen zum Thema Ess-Störungen zu bewältigen.
Während der Anfangszeiten des Vereins kamen die meisten die Erstkontakte über das Telefon zustande. Heute kommen viele Anfragen per Mail aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland. Durch eine Schulung von Mitarbeiterinnen anderer Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern finden Betroffene und Angehörige kompetente Ansprechpartnerinnen nun auch außerhalb Berlins. Ganz neu ist ein Online-Angebot für Eltern von Ess-Störungen betroffener Kinder.
Das Beratungszentrum des Vereins Dick & Dünn e.V. befindet sich in der Innsbrucker Str. 37.

FFGZ – Frauengesundheit in eigener Hand

von Manuela Harling

FFGZ
1974 gründete sich das Feministische FrauenGesundheitsZentrum, seit 1985 ist es in Tempelhof-Schöneberg ansässig.
Marijke Höppner, frauenpol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg, die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg und Gesundheitspolitikerin, Manuela Harling und Dr. Gisela Pravda, beide für die AsF-Tempelhof-Schöneberg, Hermann Zeller, sozialpol. Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg und die gesundheitspol. Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg Ingrid Kühnemann besuchten das FFGZ zum Informationsaustausch am 14. August im Rahmen der „Frauensommertour“.

Das FFGZ bietet Beratung für Frauen zum Thema Gesundheit entweder persönlich vor Ort, telefonisch oder auch berlinweit bei diversen Kooperationsträgern. Es gibt Informationsveranstaltungen , Workshops und ein Kursangebot. In verständlicher Sprache werden gesundheitliche und medizinische Sachverhalte differenziert vermittelt. Das gilt auch für die eigene Zeitschrift Clio und die diversen Broschüren, die vom FFGZ herausgegeben werden.
Das FFGZ kooperiert mit anderen Trägern und arbeitet in Netzwerken. So entstand auch eine Kooperation mit der Volkshochschule und auch Migrationsprojekten.

Ein Projekt, dass aus der Kooperation mit Frauenmigrationsprojekten und der VHS entstand, ist die Patientinnenschulung. Hier lernen Frauen einen selbstbewußten Umgang mit den „Göttern in Weiß“, sie lernen, dass sie Rechte haben, Fragen stellen dürfen und auch die geplante Therapie hinterfragen dürfen. Für Migrantinnen, die deutsch nicht perfekt beherrschen, ist diese Schulung eine wichtige Erfahrung, denn sie lernen auch, dass Arzt und Ärztin in der Pflicht sind zur Information, die die Patientin auch versteht.
Das Thema Wechseljahre beschäftigt das FFGZ seit seiner Gründung. Hier kann frau Hilfe erfahren, wenn sie sich fragt, ob eine Hormontherapie hilfreich und sinnvoll ist oder es andere Alternativen gibt. Das Gleiche gilt für das Thema Verhütung.
Das FFGZ hat eine umfassende Bibliothek zur Frauengesundheit und kann auch mit bewährten weiterführenden Adressen helfen.
Petra Bentz, Cornelia Burgert und Martina Schröder vom FFGZ berichteten bei dem Besuch auch von Vorhaben, die sie gern verwirklicht sehen würden. Das FFGZ wünscht sich mehr Information an den Schulen zur HPV-Impfung, So müsste es ihrer Ansicht nach eine Vernetzung mit dem Bereich Schule geben, denn das Thema Impfung gegen Human Papilloma Viren ist Thema im Rahmen des Biologieunterrichts und die BiologielehrerInnen werden mit Materialien der Pharmaunternehmen ausgestattet, die natürlich eine kritische Sichtweise zu dieser Impfung vermissen lassen. Der Impfstoff ist nicht das Allheilmittel für Gebärmutterkrebs schlechthin und in den Familien sollte mehr über Wirkungsweise und Risiken informiert werden. Im Jahr 2008 gab es bereits eine umfassende Kampagne des bezirklichen Gesundheitsnetzwerkes, aber die Schülerinnen „wachsen“ nach.

