Presseerklärung: Frauen in Tempelhof-Schöneberg sichtbar machen!

Zur Plenarsitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 25. April 2012 bringen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam einen Antrag ein, der es sich zum Ziel setzt, Frauen im öffentlichen Straßenland sichtbar zu machen. Durch einen Pool mit Namen von Frauen, die Großes geleistet haben, soll sich dies nun ändern. Denn, obwohl die Bezirksverordnetenversammlung schon 2004 einen Beschluss fasste, der die bevorzugte Benennung von Straßen und bezirklichen Einrichtungen nach Frauen vorsieht, gab es immer wieder Diskussionen darum, ob Männer nicht wieder stärkere Beachtung finden sollten.

Die traditionelle Geschichtsschreibung hatte Frauen lange übersehen. Dies zeigt sich auch in der Benennung von Straßen. In Tempelhof-Schöneberg finden sich kaum Frauen auf Straßenschildern wieder. Laut einer Mitteilung zur Kenntnisnahme von 2005 gibt es in Tempelhof-Schöneberg 385 Straßen, davon sind 28 Straßen nach Frauen benannt, etwa ein Drittel der Namen bezieht sich auf Figuren aus Wagneropern und aus der Mythologie. Seit dem sind eine Handvoll Frauen auf Schilder gekommen, darunter die Erika Gräfin von Brockdorff in Schöneberg oder Hildegard Knef am Bahnhof Südkreuz.

„Dabei sind weibliche Galionsfiguren als Vorbilder für eine gleichberechtigte Gesellschaft sehr wichtig.“, stellen die frauenpolitische Sprecherin, Marijke Höppner (SPD), und der frauenpolitische Sprecher, Marius Feldkamp (Bündnis 90/Die Grünen), fest. „Mit einer Liste oder einem Namenspool mit Frauennamen für Straßenbenennungen verbinden wir den Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen.“

Dass es den beiden Fraktionen ernst ist, zeigt sich darin, dass sie dem Wunsch nach einem Namenspool schon mehrere Namen beigefügt haben, darunter die antifaschistische Autorin Gerda Szepansky aus Mariendorf und die jüdisch lesbische Malerin Gertrude Sandmann.