Presseerklärung: SPD fordert Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer des Bürgeramtes

Auf Forderung der SPD- Fraktion beschloss die Bezirksverordnetenversammlung in Tempelhof- Schöneberg in der Plenarsitzung vom 25. April 2012 die Aufklärung über häusliche Gewalt im Wartezimmer- TV der Bürgerämter. Kontaktinformationen von Beratungseinrichtungen sollen nun durch Werbe- und Informationsfernsehen in den drei Bürgerämtern in Schöneberg, Tempelhof und Lichtenrade gezeigt werden.

Die Auswirkungen von häuslicher Gewalt sind weiterhin gravierend. Die Repräsentativstudie von 2004 zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (Schröttle et al.) kommt zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau (25%) körperliche und/oder sexuelle Gewalt in mindestens einem Fall durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt hat. Jeweils ein Drittel der Frauen machte Erfahrungen von langanhaltender Gewalt bzw. folgenschwerer Gewalt. 40% der befragten Frauen befinden sich über einen längeren Zeitraum als ein Jahr in einer Gewaltbeziehung, 17 % mehr als 5 Jahre.

Laut der Betreiberfirma Mediaspot werden 70.000 bis 120.000 Menschen pro Jahr in den Warteräumen der Bezirksämter erreicht, etwa die Hälfte sind Frauen. „Viele gewaltbetroffene Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. In einigen Fällen beschränken ihre Partner die Kontakte in die Außenwelt“, so Marijke Höppner, Frauen- politische Sprecherin der SPD Fraktion, und fährt fort: „Die Chancen, dass eine gewaltbetroffene Frau den Spot bei einer alltäglichen Aktivität wie der Beantragung eines neuen Personalausweises sieht, ist groß.“
Die Ausstrahlung eines Warte- TV- Spots stellt somit ein niederschwelliges Informationsformat für viele Frauen dar, um über Hilfsangebote informiert zu werden. Es erhöht zudem die Möglichkeiten, an die entsprechenden Informationen zu gelangen.