Zusammen mit anderen Trägern des Gesundheitsverbundes für Benachteiligte bietet das FFGZ Kurse zum Thema Umgang mit Depression und Stressbewältigung. Gerade bei älteren Frauen, die in ALG II-Bezug geraten finden sich in diesen Kursen wieder. Eine Finanzierung durch das Jobcenter wäre deshalb anratenswert, denn die Frauen verlassen den Kurs mit Motivation und Empowerment.
Ein großer Wunsch ist auch die Installierung einer überregionalen Traumastation für Frauen, die an den Folgen von Gewalt leiden. Seit Jahren arbeitet das FFGZ am Thema Folgen sexualisierter Gewalt, Das FFGZ weiß, dass die Nichtbehandlung oder auch eine späte und unzureichende Behandlung z schweren Folgen führen kann.
Das FFGZ ist in der Bamberger Str. 51 in Berlin Schöneberg.

Auf Tour in Tempelhof

Jugendhilfe-Sommertour Tempelhof am 8.8.2012

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die zweite Sommertour führte mich in der Region Tempelhof durch die Einrichtungen des Nachbarschafts- und Familienzentrums der Ufa Fabrik wie den Kinderbauernhof, das Familienzentrum, die Kita MaRiS und die Ganztagsbetreuung der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld, in den Lindenhof, um die Kindertagesstätte, den Jugendclub und das ansässige Netzwerk kennenzulernen, in die Jugendeinrichtungen Bose-Club, Cafe Albrecht (mit dem Kooperationsprojekt Tik e.V.) und in das Jugi Hessenring.
Bauernhof [Kinderbauernhof]
Das Nachbarschafts- und Familienzentrum der Ufa-Fabrik (NUSZ) ist ein Träger vieler sozialer Einrichtungen. Das Familienzentrum bietet in den neu gestalteten und renovierten Räumen Kurse für junge Mütter und Frauen. Inklusionsangebote finden sich genauso wie Rückbildungsangebote für Mütter. Kinder bis 14 Jahre können den Kinderbauernhof in der offenen Jugendarbeit besuchen. Patenschaften mit Kaninchen, Meerschweinchen und Hühnern können eingegangen werden. Außerdem wird Hausaufgabenhilfe, Tanzen und Ponyreiten angeboten. Für Mädchen wurde auf dem Gelände des Kinderbauernhofes in einem Bauwagen ein selbstverwalteter Rückzugsort geschaffen.
Die Kita MaRiS schwebt wie ein Raumschiff in der Manfred-von-Richthofen-Straße. 205 Kinder werden in Gruppen von 12 bis 16 Kindern betreut. Kooperationen mit der anliegenden Grundschule „Grundschule auf dem Tempelhofer Feld“ unterstützen den ganzheitlichen Bildungsansatz der Kindertagesstätte. Im offenen Ganztagsbetrieb kooperiert NUSZ mit der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld und der Tempelherren Grundschule.
Kita Maris [Kita MaRiS, Manfred-von-Richthofen-Straße]
Der Lindenhof stellt einen in sich geschlossenen Sozialraum dar; Kindertagesstätte, Ganztagsbetreuung, Schule und Jugendfreizeiteinrichtung arbeiten eng zusammen. Steigende Kinderzahlen in Kita und Schule machten die Betreuung in den bestehenden Einrichtungen unmöglich. Um die Übergangslösungen mit Containern auf dem Schulhof zu umgehen, werden umfassende Umbaumaßnahmen durchgeführt, die es ermöglichen alle Kinder an einem Standort unterzubringen und eine Durchmischung der Altersstufen zu erreichen. Die JFE im Lindenhof wechselt die Trägerschaft und wird in die Hände des Nachbarschaftsheim Schöneberg übergeben, so dass die Angebote von Schule, Ganztagsbetreuung und Jugendfreizeiteinrichtung auf die veränderten Bedingungen abgestimmt werden können und ein aufeinander aufbauendes Angebot kreiert werden kann. Im Netzwerk Lindenhof schließen sich Akteure aus dem Lindenhof zusammen wie Wohnbaugesellschaft, Schule, Jugendhilfe, Polizei, Senioreneinrichtung, etc. um strategisch die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
In der Bosestraße 6 befindet sich der Bose-Club. Als Gemeinschaftsprojekt des Bezirksamtes, NUSZ und K*I*D*S e.V. bietet der Bose-Club ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche. Dabei bietet die Umgebung mit Spielplatz und Fußballkäfig viele Möglichkeiten.
Das Ev. Jugendzentrum Cafe Albrecht hat seinen Schwerpunkt für Jugendliche im Bereich der Bandarbeit. Gemeinsam mit dem Träger Tik e.V. bieten sie auch verschiedene Angebote für Kinder an.
Der Jugi-Hessenring ist eine bezirkliche Jugendfreizeiteinrichtung in Neu-Tempelhof. Neben Hausaufgabenbetreuung, Tischtennis-Zeiten, geschlechter-differenzierten Computerangeboten, Koch- und Back-Aktionen sowie (Theater-)Schminkkursen, bietet der Jugi-Hessenring einen großen Veranstaltungssaal mit Bühne. Zur Förderung von Mädchen dienen besondere Angebote und ein gemeinsam gestalteter Mädchenraum.
Jugi-Hessenring [Jugi-Hessenring]

Bücherfrauen – Interessensvertretung rund ums Buch

Bücherfrauen
Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk für Frauen, die in der Buchbranche arbeiten. Mit Ziel von Austausch und Vernetzung treffen sich Bundesweit 900 in Berlin 160 Lektorinnen, Autorinnen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen, Verlegerinnen, usw.
Vernetzt wird sich regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, aber auch auf regelmäßigen internen und öffentlichen Veranstaltungen. Auch frauenpolitische Themen heben die Bücherfrauen auf das Tableau. So befasst sich die hauseigene Studie „Mehr.Wert in der Bücherbranche“ mit der Gleichbehandlung von Frauen in der Bücherbranche. Zwar stellen Frauen mit 80 % der Mitarbeiterinnen, die Mehrheit in der Bücherbranche, jedoch erhalten Männer noch 28 % mehr Gehalt als Frauen. Die Studie bot mit dieser und vieler anderer Erkenntnisse den Grundstock für das politische Handeln des Frauenvereins. So begeht der Verein den Equal Pay Day und unterstützt Frauen bei Gehaltsverhandlungen. In Entscheidungsgremien fordern die Bücherfrauen 40% Frauen innerhalb von 5 Jahren.
Am 13. August 2012 trafen sich auf Einladung von Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik), Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin), Melanie Kühnemann (Vorsitzende des Kulturausschuss), Gudrun Blankenburg (Sprecherin für Kulturpolitik) und Dr. Gisela Pravda (Stv. Vorsitzende der ASF Tempelhof-Schöneberg) mit Stefanie Lembke und Frau Henze und Frau Seehofer von den Bücherfrauen.

SHP – Frauen in die Gesellschaft holen!

SHP [mit Herrn Dere]
Am 13. August 2012 besuchte die Sprecherin für Frauenpolitik, Marijke Höppner, das Interkulturelle Selbsthilfeprojekt für Frauen(SHP) in der Naumannstraße.
1985 wurde SHP gegründet, seitdem hat sich der Träger etabliert und bietet vor allem Deutsch- und Integrationskurse für Frauen an. Frauen aus muslimisch geprägten Ländern nehmen die Angebote besonders gern wahr, da sie diskriminierungsfrei und ohne verurteilt zu werden, mit und ohne Kopftuch, an den Kursen teilnehmen können. Eine unbeschwerte Atmosphäre bieten die Kurse dadurch, dass ausschließlich Frauen das Angebot nutzen dürfen. „Frauen sollen aus der Isolation in die Gesellschaft geholt werden“, so Fatih Dere der Geschäftsführer von SHP.
Die beiden Kindertagesstätten „Rosen“ und „Knospen“ greifen interkulturelle Kompetenz und Sprachförderung auf. Dabei gilt die Sprachförderung nicht nur den Kindern, sondern auch die Eltern werden leicht an Sprachkurse und Integrationskurse herangeführt.
Viele weitere Kurse werden mit Herzblut und viel Engagement betrieben wie Koch- und Nähkurse. Beratung und Vermittlung zu Experten und Expertinnen machen den Standort in der Naumannstraße zu einem Stützpunkt für Familienberatung.

Der Besuch bei SHP fand am 13. August 2012 statt.

Seit 20 Jahren interkulturelle Mädchenarbeit

von Dr. Gisela Pravda
Cafe Pink [v.l.n.r. Angelika Schöttler, Dr. Gisela Pravda, Elisabeth Wagner, Marijke Höppner]
Angelika Schöttler (Bürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg), Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion und Initiatorin), Dr. Gisela Pravda (für die AsF Tempelhof-Schöneberg) haben am 13. August 2012 das Cafe PINK besucht. Das Cafe PINK ist seit 20 Jahren ein Interkultureller Treffpunkt für Mädchen ab 10 und junge Frauen der Region Schö-neberg – Nord auf der Rechtsgrundlage des § 11 und § 13 (1) des Jugendhilfegesetzes
Die Arbeit des Café PINK lässt sich beschreiben mit den Vokabeln
parteilich,
interkulturell,
feministischen und
partizipativ.

Hier können sich Mädchen ab 10 mit Freundinnen treffen, Spiele spielen, Musik hören, an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, Hilfe bei Hausaufgaben bekommen, Theater spielen, ihre Probleme besprechen. Außerdem gibt es eine Computerwerkstatt, eine KreativWerkstatt und eine Kochgruppe.
Wir wurden sehr offen und liebenswürdig empfangen, haben die zum Teil von den Besuche-rinnen gestalteten – mal coolen, mal kuscheligen – Räume kennengelernt und befanden uns schnell in einer professionellen und vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre. Herzlichen Dank an Elisabeth Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin und an Ulrike Dietrich, Diplompädagogin.

Das Cafe Pink befindet sich in der Goltzstraße 40.

Auf Tour durch Schöneberg-Süd

Jugendhilfe-Sommertour durch Schöneberg Süd

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuche ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die erste Sommertour führte mich durch die Region Schöneberg-Süd. Die Tour führte von der Kita Rosa-Turm, in denKiezgarten und die Familienküche, zur Familienberatungsstelle FAB e.V., zu den Jugendfreizeiteinrichtungen Haiways und Flipper und endete im Wunderland für Kinder bis 12 Jahre, dem Jugendheim Lassenpark.
Rosa Turm [Kita Rosa-Turm]
Die Montessouri-Kita Rosa Turm, gehört zum Träger Täks e.V.. Täks e.V. ist ein gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe, der im Schöneberger Süden und darüber hinaus Krippenangebote, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulkooperationen, Jugendeinrichtungen und Nachbarschafts- und Familieneinrichtungen betreibt.
haiways [Wandbild JFE Haiways]
Kiezgarten [Lehmhütte im Kiezgarten]
Kreativ gestaltet sind die Wände in der Jugendfreizeiteinrichtung Haiways. Stadtplanung wird zum Gemälde, wenn Jugendliche malen, wie ihr Kiez sich entwickeln soll. Mit dem Computer kann man mehr als nur spielen und so wurde aus dem Kochprojekt nicht nur das Nachkochen der Rezepte, sondern auch die Gestaltung eines kleinen Kochbuches. Die räumlich angegliederte Lernwerkstatt Familienküche ist ein Inklusionsprojekt. Wunderbar gestaltet, so dass ein Ort der Kommunikation Menschen den Zugang zu den vielfältigen Programmen gewährt. Workshops gibt es u.a. zu den Themen gesunde Ernährung, Kochen und Tanzen.
Der Garten Kiezinsel ist ein besonderes Nachbarschafts- und Familienprojekt. Gemeinsames Gärtnern führt die Nachbarschaft zusammen. Die Gestaltung und Pflege liegt in der Hand der Freiwilligen. Die Kita-Kinder unterhalten kleine Gärten, gestalten bunte Vogelscheuchen und bauen aus Lehm eine Hütte. Sport- und Spielenachmittage werden organisiert, im Winter werden Märchen vorgelesen.
Kiezküche [Kiezküche]
In der Teltow-Grundschule konnte ich mir ein Bild über die Kooperation von Jugendhilfe und Schule machen. Die neue Rektorin legt viel Wert auf eine konzeptionelle Zusammenarbeit. Auch hier gestalten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kreative Programme für die Kinder.
http://marijkehoeppner.blogsport.de/wp-admin/upload.php [Essen in der Teltow GS]
Das Jugendfreizeitheim Flipper des Kinderhauses Friedenau e.V. liegt am S-Bahnhof Schöneberg. Akzeptanz, Individualität, Miteinander ohne Ausgrenzung sind Ziele der Einrichtung. Kinder werden ermutigt selbständig Kurse anzubieten und bringen anderen etwas bei. Über Zirkuspädagogik werden Kinder motiviert aus sich hinauszugehen und besondere Fähigkeiten wie Einrad fahren zu erlenen. Die Kinder und Jugendlichen vor Ort haben eine enge Bindung an die Pädagogen und Pädagoginnen. Die individuelle Begrüßung und Verabschiedung gibt den Jugendlichen einen Rahmen.
Flipper [JFE Flipper] FAb [Gruppenbild FAB e.V.]

In den Höfen der Crellestraße bietet Fab e.V. Unterstützungsleistungen für Familien und junge Menschen mit und ohne Behinderung an. Besondere Unterstützung erhalten Kinder, die selber oder deren Eltern psychisch oder seelisch krank sind. In der Projektküche werden besondere Kochangebote für Kinder mit Asberger und Autismus gegeben. Besonders viel Wert wird auf die Prävention in der Jugendhilfe gelegt.
Lassenpark [JFE Lassenpark]
Ein kleines Wunderland ist die
bezirkseigene Jugendfreizeiteinrichtung Lassenpark. Angrenzend an den Lassenpark liegt sie hinter dem Jugendmuseum. Draußen finden sich ein Piratenboot, selbstgebaute Hütten und eine Feuerstelle. Überall finden sich selbstgenähte, getöpferte, gebastelte, gehämmerte, geschraubte Schweinchen, denn das Schwein ist das selbstgewählte Lieblingstier der Kinder. Im Haus kann man in jeder Ecke und Schublade etwas entdecken. Fernseher sind keine Fernseher, sondern ein Rahmen für selbstgestaltete Gemälde. Gartenwerkzeug und Elektroschrott wird zu einem selbstgebastelten Pfau. Handpuppen sehen aus als hätte sie Paul Klee selbst gestaltet. Und im Kindercafe sitzt die Porzellangans Gisela, die die Kinder auf jedem Ausflug begleitet.

Die Sommertour durch Schöneberg Süd fand am 7. August 2012 statt. Begleitet wurde ich auf der Tour durch den Stadtrat Oliver Schworck.

Reinigen der »Stolpersteine«

Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg Elke Ahlhoff, Oliver Fey, Marijke Höppner und Gudrun Blankenburg, rufen dazu auf, am Sonntag, den 12. August 2012 um 14.00 Uhr an der Freizeitstätte Stierstraße 20 in Berlin-Friedenau beim Putzen der in der Stierstraße verlegten »Stolpersteine« zu helfen.

Die kurze Stierstraße hat nur 20 Hausnummern, weist aber über 50 Stolpersteine auf. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Friedenauer Initiativen wie die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße oder Brünnhildestraße sorgen dafür, dass das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird.

Jedesmal sind die Recherchen zu den deportierten und ermordeten Menschen verbunden mit tiefgehenden, schmerzlichen Recherchen zu jedem einzelnen Schicksal. Die Stolpersteine finden ihren Platz vor dem Haus, in dem die Opfer der Nazi-Willkür ihren letzten Wohnort hatten, bevor sie von dort aus in die Todeslager deportiert wurden.

Vandalismus an einer betreffenden Informationstafel in der Stierstraße 18/19 begegnete die Initiativgruppe Stolpersteine Friedenau mit überzeugenden Erneuerung der Schautafel.

Damit die Stolpersteine mit den Namen der Opfer leuchten, soll durch diese Putzaktion ein Zeichen gesetzt werden, dass diese Stolpersteine ein lebendiger Gedenkort sind und zur aktiven Gedenkarbeit auffordern.

Die Initiatoren freuen sich über Ihre Hilfe – machen Sie mit! Für Putzmaterial ist gesorgt.